Walpurgisnacht vor 45 Jahren

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01.05.2022 21:47 (zuletzt bearbeitet: 01.05.2022 21:50)
avatar  Dirk
#16
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Nein, ich wusste es nicht. Eine Strafe kann man absitzen, einen Menschen auf dem Gewissen zu haben wird man nicht wieder los. Es sei denn, man hat kein Gewissen. Von der Sorte gibt es ja in jeder Gesellschaft genug Zeitgenossen. Ich gehe aber nicht davon aus, dass man dafür ins Gulag gekommen wäre.


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01.05.2022 21:55 (zuletzt bearbeitet: 01.05.2022 22:01)
avatar  marc
#17
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Mit dem Wissen von heute ist alles so einfach .....

Ich gehe davon aus, dass du, zum Glück, nie in einer entsprechenden Situation als Grenzer warst ...

Wie die grosse Mehrzahl der anderen Grenzer.


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02.05.2022 07:40
avatar  Dirk
#18
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Entscheident ist da immer die Situation. Ich habe die Kaschi immer als Schutzschild gegen Angreifer betrachtet. Wenn mir oder meinem Postenpartner einer ans Leder gewollt hätte, dann hätte ich auch geschossen.
Gibt es eigentlich eine Statistik darüber wie viele der durch Schusswaffen verletzten oder gar getöteten Flüchtwilligen vorher den Grenzposten tätlich angegriffen oder mit einer Waffe bedroht haben? Bei Waffen meine ich aber nicht Taschenmesser, Drahtschere oder Stielkamm.


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02.05.2022 08:09
avatar  ( gelöscht )
#19
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( gelöscht )

Letztendlich war es immer ein Gewissensentscheidung jedes einzelnen Grenzers in Abhängigkeit von der konkreten Situation bei einem Fluchtversuch (Grenzdurchbruch), ob er gezielt auf die Personen feuert oder ob er einfach nur schießt, um dem Schießbefehl genüge zu tun und Bestrafungen zu vermeiden.
Ich unterstelle dabei, dass die Grenzsoldaten bei mehr als 99% der Fluchtversuche nicht körperlich von den Flüchtenden aktiv angegriffen wurden.


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02.05.2022 08:46 (zuletzt bearbeitet: 02.05.2022 08:48)
avatar  Fred.S.
#20
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zu 18 + 19
Leider Dirk, habe ich Bilder vom MfS für meine Vorträge bekommen, wo auch ein Taschenmesser, ein Beil, eindeutig
als eine " Waffe " definiert worden ist.
Ja Wartha, das ist eine schwere Entscheidung gewesen für jeden Grenzsoldaten.
Zum Glück hatte meine Besatzung nicht ein Zusammentreffen mit einen Grenzverletzer.
Aber hier waren auch die Rollen genau festgelegt, wer zu schießen hat von der Besatzung und wer nicht.
Bei uns war es auch etwas Anders, Wartha, ob die Person am Elbufer oder sich schon in der Elbe schwimmend befand.
" JA, ich werde schießen. " Eine sterotypische Antwort eines Matrosen, Maaten, wenn ich ihn danach fragte.
Erst, wenn sich ein Vertrauensverhältnis zwischen uns aufgebaut hatte, erfuhr ich sehr oft das dem nicht so war.
Wie Dirk, es sagte, Ein Jeder hätte geschossen, wenn er persönlich angegriffen wurde, da gab es keine Unterschiede.
Aber auf eine unbewaffnete Person, da gingen die Meinungen stark auseinander.
Du magst Recht haben Wartha, es werden 99,99 % sein. Denn welcher Flüchtige wird schon einen Grenzsoldaten angreifen, der mit schußbereiter Waffe vor ihm steht. Fred


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02.05.2022 12:24 (zuletzt bearbeitet: 02.05.2022 12:39)
#21
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Zitat von Dirk im Beitrag #18
Entscheident ist da immer die Situation. Ich habe die Kaschi immer als Schutzschild gegen Angreifer betrachtet. Wenn mir oder meinem Postenpartner einer ans Leder gewollt hätte, dann hätte ich auch geschossen.
Gibt es eigentlich eine Statistik darüber wie viele der durch Schusswaffen verletzten oder gar getöteten Flüchtwilligen vorher den Grenzposten tätlich angegriffen oder mit einer Waffe bedroht haben? Bei Waffen meine ich aber nicht Taschenmesser, Drahtschere oder Stielkamm.


Die meisten Flüchtlinge versuchten bekanntlich unbemerkt in den Westen zu gelangen. Eben wegen der waffenenmäßigen Unterlegenheit.
Auch gegen ein Messer aus der Distanz (Distanz war normal) muß man nicht schießen

Ich habe die Kaschi nachlässig getragen, als notwendiges Übel.
Nicht aus Mut, sondern aus Abstumpfung.
Kameraden unter permanenter Anspannung waren die Ausnahme und als Posten unbeliebt.

Allerdings war das vor dem Fall Weinhold, der sich aber nicht wiederholte.
Normal blieb bis zuletzt der unbewaffnete Flüchtling, der die Grenzer umging.

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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02.05.2022 22:45 (zuletzt bearbeitet: 03.05.2022 17:24)
avatar  Dirk
#22
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Nicht umsonst gab es den Spruch "Lärm und Licht - Grenze dicht.
Bei einem Konflikt mit gleichwertigen Waffen geht man automatisch in Deckung und tarnt sich möglichst gut.
An der Grenze war Sichtbarkeit der beste Schutz vor den in der Regel unterbewaffneten Flüchtlingen. Allerdings wenn Kolja im Gelände war, dann ist man besser abgetaucht.


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