DDR-Grenzaufklärer: Bestätigt bis Bonn

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29.03.2021 23:56 (zuletzt bearbeitet: 30.03.2021 06:06)
avatar  berndk5
#211
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Jeder Bautrupp hatte nur einen Abschnitt von rund 100 bis maximal 200 m (eher 100) . Man bedenke, dass es zügig gehen sollte, und jedes Mauersegment wohl so ca. 1m breit war. (Das kann ich allerdings nicht mit Bestimmtheit sagen- aber es waren wahnsinnig viele Teile.)
War dieser Abschnitt sauber, wurde mit dem Bautrupp weiter nach links umgesetzt, an den Leuten vorbei, die noch nicht mit ihrem Bereich fertig waren.
So ging das bis zum 19.Dezember 1990, irgendwann mitten in der Woche waren wir fertig.
Es gab keinen Abschluss-Appell, keine Beförderungen oder Auszeichnungen, keine Prämien- der Job war einfach nur erledigt.
Der Berliner OB hatte gegenüber den Berlinern sein Wortgehalten, dass die Mauer bis Weihnachten weg sei.
Ich wußte damals nicht, dass womöglich Briten oder US-Streitkräfte mit entsprechender Technik auch im Einsatz waren- ich habe erst rund 30 Jahre später dazu über das Forum Filme darüber gefunden.
Es mag unglaubwürdig klingen, aber ich habe zu keiner Zeit an irgendwelche Fotoaufnahmen gedacht- was ich natürlich heutzutage schon mehrfach bereut habe. Es steckte einfach noch so drin- man ist gar nicht auf die Idee gekommen, obwohl es niemanden auch nur im Traum gestört hätte.
Nach so langer Zeit kann ich heute nicht mehr genau sagen, von wo bis exakt wo wir die Mauer abgebaut haben- es hatte damals einfach keine Rolle gespielt.
Das Vertrauen erhalten zu haben etwas leisten zu dürfen, dafür auch noch gut bezahlt zu werden- das war schon mehr als genug.
Wir haben mehr eher nur gehaust in dieser Mannschaft-Soldaten-Bude mit 8 Offizieren und Berufssoldaten - ich erinnere mich aber wirklich nicht, dass es auch nur einen Einzigen von uns gestört hätte. Sonntags bis 24 Uhr war Ankunft, und wenn wir unser Pensum geschafft hatten ging es Freitag Mittag "aufs Pferd und zum Ritt Richtung Heimat" .
In die Stadt gegangen sind wir nur ein einziges Mal- es war ja doof, dass der B 1000 in der Kaserne bleiben musste- wo wollte man da hin, man musste ja auch wieder zurück und am Morgen ging es um 6 Uhr wieder aus dem Bett.
Es war mein Job, die Einkaufswünsche meiner Leute bis zum Feierabend zu erledigen- der Kasten Bier war immer dabei, ein Rohr wohl nur ein einziges Mal. Es hatten ja alle am nächsten Tag wieder irgend eine Karre unter dem Hintern. An Kontrollen kann ich mich nicht erinnern, obwohl auch mal eine da war. Atem-Test gab es aber nicht. Trotzdem wollte man das Vertrauen nicht enttäuschen und "erfüllbare Aufgaben" gerne auch länger erfüllen .
Zur Frage der Türme kann ich auch nicht viel sagen.
So, wie wir die "Mauer-Truppe" waren, gab es garantiert auch eine "Turm-Truppe" . Die haben dann ebenfalls von rechts nach links (oder anders herum) einen Turm nach dem anderen per Stahltrossen umgezogen, aufgeladen und weggefahren.
Das war aber nicht meine Baustelle.

Ich hoffe, es hat dem Rahmen nicht gesprengt- war aber bisher nicht nicht so berichtet worden. Leider ist Dremi inzwischen verstorben, ohne dass wir uns im Forum begegnet waren. Zu drei anderen Teilnehmern von damals habe ich heute noch losen Kontakt- leben tun alle anderen noch ausser Dremi.

Nachsatz: Nur Korrektur der Rechtschreibkorrektur.....


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30.03.2021 00:44
#212
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Als Offizier einer GK im GR -42 bin ich mehrmals im Jahr das Vordere Sperrelement abgelaufen, bei besonderen
Anlässen auch feindwärts, zB. bei Feuer auf dem vorgelagerten Terretorium bzw. bei Verkehrsunfällen am Vorderen Sperrelement.
Im GKM waren die GAK meißt im Hinterland eingesetzt, kaum vor dem Vorderen Sperrelement, meißt nur beim Ausbau der GM 75 oder des Streckmetallzaunes in ZA mit dem Aufklärungszug.
Dabei wurde Westberliner Gebiet nicht betreten.


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30.03.2021 00:52
avatar  Ehli
#213
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Dein Grenzabschnitt ?

Ich habe es mir nicht ausgesucht, ein Ossi zu sein....
Ich hatte einfach Glück!

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30.03.2021 01:27 (zuletzt bearbeitet: 30.03.2021 01:28)
#214
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Als Offizier der 5.GK im GR -42 habe ich mit so einem Gerät Von der KAP Großbeeren Im Winter 1978/79 mit Schneeschild im gesamten GAB des GR-42 von der Güst Rudower Chaussee bis Teltow Betonwerk in mehrehren Stunden ( ich glaube 12) den Kolonnenweg ca. 42 Km geräumt, da der ZT 300 der Pik un andere Geräte nicht mehr durchkamen. Die BAT der Pik konnte auf Grund Ihrer Breite wegen den Lichtmasten nicht eingesetzt werden.


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30.03.2021 03:22 (zuletzt bearbeitet: 30.03.2021 03:29)
#215
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Moin,

war das nicht normal das ein kleines Stück westlich der Mauer noch zur DDR gehörte?
Ob das überall so war, müssten ja die Berliner wissen.

30.03.2021 07:26
#216
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Ja Schlutup--die Mauer befand sich auf dem Hoheitsgebiet der DDR--anders ging es nicht. Man konnte die Mauer ja nicht in Westberlin bauen, Genauso sah es mit den G-Säulen, an der innerdeutschen Grenze aus. Die standen auch nicht auf Linie, was nicht heißen soll--wenn man hinter der GS war man im Westen.


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30.03.2021 21:59
avatar  icke46
#217
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Wobei das möglicherweise stellenweise nicht so war. Ich denke da speziell an die Bernauer Straße, die ja durch ihre zum Mauerersatz umfunktionierten Häuserfassaden bekannt war. Das kuriose an der Straße war ja, das die Häuser zu Ost-Berlin gehörten, der Bürgersteig aber zu West-Berlin. Man musste vor dem Mauerbau nur vor die Haustür gehen und war im Westen.

Ob die nach dem Abbruch der Häuserfassaden errichtete Standardmauer dann entsprechend zurück versetzt wurde, weiß ich allerdings nicht.

Ähnlich Kuriosa gab es auch in West-Berlin: Haus im Westen, der Bürgersteig davor im Osten. Rein formal hätte die Mauer direkt vor den Hauseingängen errichtet werden können, durch den Versatz nach hinten konnten die Häuser aber immerhin verlassen werden. Die Bewohner begingen aber genau genommen bei jedem Verlassen ihres Hauses eine Grenzverletzung.


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30.03.2021 22:04
#218
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Hallo @icke46 schau mal:


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30.03.2021 22:58
avatar  mibau83
#219
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Zitat von Ehli im Beitrag #213
Dein Grenzabschnitt ?




das sind videos die der user @terraformer1 dankenswerterweise bei youtube eingestellt hat.


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31.03.2021 00:06
avatar  Ehli
#220
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Zitat von icke46 im Beitrag #217
Wobei das möglicherweise stellenweise nicht so war. Ich denke da speziell an die Bernauer Straße, die ja durch ihre zum Mauerersatz umfunktionierten Häuserfassaden bekannt war. Das kuriose an der Straße war ja, das die Häuser zu Ost-Berlin gehörten, der Bürgersteig aber zu West-Berlin. Man musste vor dem Mauerbau nur vor die Haustür gehen und war im Westen.

Ob die nach dem Abbruch der Häuserfassaden errichtete Standardmauer dann entsprechend zurück versetzt wurde, weiß ich allerdings nicht.

Ähnlich Kuriosa gab es auch in West-Berlin: Haus im Westen, der Bürgersteig davor im Osten. Rein formal hätte die Mauer direkt vor den Hauseingängen errichtet werden können, durch den Versatz nach hinten konnten die Häuser aber immerhin verlassen werden. Die Bewohner begingen aber genau genommen bei jedem Verlassen ihres Hauses eine Grenzverletzung.

Es kam doch immer auf das Jahr an. Zu meiner Zeit, gab es nicht überall die Betonplatten mit der " Bierleitung oben .
Da gab es es noch eine Friedhofsmauer als Grenzsicherung, der Fußweg an der Friedhofsmauer war schon Westberlin.
Es gab damals auch keine Mauer zur Absicherung des Hinterlandes. Ich spreche von 1967/68.
Schaut doch einfach mal in den Beitrag:" Ein kanadischer Kameramann filmte"
Habe dort einige Videos über die Mauer in Berlin eingestellt, sehr gute Aufnahmen.
"Wo war die Berliner Mauer 1-5 "
In diesen Abschnitt durfte ich tätig sein.
Ehli

Ich habe es mir nicht ausgesucht, ein Ossi zu sein....
Ich hatte einfach Glück!

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31.03.2021 16:32 (zuletzt bearbeitet: 31.03.2021 22:45)
#221
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#215
Hallo,
sehr schöne Bilder, besonders das mir der MP. Da kommen bei mir Erinnerungen hoch, dass ist aber fast schon
50 Jahre her und spielte sich hauptsächlich im Bereich des GR- 3, Dermbach, ab. Bis dato hatte ich mit dem MfS
nicht viel zu tun gehabt. In Vorbereitung dieses Einsatzes wurden wir ( 6 Mann ) umfangreich durch 2 Mann einge-
wiesen. Sie hatten ein umfangreiches Wissen über die Aufklärungskräfte der US Army. Wir hatten nur theore-
tisches Wissen.
Was wir zum ersten mal hörten war die Durchführung einer " Verhaltensaufklärung ". Bis dahin hatten wir
schon eine Ausbildung von über ein 3/4 Jahr hinter uns. Jetzt sollte das am " Gegner " erfolgen. Es bot sich das
GR- 3 an, weil dort Aufklärungskräfte der US Army besonders aktiv waren. Wir traten dort als GAKL auf und hatten
auch immer einen dabei, der sich dort im Bereich sehr gut auskannte. Dabei bewegten wir uns so als ob wir
Grenzmarkierungen und Grenzsäulen kontrollierten. Aufklärungskräfte von dem 11. ACR tauchten auch sofort
auf und sprachen uns an. Wir standen dabei nur erst mal 5 m auseinander.
Gruß Frank


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01.04.2021 15:27
#222
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Ich entdecke gerade, dass bereits 2009 ein ganz ähnliches Thema hier im Forum eröffnet wurde:
DDR-Grenzaufklärer in der BRD?

Dort gibt es einige interessante Beiträge. So berichtet auf S. 3 in Beitrag 35 der User Zweedi04 über einen Aufklärungseinsatz auf Bundesgebiet: „Ich gebe zu, dass ich 1x als Gakl um 1980 illegal auf dem Territorium der BRD Aufklärung betrieben habe. Es war so, an der „Bröthener Straße“ (1.GK/GR8) hat der Zoll einen Schaukasten neu bestückt. Dieser stand ca. 15 – 20 Meter von der Grenzlinie entfernt. Der Schaukasten war mit Glastüren versehen, so dass sich das Licht darin stark spiegelte. Unser Offz. Aufklärung vom Regiment (Major Koll….) hatte starkes Interesse zu erfahren, was dort im Schaukasten zusehen war. Egal welche Tageszeit, weder mit dem Dienstglas, noch mit einem 300ter Objektiv war Genaueres zu erkennen. So beschlossen wir (ein Gakl und ich) beim nächsten „Feindwertseinsatz“ die Sache zu erkunden. Das Problem war nur, dass direkt gegenüber ein BT9 stand, der ständig besetzt war und an der Bahnlinie Schwanheide Büchen ein BT11 stand der ebenfalls ständig besetzt war, bis zu dem Zeitpunkt wo der Posten mit einem Gakl und dem Streckenläufer der Reichsbahn bis zur Grenzlinie vorgingen (täglich zwischen 9.00 und 10.00 Uhr). Nach Absprache mit dem Offz. in der Füst wurde genau zu der Zeit das Postenpaar vom PT9 auf Fußstreife zur TL zum Gr6 geschickt, so dass wir unbeobachtet waren. Dann bin ich mit Fototechnik, ohne Mpi, aber mit Pistole, so ca. 15 - 20 Meter aufs Territorium der BRD und habe meine Fotos vom Schaukasten gemacht. Es befanden sich Zeitungsausschnitte, Fotos sowie eine Skizze des Grenzverlaufs im Kasten. Unser Offz. Grenzaufklärung war hocherfreut und hatte keine weiteren Nachfragen wie wir an die Fotos gekommen sind.
Über weitere illegale Grenzverletzungen durch Gakl in unserem Abschnitt ist mir nichts bekannt.“


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01.04.2021 18:32
#223
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Ja, über Konsequenzen haben wir uns da keinen Kopf gemacht.
Jugendlicher Leichtsinn gepaart mit Abenteuerlust.

Lebenskunst ist - "Im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen"

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