Sowjetische Kontrolle der West-Alliierten

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12.05.2021 08:22
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#76
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Zitat von tmfb im Beitrag #74
Journalist (was sonst?)


Hey tmfb,

für einen Journalisten machst Du es Dir aber einfach. Auf die meisten Fragen findest Du mit ein bisschen Recherche relativ schnell eine Antwort. Du musst nicht mal dieses Forum verlassen.

An Grenzübergangsstellen gab es üblicherweise Angehörige der Grenztruppen ("Grenzer"), die für die Grenzsicherung zuständig waren, Passkontrolleinheiten (PKE) und Zoll. In Marienborn waren darüber hinaus die Freunde anwesend, um den alliierten Grenzverkehr abzuwickeln. Grenztruppen galten nicht als Bestandteil der NVA. Deshalb schrieb ich, dass keine NVA anwesend war.
Die Grenzsicherung in Marienborn übernahm eine Sicherungskompanie (SiK), die in der Kaserne an der Autobahn-GÜSt stationiert war. Das waren ca. 100 Grenzer (Offiziere, Unteroffiziere, Soldaten), die auf mehreren Postenpunkten die Umfelder der Autobahn- und Eisenbahn-GÜSt sicherten. Die Struktur dürfte kaum anders als in einer normalen Grenzkompanie gewesen sein.

Zur letzten Beschauerbrücke vor der Grenze gibt es extra Threads hier, die gar nicht so alt sind. Es gibt sogar Leute hier, die da drauf waren, GK Harbke, wenn ich mich recht erinnere.
Die SiK Marienborn hatte nur die Beschauerbrücke unmittelbar im Bahnhof. Ich habe dort 31 Schichten verbracht, davon 17 als Postenführer, der von dort aus als "kleiner Kommandeur Grenzsicherung" alle Soldaten der SiK am Bahnhof unter sich hatte.

Zu den Fahrzeugen hat ja Diefenbaker schon geschrieben. Das sollte nur Beispiele sein, um zu verdeutlichen, wie das "Kleine Wörterbuch der Alliierten Grenzkontrolle" aufgebaut war, also die Liste an Equipment, mit deren Hilfe wir mit den Freunden kommunizierten.
VAB ist übrigens ein französisches gepanzertes Transportfahrzeug. Damit sind die Franzosen sogar gelegentlich in Kolonne auf der Autobahn nach Berlin gefahren. Kleinere Panzer, wie Scimitar wurden manchmal auch per Tieflader auf der Autobahn transportiert. Aber der bei weitem größte Teil schweren Geräts fuhr per Zug nach Westberlin, wo bei die wirklich spannenden Sachen vermutlich geflogen wurden.
Was wir Grenzer gemacht haben, wenn Züge einfuhren, habe ich beschrieben. PKE und Zoll haben je nach Art des Zuges entweder die Lok oder den ganzen Zug kontrolliert. Genaueres wissen hier sicher andere User, aber auch dazu gibt es einige Beiträge hier im Forum.


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14.05.2021 09:40
avatar  tmfb
#77
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Danke für die Beiträge
Nur eine kleine und freundliche Bemerkung über den Beruf Journalist: Daß ein Journalist Fragen stellt, gehört doch zum Herzen seiner Tätigkeit. Er stellt Fragen über ein bestimmtes Thema, weil er sucht; weil er verstehen will und weil er danach dem Leser erzählt und erklärt.
Beim ersten Unterricht in der Schule für Journalismus lernt man das: Der Leser weiß nichts. Er ist nicht doof, sondern er braucht nur, daß der Journalist ihm alles erklärt. Der Leser sucht nicht Ergänzungen, der Journalist bringt ihm sie.
Du und andere in diesem Forum sind eine gute Quelle für mich. Und aus diesem Grund stelle ich Fragen. Es ist auch mein Beruf. Ihr kennt die Geschichte des Grenzbahnhofes Marienborn. Ich nicht. Ihr habt Eure Armeezeit dort gemacht. Ich nicht. Ihr spricht und schreibt mit Eurem Jargon, das ich nicht verstehe.
Aus diesem Grund brauche ich Ergänzungen. Aber Ihr habt mich schon verstanden: Ich mache eine Arbeit über den französischen Militärzug. Er fuhr drei Mal in der Woche zwischen Berlin-Tegel und Straßburg. Der Zug fuhr über die Grenze zwischen Marienborn und Helmstedt und wurde nur von den sowjetischen Truppen (KGB) kontrolliert. Mein Leser - besonders ein ehemaliger französischer Soldat - weiß es schon. Aber dank Eurer Ergänzungen kann ich ihm die andere Seite erzählen. Aus diesem Grund stelle ich Fragen und muß die Antworten verstehen. Ich mache es mir nicht einfach: Und dazu ist die deutsche Sprache nicht meine Muttersprache.
MfG


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15.05.2021 11:10
avatar  Matt
#78
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Hallo Tmfb
Ich bin ein ehemaliger Französicher Wehrpflichting in West-Berlin. Aus Tegel, gab es eigentlich 2 Arten von Militärzüge. Der « Tmfb » war der regelmässige Zug für der Transport der Personen bis Strassburg wie du weisst. Es gab auch besondere Züge für der Transport von schweren Farhzeuge zu verschiedenen Nato Ubungsplätze in West-Deutschland. Wie Sentry beschrieben hat.
Für die Einheinten in West-Berlin, waren die Ubungsmöglichkeiten begrenzt : die Ubungsplätze waren ziemlich klein und man konnte natürlich nicht draussen schiessen. Es gab so regelmässige Ubungszeiten in West-Deutschland. Der Regiment oder die Kompanie sollte in diesem Fall das ganze Material mit bringen. Für die Infanterie, war es einfacher : normallerweise wurde es alles durch die Autobahn gemacht, sogar für die VAB (« Véhicules de l’avant blindés ») zumindest zu meiner Zeit. Für der Panzer Regiment, sollten die Panzer mit einem Sonderzug transportiert sein (« trains de manœuvres »). Aus Tegel bis Marienborn benutzten der Tmfb und diese Züge natürliche diese selbe Strecke.


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16.05.2021 13:02
#79
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Sentry deine Einlassung zu den GT und nicht zur NVA gehörend muss ich widersprechen.
Wiki schreibt dazu: Vermutlich sollten perspektivisch die Grenztruppen im Zusammenhang mit der Teilnahme der DDR an den Abrüstungsverhandlungen aus der Personalstärke der DDR-Streitkräfte herausgerechnet werden. Sie wechselten von daher ihre Bezeichnung „Grenztruppen der NVA“ in die Benennung Grenztruppen der DDR. Auf Unterstellung, Aufgaben und Handlungsweise hatte die Umbenennung keinen Einfluss. Der Begriff wurde erstmals im Befehl Nr. 101/73 des Ministers für Nationale Verteidigung vom 24./27. September 1973 verwandt.
Das ist doch von Seiten der DDR reine Kosmetik, diese Ausgliederung, wie so vieles im damaligen Sprachgebrauch.


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29.07.2021 10:35
avatar  Rudi66
#80
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Zitat
ch stelle mir das so richtig bildlich vor - weil die Panzer oder was auch immer von den Amis oder Briten so malträtiert wurden, haben sie sich beim Transit in die DDR abgesetzt..


Mit Panzern haben die das sicher nicht gemacht. Aber: Einer meiner früheren Kollegen aus Berlin-Schöneweide erzählte in den 60er Jahren, dass er sehr erfreut war, einen Benzin-Kanister der US-Militärs zu ergattern. Den schmissen die bei ihren Streifenfahrten nach dem Auftanken ihres Fahrzeugs einfach in die Botanik.
Gruß
Rudi


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29.07.2021 11:18
#81
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#80

Das klingt aber weniger nach Transit als nach den Kontrollfahrten der MVM.

Gruss Wolfgang


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