Sowjetische Kontrolle der West-Alliierten

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01.03.2021 17:42
avatar  Alfred
#16
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Zitat von tmfb im Beitrag #11
Hallo alle,
ich bedanke mich natürlich für Eure Beiträge. Irgendwie helfen sie mir.

Zu den Russen in Berlin: das Groß-Berlin (Ost- und West-Berlin) mit seinen 20 Bezirken war in vier Sektoren geteilt. 2 für die Franzosen; 4 für die Briten; 6 für die Amis und 8 für die Russen. Bis zum 3. Oktober 1990 haben die West-Alliierten Berlin als Groß-Berlin mit seinen 4 Sektoren betrachtet. Das heißt, die West-Alliierten gingen rüber nach Ost-Berlin nur unter Kontrolle der Russen, weil die USA, GB und Frankreich die DDR nicht anerkannten. Das war auch der Fall für den Transit durch die DDR zwischen West-Berlin und der BRD. Nur die Russen haben die West-Alliierten im Zug und auf der Autobahn kontrolliert. Es gab die bekannten Schilder "military" dafür.



Meine Frage betrifft die Russen, die die West-Alliierten zwischen West-Berlin und der BRD bzw. an den beiden Grenzbahnhöfen Potsdam-Stadt und Marienborn (und auch die drei West-Militärverbindungsmissionen auf der Glienicker Brücke).

Wer waren jene Russen?

Ich warte schon auf Eure Antworten und bedanke mich schon dafür

Mit sonnigen Grüßen aus Paris
tmfb


Hallo,

ich hatte Mitte der 80 iger Jahre einige Zeit am CC zu schaffen. Dort gab es keine sow. Soldaten oder Angehörige der Sowjetarmee die Kontrollen realisierten.


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01.03.2021 19:52
#17
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Passport,
gab es auch Vorfälle, wo US-Soldaten die nach Berlin (Ost) in Uniform in Ausgang gingen, die Uniform geraubt wurde oder ein Raub der Uniform vorgetäuscht wurde, um eine Flucht zu ermöglichen ?
Falls ein potenzieller Flüchtling von der" Nichtkontrolle in Uniform "wusste, dass in US-amerikanische Soldaten an der Grenze in Berlin nicht nach den Ausweisen kontrolliert wurden, sondern nur nach der Uniform (in Augenscheinnahme der Uniform), wäre dies doch wohl eine relativ risikoarme Fluchtmöglichkeit über einen Grenzkontrollpunkt gewesen


Zu schön, um wahr zu sein

Wenn auch die uniformierten Allierten offiziell nicht kontrolliert wurden, heißt nicht das diese Personen durch die PKE erfasst worden sind. Diese wurden "statistisch" erfasst, getrennt nach ihrer Nationalität. Dort standen schon erfahrende Kontrolleure die sich in Uniformen, Rangabzeichen und Umgangsformen dieser Kategorie auskannten. Es gab mal einen Versuch eines DDR-Bürgers sich in der Uniform der btitischen Armee auf und davon zu machen. Ging aber schief. Zu diesen Zeitpunkt waren alle Briten wieder in WB. Ausserdem gab die getragene Uniform den entscheidenen Hinweis. Briten in ihrer Ausgangsuniform legen sehr großen Wert auf das Äussere. Wir Deutschen würden dazu sagen wie "geschniegelt und gebügelt". Das hatte der DDR-Bürger nicht bedacht und damit war seine Tour auf der Güst zu Ende.



passport


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01.03.2021 20:18
#18
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Vielleicht um die Diskussion zum Thema Sowjets und Westalliierte weniger zu vermischen, möchte ich auf die drei verschiedenen Sachverhalte hinweisen, die dem zugrunde liegen.
1) Gross Berlin/vier Sektoren, uneingeschränkte Bewegungsfreiheit für alle Alliierte in allen Sektoren, in Uniform ohne weitere Kontrollen (die Uniform ist der Ausweis, wie schon mehrfach gesagt wurde), Checkpoint Charlie, besetzt von F, UK, USA, diente nicht der Kontrolle der Sowjets sondern der Registrierung der eigenen Leute bei Ausreise/Einreise, damit keiner verloren geht und das auch erst seit Mauerbau 1961, vorher hat das nicht interessiert. Über Charlie fuhren die Russen ebenso zu Kontrollfahrten in die Westsektoren ohne kontrolliert zu werden wie umgekehrt die Westalliierten über Friedrichstraße in den Sowjetsektor.
2) Militärmissionen, drei zweiseitige Verträge, insgesamt sechs Missionen, hier war der Übergang Glienicker Brücke zur Ein- und Ausreise in/aus der sowjetischen Besatzungszone (nicht zu verwechseln mit dem Sowjetsektor von Berlin) mit Kontrolle durch die Sowjets Teil der Vereinbarung.
3) Militärtransit Straße und Schiene, beruht auf einer Vereinbarung zwischen den Westalliierten und den Sowjets zwecks Versorgung der Westberliner Garnisonen mit sowjetischer Kontrolle an beiden Seiten.
In allen drei Sachverhalten spielen deutsche Stellen überhaupt keine aktive Rolle. An der Güst Friedrichstraße haben die PKE MA eine Zählliste für die Statistik geführt und für einen gewissen Abgleich Ein-/Ausreise.

Gruss Wolfgang


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01.03.2021 20:20
avatar  Lutze
#19
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Die PKE durfte Allierte Soldaten beim Grenzübergang überprüfen?
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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01.03.2021 20:36
#20
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Zitat von diefenbaker im Beitrag #18

2) Militärmissionen, drei zweiseitige Verträge, insgesamt sechs Missionen, hier war der Übergang Glienicker Brücke zur Ein- und Ausreise in/aus der sowjetischen Besatzungszone (nicht zu verwechseln mit dem Sowjetsektor von Berlin) mit Kontrolle durch die Sowjets Teil der Vereinbarung.

In allen drei Sachverhalten spielen deutsche Stellen überhaupt keine aktive Rolle.

Gruss Wolfgang


An der Glienicker Brücke im weiteren Sinne schon.
Da die sowjetischen Kräftte die Einreise der Fahrzeuge mit Insassen an das MfS weitergaben.
Dadurch sollte die Überwachung der MVMs bei den Kontrollfahrten seitens des MfS (z.B.: HA II, HA VIII, HA VIII/9 Potsdam und VIII/10 Berlin) gewährleistet werden.

"Mobility, Vigilance, Justice"

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01.03.2021 20:44 (zuletzt bearbeitet: 01.03.2021 21:00)
#21
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Beim Oberkommando der GSSD/WGT waren für die Bearbeitung der MVMs zuständig:
Abteilung MVM in der Verwaltung Aufklärung, GRU und die Abteilung MVM der VBA des KfS bei der GSSD, KGB (Verwaltung der besonderen Abteilung des Komitee für Staatssicherheit der UdSSR bei der Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland).

P.S.:
Vielleicht sagt dir @Tmfb der Name Patrick Manificat (General (CR) etwas.
War Angehöriger der MMFL und hat ein Buch über die Tätigkeit der MVMs, mit Schwerpunkt der französischen MVM, publiziert.
ISBN 978-2352504030

"Mobility, Vigilance, Justice"

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01.03.2021 20:59
#22
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Die Weitergabe der MVM Einreisen an das MfS bereits an der Glienicker Brücke dürfte in den meisten Fällen wenig Sinn gemacht haben, weil die MVM normalerweise erst in ihre Potsdamer Stützpunkte gefahren sind und die Kontrollfahren von da aus starteten. Beim Verlassen der Potsdamer Stützpunkte konnte einmal der VP Posten am Tor Meldung machen und zum anderen hat der MfS "Begleitschutz" meist in der Nähe gewartet und musste dann zuerst einmal abgehängt werden.

Gruss Wolfgang


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01.03.2021 21:02
#23
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Zitat von diefenbaker im Beitrag #22
Die Weitergabe der MVM Einreisen an das MfS bereits an der Glienicker Brücke dürfte in den meisten Fällen wenig Sinn gemacht haben, weil die MVM normalerweise erst in ihre Potsdamer Stützpunkte gefahren sind und die Kontrollfahren von da aus starteten. Beim Verlassen der Potsdamer Stützpunkte konnte einmal der VP Posten am Tor Meldung machen und zum anderen hat der MfS "Begleitschutz" meist in der Nähe gewartet und musste dann zuerst einmal abgehängt werden.

Gruss Wolfgang


Ob Sinn oder Unsinn, es wurde praktiziert.
Fahrzeugkennzeichen, Anzahl der Insassen und sonstige Daten.
Letztere konnte kein VP-Posten etc. erfassen.

"Mobility, Vigilance, Justice"

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01.03.2021 21:04 (zuletzt bearbeitet: 01.03.2021 21:10)
avatar  marc
#24
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Ausserdem gab es noch die GT-Sicherungsposten an der Güst Glienicker Brücke die bei MVM mitgezählt und dokumentiert haben, wie auch am Checkpoint Charly.


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01.03.2021 21:48 (zuletzt bearbeitet: 01.03.2021 21:58)
avatar  Mike59
#25
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Offiziell waren die Besatzungstruppen doch sehr vertraut miteinander. Die üblichen Nicklichkeiten gehörten halt dazu - ob da die deutschen Dienststellen immer allen Input hatten - ?


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01.03.2021 22:23 (zuletzt bearbeitet: 01.03.2021 22:28)
avatar  B Man
#26
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Zitat von Thunderhorse im Beitrag #23
Fahrzeugkennzeichen, Anzahl der Insassen und sonstige Daten.
Letztere konnte kein VP-Posten etc. erfassen.


Glotzen uff
Kippe raus
keine Fettbemmen fressen

Dann sollte das auch mit dem Kennzeichen klappen und wie viele in der Karre drin sitzen.

Und so viele waren das nun auch nicht das man die nicht kannte.

Gruss Andreas


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01.03.2021 22:30
avatar  Mike59
#27
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Zitat von B Man im Beitrag #26
Zitat von Thunderhorse im Beitrag #23
Fahrzeugkennzeichen, Anzahl der Insassen und sonstige Daten.
Letztere konnte kein VP-Posten etc. erfassen.


Glotzen uff
Kippe raus
keine Fettbemmen fressen

Dann sollte das auch mit dem Kennzeichen klappen und wie viele in der Karre drin sitzen.

Und so viele waren das nun auch nicht das man die nicht kannte.


Da kennt sich einer aus. Daumen hoch


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01.03.2021 23:31
#28
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Zitat von Thunderhorse im Beitrag #23
Letztere konnte kein VP-Posten etc. erfassen.


Ich meine die VP Posten an den Ein-/Ausfahrten der Potsdamer MVM Grundstücke. Da stand jeweils ein verglastes Postenhäuschen. Die Posten dort kannten "ihre" MVM Leute meist sogar mit Namen.

Gruss Wolfgang


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01.03.2021 23:47
#29
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Zitat von marc im Beitrag #24
Ausserdem gab es noch die GT-Sicherungsposten an der Güst Glienicker Brücke die bei MVM mitgezählt und dokumentiert haben, wie auch am Checkpoint Charly.


Ob die GT-Sicherungsposten viel von dem mitbekommen haben, was oben auf der Brücke passiert ist, weiß ich nicht. Es waren aber auch PKE Leute auf der Brücke, weil die Brücke nicht alleine für die MVM da war. An der Potsdamer Seite der Brücke hat sich der Übergang geteilt in zwei Spuren. Südlich war die Spur für die MVM mit sowjetischem Kontrolleur. Nördlich war eine weitere Spur, die von GT/PKE bedient wurde. Diese Spur stand zur Verfügung für Angehörige anderer Militärmissionen (Polen, CSSR, Belgien, Dänemark etc.) und sowjetische Diplomaten.

Gruss Wolfgang


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02.03.2021 00:36 (zuletzt bearbeitet: 02.03.2021 00:39)
avatar  Ebro
#30
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Zitat von diefenbaker im Beitrag #28
Die Posten dort kannten "ihre" MVM Leute meist sogar mit Namen


Vermutlich. Ich war immer erstaunt, wenn ich als ODH die Meldung einer MVM- Bewegung mit diesen genauen Angaben bekam.

Oder wechselten die Insassen der Fahrzeuge nicht, so dass anhand der Nummer bekannt war, wer da drin saß?

Selbst Akademiker mit Diplom sind nur marginal intelligent

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