Einsatz der Schusswaffe - eine Frage des Ermessens jedes AGT?

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24.02.2021 10:30 (zuletzt bearbeitet: 24.02.2021 10:42)
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#16
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Ich stelle mir gerade vor, einer ist erfolgreich getürmt und ein der Flucht am nächsten stehender Gefreiter erzählt dem Untersuchungsführer der Verwaltung 2000 das er nichts dafür kann, weil, Major X hat öfters gesagt auf Leute schießt ihr mal lieber nicht.
Schade das der Erich nicht mehr hier ist, aber vielleicht weiß da auch @winch was dazu.


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24.02.2021 10:35
#17
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Das habe ich aber bereits mehrfach von Grenzsoldaten gehört, wenn ich die bei Führungen am Point Alpha dabei hatte. Es gab auch Offiziere, die gesagt haben, in meiner Schicht stirbt keiner..
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Also während meiner Zeit 74/75 und während des Resi Dienstes 81---ist mir solche Ausdrucksform, von Seiten der Offiziere nie zu Ohren gekommen.


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24.02.2021 10:46
#18
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Vergatterung war bei uns vor jeder Schicht. Aber es war nicht immer gleich.

Immer wenn es politisch irgendwelche Besonderheiten gab. z.B: wenn Staatsbesuche waren, egal ob in Westberlin irgendein internationaler Gast den regierenden Bürgermeister besuchte, oder Erich Honecker jemand wichtigen empfing, dann wurde der Schießbefehl faktisch aufgehoben. Es hieß dann immer die Anwendung der Schusswaffe nur bei Bedrohung des eigenen Lebens.
Hinzu kam auch der Wechsel in Moskau im Frühjahr 1985 als Gorbatschow an die Macht kam und keiner in Berlin wahrscheinlich so richtig wusste wie der Kurs nun weiter geht.

Neben den Tagen mit Staatsbesuchen oder internationalen bedeutsamen Treffen z.B: in der UNO, so galt auch an Feiertagen wie Weihnachten, Ostern, 1.Mai und 7. Oktober der geänderte Text der Vergatterung. Normal war es in etwa so „Grenzverletzer sind mit allen Mitteln festzunehmen oder zu vernichten“ an den besonderen Tagen/Wochen dann in etwa so „Grenzdurchbrüche sind zu verhindern, die Anwendung der Schusswaffe gilt nur für den Fall der Bedrohung des eigenen Lebens.“

Es kam auch vor, dass bei ganz ganz wichtigen Anlässen, wir die Nachtschicht unten vor dem Turm verbrachten und zusätzlich eine Vielzahl der Zwischenpostenbereichen besetzt waren. Sodass es kaum mehr als 300Meter zwischen den meisten Postenpaaren waren.

Es gab auch Tage an denen wir Hundeführer den Hund mit zur Nachtschicht nehmen mussten und er dann die ganze Nacht angelegt unten im Turm lag und wir oben im Turm saßen. Weil einer der schlauen dachte man könnte ja im Falle eines Falles vom Turm runter und den Hund losschicken um den Grenzverletzter zu fangen.

Also zusammengefasst, der Befehl zur Anwendung der Schusswaffe hat sich bei uns teilweise täglich geändert.

04.05.84 - 22.10.84 GAR40 Falkensee
22.10.84 - 31.10.85 GR 34 Groß Glienicke


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24.02.2021 11:23 (zuletzt bearbeitet: 24.02.2021 11:29)
avatar  Fred.S.
#19
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zu 13
Konnte sich dann ein Soldat für den Fall, Auf die " unter der Hand " gegebenen Aussage eines Vorgesetzten, beim Staatsanwalt darauf berufen, manudave ? Fred


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24.02.2021 11:24 (zuletzt bearbeitet: 24.02.2021 12:06)
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#20
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Ist eigentlich eine müßige Diskussion, ich glaube wir standen dort nicht weil wir so gut farblich in die Landschaft passten, sondern um Fluchten mit aller Konsequenz zu verhindern.
Zumindest mir war das damals sonnenklar und so wurden ich und die anderen auch "instruiert".
Mag durchaus sein das an anderen Orten in den GT das Offizierscorps tief vom humanistischen Gedanken durchströmt war und sozusagend auf "Durchgang" geschalten hat, wundert mich das da nicht mal einer tief durchströmt sogar die Anlage abgeschalten hat, in Hanum haben sie das jedenfalls gut versteckt.


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24.02.2021 11:29
avatar  linamax
#21
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Warum muß man immer alles anzweifeln . Es hat halt Vorgesetzte gegeben die so dachten . Es muß ja nicht jeder Vorgesetzte so gewesen sein wie der aus dem Harz . Bei Anruf Magazinwechsel .


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24.02.2021 12:55 (zuletzt bearbeitet: 24.02.2021 14:17)
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#22
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Zitat von linamax im Beitrag #21
Warum muß man immer alles anzweifeln . Es hat halt Vorgesetzte gegeben die so dachten . Es muß ja nicht jeder Vorgesetzte so gewesen sein wie der aus dem Harz . Bei Anruf Magazinwechsel .


@linamax Da wirst Du schon recht haben, dass es da auch aus menschlicher Sicht Unterschiede gab.

Die Offiziere auf einer GK haben bestimmt nicht viel weniger Befehle bekommen als sie weitergeleitet oder selber erteilt haben.
Auch die Offiziere wurden regelmäßig beurteilt und da gab es sicher auch Postengerangel.

Uli


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24.02.2021 13:01 (zuletzt bearbeitet: 24.02.2021 13:17)
#23
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zu #9 hinter dem KC Zimmer lagen die Dienst zimmer der V2000 und wir standen davor wenn es eine vergatterung gab und KC war er meines Wissens bis zum schluss.

@Fall 80
Da du mich zitiert hast hast du ja auch gelesen was ich geschrieben habe.... nur verstanden hast du es nicht. Du bist der Themenautor und es geht doch hier um die Richtlinien /Befehle usw zur Anwendung der Schusswaffe und nicht darum das jemand egal ob GT, BGS, Zoll oder Grenz polizei auf jemand geschossen hat. Ich denke und hoffe das dazu jetzt alles für dich klargestellt habe.

Mfg Hein


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24.02.2021 13:15
#24
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Hier... es ist nicht meine Meinung. Ich habe nur wiedergegeben, was mir mehrfach im Lauf der vielen Jahre Gästeführertätigkeit erzählt wurde. Wenn ich die verschiedensten, sich zum Teil völlig widersprechenden, Dinge hier im Forum beim Ablauf bei den GT lese, dann ergibt sich daraus ja auch ein gewisses Bild:

Es gab nüscht, was es net gab.


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24.02.2021 13:22 (zuletzt bearbeitet: 24.02.2021 13:29)
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#25
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Der Vergatterungstext den der Offizier in dem Film hier Die Grenzer der angetretenen Truppe vorsprach, war zumindest in den GT und der Zeit wo ich gedient habe, schon der Originaltext, ich denke mal das der wenig Auslegungsspielraum beinhaltete.


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24.02.2021 14:23
#26
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Vergatterung?Wer hat da schon hingehört.IIch weiß heute nicht mehr,was da erzählt wurde.Wir kannten den gesamten Bat.Abschnitt und wußten was wir tun sollten.Na gut,die Fahndungen hat man noch registriert.Ansonsten war ich bei der Vergatterung in Gedanke schon mit dem rechten Fuß,auf dem Gaspedal.


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24.02.2021 14:41
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#27
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Zitat von GMN Fuchs im Beitrag #23
zu #9 hinter dem KC Zimmer lagen die Dienst zimmer der V2000 und wir standen davor wenn es eine vergatterung gab und KC war er meines Wissens bis zum schluss.

@Fall 80
Da du mich zitiert hast hast du ja auch gelesen was ich geschrieben habe.... nur verstanden hast du es nicht. Du bist der Themenautor und es geht doch hier um die Richtlinien /Befehle usw zur Anwendung der Schusswaffe und nicht darum das jemand egal ob GT, BGS, Zoll oder Grenz polizei auf jemand geschossen hat. Ich denke und hoffe das dazu jetzt alles für dich klargestellt habe.

Mfg Hein


@GMN Fuchs Ja es geht um die Richtlinien/Befehle für den Einsatz der Schusswaffe und das war für jeden GWD der eng gesteckte Rahmen für seinen Entscheidungsspielraum. Noch dazu, dass zu meiner Dienstzeit und auch auf meiner GK entsprechende Drohungen für den Fall einer Missachtung von Befehlen offen ausgesprochen wurde.

Man kann davon ausgehen, dass die Einsatzbestimmungen für die Schusswaffe beim BGS sich nicht zu sehr von unserer unterschieden hat.
Die Aufgabenstellung für den BGS war eben eine Andere als bei der GT.

Mir ist schon klar, dass ich für jene ehemaligen AGT (welche heute noch Stolz auf ihren Ehrendienst sind) als Nestbeschmutzer gelte.

Aber das ficht mich nicht an. Schlimmer wäre es, wenn ich mich selber und Andere belügen würde, nur um mir meine Dienstzeit schön zu reden und meine Hände in Unschuld zu waschen.

Auch ich wurde in dem Sinne ausgebildet und sehr oft mit dem entsprechenden Text vergattert. Ich bin heute noch froh darüber nie in eine Lage gekommen zu sein, wo ein Einsatz der Schusswaffe geboten gewesen wäre. Denn dann hätte ich im Nachgang mit Sicherheit Ärger bekommen.

Uli


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24.02.2021 16:38
#28
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Zitat
Da wundere ich mich aber das der KC der so etwas vor versammelter Mannschaft sagte, länger KC gewesen ist.



Jeder Mensch und auch jeder KC tickt anders. Und falls diese KC dies geschickt formulierte, und es in die Situation rein passte, dann war das denkbar. Wenn es schief ging, dann konnte er das immer noch als flotten Spruch abtun, um etwas den Druck und die Anspannung raus zu nehmen.
Denn ob in einer brenzlichen Situation etwas schlimmes passiert, liegt zum größten Teil an der psychologischen Situation, im dem sich jener befindet, der die Waffe in der Hand hat.
Aber dafür gab es praktisch keinerlei Ausbildung. Das richtige Maß und die Nerven dafür musstes du dir in den Diensten erst erarbeiten.


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24.02.2021 17:05 (zuletzt bearbeitet: 24.02.2021 17:06)
#29
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Zitat von Thunderhorse im Beitrag #2
...vorher mal Intensiv mit den verschiedenen Regelungen zur Anwendung der Schzsswaffe im Grenzdienst von 1945/46 - SomHerbst 1989.
DGP, NVA-Kdo Grenze, GT.
Innerdeutsche Grenze und Ring Berlin.

War mal im NVA Forum eine interessante Darstellung der Zeiträume.


Dies ist aber interessant @Thunderhorse !

Als ich nämlich dort Anfang 2017 nach so etwas fragte, wurde ich hierher zu den Grenzern verwiesen.

1. Kompanie, MSR 3, Soldat, Gefreiter


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24.02.2021 20:32
#30
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Zitat von Hohenstücken7072 im Beitrag #29
Zitat von Thunderhorse im Beitrag #2
...vorher mal Intensiv mit den verschiedenen Regelungen zur Anwendung der Schzsswaffe im Grenzdienst von 1945/46 - SomHerbst 1989.
DGP, NVA-Kdo Grenze, GT.
Innerdeutsche Grenze und Ring Berlin.

War mal im NVA Forum eine interessante Darstellung der Zeiträume.


Dies ist aber interessant @Thunderhorse !

Als ich nämlich dort Anfang 2017 nach so etwas fragte, wurde ich hierher zu den Grenzern verwiesen.



War sehr umfangreich das Thema.

"Mobility, Vigilance, Justice"


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