freiwillig und unfreiwillig zum DDR-Bürger geworden

  • Seite 2 von 2
11.02.2021 14:51 (zuletzt bearbeitet: 11.02.2021 14:58)
#16
avatar

Meine Russisch.- und Französischlehrerin, die rote Ziege, kam aus Bulgarien. Sie hat beide Staatsbürgerschaften besessen.


 Antworten

 Beitrag melden
11.02.2021 15:01
#17
avatar

Zitat
Was mir des öfteren aufgefallen ist,viele Menschen sind nicht in der DDR geboren, sind aber DDR-Bürger geworden, aus welchen Gründen auch immer



Mitunter gab es mehr Lebensmittel in unser schönen DDR, und die Löhne waren auch bedeutend höher wie zum Beispiel in der VR Polen.


 Antworten

 Beitrag melden
11.02.2021 15:09
#18
avatar

An die "Brudervölker" habe ich gar nicht gedacht.

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


 Antworten

 Beitrag melden
11.02.2021 15:37
avatar  icke46
#19
avatar

Wobei ich eigentlich annehme, dass das nicht so ganz einfach war. Ich habe den Eindruck, dass die DDR nicht nur die eigenen Leute ungern rausließ, sondern fast genauso ungern ausländische Staatsbürger einbürgerte, ob Bruderstaat oder nicht. Es reichte sicher nicht, dass ein Pole, Bulgare oder wer immer sagte, ich will lieber in der DDR leben, wichtig war, dass die DDR das selber wollte.

Vermutlich die einfachste Möglichkeit für Personen aus denBruderstaaten war die Ehe mit einem DDR-Bürger. Für West-Ost-Migranten führte der Weg über die Lager in Barby, Eisenach, Pritzier oder Saasa. Erst nach gründlicher Prüfung durfte man dann rein - oder musste den Rückweg antreten.


 Antworten

 Beitrag melden
11.02.2021 20:23
avatar  Gert
#20
avatar

Zitat
Was mir des öfteren aufgefallen ist,viele Menschen sind nicht in der DDR geboren, sind aber DDR-Bürger geworden, aus welchen Gründen auch immer,sicherlich wird auch die Zeitschiene ab 1949 eine Rolle gespielt haben,so zum Beispiel fester Wohnsitz, Familienstand oder auch die Arbeitsstelle, war man dadurch automatisch ein DDR-Bürger?
Lutze



@Lutze
Ich gehöre zu jenen die du ansprichst. Ich bin zu einer Zeit in Österreich geboren, da gehörte das zum deutschen Reich. Mein Vater war aber kein gebürtiger Österreicher, sondern Reichsdeutscher. Das damalige Staatsbürgergesetz sagte, dass das Kind von gemischten Staatsangehörigen die jenige bekommt die der Vater hat . Dummerweise sind meine Eltern nach dem Krieg nicht in Österreich geblieben sondern in die sowj Besatzungszone gezogen.So war ich deutscher Staatsbürger , in der SBZ und später nach 1949 in der DDR lebend ( genauso wie @Cambrino es mit seinem Perso dokumentierte ). DDR Bürger war ich nie, da das Gesetz nach meiner Flucht beschlossen wurde. Ganz verrückt wurde es als ich im Notaufnahmelager Gießen neue Papiere haben wollte. Als der Beamte meinen Geburtsort las, sagte er, sie sind doch Österreicher. Ich sagte das hätten sie mir mal vor einer Woche auf dem Erfurter Hbf sagen müssen, da hätte ich sie umarmt und wäre in den nächsten Zug nach FFM gestiegen um dieses Gebiet zu verlassen.

Stil ist nicht das Ende des Besens.

 Antworten

 Beitrag melden
11.02.2021 22:02
#21
avatar

Zitat von Hanum83 im Beitrag #13
Kennt sich dahingehend jemand aus ob auch Übersiedler aus der BRD ihren alten Pass behalten durften, oder ob der generell eingezogen wurde wenn sie dann DDR-Bürger waren?
Die von außerhalb der BRD den Drang verspürten ein Teil der DDR-Gemeinschaft zu werden, durften ihn ja scheinbar behalten.
Ich glaube mal gelesen zu haben das die DDR Brüder und Schwestern aus der BRD gar nicht so richtig wollte.


Da hast Du richtig gelesen. Hatte mich mal mit meinem Vater darüber unterhalten. Da ging es darum, warum westdeutsche Wehrpflichtige mit linker Gesinnung, event. noch DKP-Mitgliedschaft, nicht in die DDR übersiedeln, um nicht in der BW dienen zu müssen. Er sagte mir, und das ist mir völlig einleuchtend, daß diese jungen Leute mit Ihrer Gesinnung in der BW wirkungsvoller für ihre Sache eintreten können als wenn sie sich hier befinden. Dabei muß es nicht unbedingt um Anwerbung als Agent gehen. Schon linke Agitation kann etwas bewirken. In umgekehrten Fall ist es natürlich nicht anders.
Vielleicht wußten unsere Oberen auch insgeheim, daß diese Jungen über Kurz oder Lang etwas desillusioniert werden, wenn sie denn einmal hier sind und den Alltag erleben.


 Antworten

 Beitrag melden
12.02.2021 06:57
#22
avatar

Zitat von Hanum83 im Beitrag #13
Ich glaube mal gelesen zu haben das die DDR Brüder und Schwestern aus der BRD gar nicht so richtig wollte.
Das kommt immer drauf an, also nicht x-beliebige ...
Zitat von DoreHolm im Beitrag #21
Vielleicht wußten unsere Oberen auch insgeheim, daß diese Jungen über Kurz oder Lang etwas desillusioniert werden, wenn sie denn einmal hier sind und den Alltag erleben.
Baptist Ralf Friedrich, Silke Maier-Witt, Susanne Albrecht, Monika Helbing, Ekkehard von Seckendorff-Gudent, Werner Lotze, Christine Dümlein, Sigrid Sternebeck, Henning Beer und Inge Viett waren durchweg dieser Selbsttäuschung erlegen.

Der real existierende Sozialismus entsprach nicht ihrer Klischeevorstellung.

*****************************************************************************************************************************************
"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner!
Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”
*****************************************************************************************************************************************


 Antworten

 Beitrag melden
12.02.2021 07:17
avatar  ( gelöscht )
#23
avatar
( gelöscht )

Auch wenn die Früchte an den Bäumen in Nachbars Garten zahlreicher scheinen und tiefer hängen, dass man sie ohne Aufwand zu ernten vermag, schmecken sie nicht zwangsläufig besser. Manchmal sind sie sogar ungenießbar oder gar giftig (schwarze Tollkirsche, Stechpalme, Fliegenpilz)

Auch bei den Früchten kommt es auf die Inhaltsstoffe an und nicht auf die Optik der Fassade.

Mein Vater ist nach der Entlassung aus der Gefangenschaft beim Ami auch wieder nach Sachsen gegangen, weil seine Verwandtschaft dort beheimatet war. Für die Entlassung hat er eine Adresse eines Kumpels im Rheinland angegeben, da die Gefangenen mit der Heimatadresse in der russischen Besatzungszone zu dem Zeitpunkt (August 46) noch nicht entlassen wurden.

Uli


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!