Mein Blick zurück in die Vergangenheit.

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10.02.2021 01:26 (zuletzt bearbeitet: 10.02.2021 01:42)
#1
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Heute um diese Zeit (nachts) vor 58 Jahren am 10.02.63 habe ich zum ersten Mal , den Boden der BRD unter meinen Füßen gespürt. Es war ein schönes Gefühl, das hohe Risiko heil überstanden zu haben. Nun konnte und mußte ich meine eigene Lebensplanung selbst gestalten ohne Bevormundung und ohne politisches Einmischen.
Jedes Jahr um diese Zeit, an diesem Tag denke ich noch zurück und sage ganz leise, ein bißchen Glück war auch dabei. Meine Fußspuren im tiefen Schnee haben die wohl gefunden, die konnten sie auch behalten, denn ich brauchte sie ja nicht mehr. Ja, wie schnell doch die Zeit vergeht, manchmal denke ich, das war erst im letzten Winter. Aber es sind doch schon 58 Jahre her, als ich es gewagt habe ohne zu fragen, die DDR zu verlassen. Ich habe es bis Heute nicht bereut und es war auch noch der richtige Zeitpunkt. So, und jetzt erstmal einen heißen Glühwein und dann zu Bett.

Cambrino


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10.02.2021 09:54
avatar  GKUS64
#2
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Hallo @Cambrino ,

ich beglückwünsche dich zu diesem denkwürdigen Tag, deine damalige Aktion ist vor allem gut ausgegangen und du hast sie nie bereut. Auch ich bin vor 58 Jahren gen Westen gefahren, jedoch zuerst nur bis Eisenach, später dann bis Untersuhl. Obersuhl, das Nachbardorf, habe ich dann aber erst 2014, nach 50 Jahren betreten.
Nein, auch 1964 stand ich mal ca. einen Meter in Obersuhl. Es war nachts auf dem Gleiskörper der Strecke Gerstungen-Bebra. Mit meinem Postenführer liefen wir an den Gleisen entlang bis zur direkten Grenzlinie. Abenteuerlust packte uns und wir sagten: "Einen Schritt wagen wir jetzt mal!" Irgendetwas raschelte und sofort sind wir wieder zurück.
Nun hatten wir ein Thema für die Nacht: "Wenn uns der BGS oder der Zoll ergriffen hätte? Was wäre gewesen?"
Also ich bin im Osten geblieben obwohl damals auch manchmal die Gedanken gen Westen gingen.

Hattest du Verwandte im Westen oder hast du dich selbst durchgekämpft?
Erzähl doch mal über deine ersten Jahre im Westen (vielleicht hast du es schon getan, dann verlinke es bitte)

Ich wünsche dir weiterhin alles Gute

GKUS64


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10.02.2021 10:24
#3
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HalloGKU64

Mir ging es genau andersrum. War 1980 als Eisenbahnfreund das erste Mal in Obersuhl. Die Schienenbusse fuhren von Bebra hierher, endeten auf einem Stumpfgleis, das es heute nicht mehr gibt.
Auf dem extra gekauften Messtischblatt war auch Untersuhl eingezeichnet. Erst 1990 bin ich dann dort gewesen. Gleichzeitig auch in Gerstungen inder Güst.
Auf den bundesdeutschen Messtischblättern war für das DDR Gebiet übrigens der Vermerk " Bearbeitungsstand 1945" angebracht, um zu zeigen, dass nicht alle Wege korrekt dargestellt waren.


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10.02.2021 10:25 (zuletzt bearbeitet: 10.02.2021 13:49)
avatar  Gert
#4
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Moin @Cambrino, herzlichen Glückwunsch zu deinem Jahrestag. Das Gefühl, das du beschreibst, konnte ich glücklicherweise auch erleben. Es war ein unbeschreibliches Glücksgefühl, diese Grenze unverletzt überschritten zu haben. Wir waren zu viert und sind sofort schnell weg von der Grenzlinie. Auf einer Waldlichtung haben wir dann wahre Freudentänze aufgeführt und laut gesungen in der Nacht um 2:30 h. Wenn uns da ein Einheimischer erlebt hätte, der hätte uns direkt ins Irrenhaus eingeliefert.
Alles Gute zu diesem Jahrestag. Ich feiere am 31.März den 56. Jahrestag

Stil ist nicht das Ende des Besens.

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10.02.2021 10:40
avatar  Gert
#5
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Zitat von GKUS64 im Beitrag #2
Hallo @Cambrino ,

ich beglückwünsche dich zu diesem denkwürdigen Tag, deine damalige Aktion ist vor allem gut ausgegangen und du hast sie nie bereut. Auch ich bin vor 58 Jahren gen Westen gefahren, jedoch zuerst nur bis Eisenach, später dann bis Untersuhl. Obersuhl, das Nachbardorf, habe ich dann aber erst 2014, nach 50 Jahren betreten.
Nein, auch 1964 stand ich mal ca. einen Meter in Obersuhl. Es war nachts auf dem Gleiskörper der Strecke Gerstungen-Bebra. Mit meinem Postenführer liefen wir an den Gleisen entlang bis zur direkten Grenzlinie. Abenteuerlust packte uns und wir sagten: "Einen Schritt wagen wir jetzt mal!" Irgendetwas raschelte und sofort sind wir wieder zurück.
Nun hatten wir ein Thema für die Nacht: "Wenn uns der BGS oder der Zoll ergriffen hätte? Was wäre gewesen?"
Also ich bin im Osten geblieben obwohl damals auch manchmal die Gedanken gen Westen gingen.

Hattest du Verwandte im Westen oder hast du dich selbst durchgekämpft?
Erzähl doch mal über deine ersten Jahre im Westen (vielleicht hast du es schon getan, dann verlinke es bitte)

Ich wünsche dir weiterhin alles Gute

GKUS64


@GKUS64 das mit den Verwandten wurde von der DDR oft überschätzt. Ich hatte meinen leiblichen Vater im Westen und was hat es mir genützt ? Gar nichts, nämlich weil er nix an den Füßen hatte. Ein paar Jahre nach meiner Flucht hat er uns als junge Familie mal 1000 Mark geschenkt. Dafür hat er von 1947 ( da trennten sich meine Eltern) als er nach Braunschweig ging, nicht eine Kopeke Unterhalt für mich gezahlt. Wenn ich nicht danach einen solch wunderbaren Stiefvater in EF gehabt hätte, wäre es arm um mich und Muttern geworden.
Also mit anderen Worten, Verwandte waren nur nützlich wenn sie materiell einigermaßen gut gestellt gewesen wären und dir Anschub gegeben hätten. Ich habe mit meiner lieben Frau unseren Wohlstand aus eigener Kraft aufgebaut und darauf bin ich stolz. Ich brauche mich bei niemandem zu bedanken, das ist auch ein schönes Gefühl

Stil ist nicht das Ende des Besens.

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10.02.2021 21:22 (zuletzt bearbeitet: 10.02.2021 21:41)
#6
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Zu # 2
Hallo GKUS64,
zu deinen Fragen ganz kurz, Verwantschaft ja , Onkel -Tanten - deren Nachkommen, da gab es keine Starthilfe. Die Besuche habe ich erst ca. ein Jahr später gemacht. Keine Finanzhilfe vom Staat, vom Amt oder von Organisationen. Selbst war der Mann.
Über die ersten Jahre in der BRD habe ich hier schon ausführlich geschrieben in den Jahren 2013/14. Diese Berichte schlummern irgendwo in den Tiefen des Forums. Ich hatte mich im Feb. 2019 hier abgemeldet und im Feb. 2020 wieder mit gleichem Namen hier angemeldet. Ich werde darüber nicht noch einmal hier schreiben.
Kann dir dazu nur folgendes sagen: 3 Tage Durchgangslager in Uelzen, Aufnahmeverfahren und Registrierung, Arbeitsvertrag mit Unterkunft bei einer großen Firma. Am 20.02.1963 war schon mein erster Arbeitstag bei der Firma. Also 10 Tage nach meinem Grenzübertritt. Dieser Firma bin ich bis zu meiner Rente vor 22 Jahren treu geblieben. Meine Frau verstarb 2000 und ich habe dann hier in Eberswalde meinen "Altersruhesitz" ein gerichtet. Von der Firma habe ich noch zum 70 ten und 80 ten Geburtstag
Dankesschreiben und eine kleine finanz. Anerkennung erhalten. Mir geht es gut, bin noch fit, habe mein Zuhause, habe meine gute Rente und zahle keine Miete. Ja alles aus eigener Kraft erarbeitet und darauf bin ich auch mit gutem Recht noch stolz darauf.
Ich habe mir immer gesagt, wo ein Wille ist, gibt es auch immer einen Weg.

Cambrino


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12.02.2021 16:46
#7
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Zitat von Gert im Beitrag #5
Zitat von GKUS64 im Beitrag #2



Hattest du Verwandte im Westen oder hast du dich selbst durchgekämpft?
Erzähl doch mal über deine ersten Jahre im Westen (vielleicht hast du es schon getan, dann verlinke es bitte)

Ich wünsche dir weiterhin alles Gute

GKUS64


@GKUS64 das mit den Verwandten wurde von der DDR oft überschätzt. Ich hatte meinen leiblichen Vater im Westen und was hat es mir genützt ? Gar nichts, nämlich weil er nix an den Füßen hatte. Ein paar Jahre nach meiner Flucht hat er uns als junge Familie mal 1000 Mark geschenkt. Dafür hat er von 1947 ( da trennten sich meine Eltern) als er nach Braunschweig ging, nicht eine Kopeke Unterhalt für mich gezahlt. Wenn ich nicht danach einen solch wunderbaren Stiefvater in EF gehabt hätte, wäre es arm um mich und Muttern geworden.
Also mit anderen Worten, Verwandte waren nur nützlich wenn sie materiell einigermaßen gut gestellt gewesen wären und dir Anschub gegeben hätten. Ich habe mit meiner lieben Frau unseren Wohlstand aus eigener Kraft aufgebaut und darauf bin ich stolz. Ich brauche mich bei niemandem zu bedanken, das ist auch ein schönes Gefühl


War Dir die Situation Deines leiblichen Vaters vor der Flucht bekannt und gab es eine gewisse Hoffnung der Annäherung infolge Deiner Flucht ?
Hatte der Weggang Deines Vaters 1947 Einfluß auf Deine spätere Fluchtentscheidung und welche Gründe hatte er für die Übersiedlung ?
Hattest Du selbst Westpakete rüber geschickt, als die Handbreit Westwasser unterm Kiel war ?

Das mit der Dankbarkeit ist übrigens aus meiner Erfahrung als Einheitsdeutscher so eine Sache, immerhin brauchte einer der 1990 ohne großes Westgeldkonto in die Marktwirtschaft startet die Mittel für den privaten Aufstieg, sei es von der Wohneigentum finanzierenden Bank oder von einem seriösen Arbeitgeber, der die DB vor der ekelhaften Schröder- Mehdorn- Phase noch war.
Also da würde ich trotz meiner persönlichen Anstrengungen und 50% Dusel doch dankbar sein, die DM war ja immerhin so etwas wie eine ordentliche Sprache während der Aludollar Gebärdensprache war, eine unverzichtbare, klare Kommunikation aber das nur nebenbei.
Falls Dir meine Fragen zu indiskret sind, wäre keine Auskunft auch kein Problem, ich möchte nur ehrlicherweise darauf hinaus, daß nach meiner Einschätzung viele Fluchten eher biografisch und nicht geografisch bedingt waren, will heißen, daß eine vergleichbare Westbiografie auch hätte mit dem Fluchtpunkt Schweden oder Australien enden können.

Viele leben zu sehr in der Vergangenheit.
Aber die Vergangenheit soll ein Sprungbrett sein aber kein Sofa.


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12.02.2021 20:10
avatar  Gert
#8
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Zitat
War Dir die Situation Deines leiblichen Vaters vor der Flucht bekannt und gab es eine gewisse Hoffnung der Annäherung infolge Deiner Flucht ?
Hatte der Weggang Deines Vaters 1947 Einfluß auf Deine spätere Fluchtentscheidung und welche Gründe hatte er für die Übersiedlung ?
Hattest Du selbst Westpakete rüber geschickt, als die Handbreit Westwasser unterm Kiel war ?


@Hackel39
Nein der Weggang meines Vaters hatte 0 Einfluß, habe ihn persönlich erst mit 12 Jahren (1956) kennengelernt. War in den Schulferien dort in Braunschweig, aber er war mir fremd. Die Entfremdung konnte auch nicht mehr geheilt werde, ich war 3 als er ging, hatte keine Erinnerung. Meine ältesten Erinnerungen reichen bis zum 4.Lebensjahr zurück
Westpakete habe ich geschickt, so es finanziell klappte. (3 Schwestern, Jeans und so, na du weisst schon ) Nach 1972, als ich mit dem Auto fuhr, war der Kofferraum immer voll. Sie habe sich immer gefreut, mir hat es auch Spass gemacht zu geben, die Freude zu sehen.

Stil ist nicht das Ende des Besens.

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12.02.2021 20:11 (zuletzt bearbeitet: 12.02.2021 20:11)
avatar  Gert
#9
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doppelt , gelöscht

Stil ist nicht das Ende des Besens.

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10.02.2022 00:05
#10
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Es ist wieder so weit. Heute um diese Zeit (nachts) vor 59 Jahren am 10.02.63 habe ich zum ersten Mal den Boden der BRD unter meinen Füßen gespürt (bei ca. 30 cm Schnee). Es war ein schönes Gefühl, das hohe Risiko heil überstanden zu haben.Ich denke Heute noch daran, wie ich im eingezäunten Minenfeld im Schnee saß und Zigarettenpause machte. Der gefärlichste Augenblick kam erst jetzt, denn ich mußte ja nun irgentwie durch die Minen kommen, ich war damals 25 Jahre alt und wollte am Leben bleiben. Auf Grund meiner Kenntnisse von diesem Minenfeld fand ich aber einen guten Weg, da durch zu kommen. Nach 10 Tagen hatte ich dann schon einen neuen Arbeitgeber und blieb bis zur Rente dort. Nun konnte und mußte ich meine eigene Lebensplanung selbst gestalten ohne Bevormundung und ohne politisches Einmischen.
Jedes Jahr um diese Zeit, an diesem Tag denke ich noch zurück und sage ganz leise, ein bißchen Glück war auch dabei. Meine Fußspuren im tiefen Schnee haben die wohl gefunden, die konnten sie auch behalten, denn ich brauchte sie ja nicht mehr. Ja, wie schnell doch die Zeit vergeht, manchmal denke ich, das war erst im letzten Winter. Aber es sind doch schon 59 Jahre her, als ich es gewagt habe ohne zu fragen, die DDR zu verlassen. Ich habe es bis Heute nicht bereut und es war auch noch der richtige Zeitpunkt, später vielleicht unmöglich gewesen. Als letzter Satz in der Begründung zu meinem Haftbefehl heißt es "Zur Wiederergreifung des Beschuldigten auf den Transitwegen ist die Ausstellung eines HaftbefehlS gerechtfertigt. Verletzte Rechtsgrundlage : § 8 Paßgesetz." So, und jetzt erstmal einen heißen Glühwein und dann zu Bett.

Cambrino


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10.02.2022 07:53
#11
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@Cambrino

Das ist dann sicher sowas wie ein Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch.
Nächstes Jahr dann 60 Jahre.

Vielleicht sollten wir dieses Datum zum Anlass nehmen, daran zu erinnern, was die Grenze für viele bedeutete.
Nämlich die Verhinderung von persönlichen Lebenschancen.um diese eben doch zu verwirklichen nahmen einige das große Risiko einer Flucht auf sich und bezahlten es manchmal mit dem Leben.
Allen, denen die DDR dennoch Heimat war, sollten das nicht vergessen.

Schönen Tag für Dich und Alle.

Axel


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10.02.2022 08:39 (zuletzt bearbeitet: 10.02.2022 09:10)
avatar  ( gelöscht )
#12
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( gelöscht )

Man sollte aber nicht vergessen, dass auch im Wirtschaftswunderland nicht alles Gold war was glänzte.

Auch bei einer dicht gehäkelten Hängematte rutscht ein Teil ohne eigene Schuld nach unten durch.

Nicht alle, welche in der DDR geblieben sind hatten sich aufgegeben oder waren zu träge etwas neues zu beginnen.

Ich habe ca. die Hälfte meines Lebens in der DDR gelebt und bestimmt besser als ein nicht unerheblicher Prozentsatz der Bewohner in der Bundesrepublik. Wenn auch im Konsumbereich vieles knapp war oder technisch nicht auf dem neuesten Stand. Ich hatte nie Sorge um das Wohnen, oder das mir jemand Strom/Gas/Wasser abstellen könne.

Uli

Nachtrag: diese Sorgen mit dem Abstellen von Strom/Wasser habe ich aber auch in meiner zweiten Lebenshälfte nie gehabt.

Man muss nur die richtigen Prioritäten setzen und mit dem Einkommen so umgehen, dass man auch sein Auskommen hat.


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10.02.2022 08:45
avatar  Fred.S.
#13
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zu 12
Deinen letzten Satz Fall 80, stimme ich voll zu. Fred


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10.02.2022 09:04
avatar  Fred.S.
#14
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zu 2
Ja GKUS64,
Ein komisches Gefühl ist es auch bei mir dreimal gewesen ( 2x alleine, 1x mit Besatzung für Stunden )
unfreiwillig auf dem Gebiet der BRD zu sein.
Die beiden male, wo ich alleine war, setze ich als PDF aus meinen Aufzeichnungen ein.
Niemals hatte ich dabei den Gedanken gehabt, " Jetzt kannst du in den Westen bleiben ".
Hinzu kommen noch mehrere unfreiwilliges auflaufen auf einer Westbuhne durch Sekundenschlaf und eine
versuchte Fahnenflucht eines Besatzungsmitgliedes. Fred


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10.02.2022 09:14 (zuletzt bearbeitet: 10.02.2022 09:18)
#15
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Zitat von Fall 80 im Beitrag #12
Man sollte aber nicht vergesse, dass auch im Wirtschaftswunderland nicht alles Gold war was glänzte.

Auch bei einer dicht gehäkelten Hängematte rutscht ein Teil ohne eigene Schuld nach unten durch.

Nicht alle, welche in der DDR geblieben sind hatten sich aufgegeben oder waren zu träge etwas neues zu beginnen.

Ich habe ca. die Hälfte meines Lebens in der DDR gelebt und bestimmt besser als ein nicht unerheblicher Prozentsatz der Bewohner in der Bundesrepublik. Wenn auch im Konsumbereich vieles knapp war oder technisch nicht auf dem neuesten Stand. Ich hatte nie Sorge um das Wohnen, oder das mir jemand Strom/Gas/Wasser abstellen könne.

Uli


Wer so agil war Neues begann, der war auch im Westen kaum vom Abstieg bedroht. Auch "über den Zaun" bekam man mit, daß in Wirtschaftswunderzeiten Arbeitslosigkeit oft nur ein Übergang war.
Erst mal entspannen und später bewerben war ein Prinzip.

Selbstverständlich hat die DDR-Propaganda die negative Seite des Kontrahenten überhöht dargestellt.
In der Hinsicht war auch ich beeindruckt, obwohl alle Verwandten und Bekannten meiner Elterngeneration, die "abgehauen" sind, es drüben zu was gebracht haben.

Die Lage war eine andere als die besondere Situation im Osten der 90er.

Und trotzdem: Mir scheint in unserem Kreis hat wohl Jeder mehr oder weniger auch das gemeistert.

Wer von der jungen Generation nicht auf den Kopf gefallen ist und dynamisch einen gefragten Beruf wählt, dem geht es heutzutage im Prinzip so gut wie in der alten BRD.

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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