Die Zehn Gebote der sozialistischen Moral und Ethik verkündet vom Parteikommunisten Ulbricht auf dem Fünften Parteitag der SED

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29.01.2021 11:18 (zuletzt bearbeitet: 29.01.2021 15:30)
#61
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Die sozialistischen Gebote waren ein Instrument zur Festigung der neuen Macht.

Wäre es nur um gutes Benehmen gegangen, dann hätte man die alten Gebote beibehalten können.

Die agitatorische Methode war, einen nicht vorhandenen Zusammenhang herzustellen.

Das wird an einem Trick deutlich, der sicherlich nicht unbekannt ist:

"Sind Sie für den Frieden?"
"Ja, selbstverständlich."
"Dann sind Sie auch für den Sozialismus!"

So wurden Verbindungen hergestellt, die nicht zwangsläufig waren.

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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29.01.2021 11:20 (zuletzt bearbeitet: 29.01.2021 11:21)
#62
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Zitat von birx20 im Beitrag #49
Interessant Axelloko,
wie soll dieser "neue Weg Kirche im Sozialismus" in der Praxis ausgesehen haben ?

Die Kirche wurde weiterhin unterwandert vom MfS. Sie wurde wo es ging behindert etc.
Ein praktisches Bespiel für dich für die Behinderung und Benachteiligung von Christen in der DDR.
Ich bin 1971 auf die EOS gekommen. Dort war ein Mitschüler der Sohn eines Pastors.
Dem Pastorensohn wurde trotz Notendurchschnitt von fast 1,00 (ausser Stabü 3) der Zugang zur EOS verwehrt.
Sein Vater der Pastor musste dafür den Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker anschreiben und aus der Verfassung der DDR zitieren, in Richtung Religionsfreiheit u.a.
Erst nach diesem Brief an E.H. kam sein Sohn zur EOS.
Der Sohn des Pastors hat dann das beste Abi 1975 an der EOS hingelegt (alles Note 1 ausser Stabü 3).
In der Praxis des normalen Lebens, hat man den von dir angeführten neuen Weg der Kirche im Sozialismus nicht gespürt.
Es war der alte Weg der mit subtileren Methoden weitergegangen wurde.



"Kirche im Sozialismus" bedeutete eben, das die Kirche wahrnehmbar war, natürlich in den sehr eng gezogenen Grenzen, inklusive Überwachung durch das MfS.
Im Gegenzug sollte sie sich zum unpolitischen Raum erklären.
Die katholische Kirche hat sich daran weitgehend auch gehalten.
Die evangelische Kirche sass zwischen den Stühlen, Manfred Stolpe war bemüht es dem Staat recht zu machen, ohne seinen Klerus zu verprellen, der teilweise heftig politische Opposition betrieb.
Insgesamt gesehen war dann die evangelische Kirche diejenige Gruppe, die die Wende am stärksten beeinflusste.


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29.01.2021 11:27
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#63
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Zitat von Zappel-EK-79-2 im Beitrag #56
Zitat von Heckenhaus im Beitrag #2
Habe an diesen 10 Geboten nichts gefunden, was in der Ralität falsch sein könnte.

Läßt mann dann "sozialistisch" weg, könnte das der Leitfaden für ein weltweites anständiges Miteinander sein.
In den fünfziger Jahren hatte man noch relativ vernünftige Ideen .


So weit so gut und alles wäre schick wenn da nicht Dies die Theorie der Mensch aber ein Praktiker ist

Da liegt das Problem, besonders dann, wenn der Praktiker Hirarchien entwickelt.

Was mich eher mal interessieren würde, wieviele der Gebote, egal ob nun christliche oder sozialistische,
dienen dem Menschen denn heute wirklich noch als Leitfaden und werden wenigstens teilweise befolgt ?

Fast Jeder begehrt irgend etwas, was andere bereits haben, es wird gemordet, geklaut, fremdgegangen,
die Eltern vergessen usw.
So schlimm wie heute war es unter Walter & Co nun doch nicht.


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29.01.2021 11:44
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#64
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@Heckenhaus , heute heißt es "Ich will" und nicht "Du sollst".
Der ungezügelte Drang nach Freiheiten, die dann der Einzelne auch noch für sich selbst definiert, führt zu immer mehr Individualismus und damit zu einer Zersplitterung der Gesellschaft.
Bleibt nur abzuwarten, wie das Spiel weitergeht, ob die Menschen mit Knüppel aufeinander eindreschen oder ob einer kommt mit einem großen Knüppel.

"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)


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29.01.2021 11:50
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#65
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Auch die Freiheit des Individualisten muss dort enden, wo er Andern die Freiheit einschränkt.

In dem einen System wird seine Freiheit durch Gesetze beschnitten, in anderen Systemen mit dem Gummiknüppel und totalitären System durch Inhaftierung oder schlimmeres.

Uli


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29.01.2021 12:25
#66
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Zitat
Bleibt nur abzuwarten, wie das Spiel weitergeht, ob die Menschen mit Knüppel aufeinander eindreschen oder ob einer kommt mit einem großen Knüppel.



Einen kleinen "Großen Knüppel" spüren wir doch schon seit fast einem Jahr.
Und damit sind nicht die politischen Entscheidungen, welch mal gut und mal weniger clever sind, gemeint.


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29.01.2021 12:47 (zuletzt bearbeitet: 29.01.2021 12:57)
#67
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Was mich persönlich etwas verwundert ist, warum du nicht die gängigen 10 Gebote des
Alten Testaments als Muster nimmst, sondern die sieben jüdischen Gebote des Noahidismus.
https://de.wikipedia.org/wiki/Noahidismus


Weil das nicht nur die älteste Überlieferung von Geboten ist, sondern für mich auch sinnvoller Leitfaden für das Leben ist.


Und meine Kritik an den Ulbricht´schen Geboten ist keine Kritik an dem Genossen Walter Ulbricht. Wenn der frivol durchs Leben gegangen sein soll, bin ich der Letzte der das kritisiert. Ich habe auch nicht angesprochen, dass der rechtschaffende Genosse schon vor dem Parteitag Politbüromitglied Karl Schirdewann ausgeschaltet hat und Gegner seines stalinistischen Kurses wie Philosoph Wolfgang Harich im Gefängnis landeten. Das soll hier auch gar nicht Thema sein.

Es geht um sein 10-Punkte-Parteiprogramm, das er als die Zehn Gebote bezeichnet.

Ubersetzt von dunkelrot in grün, könnten die heutzutage lauten:

1. du sollst Deine ganze Kraft und Fähigkeit der ökologischen Bewegung widmen
2. du sollst sauber und anständig leben und ökologisch hergestellte Kleidung tragen.
3. du sollst das Umweltbewusstsein deiner Kinder fördern im Geiste des Umweltschutzes zu allseitig gebildeten,
charakterfesten̶ ̶̶u̶̶n̶̶d̶̶ ̶̶k̶̶ö̶̶r̶̶p̶̶e̶̶r̶̶l̶̶i̶̶c̶̶h̶̶ ̶̶g̶̶e̶̶s̶̶t̶̶ä̶̶h̶̶l̶̶t̶̶e̶̶n̶ Menschen erziehen

Sicherlich auch einiges sinnvolles darunter.....aber doch eher ein Parteiprogramm oder Parolen einer politischen Bewegung.
Natürlich, für Parteianhänger haben solche Punkte womöglich dann einen religiösen Ersatzstatus.


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29.01.2021 12:59
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#68
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Als Parteiprogramm kann man diese 10 Gebote Ulbrichts ganz sicher nicht bewerten.
Es sind maximal ideologische Parolen an die Parteimitglieder.
Bei normalen DDR Bürgern sind diese Parolen ausser als eine Belustigung niemals angekommen.
Deshalb waren sie auch so schnell wieder von der Bildfläche der DDR verschwunden.


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29.01.2021 13:01 (zuletzt bearbeitet: 29.01.2021 13:02)
avatar  Gert
#69
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Zitat
Fast Jeder begehrt irgend etwas, was andere bereits haben, es wird gemordet, geklaut, fremdgegangen,
die Eltern vergessen usw.
So schlimm wie heute war es unter Walter & Co nun doch nicht.



@Heckenhaus, als Augenzeuge kann ich dir schreiben, unter Ulbricht gab es nix zu klauen und unser Soll als Deutsche beim Morden hatten wir ja gerade einige Jahre zuvor mit 400 % weit übererfüllt

Stil ist nicht das Ende des Besens.

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29.01.2021 13:37
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#70
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Zitat von Gert im Beitrag #69

@Heckenhaus, als Augenzeuge kann ich dir schreiben, unter Ulbricht gab es nix zu klauen und unser Soll als Deutsche beim Morden hatten wir ja gerade einige Jahre zuvor mit 400 % weit übererfüllt

Es geht hier um das Jahr 1958 mit Ulbrichts Geboten.

Ansonsten , @Gert,
"Du bist der Herr, unser Gott, wir sollen nicht andere Götter haben neben Dir."
(1. Gebot)


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29.01.2021 14:00 (zuletzt bearbeitet: 29.01.2021 14:01)
#71
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birx20
#52
Ich wäre auch sehr enttäuscht gewesen von dir nichts mehr zu lesen.
Eigentlich lese ich deine Beiträge gern. Woher hast du eigentlich die Literatur für deine Beiträge ?
Hast du die Marx-Engels Gesamtausgabe und die Lenin Gesamtausgabe zu Hause in deiner Privatbibliothek herumstehen ?


Dazu braucht man nicht mit den Gesamtausgaben der Klassiker unter dem Arm rumzurennen. Da reicht ein brauchbares Gedächtnis über Publikationen, Erkenntnisse und Aussagen Prominenter sowie Ereignisse, etwas Kenntnis über menschliche Handlungsweisen und ihre Motive und Ereignisse/Handlungsweisen von Akteuren der Geschichte auf die heutige Zeit übertragen zu können. Da hat sich in den Jahrtausenden, zumindest in der überlieferten Geschichtsschreibung, praktisch nichts geändert. Siehe dazu Lebensweisheiten von Denkern der Antike, die heute zu 100% ebenso gelten. Dazu gehört auch etwas kritische Selbstbetrachtung, wie würde ich in diesem oder jenem Fall handeln und Vieles davon ist allgemeingültig und kann auf Andere übertragen werden.
Zu hoch für Dich ? Dann nimms einfach so hin.


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29.01.2021 14:03
#72
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Zitat von Freienhagener im Beitrag #55
Personen werden aber von ihrem Umfeld geprägt, von der Gesellschaft. Sie sind das Produkt gesellschaftlicher Verhältnisse.
Das haben wir in der sozialistischen Schule gelernt.
Selbstverständlich ist das System der Verursacher.
Daß Menschen sich deswegen verändern und Ungeheuerliches begehen, das hat die erste deutsche Diktatur gezeigt.
.


Deshalb schrieb ich ja: Unbestritten ist natürlich, daß das System es ermöglicht hat, daß sich hier Entscheider niederer Positionen zu Herrschern über andere Menschen aufschwingen konnten.


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29.01.2021 14:13 (zuletzt bearbeitet: 29.01.2021 14:14)
#73
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Zitat von Heckenhaus im Beitrag #63
Zitat von Zappel-EK-79-2 im Beitrag #56
Zitat von Heckenhaus im Beitrag #2
Habe an diesen 10 Geboten nichts gefunden, was in der Ralität falsch sein könnte.

Läßt mann dann "sozialistisch" weg, könnte das der Leitfaden für ein weltweites anständiges Miteinander sein.
In den fünfziger Jahren hatte man noch relativ vernünftige Ideen .


So weit so gut und alles wäre schick wenn da nicht Dies die Theorie der Mensch aber ein Praktiker ist

Da liegt das Problem, besonders dann, wenn der Praktiker Hirarchien entwickelt.

Was mich eher mal interessieren würde, wieviele der Gebote, egal ob nun christliche oder sozialistische,
dienen dem Menschen denn heute wirklich noch als Leitfaden und werden wenigstens teilweise befolgt ?

Fast Jeder begehrt irgend etwas, was andere bereits haben, es wird gemordet, geklaut, fremdgegangen,
die Eltern vergessen usw.
So schlimm wie heute war es unter Walter & Co nun doch nicht.


Meiner Ansicht nach sind diese Verhaltensweisen um so stärker ausgeprägt, je mehr die soziale Schere auseinanderklafft. Wenn jemand arm ist und, wie eben in vielen Ländern der Erde, um seine Nahrung für den Tag kämpfen muß und er sieht, wie andere im Überfluss leben, dann motiviert das mehr zu kriminellen Handlungen als wenn der (relativ) Arme an und für sich alles zum Leben hat, keine Bange vor dem Morgen
und sieht, daß die Anderen zwar gut leben, aber auch auf den Pfennig/Cent achten und nicht im Überfluss schwelgen. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.


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29.01.2021 14:19
#74
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zu Beitrag 70

Du sollst keine anderen Götter haben neben mir ==>


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29.01.2021 14:21
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#75
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( gelöscht )

#73
Ich dachte jetzt kommt von dir eine knallige Adaption auf die 10 christlichen Gebote abgekupfert aus den Parteileerjahrheften der 60 iger Jahre ?
Stattdessen kommst du mit einer 0815 Begründung für Kriminalität.
Ich hatte mir mehr versprochen.


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