SED-Propagandalüge, Instrumentalisierung des tragischen Tods des DDR-Grenzsoldaten Egon Schultz

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26.01.2021 09:16
#76
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Nur mal zur Klarstellung @birx20 ,
ich verweise in meinen Beitrag mit den eingestellten Links darauf das diese Thematik bereits hier erörtert wurde. Bei neuen Erkenntnissen kann man sich dort einklinken und dazu was schreiben!
Ich weiß nicht, wie B Man behauptet, mein eingestellter Beitrag "blablabla" ist oder eine Desinformation sein soll !


passport


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26.01.2021 09:18 (zuletzt bearbeitet: 26.01.2021 09:24)
#77
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Zitat von Gert im Beitrag #2
Es war ja eines der Hauptgeschäftsfelder des MfS Lügen zu verbreiten, die Wahrheit zu unterdrücken, Beweise zu vernichten, Leute einzuschüchtern, Leute zum Schweigen zu bringen unter Strafandrohung .
Sie nannten es Desinformation.
Für

Zitat
"SED Propagandalügen"

oder besser gesagt deren Zusammenhang mit der Vertuschung von tödlichen Fluchten, existierten konkrete Anweisungen, so auch die Vorschrift über die

Zitat
"Bearbeitung von Leichenvorgängen, soweit es sich um Vorkommnisse an der Staatsgrenze zu Westberlin handelt"


Reihenweise wurden entsprechend dieser Anordnung Todesfälle verschleiert, vertuscht durch Zusammenarbeit von Staatsanwaltschaft und MfS.

Der Westberliner Maurerpolier Gerhard Thiem hatte sich am 7. August 1970 auf Grund übermäßigen Alkoholgenusses nach einer Zechtour im Grenzgebiet zwischen Berlin-Kreuzberg und Neukölln und dem Ostberliner Bezirk Treptow verlaufen.

Es deutet darauf hin, dass er aus eingangs erwähntem Grund nicht auf Ansprache reagierte. Die Grenzposten hielten ihn für einen Flüchtling und eröffneten das Feuer. In einem Kugelhagel wurde der Maurerpolier getötet.

Voneinander abweichende Quellen sprechen von 177 bzw. 180 Schüssen. Ein Fliegenbeinzähler mit okkultem Undercoverarchiv wird uns Unkundige hinsichtlich der in natura abgegebenen Schüsse sicher schulmeisterlich belehren.

Der Verbindungsmann der Staatsanwaltschaft zur Staatssicherheit und das MfS beschlossen, die Todesumstände unter den Teppich zu kehren.

Der Tote wurde untersucht durch das Gerichtsmedizinische Institut der Humboldtuniversität, die Kugeln als Beweisstücke entfernt. Die Gerichtsmedizin stellte den Totenschein aus, der Todesfall ganz normal in den Standesregistern erfaßt, der Leichnam als unbekannter Toter eingeäschert.

Nach etlichen Monaten fragte die Ehefrau des in Westberlin immer noch verschollen geglaubten Ehemannes auch bei der Generalstaatsanwaltschaft der DDR an, ob diese etwas zum Verbleib ihres Mannes beitragen könnte oder über andere Erkenntnisse verfüge. Ihre Anfrage wurde abschlägig beschieden.

Erwiesenermaßen war diese Antwort, wie durch zu Protokoll gebrachten Aktenvermerk ersichtlich, gelogen.

Zitat von MfS-Aktenvermerk über die Anweisung zur Geheimhaltung der Todesschüsse auf Gerald Thiem vom 10. August 1970.



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"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner!
Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!

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Zitat von DoreHolm im Beitrag Das bumsfidele DDR-Verteidigungsministerium
"Wo ein Genosse ist, da ist die Partei und wo ein Genosse und eine Genossin ist, da ist die Hurerei".
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26.01.2021 09:19
avatar  birx20
#78
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Furry,
ich habe die Bücher und Fernsehreportagen des Ex-Kommunisten Wolfgang Leonhardt sehr gern gelesen und gesehen, weil er als ehemaliger Insider der "Gruppe Ulbricht" sich sehr gut in deren Strukturen auskannte.
Er wollte im Gegensatz zu Ulbricht einen menschlichen Sozialismus aufbauen, was unter stalinistischen Bedingungen in der DDR nicht möglich war.


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26.01.2021 09:23
avatar  birx20
#79
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Passport,

du hast doch sicher neue Erkenntnisse dazu, dann stell sie doch einfach dort ein und weise darauf hin.
Deine kleine Serie über Ereignisse bei der PKE in Marienborn fand ich gut.


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26.01.2021 09:27
#80
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Ich staune immer wieder, wie aus einem schon komplett zerkauten Knochen immer wieder eine anscheinend schmackhafte Suppe gekocht wird.
Ich vermute mal, viele Sätze sind deckungsgleich mit bereits früher zum Thema E.Schultz oder SED-Propaganda geäußerten.
Aber wenn es Spaß macht...

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.Die geistige Blindheit breitet sich weiter aus: Immer mehr sehen nur noch, was ihnen ins Auge springt.
.E.Ferstl

.

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26.01.2021 09:29
avatar  birx20
#81
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Kressin,
es lief wie immer ab, wenn bei der Stasi etwas schief gelaufen war. Es wurde Geheimgehalten, vertuscht, Beweise vernichtet, Zeugen unter Druck gesetzt, erpresst und gelogen bis zum geht nicht mehr.
Es war immer das gleiche Handlungsmuster, welches sich aber nur scheinbar bewährt hat, weil schlussendlich die Wahrheit immer an das Licht kam.


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26.01.2021 09:34
#82
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Furry,
ich habe die Bücher und Fernsehreportagen des Ex-Kommunisten Wolfgang Leonhardt sehr gern gelesen und gesehen, weil er als ehemaliger Insider der "Gruppe Ulbricht" sich sehr gut in deren Strukturen auskannte.
Er wollte im Gegensatz zu Ulbricht einen menschlichen Sozialismus aufbauen, was unter stalinistischen Bedingungen in der DDR nicht möglich war.
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Mal ne Frage--grün-----wie sollte denn der menschliche Sozialismus ausschauen? Und man sollte doch nicht annehmen, das ein menschlicher Sozialismus, vom Kapitalismus, akzeptiert worden wäre.


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26.01.2021 09:35
avatar  birx20
#83
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Heckenhaus,

stell du doch mal ein neues interessantes Thema ein.
Dann muss hier nicht alles wie du meinst, dreimal wiedergekäut werden.
Leider kommt sehr wenig wirklich neues thematisch auf den Tisch.


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26.01.2021 09:41 (zuletzt bearbeitet: 26.01.2021 09:57)
avatar  Hanum83
#84
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Zitat von Rostocker im Beitrag #82
Furry,
ich habe die Bücher und Fernsehreportagen des Ex-Kommunisten Wolfgang Leonhardt sehr gern gelesen und gesehen, weil er als ehemaliger Insider der "Gruppe Ulbricht" sich sehr gut in deren Strukturen auskannte.
Er wollte im Gegensatz zu Ulbricht einen menschlichen Sozialismus aufbauen, was unter stalinistischen Bedingungen in der DDR nicht möglich war.
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Mal ne Frage--grün-----wie sollte denn der menschliche Sozialismus ausschauen? Und man sollte doch nicht annehmen, das ein menschlicher Sozialismus, vom Kapitalismus, akzeptiert worden wäre.

Er wurde vorzugsweise nicht vom Sozialismus akzeptiert, also von der Sowjetunion.
Dürfte eine historische Tatsache sein.
Aussehen können hätte er im Ansatz das man die Restriktion heruntergefahren hätte zugunsten der Diskussion, halt die breite Masse wirklich begeistern für die Idee und nicht einfach schnöde Diktaturen aufbauen.
Die Chance war kurzzeitig vorhanden, sie wurde vertan.

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Wer nichts weiß muss alles glauben.

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26.01.2021 09:45
avatar  birx20
#85
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Rostocker,
ehrlich danke für deine Hinweis.

Das ist ein guter Anstoß für eine offene Diskussion !

Hätte es in der DDR, CSSR unter Dubcek, Jugoslawien oder sonstwo im sozialistischen Lager eine demokratischen Sozialismus in ständigen Wettbewerb (Kampf) mit dem Kapitalismus geben können ?

Das ist keine leicht zu beantwortende Frage.

Ich freue mich auf eine sachliche Diskussion dazu.

Ich meine Ansätze dazu, gab es im "Prager Frühling" unter Dubcek den Sozialismus demokratischer zu gestalten.
Die SU ließ diese Ansätze nicht zu und zerschlug mit Gewalt diese Ansätze.
Tschechische Altstalinisten waren die willigen Marionetten, welche die SU zur "Hilfe" riefen.


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26.01.2021 09:45
#86
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Kressin,
es lief wie immer ab, wenn bei der Stasi etwas schief gelaufen war. Es wurde Geheimgehalten, vertuscht, Beweise vernichtet, Zeugen unter Druck gesetzt, erpresst und gelogen bis zum geht nicht mehr.
Es war immer das gleiche Handlungsmuster, welches sich aber nur scheinbar bewährt hat, weil schlussendlich die Wahrheit immer an das Licht kam.
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Diese Handlungsweise, wirste wohl bei jeden GD finden.


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26.01.2021 09:55 (zuletzt bearbeitet: 26.01.2021 09:57)
#87
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Tatsache ist aber, dass es in der DDR auch nie den Versuch gab, eine Art "Demokratischen Sozialismus" aufzubauen.
Es gab auch keine großen Alternativen im Politbüro, ausgenommen vielleicht Lamberts der ja dann auch mysteriös verunglückte.
Es gab eigentlich nach 1953, keinerlei Opposition innerhalb der SED. Ich glaube das ist ein großer Unterschied zu den anderen kommunistischen Parteien.


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26.01.2021 10:07 (zuletzt bearbeitet: 26.01.2021 10:16)
#88
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Zitat von Rostocker im Beitrag #82


Mal ne Frage--grün-----wie sollte denn der menschliche Sozialismus ausschauen? Und man sollte doch nicht annehmen, das ein menschlicher Sozialismus, vom Kapitalismus, akzeptiert worden wäre.


Richtig.
Wer gibt schon freiwillig ab, was er hat, mitunter hart erarbeitet.

Das geht nicht ohne Gewalt.
D.h. es läuft immer wieder auf eine Diktatur hinaus.

Lenin hat das in seinem Sinne gesagt, in seinem Traktat über den "Renegaten" Kautsky.
Essenz: Demokratischer Sozialismus ist eine Illusion.

Sehr interessant und erstaunlich aktuell.

Die Praxis danach hat gezeigt, daß die Diktatur nicht nur, wie in der Theorie, wenige Kapitalisten betrifft, sondern immer mehr Unzufriedene in der Bevölkerung.
Es endet in Tyrannei.

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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26.01.2021 10:08
#89
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Zitat
man sollte doch nicht annehmen, das ein menschlicher Sozialismus, vom Kapitalismus, akzeptiert worden wäre.


Wäre sicher ausgegangen wie z.B in Chile


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26.01.2021 10:15
#90
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es lief wie immer ab, wenn bei der Stasi etwas schief gelaufen war. Es wurde Geheimgehalten, vertuscht, Beweise vernichtet, Zeugen unter Druck gesetzt, erpresst und gelogen bis zum geht nicht mehr.

So ? Was denn ? Immer operatives Interesse beachten bei jeder Maßnahme ! Man sollte die ganze Akte kennen und nicht nur Bruchstücke oder hingeworfene Knochen !


passport


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