Eisenhowers Ehrenerklärung für die Soldaten der Wehrmacht

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19.01.2021 11:37 (zuletzt bearbeitet: 19.01.2021 12:09)
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#1
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Ehrenerklärung: Die Himmeroder Denkschrift · Dlf Nova
https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/ehrenerklaerung
Als Dwight D. Eisenhower, damaliger Nato-Oberbefehlshaber und späterer US-Präsident, am 23. Januar 1951 erklärt, dass der deutsche Soldat tapfer für seine Heimat gekämpft habe, sind viele sprachlos über den scheinbaren Sinneswandel. Knapp ein Jahr später zieht auch Bundeskanzler Konrad Adenauer mit seiner sogenannten Ehrenerklärung nach.

Ich bin mir nicht sicher, ob da schon etwas im Forum steht, aber die Sache hat schon ein Geschmäckle.

Haute habe ich den Podcast zu diesem Thema auf Deutschlandfunk Nova gehört.

In Vorbereitung auf die Gründung der Bundeswehr haben sich im Oktober 1950 fünfzehn ehemalige Offiziere der Wehrmacht zu einem Geheimtreffen mit höchster Geheimhaltung im Kloster Himmerode getroffen.

Das Treffen fand unter der Tarnung "Zusammenziehung der Versicherungsvertreter" statt und die dort erstellte Denkschrift wurde erst ende der 70 iger Jahre öffentlich.

Uli

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.

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19.01.2021 11:48
#2
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Es galt damals die Soldaten der ehemaligen Wehrmacht für die neuen Streitkräfte zu gewinnen.
Übrigens auch in der DDR, wobei man sich hier aber mehr an den einfachen Soldaten wandte.
Es muss auch betont werden, dass damals viele Kriegsverbrechen noch nicht bekannt waren


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19.01.2021 11:51
#3
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Naja man brauchte doch einen zuverlässigen Partner und Bündnisgenossen für den Kampf gegen den Kommunismus !

Geht nicht , gibts nicht !

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19.01.2021 11:55
avatar  Alfred
#4
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Ist dies gemeint ?



7 ½ Jahre nach Beendigung des 2. Weltkrieges, hat der damalige Bundeskanzler Adenauer am 3. Dezember 1952 vor dem Deutschen Bundestag eine „Ehrenerklärung für alle deutschen Soldaten, die zu Lande, zu Wasser und in der Luft im 2. Weltkrieg gekämpft haben gegeben.

Bei der 2. Lesung des EVG –Vertrages im Bundestag am 3. Dezember 1952 sagte Adenauer „Ich möchte heute vor diesem Hohem Haus in Namen der Regierung erklären, dass wir alle Waffenträger unseres Volkes, die im Rahmen der hohen soldatischen Überlieferung ehrenhaft zu Lande, auf dem Wasser und in der Luft gekämpft haben, anerkennen. Wir sind überzeugt, dass der gute Ruf und die Leistung des deutschen Soldaten trotz aller Schmähungen während der vergangenen Jahre in unserem Volk noch lebendig sind und bleiben werden. Es muss unsere Aufgabe – und ich bin mir sicher , wir werden das lösen – die sittlichen Werte des deutschen Soldatentums mit der Demokratie verschmelzen.

Diese Ehrenerklärung durch die Bundesregierung war für viele Soldaten der alten Wehrmacht eine wichtige Voraussetzung für ihre spätere Karriere.

Spätestens am 17.12.1952 wurden die Waffen SS , und das ganz offiziell, auch wieder hoffähig.
An diesen Tag schrieb BK Adenauer einen Brief an den ehemaligen Angehörigen der Waffen SS, Generaloberst a.D. Hausser.

„Sehr geehrter Herr Generaloberst ! Einer Anregung nachkommend teile ich mit, dass die von mir in meiner Rede vom 3. Dezember vor dem Deutschen Bundestag abgegebenen Ehrenerklärung für die Soldaten der früheren deutschen Wehrmacht auch die Angehörigen der Waffen SS umfasst soweit sie ausschließlich als Soldaten ehrenvoll für Deutschland gekämpft haben“.

BK Kohl erneuerte am 9.November 1982 in einem Brief an einen Hubert Meyer diese Ehrenerklärung. Hier heißt es ,Ich teile voll und ganz die Überzeugung, die K. Adenauer in seinem Schreiben vom 17.12.1952 an Paul Hausser zum Ausdruck gebracht hat“.


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19.01.2021 11:57
#5
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Schon im informellen Gründungsdokument der Bundeswehr jedoch, der "Himmeroder Denkschrift" von 1950, sei auch explizit die Strategie skizziert worden, eine "neue Wehrmacht" schaffen zu wollen, sagt der langjährige Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr, Detlef Bald, der SZ. Das militärische und sicherheitspolitische Konzept habe sich zwar in den aktuellen Ost-West-Konflikt eingefügt, dabei aber auf Strategien des Ostfeldzugs der Wehrmacht zurückgegriffen.
https://www.sueddeutsche.de/politik/mili...swehr-1.3490707

Mein Erzgebirge,
hoch über dunklen Schächten lauscht deiner Halden wilde Einsamkeit.
Still raunen sie von guten Himmelsmächten,
von Berggeschrei aus längst vergangener Zeit.
(Edwin Bauersachs)


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19.01.2021 12:01
#6
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Zitat von axelloko im Beitrag #2
Es galt damals die Soldaten der ehemaligen Wehrmacht für die neuen Streitkräfte zu gewinnen.
Übrigens auch in der DDR, wobei man sich hier aber mehr an den einfachen Soldaten wandte.
Es muss auch betont werden, dass damals viele Kriegsverbrechen noch nicht bekannt waren


Einfache Soldaten...?
Gerade in den Stäben, an den Offiziersschulen und bei theoretischen Aufgaben wie der Ausarbeitung von Dienstvorschriften und Ausbildungsanleitungen war eine militärische Ausbildung und Führungserfahrung notwendig. Daher griff die SED-Führung beim Aufbau der Kasernierten Volkspolizei und Volksarmee auf altgediente Generale und Offiziere der Reichswehr und späteren Wehrmacht zurück. So wurden die ehemaligen Wehrmachts-Generale Rudolf Bamler, Arthur Brandt, Walter Freytag, Vincenz Müller, Hans von Weech sowie Hans Wulz bereits frühzeitig in den aktiven Dienst der bewaffneten Organe übernommen.

Beim Übergang von der KVP zur NVA 1956 dienten noch vier ehemalige Generale der Wehrmacht. Insgesamt dienten in der NVA in dieser Gründungsphase noch 500 ehemalige Offiziere der Wehrmacht aller Dienstgrade. Von diesen erreichten mehr als zwölf einen Generals- oder Admiralsrang innerhalb der bewaffneten Organe. Am 15. Februar 1957 beschloss das Politbüro des ZK die Entfernung ehemaliger Wehrmachts- und Reichwehroffiziere bis Jahresende durch vorzeitigen Ruhestandseintritt oder Versetzung in die Reserve. Im März 1964 dienten noch 67 ehemalige Wehrmachtsoffiziere in allen Teilstreitkräften der DDR. Im Herbst 1958 wurde Generalmajor Hans Wulz als letzter Wehrmachtsgeneral entlassen, mit Generalmajor Reinhard Brühl, Leutnant der Wehrmacht, verließ im Sommer 1989 der letzte ehemalige Wehrmachtsoffizier den Dienst in der NVA.
https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:...n_der_Wehrmacht

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19.01.2021 12:10
#7
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Das ist vollkommen richtig, nach außen wurden aber keine Ehrenerklärungen oder ähnliches abgegeben.


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19.01.2021 12:16
avatar  Fall 80
#8
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Im Gegensatz zu den Bürgern in Uniform der Bundeswehr setzte die NVA auf preußische Traditionen in der Kaserne und bei der Ausbildung.

Ebenso die zelebrierte Wachablösung im Stechschritt geht auf alte Traditionen zurück. Über die Uniformen und den Stahlhelm sowie sehr ähnliche Innendienstvorschriften wurde ja im Forum schon viel geschrieben.

Uli

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.

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19.01.2021 12:16
avatar  Alfred
#9
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Einige Bemerkungen.

Niemals wurde geleugnet,dass die KVP und die NVA auch von ehemaligen Angehörigen der Wehrmacht aufgebaut wurde.
An den Schaltstellen der Macht – Führungsorganen der KVP saßen altbewährte Spanienkämpfer – Kommunisten
- Chef – Hoffmann
- Polit - Dölling
- Ausbildung - Dollwetzel
- Kader – Köhn
- Operativ – Wagner


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19.01.2021 12:25
avatar  Gert
#10
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Zitat von Alfred im Beitrag #9
Einige Bemerkungen.

Niemals wurde geleugnet,dass die KVP und die NVA auch von ehemaligen Angehörigen der Wehrmacht aufgebaut wurde.
An den Schaltstellen der Macht – Führungsorganen der KVP saßen altbewährte Spanienkämpfer – Kommunisten
- Chef – Hoffmann
- Polit - Dölling
- Ausbildung - Dollwetzel
- Kader – Köhn
- Operativ – Wagner


Nun, aber ohne die Kenntnisse der Wehrmachtsoffiziere ging es auch nicht. Daher war die Propaganda gegen die Offiziere der Wehrmacht in der Bundeswehr scheinheilig. Ich habe noch das Getöse der SED in den 50ern und folgenden Jahren in den Ohren .


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19.01.2021 12:25 (zuletzt bearbeitet: 19.01.2021 12:35)
avatar  Fall 80
#11
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Zitat von Alfred im Beitrag #9
Einige Bemerkungen.

Niemals wurde geleugnet,dass die KVP und die NVA auch von ehemaligen Angehörigen der Wehrmacht aufgebaut wurde.
An den Schaltstellen der Macht – Führungsorganen der KVP saßen altbewährte Spanienkämpfer – Kommunisten
- Chef – Hoffmann
- Polit - Dölling
- Ausbildung - Dollwetzel
- Kader – Köhn
- Operativ – Wagner


@ Alfred Geleugnet zwar nicht, aber es wurde kaum darüber geredet.

In der Grundausbildung hat der Politoffizier alle ehemaligen Wehrmachtsangehörigen pauschal als Kriegsverbrecher bezeichnet. Das die Väter meiner Generation oft Kriegsteilnehmer waren hatte er vollkommen ausgeblendet. Auch einige Andere meines Zuges haben sich deswegen auch vehement dagegen verwahrt.

Uli

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.

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19.01.2021 12:27
#12
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Gerade die "amerikanische" Uniform der Bundeswehr wurde ja damals, von der DDR als Zeichen der "Söldner" Armee propagandistisch dargestellt.


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19.01.2021 12:33
avatar  Fall 80
#13
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Mein Vater war ja von April 42 bis zum Schluss dabei und neben der Ardennenoffensive, der Luftlandeabwehr bei Arnheim auch zweimal in Russland und in Jugoslawien. Die Elite Divisionen wurden ja von Brennpunkt zu Brennpunkt gekarrt.

Erst in seinen letzten Lebensjahren hat er ausführlich darüber erzählt. Meine drei Geschwister wissen davon erst durch mich.
Er hatte seine Lektion aus dem Krieg gelernt und keine Waffe mehr angefasst. Weiterhin hat er uns Geschwistern immer angeraten um Parteien und Uniformen einen großen Bogen zu machen.

Uli

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.

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19.01.2021 12:33
#14
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Auf den Inhalt kommt es an, nicht auf die Verpackung


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19.01.2021 12:38
#15
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Man hat ja die These vom "sauberem" Krieg der Wehrmacht lange aufrechterhalten.
Von den Verbrechen z.B. der Gebirgsjäger hat man ja auch erst in den letzten Jahrzehnten gehört.
Alle Kriegsverbrechen wurden pauschal der SS zugerechnet.


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