Fragen zur NVA

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07.01.2021 00:11
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#31
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Bin gespannt, ob er wieder nervt mit seinen Fragen, vs1400,
Ehli

Ehli
Ich habe es mir nicht ausgesucht, ein Ossi zu sein....
Ich hatte einfach Glück!

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07.01.2021 00:14
#32
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Zum Zitat von @Fähnrich :
... "also vier Monate nach der Geburt sieht der Vater zum ersten Mal sein Kind, kann nach meiner Ansicht doch nicht richtig sein. Für mich verstärkt sich da wieder meine Meinung, bezogen auf das System im Ganzen, zwischen Anspruch und Wirklichkeit lagen Lichtjahre.

Fähnrich." Zitat Ende.

Wollte mich zwar raushalten, geht aber wohl nicht.
Mein Kommentar lautet: Ich finde es immer wieder toll, wenn Leute mit den heutigen Bedingungen des sozialen Lebens und der politischen Verhältnisse in Europa Zustände und Umstände in den Zeiten bewerten wollen, die rund 50 Jahre zurück liegen.

Ja HALLO!! Bitte aufwachen! 1970 ist inzwischen 50 Jahre und länger her. Man will da nicht den Finger auf das Komma legen.
Da könnte man genauso darüber sinnieren, wie wenig ein Industrie-Arbeiter in den 1920èr Jahren verdient hat. Sind ja bloß mal rund weitere 50 Jahre her.

Das es in der "größten DDR der Welt" völlig andere Auffassungen der Militärs und damit andere Befehle zur Umsetzung der ständigen Gefechtsbereitschaft als in Westeuropa gab, das ist doch wohl ein alter Hut und unstrittig.
Es sollte auch unter dem Gesichtspunkt der historischen Entwicklung der Streitkräfte der DDR begriffen werden.
Muss mann nicht, könnte aber beim Verständnis helfen.

Niemand aus diesem Forum hat nach dem II.WK die Trennlinie zwischen den Alliierten WEST und OST gezogen. Trotzdem wissen wir das es sie gab und wie sich das bis 1990 entwickelt hat.
Dass nun wesentliche Dinge in der DDR nach sowjetischem Muster/Vorbild/Regeln/Erfahrungen entwickelt und umgesetzt wurden, resultiert doch daraus und ist ebenso unstrittig.

Die seit dem Überfall der Wehrmacht auf Polen und erst recht auf die Sowjetunion entstandenen Ängste waren doch ursächlich für nach 1945 "höhere Bewertung" einer ständigen Gefechtsbereitschaft.

Ich mag diesen Beispiel-Fall des jungen Vaters im Wehrdienst überhaupt nicht bewerten- er ist mir schlichtweg "sch...egal". Aber nicht weil ich keine Gefühle hätte, sondern weil man die Zusammenhänge nicht kennt.
Wollte der überhaupt in Urlaub ? hatte er Bockmist gebaut und durfte deshalb nicht- das soll nicht unterstellt werden, aber wir wissen es nicht. Gab es vielleicht Phasen der besonderen Gefechtsbereitschaft mit daraus resultierender Urlaubssperre? (Tschechen-Kriese war durch, Polen-Kriese?)Schlicht gesagt, wir wissen es nicht. Symptomatisch für die DDR, die NVA oder die anderen bewaffneten Organe war es jedenfalls auch nicht.
Da brauch der interessierte Leser nur die NVA-Urlaubs-Vorschrift (freie Bezeichnung von mir) die DV 010/0/007 (wimre) irgendwo zu googeln - da steht doch etwas zur "Entbindung der Ehefrau" drin.
Das ist ja auch so ein Punkt. Man nannte das halt so, aus guten Grund (deshalb wurde wie in dem anderen Beispiel auf die BuWe bezogen noch vor der Einberufung geheiratet). War aber hier oft auch so.
Nicht verschweigen wollen wir aber auch, dass es auch Vorgesetzte gab, die eigene Auslegungen vollzogen haben. Ich meine "besondere Härte" um es "harmlos" auszudrücken. Solche Leute gab und gibt es aber immer und in allen Armeen. Auch das kann ein Grund für die lange Urlaubssehnsucht gewesen sein.

Ohne Werbung zu machen empfehle ich hier mal das Buch von unserem User @13.08.Sojus . Wirklich lesenswert, weil es genau aus dieser Sicht des Soldaten geschrieben wurde, der das am eigenen Leib ertragen musste. Auch genau das, worum es in diesem Thema ganz speziell geht.

Also zusammenfassend kann und darf man es nicht bestreiten, aber man darf es genauso wenig als grundsätzlich allgemeinen Fakt darstellen.
Erst recht finde ich es befremdlich, daraus "systemkritische Bewertungen" ableiten zu wollen.
Das wäre nur der Beweis für die Unkenntnis der zusammenwirkenden Umstände und Bedingungen einer zum Glück vergangenen Zeit.



@BerndK5,
danke für den umfangreichen Beitrag, ich sehe vieles nicht anders. Vom Grundsatz habe ich zwei simple Fragen gestellt, die von einem Zeitzeugen und davon sind ja einige im Forum vorhanden, ganz einfach zu beantworten wären. Doch ich habe langsam den Eindruck, hier wird alles hochpolitisch gesehen, oder besser gesagt, es unterliegt alles der höchsten Geheimhaltungsstufe.
Nun ja, mir ist diese Denkweise einfach fremd, vielleicht liegt es an meiner Herkunft und Erziehung.
Nun warte ich mal ab was nun noch kommt.

Fähnrich


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07.01.2021 00:26
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#33
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Nö, @Fähnrich , das solltest Du nicht so sehen, obwohl die Gründe zu solcher Sichtweise real sind.

Aus meiner Sicht ist häufig das Problem, dass man nicht am Biertisch (oder mit Cola oder Kaffee) sitzt und sich zu diesen Fragen unterhalten kann.
Da können Unklarheiten durch Gestik oder Mimik oft schon ausgeschlossen werden, oder werden mit Kurzfragen problemlos geklärt.

Hier entsteht oftmals (unbeabsichtigt) der Ruch, da könnte Jemand anderes einen User provozieren wollen, oder, oder, oder ......
So etwas gerät dann nicht selten aus der Kontrolle, manchmal auch zu extremen persönlichen Anfeindungen untereinander.
Leider ist Niemand, auch ich nicht davor gefeit. Auch ich habe schon mal was in den falschen Hals gekriegt , wie man es salopp so sagt.

Eine solche Kiste dann wieder gerade zu biegen wird dann schwer.
Also nix für ungut. Außerdem kann man nur Meinungen oder und persönliche Erfahrungen darlegen- das kann schon bei Mitgliedern gleicher Kompanien unterschiedlich empfunden worden sein. Man muss sich machmal zwingen, da locker zu bleiben und den anderen Diskussionspartner auch mal tolerieren (wo es geht) .


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07.01.2021 06:04
#34
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Zitat
Ich hatte vom Grundsatz eine ganz simple Frage gestellt, wie wurden Frauen und Kinder von wehrdiensleistenden Soldaten versorgt. Weil es mich ganz einfach interessiert.



Hallo @Fähnrich, konkret 1977/78 gab es für die Ehefrau eines Grundwehrdienstleistenden 100,- M zusätzlich zum Lohn. Das waren etwa 10 - 20% plus. Pro Kind gab es 45,- M auch unverheiratet. Für Hochzeit, Kind und Umzug gab es jeweils 5 Tage Sonderurlaub.
Außerdem gingen die meisten Frauen in der DDR etwa ein halbes bis ca. ein Jahr nach der Geburt wieder Arbeiten. Krippen- bzw. Kigaplätze waren i. d. R. kein Problem.
Sven


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07.01.2021 07:45
#35
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....kurz etwas zum Thema Urlaub mit meinen Erfahrungen ...ich war nicht bei der NVA sondern bei den Grenztruppen in Berlin aber deckt sich ja vieles . Ich kann zur Gewährung von Urlaub nicht klagen, konnte öfters " Reisen " als andere , die Gründe, da wäre der Bogen hier zuweit geholt. Auch wurden Kameraden in der Einheit, die mal ein familiäres Problem hatten und etwas "gekrochen" sind , kurz mal ein KU gewährt unter gewissen Voraussetzungen . Und wie schnell etwas falsch ausgelegt werden kann zeigt die Geschichte eines Kameraden der war 18 Wochen !! nicht auf Urlaub, klingt unmenschlich aber er war allein , wollte einfach nicht . Aber musste auch die bittere Erfahrung machen , ein bereits genehmigter Urlaub zu einer großen Familienfeier, wurde wenige Stunden vor Antritt unbegründet gekanzelt, die Gründe stehen vllt in irgendeiner Akte, hab sie nie erfahren .
Aber es sind meine Erfahrungen und ja es wurde hier richtig geschrieben , man kann Ereignisse von vor 50 Jahren, nicht aus jetziger Sicht und politischen Verhältnissen bewerten und beurteilen. Mein persönliches Fazit nach dem Wehrdienst war, ich hatte es doch ganz gut getroffen, Grund war auch meine "Tätigkeit " als Trabi und Wartburgfahrer, wo ich nichts mit Dienst an der Mauer zu tun hatte , hatte etwas von Zivi und ich hab
einiges fürs Leben gelernt ....


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07.01.2021 07:53
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#36
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Die Privatangelegenheiten einzelner Grundwehrdienstler wurden oftmals nicht berücksichtigt. Meist unter dem Gesichtspunkt der Gefechtsbereitschaft.

Wir hatten einen KC der hat uns gesagt, ein Soldat im GWD braucht überhaupt keinen Urlaub. Im Krieg waren viele Soldaten länger als 18 Monte nicht zuhause.

Am Ende hing es vom Einfühlungsvermögen der Vorgesetzten ab. Wo ein Wille war, hat man auch einen Weg gefunden.

Ich habe da aber leider nicht allzu viel Willen erkennen können, obwohl ich in den 18 Monaten 12 mal auf Urlaub gefahren bin.

Uli


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07.01.2021 08:05 (zuletzt bearbeitet: 07.01.2021 08:12)
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#37
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Wenn ich die Mutter meiner Kinder bei meinen Kindern wieder mal sehen sollte, dann frage ich sie mal was es 1982 als Hilfe gab, selber weiß ich es echt nicht mehr.
Ich weiß nur das es schon "knapp" war für meine Frau alles zu stemmen, sie hatte als Krippenerzieherin damals was um die 400 Mark Verdienst und alles umsonst gab es in der DDR auch nicht, in der HO wollten die schon Geld wenn du eingekauft hattest, Kindersachen kosteten auch und Kohlen für den Winter mussten auch bezahlt werden.
Ich weiß nur noch das ich vom Sold immer etwas zurückgelegt hatte was ich zum Urlaub mit heim nahm, an der Grenze war der Sold relativ gut und ich habe ja nur Geld für Zigaretten, Kaffee und ab und an mal ein Bierchen gebraucht.
Das Geld war aber relativ, Schei... war das ich die interessanteste Zeit der Entwicklung eines kleinen Kindes verpasst hatte, wie geschrieben, bei 10 Monaten weg und als ich wieder dauerhaft Daheim war, war der kleine schon über 2 Jahre, die paar Tage Urlaub konntest du da vergessen, zumal die Reise schon 24 Stunden dauerte hin und zurück.


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07.01.2021 08:06 (zuletzt bearbeitet: 07.01.2021 08:10)
#38
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...ja war vllt auch etwas abhängig, welchen Stellung man hatte und Sympathie spielte bestimmt auch eine Rolle , ich war insgesamt in den 18 Monaten, 19 mal auf Urlaub und es gab sicher auch Kameraden für die war der Dienst 'ne schlimme Zeit ...kann ja nur für mich urteilen und was ich in der Einheit für Erfahrung gemacht habe ...
....ich hab mich manchmal selber gewundert wie gut ich es "getroffen" hatte , denn ich war nur ein "normaler Bürger".....möglicher Grund, hatten keine Westverwandschaft und war dadurch höher bestätigt ...aber glaube mit enger Westverwandschaft kam man sowieso nicht an die Grenze...
....und persönliche Stärke spielte bei der "Bewältigung" des Wehrdienstes auch eine große Rolle ...


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07.01.2021 08:19
avatar  R-363
#39
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Zitat von Fall 80 im Beitrag #36
Wir hatten einen KC der hat uns gesagt, ein Soldat im GWD braucht überhaupt keinen Urlaub. Im Krieg waren viele Soldaten länger als 18 Monte nicht zuhause.


Was für ein Schwachkopf!

Soldat vom 01.11.1971 bis 30.06.2006 StOFä (NVA) a.D.; StFw a.D.

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07.01.2021 08:22
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#40
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Zitat von Dynamo53 im Beitrag #38
...ja war vllt auch etwas abhängig, welchen Stellung man hatte und Sympathie spielte bestimmt auch eine Rolle , ich war insgesamt in den 18 Monaten, 19 mal auf Urlaub und es gab sicher auch Kameraden für die war der Dienst 'ne schlimme Zeit ...kann ja nur für mich urteilen und was ich in der Einheit für Erfahrung gemacht habe ...
....ich hab mich manchmal selber gewundert wie gut ich es "getroffen" hatte , denn ich war nur ein "normaler Bürger".....möglicher Grund, hatten keine Westverwandschaft und war dadurch höher bestätigt ...aber glaube mit enger Westverwandschaft kam man sowieso nicht an die Grenze...
....und persönliche Stärke spielte bei der "Bewältigung" des Wehrdienstes auch eine große Rolle ...


@Dynamo53 Wenn alle mit Westverwandtschaft nicht an die Grenze gekommen wären, dann wäre es schwierig geworden die Sollstärke zu erreichen. Auf der GK waren einige mit Westverwandtschaft. Manche haben zwar nicht darüber gesprochen, weil sie nicht auffallen wollten.

Ich hatte zwei Cousinen, einen Onkel und einen Cousin meiner Mutter im Westen und zu allen hatten wir regelmäßigen Kontakt. Briefe, Pakete und auch Besuche.

Uli


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07.01.2021 09:01
avatar  R-363
#41
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Zitat von Fall 80 im Beitrag #40
Ich hatte zwei Cousinen, einen Onkel und einen Cousin meiner Mutter im Westen und zu allen hatten wir regelmäßigen Kontakt. Briefe, Pakete und auch Besuche.


Hatte ich so ähnlich auch und ich durfte 1971 nicht zu den GT. Das kann aber auch an der Zeitschiene liegen.

Soldat vom 01.11.1971 bis 30.06.2006 StOFä (NVA) a.D.; StFw a.D.

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07.01.2021 09:15
#42
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....ja war auch vllt abhängig was in der Akte stand ob man grenztauglich war und nach all den Jahren verblassen auch gewisse Erinnerungen. Und persönlich denke ich , man musste auch die Grenzer bei gewisser Laune halten , damit sie Dienst nach Vorschrift machten und beim Grenzdienst nicht auf " Dumme Gedanken " kamen ..


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07.01.2021 09:17
#43
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...und hab in der eigenen Familie noch 'ne außergewöhnliche Besonderheit, mein Bruder wurde eingezogen als ich entlassen wurde und er kam in die selbe Einheit und als Steigerung in's gleiche Zimmer...


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07.01.2021 09:29
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#44
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Zitat von R-363 im Beitrag #41
Zitat von Fall 80 im Beitrag #40
Ich hatte zwei Cousinen, einen Onkel und einen Cousin meiner Mutter im Westen und zu allen hatten wir regelmäßigen Kontakt. Briefe, Pakete und auch Besuche.


Hatte ich so ähnlich auch und ich durfte 1971 nicht zu den GT. Das kann aber auch an der Zeitschiene liegen.

Zitat von Dynamo53 im Beitrag #42
....ja war auch vllt abhängig was in der Akte stand ob man grenztauglich war und nach all den Jahren verblassen auch gewisse Erinnerungen. Und persönlich denke ich , man musste auch die Grenzer bei gewisser Laune halten , damit sie Dienst nach Vorschrift machten und beim Grenzdienst nicht auf " Dumme Gedanken " kamen ..


@Dynamo53 @R-363

Nach der Musterung rechnete ich fest damit erst im Alter von 25 Jahren als Mot. Schütze nach Eggesin zu kommen.

Habe dann eine Freistellung für das Studium beantragt, auf die ich nie eine Antwort bekommen habe.

Nicht lange danach kam der Einberufungsbefehl nach Eisenach ins GAR.

Uli


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07.01.2021 09:34
#45
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...ich hatte das Glück, sofort nach der Lehre ging es ab , konnte dadurch gut mein weiteres Leben planen und hatte dann keine weiteren "Dienste"...


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