Wo sind denn die Hundeführer aus den Grenzkompanien abgeblieben?

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31.12.2020 14:24
avatar  Ehli
#16
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Die HF haben sich getarnt.
Eigentlich wurde doch über alles schon geschrieben und neues, kommt wohl kaum noch dazu.
Ich war 1967/68 in Berlin- Mitte, GR.33, als DHF eingesetzt.
4 Wochen Grundausbildung, 4 Wochen Ausbildung mit den Hund und ab zum Dienst.
Tagesablauf: Zwinger reinigen, abhängen in der Zwingeranlage
Fahrt zur Ausbildung auf den Hundeplatz, wieviel mal ,keine Ahnung, vergessen.
Auf den Hundeplatz kam an diesen Tag immer das Bierauto, ergo Abladen und Leergut laden und dann??
2 Uffz. für die DHF
1 Uffz. für die Wachhunde
2 DHF täglich zum Nachtdienst
1 DHF am Tag, wenn nötig zur Absicherung von Arbeiten
2 Wachhundeführer täglich zur Versorgung der Wachhunde im Abschnitt, Futter und Wasser in Milchkannen + 1 Uffz
mit MPI und Rechen zur Absicherung
Wachhunde wurden nach 14 Tagen ausgewechselt.
So das wars erstmal
Guten Rutsch
Ehli

Ich habe es mir nicht ausgesucht, ein Ossi zu sein....
Ich hatte einfach Glück!

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01.01.2021 12:47
avatar  Sonne
#17
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Hallo Ehli ich war an der grünen Grenze siehe mein Fotoalbum im Forum.
Ähnliche Abläufe !

Gruß Sonne

05/66-10/67
18 Monate meiner Jugend
in Glowe, Rothesütte, Elend

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02.01.2021 21:07
avatar  Ehli
#18
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Es lohnt sich, den Artikel zu lesen
Hunde an der Deutsch- Deutschen Grenze:

Viele Besucher unserer Seiten sprechen mich bezüglich der DDR Schäferhunde an der Mauer an. Ehrlich gesagt, fällt mir kein Grund ein, warum dieses Thema die Menschen so brennend interessiert. Wahrscheinlich sind es die Gerüchte und Vorurteile, die man Schäferhunden aus DDR Linien in Verbindung mit der früheren Grenze nachsagt.

1974 und 1975 gehörte ich den Truppen der NVA als Grenzsoldat an, um dort den damaligen Grundwehrdienst zu leisten. Ich versuche euch nun meine Sicht über die Mauerhunde für den Grenzabschnitt Salzwedel zu schildern, in dem ich stationiert war.

Es gibt mir bekannte Gerüchte:

- Hunde wurden an der Grenze sehr schlecht versorgt

- Hunde waren aggressiv und scharf (so genannte Menschenfresser)

- Hunde wurden auf Menschen regelrecht losgelassen

Nun meine Aufgabe an der Grenze bestand darin, ca. 80 Hunde täglich zu betreuen, die zur Grenzbewachung eingesetzt wurden. Sie waren an Seiltrassen gekettet oder freilaufend in Laufgehegen unterwegs. Weiterhin hatten wir eine spezielle Hundemeute, die für den so genannten Ernstfall an der Mauer ausgebildet wurde, um die "Grenzverletzer" von Ost nach West zu stellen. Sie bestand aus 4 Hündinnen und einem Rüden.

Diese 5 Tiere waren sehr gut ausgebildet, sie bissen im Training auf den Ganzkörperschutzanzug. Die Hundemeute wurde nur im Schutzdienst sehr gut ausgebildet, während die "Grenzaufklärer" Tiere trainierten, die auch für die Fährtensuche sehr gut geeignet waren.

Kam es dazu, dass ein "Flüchtling" in Grenznähe vermutet wurde, mussten wir mit der Hundemeute in die entsprechende Gegend ausrücken. Durch die Ausbildung mit Hundepfeifen leiteten wir sie bei den Einsätzen mit Signalen in die richtigen Gebiete.

Im großen und Ganzen war die Masse der Hunde aber nicht abgerichtet, geschweige denn ausgebildet. Der überwiegende Teil der Tiere war nervenschwach, die bei der kleinsten Kleinigkeit losbellten und Alarm schlugen. Überdies waren auch Hunde dabei, die für die Zucht im Schäferhundverband nicht zu verwenden waren mit kleinen anatomischen Mängeln wie zum Beispiel Zahnfehler, Einhoder, Übergröße, etc.

In erste Linie waren die Hunde zur Abschreckung angedacht. Dadurch, dass eine Vielzahl von ihnen an der Grenze stationiert war und alle zusammen kläfften, machte sich natürlich Angst breit. Somit wurde das Ziel des DDR Regimes erreicht.

Schlugen Hunde in der Nacht oder am Tag Alarm war es strikte Anweisung für die "Grenzer", dass sie das Gebiet rund um den Hund gründlich abzusuchen hatten. Aufgrund der beschriebenen Nervenschwäche kam das Spektakel sehr oft vor, während sich die Hunde dabei gegenseitig aufheizten, hatten die "Grenzer" so manch einen Weg umsonst zu gehen.

.

Die ärztliche Versorgung in unserem Bereich war nahezu tadellos. Die Hunde wurden geimpft, untersucht und bei Krankheit versorgt. Im "Objekt" waren weitere Hunde untergebracht, die im Wechsel in die Laufgehege oder an die Seiltrassen gekettet wurden, damit sich die kranken Tiere erholen konnten. Gefüttert wurden sie mit Frischfleisch, Trockenfutter, Pansen etc.

Ich habe auch schon mal gehört, dass die Grenzhunde angeblich mit Blut gefüttert wurden, damit sie die "Grenzverletzer" aggressiver und tödlicher stellten. Dazu kann ich nur sagen, alles Phantasien aus einem schlechten Horrorfilm.

Fest steht dennoch, dass es auch richtig böse Hunde gab, denen sich ein Mensch lieber nicht hätte nähern sollen. Schlecht für die Ausbildung zu gebrauchen, da unberechenbar für den Menschen. Die Hunde waren aber eine Seltenheit. In den Gebieten in denen es Versuche gab das Land in Richtung BRD zu verlassen, wurden sie verstärkt eingesetzt bzw. an den Orten, an denen es bereits zu "Grenzübertritten" gekommen war.

Der heutige Zoll oder die Polizei würden in einem WM Finale zwischen Deutschland und Holland doch auch keine Schosshunde für den Schutz der Bürger einsetzen. Aus der Sicht des Regimes war der Schritt durchaus nachvollziehbar.

In der Zeit, in der ich als Grenzsoldat dienen musste, habe ich auch nie erlebt, dass Hunde auf Flüchtlinge gehetzt wurden oder ähnliches. Der Grenzabschnitt Salzwedel beherbergte ausschließlich Schäferhunde. In anderen Abschnitten mag dies anders gewesen sein. Die Schäferhunde wurden bei Züchtern oder Privatleuten vom Grenzregiment gekauft. An der Grenze selber wurde aber verwunderlicherweise nie gezüchtet und versucht die Population bzw. Hundebestand auf diesem Weg zu erweitern.

Soweit so gut, ich hoffe nun, dass ich mit diesem kleinen Auszug aus dem Leben als Grundwehrdienstleistender in der Grenzhundestaffel ein wenig Licht in das Dunkel rund um den Schäferhund als Mauerhund bringen konnte.
Quelle: http://www.parchimer-land.de/mauer.htm

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02.01.2021 22:12
#19
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Eine Frage zu Hundelaufanlagen?
Hattet ihr Einfluss wo und wie diese aufgestellt wurden entsprechend der Geländebeschaffenheit.
In einer Nachtschicht hatte ich die unangenehme Begegnung das die Seillänge des Schäferhundes so lang war das er bis in die Hälfte des Weges kam.
Nur durch einen reflexartigen Sprung konnte ich mich dem Biss entziehen.
Da hat der Arbeitsschutz (Grenzschutz) nicht funktioniert.

=========================================
Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.
Konfuzius

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02.01.2021 22:28
#20
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@Schreiber ein fast ähnliches Erlebnis hab ich hier auch schon beschrieben und welche Konsequenzen es danach hatte.

Gruss Hein


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02.01.2021 22:41
avatar  Ehli
#21
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#19
Einfluss hatten wir nicht. Ich kann auch die Frage nicht beantworten, sage nur ,es war so und hat sich auch nichts geändert in meiner Zeit. Die Entscheidungen über den Einsatz der Wachhunde, in welchen Bereichen, wurde bestimmt im Stab festgelegt. Zu meiner Zeit in Berlin- Mitte wurden die Wachhunde dort eingesetzt, wo das Gelände nicht einsehbar war. Eventuell kann noch ein anderer User dazu was sagen.
Seillänge falsch gemessen, Hund kann nix dafür.
Ehli

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03.01.2021 09:25 (zuletzt bearbeitet: 03.01.2021 09:34)
avatar  Hanum83
#22
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Mein Stubenkamerad war auch Hundeführer, wenn der seine liebliche ..., der Name ist mir entfallen, mitgenommen hat war mir immer mulmig.
Einmal hat uns ein Trabant-Posten von der Kompanie mit rausgefahren in den Abschnitt.
Am Tor hab ich die Spusi gemacht und abgeschlossen, beim Einsteigen auf die Rückbank hat mich das Vi... in den Hintern gebissen.
Einmal hat er am Waldrand etwas geruht, also ein Nickerchen gehalten und Hundi lag entspannt zwischen uns, als ich in die Brusttasche nach meinen Zigaretten greifen wollte, fuhr sie rum und wollte mir ins Gesicht beißen, ihre Zähne knallten richtig knapp vor meinen Augen zusammen.
War eine deutsche Schäferhündin.

----------------------------------------------------------------------------
Wer nichts weiß muss alles glauben.

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03.01.2021 10:06 (zuletzt bearbeitet: 03.01.2021 10:10)
#23
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@Hanum da warst du wohl zum anbeissen 😃😃oder Sie stand auf dich und hat nur so ihre zuneigung gezeigt

Kleiner scherz 😉
Ich versuchte immer gesunden respektsabstand zu halten


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03.01.2021 10:17
#24
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Wir hatten 2Hunde in der GK.Hundeführer waren die Aufklärer und ein Soldat.Assi,war friedlich ,solange sie Uniformen sah oder roch.Ich hatte die öfter im P3.Sie legte ihren Kopf auf meine Schulter und schaute vorn durch die Windschutzscheibe.Wohl war mir nicht dabei aber ist nie etwas passiert.Die Hunde bekamen auch so manchen leckeren Happen aus der Küche.


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03.01.2021 10:57
#25
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Beitrag #18 kann ich so nur bestätigen, danke für´s Einstellen @Ehli

vielleicht nur, dass unsere Meute etwas größer war 10-12 Hunde, glaube ich, ihr Einsatz war während meiner Zeit nicht erforderlich, darüber bin ich heute noch froh!

Zu unserem Bestand an Wachhunden gehörten außer Schäferhunden, Riesenschnautzer, Rottweiler, Kaukasier, Riesenspitze und Bernersennenhunde, wobei der Anteil von Schäferhunden bei etwa 85 Prozent lag.

Gezielt gezüchtet wurde bei uns auch nicht, ab und an gab es mal paar Welpen (wenn sich mal einer lose gemacht hat und seinen Spaß hatte), geworfen haben die Hündinnen in der Zwingeranlage, diese Welpen wurden dann meist mit großgefüttert und später an der Trasse genutzt.
Wie gesagt meißt, nicht immer. Es war nicht die Regel.

Die Standorte der Hula wurde von höherer Stelle entschieden und befohlen, hier zählten wohl Kriterien wie Geländeübersichtlichkeit, Geländebeschaffenheit, leichte Erreichbarkeit mögl. GV zu Ortschaften sowie aus Erfahrung gewonnener Frequentierung der betreffenden Abschnitte.

Größenteils blieben alle Seillaufanlagen an ihrem Standort während meiner Zeit. Es kam vor, dass sich ein Pflock im sumpfigen Gelände löste, der das Seil auf Spannung hielt. Dann musste er neu eingeschlagen und des Seil neu gespannt werden, was nur mit ungeheurem Kraftaufwand gelang, ein Fahrzeug konnte selten beim Seil spannen oder aufrichten der Böcke helfen, da es sich festfuhr (z.B. hinter und um der Ortschaft Veltheim/Abschnitt 1; Stapelburg/Abschnitt 4)
Werkzeug und Ersatzteile waren meißt an Bord des Fütterfahrzeugs.

schönen Restsonntag, gruß h.


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03.01.2021 22:47 (zuletzt bearbeitet: 03.01.2021 23:27)
avatar  Ehli
#26
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Schreibe lieber hier ein paar Zeilen, da muss man sich nicht streiten.
Eine Episode aus meiner Dienstzeit:
Halbjährlich wurde eine Stabsübung durchgeführt mit allen drum und dran.
Jedenfalls mussten immer zwei Hundeführer mit, warum immer Hundeführer aus der Kaserne, Am Kupfergraben,
weiß der Geier. MPI + Muni empfangen, Hund satteln und zum Auto und nach Treptow. Wir waren spät dran und wir mussten auf einen Lkw aufsitzen, welcher Kisten geladen hatte. Die Fahrt erfolgte in Kolonne, unser Lkw war der letzte.
Wir hatten gute Sicht und konnten die Regulierer beobachten. Angekommen im Übungsgebiet, ein Wald, Fahrzeuge wurden getarnt, merkte man, mit was für einen Lkw wir gefahren sind, ein Muni Lkw. Das Geschrei war groß und wir bekamen einen anderen Platz zu gewiesen.
Futter für die Hunde, natürlich in den Kannen.
Einweisung Für die Hundeführer
Bewachung des Stabes ab 22.00 - 06.00 Uhr,
Es wurden Grenzen fest gelegt, welche nicht überschritten werden durften. Es wurde uns gesagt, nur wir hätten scharfe Muni. Bei Überschreiten der fest gelegten Grenzen ist die Schusswaffe an zu wenden.
So nun stand im Wald mit meinen Kameraden mit 4 Beinen.
Am Tag ging es zum schlafen, auf den Lkw, natürlich mein Freund auch.
Wenn es frisch wurde ,mit dem Regenumhang umhüllt, natürlich auch meine "Wärmflasche".
Einmal bin ich zur Feldküche und habe den Furier gesagt, er solle mal eine Salami raus rücken. Hat er dann auch gemacht, Hude haben auch Hunger.Ergo auf den Lkw und los ging es mit der Salami. Es erschallte der Ruf "Gasalarm"
Hat uns aber nicht gestört bis ein Offizier in den Lkw schaute und bemerkte, das wir keine Schutzmaske auf hatten.
Antwort von mir: Geht nicht, die Hunde erkennen uns nicht
Bleiben sie auf den LKW ruhig sitzen, zu was ein Hund alles gut war.
So das wars erstmal
Ehli
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17.03.2021 13:39 (zuletzt bearbeitet: 17.03.2021 13:43)
#27
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Vielleicht hatte ich für meine Frage das falsche Thema gewählt.
Möchte hier mal meine Frage einstellen.
Gab es bei den GT Wolfshunde aus der CSSR im Einsatz? Welch Erfahrungen machte machte man im Umgang mit diesen Tieren?
Wir besitzen in der Fam. einen 5 Monate alten Tschechischen Wolfshund (Rüden). Derzeit noch am Anfang der Ausbildung.


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17.03.2021 15:07
#28
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Nee, @Wildhüter , beim besten Willen, einen Wolfshund gab es bei uns im GR.20 im 1.GB. zu meiner Zeit mit Sicherheit nicht. Daran könnte ich mich erinnern. Kann Dir leider nicht helfen, so einen außergewöhnlichen Hund haben auch mir pers. bekannte Züchter nicht.

gruß h.


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17.03.2021 16:39 (zuletzt bearbeitet: 17.03.2021 16:40)
#29
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@hundemuchtel, ich bedanke mich für die Antwort.


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17.03.2021 16:43 (zuletzt bearbeitet: 17.03.2021 16:51)
#30
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Sein Verhaltenswesen. Ich hatte mal gelesen, das es wohl auch Test bei den GT gab.


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