Flucht über die tschechoslowakische Grenze in den Westen

12.12.2020 22:09 (zuletzt bearbeitet: 12.12.2020 22:36)
avatar  Ehli
#1
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Wenn es um Fluchtversuche von DDR-Bürgern geht, stehen meist die Ereignisse an der Berliner Mauer im Fokus. Der Historiker Jan Gülzau widmete sich Fällen an der sächsisch-bayrischen und sächsisch-tschechoslowakischen Grenze. Dabei erforschte er auch den Fluchtversuch eines Mannes aus Dresden, der besonders tragisch endete.
https://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Das-t...chs-aus-der-DDR

Ergänzung:
Grenzopfer an der sächsisch-bayerischen und sächsisch-tschechischen Grenze in den Jahren 1947–1989
Jan Gülzau
Selbstverlag, Dresden 2012
68 Seiten, online-Publikation des HAIT Dresden
vergriffen
Den Volltext könnt Ihr euch runterladen als PDF Datei
https://hait.tu-dresden.de/ext/publikati...ublikation-191/
Ehli

Ich habe es mir nicht ausgesucht, ein Ossi zu sein....
Ich hatte einfach Glück!

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12.12.2020 22:14
avatar  Ehli
#2
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Die Flucht der Inka Jankowski in den Westen
Oktober 1989. Der erste Zug mit Prager Botschaftsflüchtlingen verlässt Prag Richtung Westen. Er muss durch die DDR fahren. Inka Jankowski und ihr Bruder leben in Freienhufen bei Großräschen. Sie wollen auf den Zug aufspringen. Ihre Flucht wird zur Odyssee.
https://www.rbb24.de/studiocottbus/beitr...cht-semsch.html
Ehli

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13.12.2020 08:36
avatar  RalphT
#3
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Ich frage mich welche Grenze war einfacher zu überwinden? DDR oder CSSR?

Vergleichen kann man die Grenzen oder deren Sicherungsmaßnahmen nicht miteinander. Meiner Meinung nach, war beides kaum möglich.
Früher war in der CSSR ein Elektrozaun ,der mit einer hohen Spannung (ca. 8 kV oder so) versorgt wurde, im Hinterland aufgebaut. Vom Westen war der Zaun nicht zu sehen. Statt dessen sahen die Wessies nur einen kleinen Zaun. Das sollte nicht die Brutalität der Sicherungsmaßnahmen zeigen.


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13.12.2020 08:56 (zuletzt bearbeitet: 13.12.2020 08:59)
#4
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Zitat von RalphT im Beitrag #3
Ich frage mich welche Grenze war einfacher zu überwinden? DDR oder CSSR?

Vergleichen kann man die Grenzen oder deren Sicherungsmaßnahmen nicht miteinander. Meiner Meinung nach, war beides kaum möglich.
Früher war in der CSSR ein Elektrozaun ,der mit einer hohen Spannung (ca. 8 kV oder so) versorgt wurde, im Hinterland aufgebaut. Vom Westen war der Zaun nicht zu sehen. Statt dessen sahen die Wessies nur einen kleinen Zaun. Das sollte nicht die Brutalität der Sicherungsmaßnahmen zeigen.



Keine von beiden.
Galt auch für die Grenzen zu Österreich, Yugoslawien, Griechenland, etc..

08.09.2019, 21.59 Uhr
Grenze zur CSSR (4)
P.S.: Der Zaun unter Hochspannung war in Teilbereichen von Bundesgebiet und Österreichischem Gebiet einsehbar.

"Mobility, Vigilance, Justice"

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13.12.2020 17:03
avatar  Ehli
#5
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Republikflucht
Späte Entschädigung für DDR-Flüchtling
Nicht nur an der deutsch-deutschen Grenze starben sogenannte – auch an der deutsch-tschechischen Grenze wurde auf sie geschossen. Jetzt erzählt der erste Ex-DDR-Bürger, der von Tschechien für seine schwere Verletzung entschädigt worden ist, was ihm damals passiert ist.
https://www.deutschlandfunk.de/republikf...ticle_id=441705

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13.12.2020 17:34
avatar  RalphT
#6
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Dort im Text ist die Rede vom Hochböhmerwald. Wo mag das gewesen sein?


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13.12.2020 17:59
avatar  Gert
#7
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Zitat von RalphT im Beitrag #6
Dort im Text ist die Rede vom Hochböhmerwald. Wo mag das gewesen sein?


wiki erklärt es so :
Die Bezeichnungen Bayerischer Wald und Böhmerwald werden uneindeutig verwendet und waren zeitlichen Veränderungen unterworfen. Die Hauptkette der Region nennt man hoher Böhmerwald. Der Große Arber auf bayerischer Seite ist mit seinen 1456 Metern der höchste Punkt dieses Mittelgebirges. In Tschechien und Österreich ist der auf der Grenze liegende Plöckenstein/Plechý mit 1378 m der höchste Berg. Daneben gibt es auch einen etwas niedrigeren Bayerischen Plöckenstein. Der Vordere Bayerische Wald wird nicht zum Böhmerwald gezählt, sondern als der (eigentliche) Bayerische Wald dem Böhmerwald gegenübergestellt; wird (wie umgangssprachlich häufig) der Böhmerwald zum Bayerischen Wald gezählt, so nur der Teil, der in Bayern liegt.

der Teil auf tschechische Seite heißt Sumava ( gesprochen Schumava, im tschechischen mit einem Häkchen über dem S )


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13.12.2020 19:28
avatar  RalphT
#8
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Ich dachte auch, dass der hohe Böhmerwald eben der Teil ist, wo die höchsten Berge sind. Und das ist so ungefähr gegenüber vom Großen Arber. Das ist eigentlich genau der Teil, wo ich schon sehr oft gewesen bin.

Das ganze Gebiet war ja damals alles mil. Sperrgebiet. Ca. 25 km zur deutschen Grenze war hinter dem letzten Ort die erste Schranke. Oder ca. 11km querfeldein bis zur deutschen Grenze. Dort durften nur noch Berechtigte durch. In diesem Fall also auch noch Jäger etc. Irgendwann kam eine weitere Schranke. Dort nur nur für die Grenztruppen. Also da hatte der Flüchtling einen richtig langen Weg im Sperrgebiet zu durchqueren. Ich kenne das Gebiet recht gut. Da muss man schon recht fit sein, diesen Weg querfeldein zu durchqueren.


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13.12.2020 19:38 (zuletzt bearbeitet: 13.12.2020 19:39)
avatar  Gert
#9
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Zitat von RalphT im Beitrag #8
Ich dachte auch, dass der hohe Böhmerwald eben der Teil ist, wo die höchsten Berge sind. Und das ist so ungefähr gegenüber vom Großen Arber. Das ist eigentlich genau der Teil, wo ich schon sehr oft gewesen bin.

Das ganze Gebiet war ja damals alles mil. Sperrgebiet. Ca. 25 km zur deutschen Grenze war hinter dem letzten Ort die erste Schranke. Oder ca. 11km querfeldein bis zur deutschen Grenze. Dort durften nur noch Berechtigte durch. In diesem Fall also auch noch Jäger etc. Irgendwann kam eine weitere Schranke. Dort nur nur für die Grenztruppen. Also da hatte der Flüchtling einen richtig langen Weg im Sperrgebiet zu durchqueren. Ich kenne das Gebiet recht gut. Da muss man schon recht fit sein, diesen Weg querfeldein zu durchqueren.


so breit sollte das Sperrgebiet sein ? Hmm, ich fuhr ja oft mit meiner böhmische Holden zu ihrer Verwandtschaft. Da sind wir über den Grenzübergang Waidhaus/Rozvadov ( Roßhaupt) gefahren. Dort war eine Vorkontrolle bei der Ausreise , die war aber höchstens 5 km davor eher weniger.(vergleichbar mit DDR Grenze 5km Vorkontrolle )
Mitunter sind wir über Wien gefahren, da das Ziel in Südmähren nahe der österreichischen Grenze war. Dort fuhren wir über den Grenzübergang Drasenhofen/Mikulov(Nikolsburg ) Da konnten wir bei der Ausreise einige km parallel zum Doppelzaun (Stacheldraht ) fahren um dann in einem 90 Grad Knick ca. 100 m bis zur tschechischen Kontrollstation zu gelangen. Da war vorher keinerlei Kontrolle, also da hätten auch DDR Bürger und Tschechen fahren dürfen. DerZaun war teilweise sehr nahe , etwa 20 m zur Straße.


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13.12.2020 19:43
avatar  RalphT
#10
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Ja das war zumindest sehr groß angelegt. Ich weiß das so genau, weil ich meinen tschechischen Bekannten danach gefragt hatte. Und er konnte sich sehr gut erinnern, wo für die Tschechen Schluss war. Also die erste Schranke.
Ok, das ist jetzt die Schranke für den Fahrtweg. Wie genau das in der Pampa aussah, weiß ich nicht. Hier der Weg von google:
Auch dort wurden Dörfer und Einsiedlungen nach dem Kriegsende beseitigt. Heute stehen dort nur ein paar Birken.

https://www.google.de/maps/dir/49.167266...ta=!4m2!4m1!3e0


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13.12.2020 20:00
avatar  Gert
#11
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Zitat von RalphT im Beitrag #10
Ja das war zumindest sehr groß angelegt. Ich weiß das so genau, weil ich meinen tschechischen Bekannten danach gefragt hatte. Und er konnte sich sehr gut erinnern, wo für die Tschechen Schluss war. Also die erste Schranke.
Ok, das ist jetzt die Schranke für den Fahrtweg. Wie genau das in der Pampa aussah, weiß ich nicht. Hier der Weg von google:
Auch dort wurden Dörfer und Einsiedlungen nach dem Kriegsende beseitigt. Heute stehen dort nur ein paar Birken.

https://www.google.de/maps/dir/49.167266...ta=!4m2!4m1!3e0


ist interessant. Der Grenzübergang in der Nähe ist Bay. Einsenstein und auf der anderen Seite Böhm. Eisenstein. DIe Grenze verläuft quer über den Bahnhof dieser Doppelgemeinde


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13.12.2020 22:51
#12
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Bis 1964 gab es eine Verbotenen Zone, Grenzverlauf 1km bis ca. 2km in die Tiefe des Hinterland, daran schloss sich die Grenzzone an, bis ca. 10km Tief.
Ab 1964 gab es nur noch eine Grenzzone, die ja nach Gelände bis 10km tief sein konnte.

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