Die DDR aus heutiger Sicht oder was soll schön gewesen sein?

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15.12.2020 11:22
avatar  furry
#31
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Zur CommonRail Technik siehe http://www.ifa-museum-nordhausen.de/allg...ndex.php?ID=131
und bis IFA-Innovationen aus Nordhausen scrollen.
Unter dem gleichen Titel auch etwas zur mobilen Verwertung von Biogas.

"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)

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19.01.2021 17:03
#32
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Am 17. Mai 2021 wird die DEFA 75 Jahre alt ... und genau dieses Jubiläum nimmt der MDR zum Anlass und sendet im filmischen Festjahr immer freitags - direkt nach dem "Riverboat" - eine DEFA-Produktion im MDR-Fernsehen. Im Anschluss gibt's den dann entsprechend auch in der ARD Mediathek.

Mein Erzgebirge,
hoch über dunklen Schächten lauscht deiner Halden wilde Einsamkeit.
Still raunen sie von guten Himmelsmächten,
von Berggeschrei aus längst vergangener Zeit.
(Edwin Bauersachs)


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19.01.2021 17:19
avatar  birx20
#33
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Danke für den Tipp.
Da sind gute DEFA Filme dabei.
"Spur der Steine" , "Die Legende von Paul und Paula" und andere Filme dabei.


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19.01.2021 17:53
#34
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die DDR konnte schon gute Produkte entwickeln und produzieren. Das war nicht das Problem. Das Problem war diese idiotische Wirtschaftspolitik, die sie betrieben. Der eigene Markt interessierte nicht, es wurde alles verhökert 1. wenn es Devisen brachte , 2.wenn nicht wurde es dem eigenen Markt zur Verfügung gestellt. So etwas wie Marktforschung/Bedarfsanalyse war ein Fremdwort. Das wäre aber ganz wichtig gewesen, wenn man schon aus politischen Gründen die freie Marktwirtschaft nicht zulässt. Das Wort Konkurrenz kannte die DDR Führung nur aus dem Sport, ansonsten war es ein Fremdwort für Mittag & Co -
Der einzige der den Lauf von Geschäften und freier Marktwirtschaft raffte, war der seltsame Obrist Schalck........
Warum muss es uns eigentlich noch besser gehen, wenn es uns gut geht?

*Hubert Joost


@Gert,
wenn sie wollte konnte die DDR hervorragende Produkte herstellen. Ich habe als Zentraleinkäufer in verschiedenen Handelsunternehmen gearbeitet und wir haben bis zur Wende, viele Produkte von Haushalts-Elektrogeräten in der DDR gekauft. Für uns bot es viele Vorteile, ein Import aus Fernost war nicht nötig, dazu sprach man eine Sprache, die Entfernung zum Produktionsort war nicht weit, Lieferungen erfolgten termingerecht, usw. Mich hat es damals schon gewundert, warum verschleudern sie ihre Produkte zu Niedrigpreisen, da die Qualität auch einen höheren Preis zugelassen hätte. Die Hintergründe waren mir damals nicht bewußt, meine Denke war einfach eine andere.

Fähnrich


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19.01.2021 18:15
avatar  birx20
#35
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Es gab eine ganze reihe weltmarktfähiger Produkte aus der DDR. Die zu großen Teilen zu Dumpingpreisen auf dem Weltmarkt vertickt wurden.
Die einzig sinnvolle Erklärung für mich ist die absolute Devisenknappheit der DDR, um damit wiederum sehr wichtige Importe aus den nicht sozialistischen Wirtschaftsgebiet (NSW) zu bezahlen.
Darüber hinaus kommt hinzu, dass diese Spitzenprodukte selbst in der DDR zu Ostmark nicht kostendeckend produziert wurden in den Betrieben, so das dass Defizit gesamtwirtschaftlich ständig stieg.
Das ständig wachsende Defizit (Unterdeckung im Staatshaushalt) war auch darin begründet, dass zudem Grundnahrungsmittel, Wohnungen (Mieten) , Strom u.a, nicht kostendeckend angeboten wurden.
Auf lange Sicht konnte eine solche Wirtschaftspolitik nicht gut enden, was am Schluss auch eintrat.


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19.01.2021 18:22
avatar  Fall 80
#36
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Zitat von birx20 im Beitrag #35
Es gab eine ganze reihe weltmarktfähiger Produkte aus der DDR. Die zu großen Teilen zu Dumpingpreisen auf dem Weltmarkt vertickt wurden.
Die einzig sinnvolle Erklärung für mich ist die absolute Devisenknappheit der DDR, um damit wiederum sehr wichtige Importe aus den nicht sozialistischen Wirtschaftsgebiet (NSW) zu bezahlen.
Darüber hinaus kommt hinzu, dass diese Spitzenprodukte selbst in der DDR zu Ostmark nicht kostendeckend produziert wurden in den Betrieben, so das dass Defizit gesamtwirtschaftlich ständig stieg.
Das ständig wachsende Defizit (Unterdeckung im Staatshaushalt) war auch darin begründet, dass zudem Grundnahrungsmittel, Wohnungen (Mieten) , Strom u.a, nicht kostendeckend angeboten wurden.
Auf lange Sicht konnte eine solche Wirtschaftspolitik nicht gut enden, was am Schluss auch eintrat.


@birx20 Ja wenn alle nur an der volkseigene Kuh melken und keiner ans Füttern und Tränken denkt, denn magert sie ab und fällt eines Tages tot um.

In der ersten Hälfte der DDR Zeit konnte man das Defizit immer noch mit der Enteignung des Mittelstandes ausgleichen. Als es nichts mehr zu enteignen gab, zehrten die Wohltaten an der Substanz bis hin zum Ruin.

Uli

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.


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19.01.2021 18:30
avatar  birx20
#37
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Ich denke es war in erster Linie die Uneffizienz in vielen Zweigen der Volkswirtschaft der DDR und der gigantisch aufgeblähte Staats- und Parteiapparat sowie die Militärausgaben und die Ausgaben für das MfS die am Ende zum Staatsbankrott geführt haben. Der ohne die Franz-Josef Strauß - Kredite schon zu Beginn der 80 iger Jahre eingetreten wäre.


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19.01.2021 18:30
#38
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Zitat von birx20 im Beitrag #10
Es war seit Mitte/ Ende der siebziger Jahre etwas "faul im Staate Dänemark" (DDR) um mit Shakespeares berühmten Worten zu sprechen.
Jeder der mit offenen und wachen Augen durchs Land fuhr, der sah da es kontinuierlich den "Bach runter ging".
Die herrschende Clique aus privilegierten Partei- und Staatsfunktionären hatte sich vom Volk vollkommen entfremdet und dämmerte in Wolkenkuckucksheim dem wirtschaftlichen und politischen Ende entgegen.
Scheinerfolge wurden hochgejubelt.
Das sogenannte Wohnungsbauprogramm , obwohl in den Innenstädte mehr Wohnungen unbewohnbar wurden als auf der morastigen grünen Wiese am Stadtrand Plattenwohnungen errichtet wurden.
Der niemals wirklich funktionsfähige 64 Megabit Speicher.
Honecker bekam davon eine Attrappe im Thumpstone (Grabstein) eingeschweißt überreicht.
Franz-Josef Strauß mit Notkrediten und Schalke mit kriminellen Dumpinggeschäften waren die Krankenpfleger am Sterbebett der DDR.
Das MfS bewachte das Kranken-bzw.Sterbezimmer der DDR über Jahrzehnte mit eiserner Treue, Disziplin und Pflichterfüllung.


Während man beim Kultmixer bis heute keine Sollbruchstelle finden konnte, hat man sie nach den Montagsdemos schnell mit der Stasi ausgemacht.
Alles was die DDR- Politik ausmachte war Stasi, Wandlitz und die Mauer, der Tunnelblick für alles Schlechte im Moment der Macht der Straße- ein verschossener Elfmeter trotz eines erstarrten Torwarts war ein nicht mehr korrigierbarer Fehler.
Wenn wir aus irgendeinem Grund mit Polen eine gemeinsame Geschichte und historisch bedingter staatlicher Trennung über Jahrzehnte hinweg gehabt hätten, so hätte auch niemand nach der Einheit geplärrt, weil es dort auch nur Polski Fiat und Zloty gab, da zog der Benz schon mehr.
Auf meinem persönlichen zeitgeschichtlichen Schmierzettel stelle ich Tag für Tag neue Parallelen fest, wie die Verarsche eines Volkes 1:1 weiter ging, ohne daß man sich noch groß drüber aufregte, nur damals war es richtig dramatisch.
Wenn jemand z. B. damals behauptet hätte, die DDR- Jugend darf im Westen Urlaub machen, wäre das als Lüge deklariert worden, obwohl ein gewisser Prozentsatz mit Glück und Protektion durchaus über Jugendtourist verreisen durfte, somit ist es auch nicht gelogen.
Wenn heute jemand behauptet, die Landespolitik (hier S.- Anhalt) fördert akkubetriebene Lastenfahrräder, so ist das eben auch nur bedingt wahr, weil alles nur ein Windhundrennen war und bestimmte Personen bevorzugt wurden, die schneller da waren oder über Vereine und Ferieneinrichtungen Kontingente blockiert hatten so wie das Jugendtourist auch bloß mit den Reisen getan hat.
Dem deutschen Afghanen ist es egal ob er vergeblich nach Wasser oder Fleisch rennen mußte, er hat‘s eben nicht gekriegt weil es nicht für alle reichte und er zu spät kam bei der Verteilung.
Diese Form der Ehrlichkeit und Allgemeingültigkeit von Prozeßbeschreibungen auch im Anbetracht der Wahrnehmung durch das Ausland wäre aber mal wichtig gewesen, um den tatsächlichen Wert unseres Lebensumfeldes umfassend und ehrlich zu umschreiben und da sind wir stecken geblieben.


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19.01.2021 18:31
avatar  Gert
#39
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Zitat von Fähnrich im Beitrag #34
die DDR konnte schon gute Produkte entwickeln und produzieren. Das war nicht das Problem. Das Problem war diese idiotische Wirtschaftspolitik, die sie betrieben. Der eigene Markt interessierte nicht, es wurde alles verhökert 1. wenn es Devisen brachte , 2.wenn nicht wurde es dem eigenen Markt zur Verfügung gestellt. So etwas wie Marktforschung/Bedarfsanalyse war ein Fremdwort. Das wäre aber ganz wichtig gewesen, wenn man schon aus politischen Gründen die freie Marktwirtschaft nicht zulässt. Das Wort Konkurrenz kannte die DDR Führung nur aus dem Sport, ansonsten war es ein Fremdwort für Mittag & Co -
Der einzige der den Lauf von Geschäften und freier Marktwirtschaft raffte, war der seltsame Obrist Schalck........
Warum muss es uns eigentlich noch besser gehen, wenn es uns gut geht?

*Hubert Joost


@Gert,
wenn sie wollte konnte die DDR hervorragende Produkte herstellen. Ich habe als Zentraleinkäufer in verschiedenen Handelsunternehmen gearbeitet und wir haben bis zur Wende, viele Produkte von Haushalts-Elektrogeräten in der DDR gekauft. Für uns bot es viele Vorteile, ein Import aus Fernost war nicht nötig, dazu sprach man eine Sprache, die Entfernung zum Produktionsort war nicht weit, Lieferungen erfolgten termingerecht, usw. Mich hat es damals schon gewundert, warum verschleudern sie ihre Produkte zu Niedrigpreisen, da die Qualität auch einen höheren Preis zugelassen hätte. Die Hintergründe waren mir damals nicht bewußt, meine Denke war einfach eine andere.

Fähnrich

@Fähnrich
Ich war Jahrzehnte als Verkäufer ( Industrie) tätig, also sozusagen dein Gegenüber. Wir beide wissen wie es geht, das Spiel Angebot und Nachfrage und die Preisbildung. Aber sie hatten keinen Schimmer davon was man unter dem Oberbegriff Marketing versteht. Irgendein Oberer , ich glaube es war Breshnew , soll mal sein westl. Partner gefragt haben auf seinen Auslandsgesprächen, ob man Marketing auch bei ihnen kaufen kann.


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19.01.2021 18:38
avatar  Gert
#40
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Zitat von birx20 im Beitrag #37
Ich denke es war in erster Linie die Uneffizienz in vielen Zweigen der Volkswirtschaft der DDR und der gigantisch aufgeblähte Staats- und Parteiapparat sowie die Militärausgaben und die Ausgaben für das MfS die am Ende zum Staatsbankrott geführt haben. Der ohne die Franz-Josef Strauß - Kredite schon zu Beginn der 80 iger Jahre eingetreten wäre.


ich weiss nicht ob ich da richtig liege. Finanziell ist deine Analyse richtig, dass die DDR schon etwa 9 Jahre früher fertig war. Jedoch das politische Umfeld passte nicht. Ein Breshnew hätte die Panzer rollen lassen für Honi und Co und eine Zustimmung zur Vereinigung der beiden deutschen Staaten hätten die Russen 1980 niemals gegeben. Insofern war es gut wie es war, alles passte , das Zeitfenster war für eine bestimmte Zeit geöffnet. Mit Opi Diktator ( wie sich Nawaljew ausdrückte) wäre es jetzt wieder zugenagelt, das Fenster


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19.01.2021 18:48 (zuletzt bearbeitet: 19.01.2021 19:07)
avatar  Mike59
#41
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1 Milliarde DM Kredit - u.a. ein paar Flugzeuge von Airbus (FJS war Aufsichtsratsvorsitzender) damit vermittelt, hätten keine Volkswirtschaft der Welt - selbst die von Bhutan oder Lesotho nicht - gerettet.
Das dieser Kredit lebensverlängernd für die DDR war ist ein klassischer Indiana Jones - Die Legende lebt.

Edit: Etwas in Klammern hinzugefügt


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19.01.2021 19:42 (zuletzt bearbeitet: 19.01.2021 19:53)
avatar  marc
#42
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Dieser Kredit diente als Sicherheit auf DDR-Konten bei Banken im westl. Ausland um für Handelsgeschäfte in Devisen wieder kreditwürdig zu werden. Der Kredit war gegenüber den kreditgebenden Banken in der BRD mit der Transitpauschale abgesichert. Dieser Mrd-Kredit wurde von der DDR nicht angefasst, das Geld nicht ausgegeben. Er wurde in voller Höhe vor dem Ende der DDR zurückgezahlt.


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19.01.2021 20:04
avatar  BRB
#43
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BRB

@marc
Nur glauben und wissen es heute die Wenigsten. Und die Anderen wollen es nicht wissen .
Genau wie die Millarden welche Kohl und Schröder verschenkt haben.


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19.01.2021 20:12
avatar  Fall 80
#44
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Zitat von marc im Beitrag #42
Dieser Kredit diente als Sicherheit auf DDR-Konten bei Banken im westl. Ausland um für Handelsgeschäfte in Devisen wieder kreditwürdig zu werden. Der Kredit war gegenüber den kreditgebenden Banken in der BRD mit der Transitpauschale abgesichert. Dieser Mrd-Kredit wurde von der DDR nicht angefasst, das Geld nicht ausgegeben. Er wurde in voller Höhe vor dem Ende der DDR zurückgezahlt.


@marc
Allein schon die Tatsache, dass der Kommunistenhasser Strauss sich mit führenden DDR Politikern getroffen hat, war doch eine Aufwertung für die DDR. Noch dazu, dass er als Pilot eigenhändig in die DDR geflogen sein soll.

Der Kredit in dieser Höhe war hatte mehr symbolischen Charakter und war kein Rettungsanker.

Dazu kam die verbreitete Ente, dass die DDR dafür als Gegenleistung die Anlage 501 demontiert und verschrottet hat. Diese Ente hat auf beiden Seiten für Hoffnung gesorgt.

Uli

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.


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19.01.2021 20:22
avatar  Lutze
#45
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Zu Beitrag # 42,
die DDR pfiff in den 80zigern auf dem letzten Loch,da den Milliarden-Kredit nicht angerührt?
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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