Die Lebensbedingungen der sowjetischen Soldaten im GWD der GSSD in Kasernen auf dem Territorium der DDR

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03.12.2020 13:46
avatar  birx20
#16
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Das Sturmbahnlaufen bei den Freunden war lebensgefährlich. Das fing an mit einer unüberwindbaren Eskaladierwand (höher als die der GT).
Ich glaube die Aljoschas haben sich im Räuberleiterverfahren gegenseitig drübergehievt und sind mit der AK 47 auf der anderen Seite auf dem Halbbetonboden aufgeschlagen.
Es ging weiter mit einem Feuerstreifen (Napalm ähnlich) von mindestens 5 m Breite und falls ich nicht fantasiere, hatten die Freunde im Unterschied zur deutschen Sturmbahn auch noch 10 m Drahtseil zu bewältigen.
Der lebensgefährliche Hit war wohl die 1m Wand bei deren Überspringen scharf mit der Kaschi geschossen werden musste ?
Da hätte es bei uns massenweise tote oder schwerverletzte Grenzer gegeben.
Einfach nur grausam die Russen-Sturmbahn.


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03.12.2020 13:58
avatar  birx20
#17
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Meine rheinländische Frohnatur Wessifrau, sagt immer zu mir, wenn ich von dieser Zeit (Grenze u.a.) berichte.
Jetzt weiß sie warum ich so verroht bin :-(.
In dem Zusammenhang wird auch noch unsere körperliche und seelische Vergewaltigung in Kinderkrippe (kollektives Töpfchengehen u.a.), Kindergarten und Schule im Osten als Grund für psychische Störungen bei Ossis messerscharf analysiert :-).


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03.12.2020 14:50
avatar  Fall 80
#18
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Zitat von birx20 im Beitrag #8
zu #7
Als ich kurz vor dem Abitur 1975 immer zur WpA (Wissenschaftlich praktischen Arbeit) mit dem Bus nach Weimar ins Weimarwerk fuhr, kamen wir am Stadtrand von Weimar an der riesigen sowjetischen Garnison vorbei. Direkt neben der Garnison stand ein Neubauareal (Plattenbaugebiet) für die Offiziere und deren Familien.
Man konnte sofort erkennen, wer in den Plattenbauten wohnte. In einigen Fenstern der Objekte befanden sich anstelle von Gardinen und Blumen die "Prawda" und die "Isswestja" (sowjetische Zeitungen) als Deko in den Fenstern.


@birx20

In Nohra neben dem alten Fliegerhorst des dritten Reiches standen ja Neubau Blocks für die Besatzungen der russischen Hubschrauber und bei Ulla standen noch Mehrfamilienwohnhäuser für Luftwaffenpersonal aus den 30 iger Jahren. Die Neubaublocks wurden größtenteils abgerissen und die alten Häuser komplett saniert. In den Häusern war die Innenausstattung wie Bäder, Türen und E Installation noch fast komplett Erstausstattung, also minimum 60 Jahre alt.

Uli

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.

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03.12.2020 15:07
#19
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Wir hatten oft Kontakt zu den "Freunden" in Krampnitz. Nachdem die Umstellung unserer Trainingsanzüge auf braun mit rot/gelben Streifen erfolgte, schenkte ich meinen alten und die Turnschuhe einem Kolja. Der freute sich wie ein Schneekönig.

Gruß Stuelpner


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03.12.2020 15:37
avatar  birx20
#20
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In Halle /Saale an der Martin Luther Uni (MLU) habe ich von 1977-1981 studiert. Das erste Studienjahr haben wir (nur die Männer) in Baracken am Weinbergweg in Halle/Saale verbracht/campiert.
Direkt neben unserem Uni Baracken-Camp lag die große Garnison der GSSD. Der Tag bei den Freunden begann immer 05:30 Uhr mit dem Aufmarsch der Blasmusikkapelle der Garnison die auch uns toll den Marsch blies. Egal ob wir das wollten oder nicht.
Zeitgleich zur Marschmusik mussten die Koljas im Turnhemd bekleidet bei fast jedem Wetter ca. 20 Minuten Frühsport machen.
Für uns verpennte und faule Studis war dann 05:30 Uhr auch die Nachtruhe vorbei, weil die Kapelle immer so gute 50 m an unserem Baracken-Camp vorbei marschierte :-).
im zweiten Studienjahr durften wir Jungs dann zu unseren jungen Mitstudentinnen nach Hanoi (Halle-Neustadt) ins fast noble Studentenheim umziehen und eine längere ungestörte Nachtruhe nach einem anstrengenden Studium war gesichert :-).


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03.12.2020 16:18
avatar  B Man
#21
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Zitat von birx20 im Beitrag #16
Einfach nur grausam die Russen-Sturmbahn.


Auf einem Übungsplatz ist eine die ist mit GPS vermessen 300 Meter lang.
Viele der Hindernisse sind alleine gar nicht zu überwinden.
Am Ende ( oder Anfang ? )steht eine etwa 2 Meter hohe Wand wo oben drauf Glasscherben einbetoniert sind.

Kann man sich alles drüber wundern und staunen was man da auch heute noch so findet aber über den Militärknast bei Berlin war ich wirklich erschrocken.

Gruss Andreas


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03.12.2020 17:12
avatar  R-363
#22
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Wenn man die Bedingungen in den GSSD-Kasernen gesehen und etwas zu den Verhältnissen zwischen Vorgesetzten und Unterstellten oder auch zwischen den Soldaten (besonders auch unterschiedlicher Nationalität) untereinander mitbekommen hat, konnte der Polit sich mit dem Thema „Der Sozialismus - die bessere und fortschrittliche Gesellschaftsordnung“ noch so abstrampeln, das Ding war doch gegessen.

Soldat vom 01.11.1971 bis 30.06.2006 StOFä (NVA) a.D.; StFw a.D.

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03.12.2020 17:26
avatar  polsam
#23
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Anfang der 80er hatten wir einen Muschkoten beim Klauen erwischt und zur Kommandantur verbracht. Dort mussten wir etliche Zeit wartend verbringen. Während der Zeit kamen wir mit dem Diensthabenden Offizier der GSSD ins gespräch, Er sprach recht gut deutsch. Er erzählte uns, dass er zu den Auserwählten seines Landes gehört die nach Afghanistan geschickt werden. Dann kamen wir auf das Verhältnis Offizier-Muschkote zu sprechen. Wir konnten ab und an beobachten wie Soldaten beim Sport oder der Ausbildung körperlich gezüchtigt wurden. Wir brachten ihm gegenüber zum Ausdruck dass es soetwas bei Kommuisten doch nicht geben dürfte. Seine Antwort war verblüffen, er sagte im Dienst gibt es nur Soldaten und Vorgesetzte, nach Dienst gibt es dann die Partei und Kommunisten.


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03.12.2020 17:33 (zuletzt bearbeitet: 03.12.2020 17:34)
#24
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Zitat von polsam im Beitrag #23
..........er sagte im Dienst gibt es nur Soldaten und Vorgesetzte, nach Dienst gibt es dann die Partei und Kommunisten.


Dasselbe Prinzip wie bei uns damals.
Die miese Behandlung von Untergebenen bei den Russen bis heute ist zaristische Tradition, die trotz allem revolutionärem Getöse fortgeführt wurde.

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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03.12.2020 17:34
avatar  Ebro
#25
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Zitat von polsam im Beitrag #23
Dienst gibt es nur Soldaten und Vorgesetzte, nach Dienst gibt es dann die Partei und Kommunisten.


So hatte ich das auch erfahren. Der Verbindungsoffizier GRU und KD war recht umgänglich und erzählte auch mal Dinge, die nicht in der Zeitung standen.
Mich würde mal interessieren, was aus ihm geworden ist. Er wurde als einer der Ersten damals 89 zurückgeschickt .

Selbst Akademiker mit Diplom sind nur marginal intelligent

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03.12.2020 17:38
avatar  Fall 80
#26
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Zitat von Freienhagener im Beitrag #24
Zitat von polsam im Beitrag #23
..........er sagte im Dienst gibt es nur Soldaten und Vorgesetzte, nach Dienst gibt es dann die Partei und Kommunisten.


Dasselbe Prinzip wie bei uns damals.
Die miese Behandlung von Untergebenen bei den Russen bis heute ist zaristische Tradition, die trotz allem revolutionärem Getöse fortgeführt wurde.


Das haben die Russen nie verstanden, dass in der Wehrmacht wie auch in der NVA Mannschaften und Truppenoffiziere aus der selben Küche beliefert wurden.

Selbst in Bezug auf Arbeit und Ernährung wurden bei Deutschen in russischer Kriegsgefangenschaft erhebliche Unterschiede gemacht.

Uli

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.

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03.12.2020 17:38 (zuletzt bearbeitet: 03.12.2020 17:45)
avatar  Hanum83
#27
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War auch mal im Regiment nebenan, fürchterlich.
Schon der Schlafsaal, nix Stube wie der Deutsche Soldat, schmales Bett von 50cm und das einzige Privatmöbel war ein Nachttisch, dann pennten in der Halle mindestens 100 Leute und drinnen stank es wie im Eichörnchen-Koben, nix Fenster auf, die waren noch mit Watte abgedichtet.
Eigentlich kein Raum für Menschen, hatte eher Stall-Charakter.
Dann gings zum Essen, erst sah es in der Nahrungsmittel-Aufnahme aus wie Sau, wir wieder raus und ein Starschina jagte erst mal brüllend ein Putzkommando rein, dann ging es zum Festmal, lange Tische mit Bänken und ein Topf mit etwas undefinierbarem drin wurde in die Mitte gestellt, daraus konntest du deinen Blechnapf voll machen, zwei Löffel, okay, ungeniesbar.
Dazu gab es noch warmen Apfelsaft in einem abgeschlagenem Emallie-Becher, mit Haut drauf

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Wer nichts weiß muss alles glauben.

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03.12.2020 18:23 (zuletzt bearbeitet: 03.12.2020 18:40)
#28
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Auch wir hatten sie mal besucht, gegenüber war ein Panzer-Garderegiment (Altlast 2. Weltkrieg),dass mit den 120-er Schlafräumen stimmt, und es roch dort sehr unangenehm, ..und das überall, auf deren Kasernengelände gab es einen Fleischverkäufer, hier wurden Schweinehälften auf dem Fliesenboden des Ladens mit der Axt zugehauen und in Zeitungspapier eingewickelt, an die "aufgedonnerten Offiziersfrauen" (übertrieben Geschminkt!!) verteilt, ohne Ansage der Frauen, verteilt...!

Im schon eben erwähnten Schlafraum gab es pro zwei Betten EIN Nachttisch, dieser wurde sich geteilt, mit dem jeweiligen Nachbarn, auf jeder Hälfte der Schublade befand sich jeweils EIN Bleistift, mehr nicht, Papier für einen Brief nach Hause gab es beim Zugführer, und dies nur alle zwei Monate!
Ein Brief durfte nur in 2 Monaten verschickt werden, ....Urlaub bekamen die Soldaten in den 3 Jahren welche sie hier am Stück dienten nur ein einziges mal.

Pro Tag erhielten die Soldaten 3 Teebeutel und 5 Zigaretten, und was es dort für die Mannschaften zum Essen zu Mittag gab, lasse ich hier mal weg!

Eine BA-Kammer gab es nicht, die Soldaten hatten auch keinen Spind, wenn etwas getauscht werden musste, wurde es an der Ladeklappe eines LKW gewechselt.

Ich war froh dort mal einschauen zu dürfen, denn da wurde mir klar, wie gut es einem Rekruten im GAR 7 in HBS eigentlich ging, das hat die Grundausbildung etwas erträglicher gemacht.

gruß h.


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03.12.2020 18:29 (zuletzt bearbeitet: 03.12.2020 18:33)
avatar  Hanum83
#29
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Wache im RML Halberstadt, in dem eingezäumten Postenweg Runden drehen, nachts kamen die Koljas an den Zaun und bettelten um Zigaretten.
Die sahen aus wie irgendwie vom anderem Stern, so einen viel zu großen Mantel der fast bis zum Boden ging und den Stahlhelm auf der Pelzmütze das er fast über die Augen rutschte.
Mir waren die Jungs in der Nacht unheimlich, hatten ja auch Wache und die Flinten umhängen und man wusste ja nicht ob die einen im Turm hatten.

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Wer nichts weiß muss alles glauben.

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03.12.2020 18:49 (zuletzt bearbeitet: 03.12.2020 18:50)
#30
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Mir waren die Jungens auch am Tage unheimlich, wenn wir zum "Taktikacker" zur Ausbildung marschierten, standen die russ. Wachposten dort an brennenden Fässern und überall liefen Hunde umher, man hatte so ein unheimliches Gefühl, man fühlte sich um 40 Jahre zurückversetzt...

gruß h.


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