Die universale Bedeutung von Abgrenzungen

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07.12.2020 11:36
#31
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Siggi, der Teich war frisch angelegt und richtig gesund wäre er, wenn er auch eines Tages Hechte „aushalten“ würde, sprich am Ende ein natürliches Gleichgewicht stehen würde.
Das ist heute Realität und die funktioniert eben auch irgendwie aber der (wirtschaftliche) Ruin ist immer zu kalkulieren und genau das sollte auch vermeidbar sein in einer Zivilisation mit all seinen Fortschritten.
(Fr)essen ohne gefressen zu werden, warum denn nicht, Leben und Leben lassen, in meiner Metapher sollte das Ufer die Grenze sein und es unter der Wasseroberfläche keine Existenzängste geben und das deutsch- deutsche Verhältnis war nun mal so, daß immer wieder Raubfische in den Teich geschmissen wurden, die für Unruhe sorgten.
Die (intern) beklauten Betriebe des Ostens, die Cocomliste, die Schaufenster mit ihrem falschen Glanz, die geschminkten Wirtschaftsdaten West, die eben auch Kartelle, Schummel und Subventionen brauchten, um als erfolgreich verkauft zu werden, die ostdeutsche Freitag-nach- eins- Mentalität, immer wieder gab es Manöver, die dazu führten, daß wir uns selber im Wege standen weil einzelne Akteure die Spielregeln mißachteten, deren Einhaltung für ein funktionierendes Gemeinwesen nötig gewesen wären.
Eine Teichwirtschaft braucht normalerweise keine Raubfische, darum ging es mir und eben weil die in Peitz, Koselitz oder Tiefenau fehlten, waren die Erträge auch prächtig.
Aber gut, wir stecken im Schlamm fest, genauso könnte man auch behaupten, daß man eigentlich auch keine Soldaten brauchen würde, keine Gefängnisse, nicht mal Geld.....
Die Saat aus dem Stabübuch ging eben nicht auf, das Experiment wurde gestartet und mißlang eben nur aus den o.g. Gründen.
Der Feldversuch war gleichwohl wichtig, um es letzten Endes genau zu wissen, daß es in der Praxis nicht klappen würde und genauso wie man ein Labor nicht als Feldschmiede konzipieren kann, brauchte der Sozialismus eben seine Grenzen mit denen sich einst Millionen Bürger ganz gut arrangiert hatten, um bestehen zu können.
Also ich habe mich nicht freiwillig abfischen lassen.


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07.12.2020 11:56
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#32
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #31
... die dazu führten, daß wir uns selber im Wege standen weil einzelne Akteure die Spielregeln mißachteten, deren Einhaltung für ein funktionierendes Gemeinwesen nötig gewesen wären.
..
Die Saat aus dem Stabübuch ging eben nicht auf, das Experiment wurde gestartet und mißlang eben nur aus den o.g. Gründen.


... das ist eben die verdammte Krux und unser Dilemma .. man könnte so schön leben, wenn die (natürlich nur die anderen) Menschen nicht wären .. jeder hat ne andere Macke .. fourschbar ...

Siggi


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07.12.2020 18:36
#33
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Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #32
Zitat von Hackel39 im Beitrag #31
... die dazu führten, daß wir uns selber im Wege standen weil einzelne Akteure die Spielregeln mißachteten, deren Einhaltung für ein funktionierendes Gemeinwesen nötig gewesen wären.
..
Die Saat aus dem Stabübuch ging eben nicht auf, das Experiment wurde gestartet und mißlang eben nur aus den o.g. Gründen.


... das ist eben die verdammte Krux und unser Dilemma .. man könnte so schön leben, wenn die (natürlich nur die anderen) Menschen nicht wären .. jeder hat ne andere Macke .. fourschbar ...

Siggi


...und das Schicksal mischte 1961 die Karten nochmal neu weil zu viele falsch gespielt hatten um mal Schopenhauer ins Spiel zu bringen („das Schicksal mischt die Karten, wir spielen nur“)
Für mich war es sinnvoll, daß nun die Hände nicht mehr unterm Tisch waren und es gab ja zwischenzeitlich auch Erfolge.
Mir sind klare Regeln und faire Abläufe wichtiger als die „frech-kommt-weiter- Philosophie“.
Dazu gelernt habe ich seit ’89 jedenfalls, daß man auch in der grenzenlosen Freiheit eigene Grenzen ziehen sollte.
Während man damals noch die Klauschweine im Betrieb als liebenswürdig und clever reflektiert hat, sind es heute einfach nur Hackfressen, denen ich konsequent aus dem Weg gehe und sie persönlich angreife, sobald sie mir schaden, mir ihre Arbeit aufhalsen oder die Arbeitsabläufe zum allgemeinen Nachteil des Geschäftserfolgs gefährden.
So gesehen, wäre eine neue Chance in den alten Grenzen eine, wenn auch rein fiktive, sympathische Vorstellung.
Leider kann man nicht in der Zeit reisen, aber vermutlich fühle ich mich genau deshalb trotz aller Widrigkeiten wohler als damals im Zeitalter von Gestaltungsohnmacht, Stillstand und der Resignation der Endachziger, die unsere ehemalige Grenze aufgeweicht hatte.


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