Durften Bundeswehrsoldaten an die innerdeutsche Grenze ?

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26.10.2020 21:08
#1
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Mitte der achtziger Jahre saß ich bei einem Flug von Genua nach Frankfurt neben einem Major der US-Army, der in Fulda stationiert war. Ich sprach den Major auf die Warnschilder für Angehörige der US-Army nahe der innerdeutschen Grenze an. Der Major erzählte mir, dass nicht jeder Angehörige sich in Grenznähe aufhalten durfte. Die amerikanischen Soldaten, an die innerdeutsche Grenze durften, bekamen vorher eine notwendige Einweisung.
Aus Karten der Britischen Rheinarmee ist ersichtlich, dass für die sowjetische SOXMIS das Grenzgebiet Sperrgebiet war.
Von einem Freund, der Reserveoffizier bei der BW ist, weiß ich, dass es ein Besuch an der innerdeutschen Grenze zur Ausbildung gehörte. Im Internet gibt es viele Bild- und Filmaufnahmen von der US-Army, die von DDR-Seite aus aufgenommen wurde, ebenso auch vom BGS.
Und wie war das bei Bundeswehrsoldaten (in Uniform) ?


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26.10.2020 21:29
avatar  Ratze
#2
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Moin
Bundeswehrfahrzeuge durften auch nicht an die Grenze. Wenn wir Besuch der BW bekamen mussten die Busse „gedeckt“ abgestellt werden und dann ging es zu Fuß an die Grenze.
Wir haben sogar für die 6. Division eine Karte gezeichnet, welche Straßen von den B Türmen zu sehen waren


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26.10.2020 22:03
avatar  R-363
#3
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Die jährlichen Einweisungen in die GDP-Räume (bis auf Zugführerebene herunter) wurden, soweit mir bekannt, auch in Zivil durchgeführt. Mein späterer Kompanietruppführer Rudi B. vom PzGrenBtl 172 hatte seinen GDP in der Gegend von Schattin - und wie das Leben so spielt, waren wir als Funkaufklärer, wenn wir ab 1983 im DHS in Schlagsülsdorf waren, in der Kaserne Schattin untergebracht.

StOFä (NVA) a.D.; StFw a.D.

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26.10.2020 22:06 (zuletzt bearbeitet: 26.10.2020 22:08)
avatar  sentry
#4
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Kenn' ich so wie Ratze.
Wenn an der GKSt Helmstedt BuWe-Soldaten an die Grenze kamen, stand der Bus im Hinterland und die Truppe kam zu Fuß nach vorn auf den Alliierten-Parkplatz.
Allerdings waren sie etwas halbherziger zugange.
Der Bus wurde lediglich auf der Westseite der GKSt geparkt, so dass wir ihn trotzdem bis hin zum Kennzeichen aufklären konnten.


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26.10.2020 22:14
avatar  B Man
#5
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BW Soldaten vom Standort Kassel wurden mit Bahnbussen zum Grenze gucken gefahren und mussten Zivil tragen.

Am Erscheinungsbild dürfte den Grenzern aber zumindest klar gewesen sein was das für Besucher waren

Gruss Andreas


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27.10.2020 08:27
avatar  Ratze
#6
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Da gehe ich such von aus
Eine Truppe von 20 - 30 junger Männer, die relativ gesittet an den Besucherschwerpunkten standen, konnten nur Bundis sein
Aber auch wenn die Führungsakademie der BW an die Grenze kam durften die mit Ihrem Bus nicht nah ran, In der Regel wurde bei uns dann ein BGS Bus eingesetzt
Die Nato Offiziere dann in Uniform, nur BW in Zivil
War schon irre


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27.10.2020 09:40 (zuletzt bearbeitet: 27.10.2020 09:42)
avatar  berndk5
#7
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Hallo @sentry , @B Man , @Ratze , ist doch schon sehr interessant. Wer den großräumigen Treffurter Grenzabschgnitt zum Bundesland Hessen kennt, der weiß dass es hier auch sehr günstige Beobachtungspunkte für Einweisungen etc. gibt.
Deshalb haben wir natürlich ähnliche Beobachtungen machen können- genau wie auch schon von Euch geschildert.
Zum Beispiel an der Staße Wanfried (heute B 249 ) haben wir die Besucher nur als nahezu einheitliche Gruppe mit kurzen Haaren und in Zivil zu Fuß zu sehen bekommen.
Sind sie aber im Bereich der Straße Kleintöpfer, der Straße Treffurt (heute B 250) oder am Wasserbehälter Heldra aufgetaucht , dann konnte man meistens schon mit einem guten Teleobjektiv den Bus mit y-Kennzeichen aufklären.
Es gab da einfach zu viele Blickwinkel, aus denen nahezu gleichzeitig die Beobachtungen erfolgten.
Dennoch zeigt es aber aus meiner Sicht auch politische Sichtweisen.
So unterstelle ich mal, dass man Seitens der Entscheidungsträger jedwede Eskalation oder Fehlinterpretation vermeiden wollte, weshalb das Anreisen in Zivil befohlen war. (Eigenmächtigkeiten der zuständigen Kommandeurre kann man hier ja ganz sicher ausschließen)
Wie die "politische Wertigkeit" durch die DDR vorgenommen wurde ist ja bekannt, das möchte ich auch gar nicht mehr kommentieren.

NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bis 1990 GR-1 und GKK-304, danach Bundeswehrkommando -OST- Sitz Erfurt; gedient in: Harbke,Lauchröden,Grossensee,Berka/Werra, Ifta, Schnellmannshausen und Treffurt; Mauerabbau in Berlin und Grenzanlagen-Rückbau in Thüringen;

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27.10.2020 10:57 (zuletzt bearbeitet: 27.10.2020 20:59)
avatar  schuri
#8
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Wir als Soldaten in Uniform
durfen bis nur bis 5 KM an die Grenze

Gruß Vom PZ Aufklärer


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27.10.2020 11:00
avatar  R-363
#9
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Zitat von schuri im Beitrag #8
Wir als Soldaten in Uniform
durfen bis nur bis 5 KM an die Grenze

Gruß Vom PZ Auflärer


War bei der NVA nicht anders. Wenn wir als FuAkl in das Sperrgebiet musste, brauchten wir einen gesonderten Dienstsuftrag.

Gruß zurück vom Funkaufklärer

StOFä (NVA) a.D.; StFw a.D.

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27.10.2020 11:30
#10
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Bei uns ging es nicht um die Uniform.

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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27.10.2020 12:18
avatar  BRB
#11
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BRB

Nein Freienhagener.
Wir waren ja in Räuberklamotten unterwegs.
Achso gibts eigentlich n Uniformthread ?


Sah ich doch am WE einen Beitrag über die kanadische Wildnis.
Dort trug ein Mädchen zweifelsfrei FDU Winter ESKS mit Pelzkragen.
Bei ebay gekauft ?


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27.10.2020 13:15
avatar  Marder
#12
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BW Angehörige in Uniform durften Offiziell nicht ins Grenzgebiet 5km. Inoffiziell sind aber die Angehörigen, die in diesem Gebiet gewohnt haben natürlich in Uniform nach Haus gefahren und das war nicht gerade der Ausgehanzug.
An die Grenze selbst ist dabei nicht gefahren. Man wollte die Gegenseite nicht provozieren.

Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.


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27.10.2020 15:30
#13
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Ins Sperrgebiet wurden DDR-Bürger ohne entsprechende Papiere auch in "Räuberklamotten" nicht gelassen, auch Zivilisten nicht.
Wer weiß das nicht?

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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27.10.2020 15:31 (zuletzt bearbeitet: 27.10.2020 15:34)
avatar  Tobeck
#14
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Zitat von Ratze im Beitrag #2
Moin
Bundeswehrfahrzeuge durften auch nicht an die Grenze. Wenn wir Besuch der BW bekamen mussten die Busse „gedeckt“ abgestellt werden und dann ging es zu Fuß an die Grenze.
Wir haben sogar für die 6. Division eine Karte gezeichnet, welche Straßen von den B Türmen zu sehen waren


Die bequemste Lösung war das Chartern eines Busses von einem privaten Bus-Unternehmen. Der musste nicht "gedeckt" abgestellt werden und konnte direkt am Grenzübersichtspunkt parken.

Die zur Grenze am nächsten stationierten BW-Einheiten waren in der Regel wohl die Dauereinsatzstellungen (DEST) des Tieffliegermelde- und Leitdienstes (TMLZ) und die Fernmeldesektortürme, wie. z.B. der auf dem Stöberhai. Die DEST lagen etwa 7 bis 8 Kilometer von der Grenze entfernt. Wegen ihrer Grenznähe wären die DEST mit ihrem mobilen Radar deshalb im Konfliktfall auch aufgegeben worden.


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27.10.2020 17:26
avatar  andyman
#15
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Zitat von Marder im Beitrag #12
BW Angehörige in Uniform durften Offiziell nicht ins Grenzgebiet 5km. Inoffiziell sind aber die Angehörigen, die in diesem Gebiet gewohnt haben natürlich in Uniform nach Haus gefahren und das war nicht gerade der Ausgehanzug.
An die Grenze selbst ist dabei nicht gefahren. Man wollte die Gegenseite nicht provozieren.

Es gab von der westlichen(feindwärts hört sich so unschön an)Seite auch ein 5km Grenzgebiet?
Lgandyman

Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius


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