Stalin und die Deutschen

  • Seite 1 von 2
22.10.2020 13:40
avatar  B Man
#1
avatar

Gruss Andreas


 Antworten

 Beitrag melden
22.10.2020 17:40 (zuletzt bearbeitet: 22.10.2020 17:42)
#2
avatar

Habe ich gesehen. Das kann man sich heute kaum noch vorstellen, daß Menschen, und das nicht mal so wenige, dermaßen einem Staatsmann verfallen sind ohne kritisch etwas zu hinterfragen. Ich war damals in der Hoch-Zeit des Stalinismus noch Kind und da ist einem die ganze Bedeutungn nicht bewußt. Da plappert man sowieso meist nur nach, was einem erwachsene Respektspersonen so sagen. Ich glaube nicht, daß nach den Erfahrungen von drei Götzen (Kaiser, Hitler und Stalin) in absehbarerer Zeit in D so etwas möglichs ein wird. Da muß schon Vieles in Vergessenheit geraten und die Situation muß entsprechende Voraussetzungen liefern. In einigen anderen Staaten haben die Massen (noch) nicht diese Erfahrungen gemacht, die Bildung ist durchschnittlich niedriger und die Staatsgewalt rigoroser. Da gibt es das noch . Nord-Korea beispielsweise. Wenn ich mir die USA anschaue in ihrem jetzigen Zustand ist der harte Kern der Trump-Unterstützer auch nicht mehr weit davon entfernt, einen Kult aus ihrem Idol zu machen.
Nicht weniger Interessant eine Sendung von Phönix am Tag vorher (Dienstag) mit dem Titel "Ulbrichts Wirtschaftswunder". Da ging es zwar mehr um die neue Wirtschaftsstrategie Ulbrichts (NÖSP, Neues ökonomisches System der Planung und Leitung), was ja heute auch von westlichen Wirtschaftsexperten Schritt in die richtige Richtung gewertet wird, aber gleichzeitig kam da auch vor allem in den Interviews und Kommentaren der Sprecher immer wieder Stalin als großes Vorbild vor. Ich meine, wenn U. damals noch ca. 10 Jahre jünger und besserer Gesundheit gewesen wäre und Breshnew nicht sein Veto eingelegt hätte, die DDR hätte einen anderen wirtschaftlichen Verlauf genommen. So wurde der Weg zu mehr Ökonomie und Anklängen an marktwirtschaftlichem Wirtschaften verlassen und der Weg des Lebens auf Pump eingeschlagen. Leiter großer Betriebe und Kombinate haben das mehrheitlich bedauert. Das weiß ich auch noch aus den Erzählungen meines Vaters.
Aber bleiben wir bei Stalin. Das ist das Thema.


 Antworten

 Beitrag melden
22.10.2020 17:47
#3
avatar

Freiwillig wird dem in der Ostzone und dann in der DDR kaum einer verfallen sein.
Personenkult war doch Pflicht - um so höher in der Hierarchie, um so mehr.

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


 Antworten

 Beitrag melden
22.10.2020 19:51
#4
avatar

Hatte denn Mal der Diktator die SBZ oder die ddr besucht ?


 Antworten

 Beitrag melden
22.10.2020 19:54
avatar  icke46
#5
avatar

Zitat von beobachter im Beitrag #4
Hatte denn Mal der Diktator die SBZ oder die ddr besucht ?


Vom 17. Juli bis 02. August 1945, zur Potsdamer Konferenz....


 Antworten

 Beitrag melden
22.10.2020 20:19 (zuletzt bearbeitet: 23.10.2020 14:14)
avatar  Gert
#6
avatar

also, ich habe schon bewusst seinen Tod registriert, ich war knapp 9 Jahre alt im März 53 und besuchte die 3.Klasse der Volksschule. Im Radio den ganzen Tag getragene Trauermusik, überall wurde über dieses Ereignis gesprochen. In einer Form, die ich als Kind schon ein wenig ranzig empfand, also damit meine ich so betulich die Trauer zelebriert.
Zum Stalin selbst ist genug geschrieben ich muss das nicht zum xten Mal wiederholen. Dieser Tage sah ich eine Doku über Gorbi , sein Leben , seine Entwicklung in der UdSSR, seine charmante Frau usw. Es hat mir sehr gefallen , auch alles was er so sagte für mich eine großer russischer Politiker.
Nur leider sehen das die Russen offenbar ganz anders, das hat mich sehr nachdenklich gestimmt, was in den Köpfen der Russen vor sich geht.
Anfang 90er Jahre hat Gorbi in einer demokratischen Wahl gerade mal 1% der Stimmen erhalten. Aber eine ziemlich bemerkenswerte Anzahl Wähler in Russland würden sofort für Stalin stimmen, wenn es ihn noch gäbe, so die Aussage in der Doku. Nicht gerade ein Diplom für dieses Volk, eine funktionierende Demokratie zu installieren. Ich weiss, @Larissa du holst jetzt wieder den großen Hammer von der Wand mit Phobien. Hass und ähnlichem Qua..ch aber ich halte mich mal an die Fakten in den Medien, die ich so höre über das "russische Reich". Diese sind nicht so beglückend. Aber so lange sie keinen Krieg anfangen gegen uns, kann es mir eigentlich Wurscht sein, wie sie sich selbst in ihrem Lande einrichten.

Warum muss es uns eigentlich noch besser gehen, wenn es uns gut geht?

*Hubert Joost

 Antworten

 Beitrag melden
22.10.2020 20:29 (zuletzt bearbeitet: 22.10.2020 20:29)
avatar  GKUS64
#7
avatar

Ich kam ja 1950 in die Schule und ich erinnere mich auch noch an die Gedenkminute nach seinem Tod 1953.
Schulfrei, wie hier berichtet wurde, hatten wir aber nicht.
Ich kann euch aber ein Relikt von dieser Zeit mal zeigen (besitze ich noch!): Ein Schulheft mit den Konterfeis der großen "Führer"
(Bilder vor Jahren schon mal eingestellt, sind deshalb mehr für den User-Nachwuchs gedacht!):




Bei dem Heft handelte es sich um ein A5-Heft. Ich habe auch gleich die übrigen Deckblätter des Heftes für die Geschichtsinteressierten eingestellt!


 Antworten

 Beitrag melden
22.10.2020 21:00
avatar  Gert
#8
avatar

Zitat von icke46 im Beitrag #5
Zitat von beobachter im Beitrag #4
Hatte denn Mal der Diktator die SBZ oder die ddr besucht ?


Vom 17. Juli bis 02. August 1945, zur Potsdamer Konferenz....


Sein "Schlächter " Berija war auch 1945 in Berlin. Ich sah einen kurzen Dokufilm wie er die ruinierte Stadt besichtigten, so ne Art Katastrophentourismus aus einem offenen Wagen heraus. Da gehört schon Mut dazu, wenn man so viel Blut an den Fingern kleben hat.

Warum muss es uns eigentlich noch besser gehen, wenn es uns gut geht?

*Hubert Joost

 Antworten

 Beitrag melden
22.10.2020 21:26 (zuletzt bearbeitet: 22.10.2020 21:31)
avatar  marc
#9
avatar

Was sollte Berija in sowjetisch besetzten Berlin drohen, dass er für eine Besichtigungstour in der Stadt Mut aufbringen müsste. Er war nach Stalin die mächtigste Person zu der Zeit in der SU.


 Antworten

 Beitrag melden
22.10.2020 21:43
avatar  Gert
#10
avatar

Zitat von marc im Beitrag #9
Was sollte Berija in sowjetisch besetzten Berlin drohen, dass er für eine Besichtigungstour in der Stadt Mut aufbringen müsste. Er war nach Stalin die mächtigste Person zu der Zeit in der SU.


Waffen lagen ja noch überall genug herum, aber ist eigentlich richtig, in Berlin kannte ihn niemand und obendrein wurde sein Besuch nicht angekündigt, warum auch, die Besatzer machten in diesen Zeiten sowieso was sie wollten.

Warum muss es uns eigentlich noch besser gehen, wenn es uns gut geht?

*Hubert Joost

 Antworten

 Beitrag melden
23.10.2020 12:12
avatar  B Man
#11
avatar

Zitat von Gert im Beitrag #6
Nur leider sehen das die Russen offenbar ganz anders, das hat mich sehr nachdenklich gestimmt, was in den Köpfen der Russen vor sich geht.

Aber eine ziemlich bemerkenswerte Anzahl Wähler in Russland würden sofort für Stalin stimmen, wenn es ihn noch gäbe, so die Aussage in der Doku.


Wie die Sowjets und Stalin getickt haben hat man mit der Einnahme von Berlin demonstriert.
Ohne jegliche Rücksicht auf eigene Verluste musste Berlin eingenommen werden.

Als der Krieg gewonnen war, hat man den Toten schöne Denkmäler gebaut, aber man war nicht in der Lage tausende Soldaten wieder zurück in die Heimat zu bringen.
Die hausten in selbstgebauten Hütten bis in die 50er Jahre in Brandenburgs Wäldern.
Keine Westliche Propaganda, kann man sich im Deutsch Russischen Museum in Berlin Karlshorst anschauen.

Mit dem Wissen von heute noch daran zu glauben die DDR wäre selber auferstanden aus Ruinen finde ich sehr naiv.
Ohne eine Genehmigung aus Moskau ging in der DDR nichts.

Gruss Andreas


 Antworten

 Beitrag melden
23.10.2020 12:48
#12
avatar

Mit dem Wissen von heute noch daran zu glauben die DDR wäre selber auferstanden aus Ruinen finde ich sehr naiv.
Ohne eine Genehmigung aus Moskau ging in der DDR nichts.



Dann kamen wohl die Trümmerfrauen aus Moskau ? Ich dachte bis jetzt das es unsere deutschen Mütter und Großmütter waren die die Trümmer weggeräumt haben für den Neubeginn. Nene, wie man sich täuschen kann


passport


 Antworten

 Beitrag melden
23.10.2020 13:05
avatar  B Man
#13
avatar
23.10.2020 13:29
#14
avatar

Ich weiß wo meine Großmutter Trümmer weggeräumt hat !

Hier einige Pressestimmen !

aus Geschichte-Lernen.net 15.12.2018

Alle Trümmerfrauen ein Mythos? Neueste Forschungsergebnisse nicht unumstritten

Die Ergebnisse von Treber, Pappai und Szeless, die zu den neuesten Forschungsarbeiten zum Thema gehören, sind jedoch nicht unumstritten. Sven Felix Kellerhoff, Leiter des Ressorts Geschichte bei welt.de zum Beispiel weist darauf hin, dass etwa Treber bereits rein rechnerisch nicht Recht haben könne : Elf Millionen deutsche Soldaten seien in Kriegsgefangenschaft geraten, etwa 5,3 Millionen seien gefallen. Hinzu kämen außerdem die Kriegsversehrten und Invaliden. Schon allein deshalb habe die Hauptlast des Wiederaufbaus den Frauen oblegen, da zwei Drittel bis drei Viertel der männlichen Bevölkerung schlichtweg nicht zur Verfügung gestanden habe.

Auch die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ sieht Treber im Widerspruch und schrieb am 22.02.2015 in ihrer Online-Ausgabe: „Viele WAZ-Leserinnnen und -Leser widersprechen der Historikerin Leonie Treber.“ In der Folge werden einige der zahlreichen Leserbriefe von Zeitzeugen zum Thema widergegeben. So erinnert sich zum Beispiel Ursula Hellwig aus Essen, Jahrgang 1952: „Ende der 50-er Jahren war mir als Kind der Begriff „Trümmerfrau“ geläufig und begegnete mir fast täglich. Meine Mutter, meine beiden Tanten sowie viele Nachbarinnen (…) unterhielten sich häufig über ihre schwere Arbeit als Trümmerfrauen, die sie zum Teil, wie auch meine Mutter, noch im siebten und achten Monat schwanger ausführen mussten. Alles Einzelfälle? Wohl kaum. Hilfe von den zitierten professionellen Firmen mit entsprechenden Geräten gab es so gut wie gar nicht. (…) Nach den massiven Zerstörungen gab es ja kaum noch gut organisierte Betriebe mit geeigneten Geräten.“
„Keine Vorstellung von den damaligen Verwüstungen“

Tatsächlich ist die Frage, wer denn die Hauptlast des Wiederaufbaus getragen hat, da doch so viele Männer gefallen, in Kriegsgefangenschaft geraten oder kriegsversehrt waren, berechtigt. Auch die Facharbeiter der professionellen Firmen, die Treber als Haupttätige bei den Aufräumarbeiten anführt, müssen als männliches Personal vorhanden gewesen sein. Doch woher soll dieses gestammt haben? WAZ-Leser und Zeitzeuge F.J. Peters bringt in seinem Leserbrief genau diese Problematik auf den Punkt: „Wer hat denn dann die Trümmer weggeräumt? (…) Die paar Männer, die frühzeitig aus der Gefangenschaft heimkamen und ohne Arbeit da standen, wurden in den Bergbau geschickt. Wer nach solchen Zerstörungen von professionellen Firmen und entsprechenden Geräten spricht, hat keine Vorstellung von den damaligen Verwüstungen oder hat an den falschen Orten recherchiert.“




passport


 Antworten

 Beitrag melden
23.10.2020 14:36
avatar  94
#15
avatar
94

@Gert meint bestimmt diese Filmsequenz, übrigens als Hauptperson der vierfache 'Held der Sowjetunion' Shukow (zum Zeitpunkt der folgenden Aufnahmen war'ers nur 3fach) ... youtu.be/izCxvQpTHbw

Na wie auch immer, doch auch in Anführungsstrichen 'interessant' ist dieser Link zu einem gewissen Auersverlag aus einem Vorbeitrag. Also wenn man so Geschichte betrachtet, na da wundert mich fast nix mehr. Aber wie schreibts ein Gewinner so schön in der Welt vor zwei Jahren ...

Vielmehr schreiben in der Regel die Verlierer die Geschichte, um ihre Niederlage schönzureden oder um Stimmung für eine Revision zu machen.
Quelle: welt.de/geschichte/article181399614

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!