Eingeäschert

31.08.2020 21:32
avatar  Lutze
#1
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Viele gescheiterten Fluchten aus der DDR endeten tödlich,um die wahren Umstände zu verschleiern war dem DDR-Regime alles recht, gefälschte Totenscheine,Lügen gegenüber den Angehörigen,Stillschweigen der Mitwisser und so weiter,
warum wurden viele dieser Menschen still und heimlich eingeäschert?
Es gibt viel Lektüre darüber nachzulesen,zum Beispiel "Die Todesopfer an der Berliner Mauer "
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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31.08.2020 22:03 (zuletzt bearbeitet: 31.08.2020 22:04)
#2
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Zitat von Lutze im Beitrag #1
Viele gescheiterten Fluchten aus der DDR endeten tödlich,um die wahren Umstände zu verschleiern war dem DDR-Regime alles recht, gefälschte Totenscheine,Lügen gegenüber den Angehörigen,Stillschweigen der Mitwisser und so weiter,
warum wurden viele dieser Menschen still und heimlich eingeäschert?
Es gibt viel Lektüre darüber nachzulesen,zum Beispiel "Die Todesopfer an der Berliner Mauer "
Lutze



Wesentlich schneller einzuäschern als normalerweise üblich ist ein probates Mittel all derer, die befürchten, bei einer Obduktion nicht gut dabei wegzukommen. Das wird im politischen/staatlichen Bereich als auch im zivilen Bereich praktiziert, wenn die Heimlichtuer die Macht oder den Einfluss dazu haben. Hatten wir selbst erlebt, kurz nach der Wende. TV-Reality im RTL. Erinnert Ihr Euch noch an diese Sendereihe ? Meine Schwägerin hatte ca. ein Jahr vor der Wende nach Köln geheiratet. Die Wende kam, Scheidung und neuer Freund. Der fand sie eines Tages besinnungslos in der Küche liegen. Notarzt, mit Begleitung eines Kamerateams. Angeblich nur für wissenschaftlich Zwecke. Der Arzt erzähle richtig dummes Zeug über meine Schwägerin. Wir haben eine Kopie des Originalvideos. Der Arzt ließ die Frau in der Klinik in irgendeinem Raum liegen, niemand kümmerte sich um sie. Angeblich wäre sie Alkoholikerin gewesen, war sie aber nicht, wie ihr Frauenarzt bestätigte. Am nächsten Morgen war sie tot. Normalerweise vergehen dort rund 10 Tage bis zur Einäscherung. Meine Frau, die sich darum kümmerte, verlangte über einen Anwalt eine Obduktion. Und siehe da, noch ehe die Obduktion durchgesetzt werden konnte, war die Schwägerin eingeäschert. Beweise vernichtet. Es erfolgte eine gerichtliche Auseinandersetzung über einen Anwalt mit dem RTL, dieses Video nicht zu senden. Das Video wurde nicht gesendet, RTL zahlte m.W. 30.000 DM Strafe und der junge Arzt 10.000 DM. Ärztlich wurde im Nachhinein aus allen vorherigen Daten vermutet, daß sie an einer vereschleppten Gelbsucht verstorben ist. Sie hätte gerettet werden könen. Unterlassene Hilfeleistung und das als Arzt. Das hätte ihm die Approbation kosten können, wollten aber dem jungen Arzt nicht die Zukunft verbauen.


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01.09.2020 03:29
avatar  andyman
#3
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Da gibt es z.B.ein von der Uni Greifswald betriebenes Projekt Uni sucht Zeitzeugen zu Fluchten über die Ostsee welches zum Thema passt.
Lgandyman

Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius


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01.09.2020 06:33
avatar  Kalmus
#4
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Hier wurde auch so verfahren.


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01.09.2020 08:18 (zuletzt bearbeitet: 01.09.2020 08:20)
#5
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Habe gelesen, dass Opfer von Todesfällen an der Grenze anonym vor der Pathologie von Krankenhäusern abgelegt wurden.
Den Ärzten war dann klar, woher der Tote kam.

Das war wohl an bestimmten Kliniken in Grenznähe üblich u.a. Uni Klinik Magdeburg.


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01.09.2020 08:59
#6
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Habe gelesen, dass Opfer von Todesfällen an der Grenze anonym vor der Pathologie von Krankenhäusern abgelegt wurden.
Den Ärzten war dann klar, woher der Tote kam.



Jaja, was manche Leute so schreiben! Die Gebr. Grimm sind noch immer unter uns


passport


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01.09.2020 09:17 (zuletzt bearbeitet: 01.09.2020 09:32)
avatar  Hanum83
#7
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Auch bei den Hingerichteten zeigte das System seine wahre moralische Substanz, also gar keine, die sterblichen Überreste wurden anonym entsorgt und den Angehörigen ein Trauerort verwehrt.
War schon gut das vor demnächst 30 Jahren der Vorhang endlich gefallen war.

----------------------------------------------------------------------------
Wer nichts weiß muss alles glauben.

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01.09.2020 09:18
#8
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Hallo
Ich bin bestimmt kein Freund des DDR Regims,aber das ablegen von Toten
vor dem Krankenhaus,das glaube ich wirklich nicht. (Grimms Märchen)
MfG


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01.09.2020 09:52 (zuletzt bearbeitet: 01.09.2020 09:53)
#9
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Habe da leider keine Quelle im Moment.
Der Grund soll gewesen sein, die Toten, nach der Obduktion, als Körperspende anonym beisetzen zu können.


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01.09.2020 10:00
avatar  Gert
#10
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Zitat von Lutze im Beitrag #1
Viele gescheiterten Fluchten aus der DDR endeten tödlich,um die wahren Umstände zu verschleiern war dem DDR-Regime alles recht, gefälschte Totenscheine,Lügen gegenüber den Angehörigen,Stillschweigen der Mitwisser und so weiter,
warum wurden viele dieser Menschen still und heimlich eingeäschert?
Es gibt viel Lektüre darüber nachzulesen,zum Beispiel "Die Todesopfer an der Berliner Mauer "
Lutze


das normale Programm eben, wir sind das Gesetz. War nicht nur in Löwenherz so, wie man sieht . Löwenherz ist übrigens die deutsche Übersetzung des Namens der sizilianischen Gemeinde Corleone

Warum muss es uns eigentlich noch besser gehen, wenn es uns gut geht?

*Hubert Joost

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01.09.2020 11:27
#11
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Habe da leider keine Quelle im Moment.

Das liebe ich hier von bestimmten Usern ! Erstmal was rausposaunen ohne Hintergrundwissen !
Hauptsache ich habe etwas geschrieben.



passport


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01.09.2020 12:40 (zuletzt bearbeitet: 01.09.2020 12:49)
avatar  josy95
#12
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@Passport , das hier ist aber ziemlich gut und wahrheitsgetreu aufgearbetetes Hintergrundwissen und der konkrtete Fall dürfte Dir vermutlich nicht ganz unbekannt sein.

Ein Fall vom 10.06.1976 hier im Harz, in meiner direkten Nachbarschaft Eckertal bei Stapelburg und ich möchte auf die gerichtliche Aufarbeitung nach der Wende verweisen, in der auch aussagekräftige und glaubhafte Unterlagen des MfS herangezogen wurden.

Leider habe ich im Moment keine besseren Verlinkungen als diese Beiden gefunden.

https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=...6qvxSY0OFA-Q1In

https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=...tq_gMXWwOL1kIR6

Hier kam auch in den MfS- Unterlagen einschl. Obduktionsbericht der Phatologie der damaligen Uniklinkk Magdeburg klar zum Ausdruck, das das Opfer, der Bad Harzburger Walter O. hinterücks mit mehreren Schüssen aus vermutlich einer AK 47 erschossen wurde. Der Schütze war auch bekannt und benannt, Grenzaufklärer Erwin G.
Insider kennen den Prozeßverlauf, das erstinstanzliche Urteil (lebenslänglich) und das wesentlich abgemilderte Revisionsurteil. Es gibt bereits auch einige Beiträge hierzu im Forum.

Fakt ist aber auch, das der Tote Walter O. nach Obduktion an das Elbufer bei Magdeburg verbracht wurde, wo er von Passanten gefunden werden mußte. Wie es dann auch geschah. Und daraufhin die damalige Volksstimme in ihrer lokalen(!) Magdeburger Ausgabe ein kleines Foto mit einem Fahndungsersuchn der VP veröffentlichte. wo nach Zeugenhinweisen zu einem "unbekannten Toten" gesucht wurde.
Wo aber -mit einer gewissen Logik, wer sollte schon einen Walter O. aus Bad Harzburg, dem ehemaligen "Westdeutschland" in MD erkennen?- keine brauchbaren Zeugenhinweise eingingen.
So hat man nach der auch in der DDR wie anderswo üblichen Karenzzeit den Fall (offiziell) abgeschlossen, den Leichnahm zur Bestattung freigegeben, in heute noch in solch einem Fall üblicher Weise (unbekannter Tote, ungeklärte Leichensache) eingeäschert und anonym auf einem Magdeburger Friedhof beerdigt.
In Asche findet auch der erfahrenste Phatologe kaum noch was. Und ich denke mal, die Verantwortlichen damals werden so schlau gewesen sein, alle Projektile vor der Einäscherung aus dem Körper des Opfers zu entfernen oder nach der Einäscherung der Asche zu entnehmen und anderweitig - vermutlich zu entsorgen.
Zu vermuten ist auch, das nach dem 09.11.1989 jemand beim MfS vergessen hat (oder vielleicht es auch gar nicht wollte!), diese brisanten Unterlagen verschwinden zu lassen... ebenfalls einzuäschern.
Wie es in vielen dazu gut geeigneten Braunkohleheizhäusern ehemaliger VEB- Betriebe bis weit nach 1990 an der Tagesordnung war.

Die heutigen Schlapphüte hätten da vermutlich mehr Probleme in modernen Kohle- Kesselanlagen. In Gas- und Ölkesselanlagen funktioniert ja sowas eeh nicht... Außerdem gibt es auch net so viele davon... auch nicht so viel schon besser geeignete Müllverbrennungsanlagen.
Aber heute läuft das ja Dank moderner Kommunikationstechnik etwas anders, da sind dann mal ganze Datensätze "aus Versehen" oder "unerklärbar", aus "Unkenntnis von einem Praktikanten", der SMS- Verkehr u. a. von Raketenuschi auf ihrem Diensthandys nachhaltig gelöscht...

Ein Schelm, wer Arges dabei denkt, hätte Heinz Erhardt gesagt...

VG aus dem Harz

(Sorry, kleine Schreibfehlerkorretur)

Sag niemals nie.
Sagte schon James Bond. Britischer Filmheld


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01.09.2020 15:05
#13
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Zitat von passport im Beitrag #11
Habe da leider keine Quelle im Moment.

Das liebe ich hier von bestimmten Usern ! Erstmal was rausposaunen ohne Hintergrundwissen !
Hauptsache ich habe etwas geschrieben.




passport


Bitte entschuldige, dass ich mich nicht, an alle tausenden von Seiten erinnern kann, die ich zu der Thematik in den letzten fünfunddreißig Jahren gelesen habe.


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01.09.2020 15:26 (zuletzt bearbeitet: 01.09.2020 15:30)
#14
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@josy95

Vielen Dank für Deinen Hinweis.
Das ist genau der Fall, den ich meinte
Und, damit mir passport auch glaubt, dass ich das auch selber gelesen hatte meine Quelle:

Klaus Behling, Streitfall Sieger Justiz, Berlin 2015, S. 263f.

Dort heißt es: "Der Arzt des Grenzregiment schrieb einen Totenschein für " Unbekannt" aus, brachte die Leiche ins MfS Untersuchungsgefängnis Magdeburg und legte sie auf dem Flur ab. So lauteten die Befehle für so einen Fall'.


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02.09.2020 15:37
avatar  94
#15
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94

Gartenschläger wurde als unbekannte Wasserleiche beigesetzt und Kiebler beging amtlich mit einem Messer Suizid, um mal zwei weitere Verschleierungsmaßnahmen zu nennen.

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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