Euere guten und schlechten Kindheitserlebnisse

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16.10.2009 17:55
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#1
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Hatte ja schon mal ein Thema zum "Kind sein in der DDR, wie war das" eingestellt.

Hat mich insofern weiter neugierig gemacht: Was waren Euere einschneidensten Kindheitserlebnisse in Elternhaus, Kindergarten, Schule, Lehre und als Ihr volljährig geworden seit? Sowohl die guten, die weniger guten als auch die schlechten Erlebnisse. Erlebnisse, die Euch berührt und (irgendwie) geprägt haben.
Was hat sich tief bei Euch im Gedächtnis eingegraben?

Anmerkung!
Da sprech ich alle unsere Forumsmitglieder, in den neuen und den alten Bundesländern und auch die aus dem Ausland!

...und dann laßt mal die Tastatur glühen!

josy95


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16.10.2009 18:21
#2
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OK--Werde ich mich mal gleich zu Wort melden.Fangen wir mit den guten Erlebnis an.Das war meine Geburt,da bekam ich gleich eine auf den A....und habe mich auf weitere Nackenschläge die das Leben so bringt eingerichtet.Und nun mein schlechtes Erlebnis als ich Volljährig wurde.Das war als ich zu Armee musste,seit da an--fing das gerade Laufen anoder wie sagt man der aufrechte Gang.


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16.10.2009 18:27
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#3
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Hallo @josy95,

eigentlich gehört's nicht dahin, dennoch will ich mal kurz (als möglich) mein fiesestes Kindheitserlebnis schildern.

1957 geboren
1959 holten mich die Großeltern zu sich (auf's Land), meine Alten hatten mit sich selbst zu tun.
1960 haute dann mein Vater in den Sack, verschwand mal für die nächsten 20 Jahre aus meinem Blickfeld
1963 meine Mutter (die ich ansonsten sehr selten sah) stellte mich ihrem "Verhältnis" vor.

Bis dahin war ich bei den Großeltern in besten Händen und so ne Art "Michel aus Lönneberga", Lausbub halt.
Ich (6 Jahre) steig ahnungslos in das Auto (Ford 17m) sitz da hinten auf der Rückbank. Vorne wird diskutiert wohin die Fahrt jetzt denn gehen soll.
Ich hatte gleich ne Idee und posaunte sie raus, "Zur Hüfinger Oma in den Schwarzwald". Dreht sich der Herr von vorne zu mir um, "Merk dir gleich mal, du hast hier gar nichts zu sagen".
Ich sagte auch nichts mehr, kein Wort kam mehr über meine Lippen. Der Lausbub war augenblicklich tot.
Meine Mutter hatte offenbar nichts dagegen, dass mich ein mir wildfremder Mann auf Taschentuchgröße zusammenfaltete.

1964 holte mich dann dieses Traumpaar zu sich. Es folgte eine "wunderschöne" Kindheit und Jugend, die 1974 (ich war 17) damit endete, dass ich dem Lebensgefährten meiner Mutter die Wohnungschlüssel vor die Füße warf und mein Leben selbst in die Hand nahm. Vorher hat er aber noch von mir die Prügel seines Lebens bezogen. Ich bin nicht stolz drauf, aber er hatte es verdient.


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16.10.2009 18:36
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#4
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gute Erlebnisse waren natuerlich die Familienurlaube, jedes Jahr gab's Geld dafuer, fast besser wie Christmas. Mir hat die weite Welt immer fasziniert und als Kind war die USA fuer mich schon ziemlich weit...

schlechte...naja. Wird wohl sein, dass meine Mutter mir befohlen hat einem Bully an der Schule wieder seine $0.05 zu geben. Ich dachte ich habe ein gutes Geschaeft gemacht. Als er meinen $0.50 Schokoriegel haben wollte, den habe ich ihm fuer $0.55 verkauft. Da gab's Krach, Profit war nicht zu machen, es war erniedrigend, meine Mutter erfuhr das nie.

Berliner


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17.10.2009 13:44
avatar  josy95
#5
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Bin 1959 Mitte Juli als 3. von später mal 4 Geschwistern geboren, soll der heißeste Tag des Jahres 59 gewesen sein..., kann ich mich aber nicht mehr dran erinnern..., nur noch, das ich mächtig geschrien habe: Durscht....!
Das hat sich bis heute nicht geändert, nur die Getränke haben sich geändert...
Meine Kindheitserinnerungen reichen so bis zum 4. oder 5. Lebensjahr zurück, da bin ich mit meinem Dreirad mit Hänger (welches ich aufpoliert 1989 meinem Sohn zum 3. geschenkt hab und was heuer noch existiert - bekommt irgendwann mal das Enkelkind!)

Irgendwann im selbigen Alter etwa hab ich dann mal mit meiner großen Rübe zwischen dem Treppengeländer geklemmt, da mußte der Tischler mit der Säge kommen...

Mein Vater war ja Kleinunternehmer (Kapitalist...), war auch öfter mal auf Dienstreise, meißtens Berlin. Er hat uns Kindern immer eine Kleinigkeit mitgebracht. An einen Tag kann ich mich noch genau erinnern, da hab ich mir Abends voller Ungeduld auf die Rückkehr meines Vaters und zum Leidwesen meiner Mutter ganz bösartig die Finger geklemmt..., mein Vater hatte einen kleinen Plüschschornsteinfeger für mich mit..., soll ja Glück bringen, auch das Teil exestiert noch als eine Art Talismann...!
Meine Mutter pflegte diese schöne Tradition, diese Art Erinnerungen für uns aufzubewahren, uns sie dann irgendwann zu einem passenden Anlaß zu schenken. Sie selbst hatte im Kriege bis auf ein paar Kleinigkeiten beim Bombenangriff auf Magdeburg alles verloren...
Ich finde diese Tradition auch super, hab sie versucht fortzusetzen, naja, was meine beiden Zöglinge und die heutige Wegwerfgesellschaft anbelangt..., aber die Hoffnung stirbt zuletzt, vielleicht besinnt man sich mal wieder...
An die Vorschulzeit kann ich mich noch relativ gut erinnern, im Kindergarten war ich nicht, war damals noch nicht so üblich, weil viele Mütter Hausfrauen waren, so auch meine.
Meine kleine Vorschultasche exestiert auch noch irgendwo...

Nun denkt bitte nicht, ich wär ein Messi...
Es existiert auch noch ein Plüschtier aus meiner Kinderzeit, das hat mich überall (außer NVA- Zeit- wegen der Lästerei!) hin begleitet, nehme ich auch heute noch auf Reisen mit...

Dann begann meine Schulzeit, 1966 mitten im kalten Krieg, man gut, das unsere Schule schon Zentraleizung hatte...!

Aber Spaß beiseite. Wie einige aus meinen vorherigen Beiträgen wissen, war ich auf Wunsch meiner Eltern nicht in den Pionieren. Da verspürte ich erstmals, wie Menschen, vom Ehrgeiz zerfressen, Karrieregeil und mit einer Art Kadavergehorsam sein können...! Meine erste Lehrerin verstand es super, einem Erstklässler solche Sätze wie: Du kannst keine 1 oder ein Bienchen bekommen, Du bist nicht in den Pionieren..., oder nach einer erfolgreichen Altstoffsammlung (josy hatte auf Grund der Firma des Papas immer das meißte Altpapier)der Satz: Du kannst kein Lob ins Klassenbuch kriegen, weil....!
Auch hab ich die fürchterlichen (politischen) Kinderlieder noch im Hinterkopf, mit denen man ideologisch ausgeklügelt und zielgerichtet versuchte, die Kinderherzen für die Sensibilisierung auf ein Feindbild einzuschwören. Da fällt mir spontan das Lied vom "Kleinen Trompeter" ein, was bis zum geht- nicht- mehr gesungen werden mußte! Ist ja auch eine für Kinder empfängliche Melodie und ein eigentlich emotionaler, sensibler Text, wenn man in kindlicher Naivität die Hintergründe nicht kennt...!
Ein Mitschüler fragte irgendwann mal im Musikunterricht, so 3. oder 4. Klasse, ob wir nicht mal ein deutsches Volkslied singen könnten, was er den für eines denn mal gern höhren wollte, fragte die Lehrerin. Er: "Schwarz- braun ist die Haselnuß". Da war ein Theater, das hab ich auch nicht vergessen. Der kam vor den Fahnenappel und wurde runtergemacht, Eltern und Großeltern waren wohl SED- Genossen, die mußten antraben...! Oh Gott, was für ein Szenario!

Das hat sich bis heute bei mir tief eingegraben. Darum hab ich mit derartigen rücksichtslosen und egoistischen Zeitgenossen (von Menschen möchte ich bewußt nicht sprechen!) meine Probleme. Die Zeit verging, wir waren Kinder und durften es sein. Auch wenn immer eine gewisse anerzogene Angst und Vorsicht vor dem Regime da war, aber an groß was Negatives- tut mir leid kann ich mich nicht erinnern...! Hyglight war jedes Jahr das Osterfeuer für uns Jungs, was haben wir da alles angestellt, nie ist einem ernsthaft was passiert! Osterfeuer war ein Muß, manche Schulaufgabe mußte darunter leiden, manch Stubenarrest folgte...!
Das mach mal einer heute! Auch zu den Grenztruppen war ein super Verhältnis, unser Osterfeuer befand sich direkt neben der Suentalkaserne. Die haben uns bewirtet, die haben uns die Autoreifen (welch Umweltsünde!) zum Osterfeuerplatz gefahren. Ja, da war es noch eine Volks- Armee! (Damals waren die GT noch Bestandteil der NVA)

Die Jahre flogen dahin, und zum 01.09.1972 wurde die Stadt Ilsenburg aus dem Sperrgebiet herausgenommen, "unser Wald", sprich unser Spielplatz war plötzlich tabu und das VErhältnis zu den GT kühlte sich spontan extrem ab. Nichts war mehr wie vorher, erwischte uns man nur ein paar SChritte hinter den Schildern, gab es gewaltig Ärger. Naja, man mnußte dann eben damit Leben.
Ab der 5. Klasse bekamen wir den besten Lehrer unserer Schule als Klassenlehrer, und behielten ihn bis zur 10.! (Gibt es denn heute noch so etwas???
Die schönste Zeit meiner Schulzeit, auch als nicht- FDJ-ler!
Im August 1976 hatten wir die schönste Klassenfahrt aller Zeiten. Unvergeßliches Erlebnis! Da schwärmen wir alten Schulfreunde heute noch von!

Dann ging es 1976 in die Lehre.

Hier will (muß) ich erstmal aufhören, hoffe, Euch hats ein wenig interessiert, Fortsetzung folgt!


josy95


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17.10.2009 16:39
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#6
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Bin ein mecklenburger Landkind. Hab keinen Streich ausgelassen.
Bin 1952 geboren , hab schon in frühster Kindheit beim "Kampfmittelbergungsdienst" privat
gearbeitet. Lag ja damals noch genug in den Wäldern ,Teichen und Feldern rum.
Die Entsorgung war nicht immer fachgerecht. Hab aber noch alle Finger und beide Füße.
Sehen und hören (hat meine Mutter schon immer gesagt)kann ich etwas schlecht.Kommt aber vom Alter.
Gruß Udo E.


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17.10.2009 17:51
avatar  Focking
#7
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Moin alle,

möchte mich zu diesem Thema auch äußern.
Ich bin ja nun ein Kriegsprodukt,und habe die Nachkriegszeit so ziemlich
komplett bewußt erlebt.Durch das Vorkommnis mit meinem Vater waren wir auf
die unterste Stufe der sozialen Leiter gepurzelt.55 Mark Unterstützung 45
Mark Halbwaisen Kindergeld ,wir waren vier,da war Schmalhans Küchenmeister.
Diese Zeit hat mein Leben sehr geprägt.Dieser Überfluß heute ,diese Manipu-
lierung der Verbraucher zu immer mehr,oft überflüssigen Konsum,damit komme
ich nicht zu recht.Will ich auch nicht.Wenn ich dieses Gejammere höre,dieses
Anspruchdenden muß ich immer an einen Kommentar denken.Der begann so:Es geht
uns schlecht aber es geht uns komfortabel schlecht,genial.Aber so wollte ich
eigentlich garnicht abschweifen es sind Heute eben andere Zeiten.Außerdem man
muß ja nicht alles verstehen,ist viel zu anstrengend und nervenaufreibend.Ich
will hier von einer Sache berichten,die sich nachhaltig in mir festgesetzt hat.
1959 wurde usere Schule als erste in der DDR ,Allgemeinbildende Polytechnische
Oberschule.( Margot kam aus unserem Viertel )Damals war es jedem noch freige -
stellt,in der Übergangszeit die Schule nach acht Jahren zu verlassen.Meine Mut-
ter entschied damals,daß ich mittlere Reife bekomme.Angesichts unserer finanziel-
len Misere eine Entscheidung wo ich meiner Mutter heute noch dankber bin.Zumal
ich später dank Planwirtschaft meinen Traumberuf ergreifen konnte.Zum Verständnis
muß ich hier erwähnen,daß mein Einkommen als ungelernter Produktionshelfer schon
fest im Familienbudget schon fest eingeplant war.
So,dies ist eine kleine Episode die mich bis heute nicht los läßt.

Gruß aus der Lausitz

Werner


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17.10.2009 18:19
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#8
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( gelöscht )

na denn mal:
`63 geb.
- keinerlei Westverwandschaft
- sei immer fleißig - war ich
- lerne einen (am besten) Handwerksberuf - hab ich
- knüpfe Beziehungen - hab ich
- dann geht es dir gut - stimmt !

Ende der 80er die Wende !

Für mich hat sich nix verändert.

- "westverwandschaft" habe ich immer noch nicht !
- "fleißig" - das war ich schon immer
- ich war Handwerker - und bin es auch noch irgendwo
- "Beziehungen" - wichtiger denn je
- dann geht es dir gut - jo, mir geht es gut !

Oss`n`s Meinung dazu


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17.10.2009 20:28
#9
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Zitat von Oss`n
na denn mal:
`63 geb.
- keinerlei Westverwandschaft
- sei immer fleißig - war ich
- lerne einen (am besten) Handwerksberuf - hab ich
- knüpfe Beziehungen - hab ich
- dann geht es dir gut - stimmt !

Ende der 80er die Wende !

Für mich hat sich nix verändert.

- "westverwandschaft" habe ich immer noch nicht !
- "fleißig" - das war ich schon immer
- ich war Handwerker - und bin es auch noch irgendwo
- "Beziehungen" - wichtiger denn je
- dann geht es dir gut - jo, mir geht es gut !

Oss`n`s Meinung dazu



Oss`n mal Hand aufs Herz! Westverwandschaft hast Du doch auch schon ein bisschen oder!?

Gruß RF


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18.10.2009 01:48
#10
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Hallo Josy,

danke für das Thema und für Deine Geschichte. Ich möchte mal was unpolitisches zu zu diesem Thema einbringen. Es ist aus meiner heutigen Erinnerung eines der einschneidenden Erlebnisse in meiner Kindheit gewesen. Ich muss wohl so um die 12 Jahre alt gewesen sein. In Leipzig auf der Petersstraße, auf dem Weg zwischen Capitol und Centrum-Warenhaus, gab es auf der rechten Seite im Sommer einen kleinen Stand, an dem Softeis verkauft wurde. Ich war mit einem Schulfreund dort unterwegs, weiß nicht mehr das woher, wohin, warum, und ich bekam beim Anblick der weißen Köstlichkeit einen Mordsappetit darauf. Also fischte ich mein Geld aus der Tasche. Die gute Nachricht war, es sollte reichen für eine Portion. Also ging ich zum Stand rüber, an dem nur eine mäßige Schlange, fünf oder sechs Leute, stand. Die Schlange stand von rechts an, ich kam von links. Links neben dem Stand war ein Papierkorb aufgestellt. Ich hatte noch einen Kaugummi im Mund. Das ging natürlich nicht, wenn ich Softeis essen wollte. Also spuckte ich den Kaugummi gleich direkt in den Papierkorb. In diesem Moment brüllte mich der Mann hinter dem Softeisstand an. Es fielen Worte wie: "Du Rotzer, mach dassde hier weggommst", und unflätige Beschimpfungen. Ich wusste garnicht, wie mir geschah. Im ersten Moment dachte ich nur schuldbewusst, ich hätte den Eindruck gemacht, in "seinen Papierkorb" gespuckt zu haben und das sei etwas, was man einem übelnehmen konnte. Der Typ kam sogar hinter seinem Stand hervor und jagte mich mit einer Drohgebärde davon. Er schimpfte weiterhin über mich und suchte Bestätigung bei den anderen Leuten, deren Reaktion ich aber nicht mehr mitbekam. Mit feuerrotem Kopf holte ich meinen Schulfreund ein, der mich fragte, was los sei und warum ich kein Eis hätte. Ich erzählte ihm die Geschichte und beruhigte mich dann wieder, als wir gemeinsam über den Typen ablästerten.

Im Nachhinein muss ich sagen, dass dies das tiefste Erlebnis einer Ungerechtigkeit mir gegenüber als Kind war. Es hat sich sehr tief eingebrannt. Noch heute zucke ich zusammen, wenn Leute Kinder so angehen. es ist verkehrt, Kinder so anzubrüllen.

ciao Rainman


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25.11.2009 14:03
avatar  Kesti
#11
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Hallo

Ich bin Baujahr 76 und habe das Licht der Welt, oder besser gesagt, das Neonlicht eines Krankenhauses im thüringischen Bleicherode in der DDR erblickt.
Einschneidende Erinnerungen für mich waren:

die Kindergärtnerin, die mit meiner großen Schwester schimpfte, als sie dem Soldaten, den sie im im Kindergarten malen sollten, das Gewehr in die linke Hand malte,

die Kindergärtnerin, die mich immer von den Bauklötzern wegholte, indem sie mich am Nacken packte oder am Arm zog und zur Puppenecke schickte, weil Mädchen nunmal nicht mit Puppen spielen sollten und sich nicht mit so Sachen beschäftigten, wie Straßen, Häuser und Brücken zu bauen.

2 Wochen Sonderschule, zum Glück "flog ich dann wegen Intelligenz", naja, ich hatte Glück, daß eine Lehrerin der POS bei uns hospitierte und ich ihr auffiel, so wurde ich nochmal getestet und durfte dann auch mit zu meinen Altersgenossen in die erste Klasse der Polytechnischen Oberschule und entgegen den Erwartungen meiner Kindergärtnerin bin ich dort gut mitgekommen und habe später meinen Realschulabschluß gemacht.

Mein erster Schultag, andem ich statt die Bilder zu benenne, einfach mal aus der Fibel alles mögliche vorlas, als Folge daraus durfte ich erstmal aus allen möglichen Zeitungen meiner Klassenlehrerin was vorlesen, weil sie mich erstmal verdächtigte, die Fibel auswendig gelernt zu haben.

Auftritte bei allen möglichen Veranstaltungen unserer Schule, bei denen ich Gedichte rezitierte.

Nicht zu vergessen: die Theater-AG, bei der ich mitmachen durfte :-) und die mir sehr viel Spaß machte.

Die Panik, wenn ich wieder mal mein Pionierhalstuch vergessen hatte, und eine Veranstaltung oder Pionierversammlung anstand.

Der Tag, an dem die Mauer fiel, ich vor dem Fernseher saß und die Pressekonferenz verfolgte (ich wollte für den nächsten Tag in Staatsbürgerkunde vorbereitet sein) und Herr Schabowski sagte, man könne jetzt auch in die BRD reisen (Hurra, endlich meine Westverwandtschaft kennelernen). Ich ging dann zu meiner Mutter ins Schlafzimmer, nachdem ich mir auch die Nachrichten angesehen habe, und sagte zu ihr: Die Mauer ist auf. Und sie antwortete mir: Du spinnst ja. Geh ins Bette und schlaf. Du hast morgen Schule."

Und zwei TGage später, als ich das erste Mal im Westen war, der Überfluß in den Supermärkten, ich hab mir damals ein LCD-Spiel (war in unserer Schulklasse total in) und meine erste digitale Quarzuhr (beides für 5D-Mark) von meinem Begrüßungsgeld gekauft. Der Rest ging für unseren ersten Farbfernseher drauf.


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07.07.2012 20:30
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#12
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( gelöscht )

geboren bin ich 56.

57 haben sich meine Eltern gen Westen aufgemacht, natürlich erst mal ohne mich, man wollte sich erst orientieren.

Dies dauerte bis ich 18 Jahre alt war, bis auf einige gut gemeinte Besuche von meiner Mutter hatte ich keinen Kontakt zu ihr.

Ich war GsD ein Omakind geworden und ich hatte eine wunderbare, unbeschwerte Jugend auf dem Land .... bis , ja bis die Schulzeit für mich begann.

Meine Eltern im Westen und ich in der Schule, ich war kein Pionier, sondern in der jungen Gemeinde.
Ich war ein wildes , leicht zu begeisterndes Kind, mit guten Leistungen in der Schule.

Dann begann die Zeit der Suche nach einer Lehrstelle, das war für mich der Speissrutenlauf, denn trotz guter, sehr guter schulischen Leistungen hatte man für mich leider keinen geeignete Lehrstelle.

Mein Traum war, dass ich was mit Sprachen machen wollte, doch das konnte ich mir gleich abschminken!

Mein großes Glück war, dass ich einen Lehrer hatte, der sich unheimlich für mich eingesetzt hat, sonst hätte ich Näherin lernen sollen.
Doch er hat gekämpft war damals mit mir beim Rat des Kreises, wo ich mich als Erzieherin vorstellen sollte.
Wie er es gemacht hat, ich weiß es bis heute nicht, doch ich hab die Lehrstelle bekommen.
Was ich sicher weiß, ist, dass ich während meiner Lehrzeit unter ständiger "Beobachtung" war, aber ich habe mich gut geschlagen und meinen Abschluss gemacht!

Tjaaaa, und immer wieder habe ich mich in meinem Leben gefragt, was wäre wohl aus mir geworden wenn es diesen einen Lehrer nicht gegeben hätte ?


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07.07.2012 20:40
avatar  Mike59
#13
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Ja - arbeiten wir unsere Traumata auf?

Mensch Mape was hätte aus dir werden können wenn dich deine Eltern mitgenommen hätten.

Ich habe ein Jahr in einem Kinderheim zugebracht, über das weswegen und warum möchte ich mich nicht äußern - was Menschen Menschen antuen ist schon erstaunlich - es war eine Erfahrung die mich geprägt hat.

Mike59


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07.07.2012 20:46
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#14
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( gelöscht )

Zitat von Mike59 im Beitrag #13


Mensch Mape was hätte aus dir werden können wenn dich deine Eltern mitgenommen hätten.

Ich habe ein Jahr in einem Kinderheim zugebracht

Mike59


Mike, das tut mir leid, dass du im Kinderheim warst!
Das war zu DDR Zeiten kein Zuckerschlecken.

Tja, ich bin eigentlich froh, dass ich nicht bei meinem Eltern aufgewachsen bin.
Sie haben sich früh getrennt, meine Mutter war nur für ihren Beruf da, was wäre da wohl aus mir geworden ? NICHTS!
So hatte ich eine glückliche Kindheit, die mir niemand nehmen kann.


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07.07.2012 22:23
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#15
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( gelöscht )

Gute Erinnnerungen hab ich an die Kindergartenzeit,die Sonntagsausflüge in Familie (Eltern legten wert drauf und es hat mir von der Allgemeinbildung her nicht geschadet),die Ferienzeiten bei meinen Großeltern(Opa und ich haben immer was angestellt,positiv wie negativ) und die Sport-Ag`s.
Mittelprächtige Erinnerungen hab ich an die FDJ-Nachmittage(wollte lieber meine Freizeit mot den Mädels aus der Nachbarschaft verbringen),den Staatsbürgerkundeunterricht(was haben wir uns immer gefetzt mit unsrer Paukerin,aber schlechteste Note 3),die Fahnenapelle!


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