13. August 1961 - War da nicht der Mauerbau in Berlin?

  • Seite 3 von 12
16.08.2020 22:21 (zuletzt bearbeitet: 16.08.2020 22:29)
avatar  ( gelöscht )
#31
avatar
( gelöscht )

Schlaflöwen-Doppelt.


 Antworten

 Beitrag melden
16.08.2020 22:26 (zuletzt bearbeitet: 16.08.2020 22:36)
avatar  ( gelöscht )
#32
avatar
( gelöscht )

Zitat von DoreHolm im Beitrag #27
Beitrag Hanum83 in #26: Die alte Leier, erst haben sie die Marktwirtschaft hergeschrien und nun sind sie verelendet.
Das haben sie nun davon.
Ja doch, der Sozialismus war schön.

Quatsch mit Soße. Willst Du etwa abstreiten, daß nicht Wenige von den damaligen Demonstranten nach dem Eintreten der Realität sehr schnell in die unteren sozialen Schichten gelangt sind ? Du hast es geschafft, wohl die mehrheit auch, aber eben etlich nicht und das nicht nur, weil sie die falsche Ausbildung/Qualifikation oder Alter hatten, sondern weil sie den damaligen Slogan "Arbeiten wie in der DDR - Leben wie im Westen" verinnerlicht hatten.

Ob nun Quatsch mit Soße oder Soße mit Quatsch, egal, die Leute wollten es so, ganz einfach weil sie deine Truppe und euren Quatsch nicht mehr wollten, es war ihre Entscheidung etwas neues zu probieren.
Da könnt ihr philosophieren über die anderen Dummen wie ihr wollt, der große Fuß der Geschichte hat euch in den Boden geknietscht, wie der Sachse sagt.
Es hat auch wenig Sinn darüber ewig rumzuheulen.


 Antworten

 Beitrag melden
16.08.2020 22:32
#33
avatar

Zitat
Sind das nicht Charaktereigenschaften, die in jedem Volk angelegt sind?
Mit dem Warten und dem Versprechen auf bessere Zeiten, wurden weder die Ossis vor 1989 zurückgehalten, noch die heutige Flüchtlingsbewegung



Es sind aber nun mal Unwahrheiten, Fehldarstellungen und Lügen im Umlauf die dazu instrumentalisiert werden, das damalige System zu diskreditieren.
Zu behaupten, daß man nicht studieren durfte wenn man nach der 8. Klasse nicht direkt in die EOS wechselte oder mindestens drei Jahre gedient hat, sind einfach nur Verunglimpfungen mit denen man die aktuellen Schüler, Geschichtsforscher oder Journalisten einfach nicht allein lassen darf, die diese Zeit nur aus der Überlieferung kennen.
Unser Dorfarzt war Schlosser an der Bandanlage des Braunkohlekombinats, wurde Krankenpfleger und später Arzt, ein Schichtschlosser aus dem Bahnbetriebswerk ging zur Meisterschule und hatte es bis zur Wendezeit auch ohne Parteibuch, Dreijahres– Wehrdienst oder andere Kompromisse mit Anfang 30 zum Ingenieur gebracht.
Ich selbst bekam konkrete Angebote, eine andere Laufbahn über die DR– Parteischule in Hainichen und ein M/L– Studium ohne Nachlösegebühr an Lebenszeit an die NVA abzuführen einzuschlagen, die „Ermunterung“ fand bei der Rbd Halle statt, ich berichtete darüber.
Das aktuelle Kontrastprogramm ist eine unmoderne, ineffiziente und nachlässige Gesellschaftsordnung in der jeder seine beruflichen Lebensträume am tatsächlichen Bedarf vorbei ums Verrecken allen anderen und höherwertigen Interessen überordnen kann mit der Konsequenz des Fachkräftemangels, einer dramatischen Advokatenschwemme (Stichwort: Klageindustrie), Hundefriseure, Paartherapeuten die irreparable Charakter und perspektivlose Beziehungen reparieren sollen, blödsinnige Merchandising– Jobs um die Marktsättigung zu überschminken, eben alle hilflosen Versuche das erreichte Endstadium des vernünftigen Wachstums, der Arbeitsteilung und Spezialisierung zu leugnen.
Allein wegen dieser und etlicher weiterer Mißstände bleibt die Matrix DDR im Volksgedächtnis enthalten und der Mauerbau ein kleiner Eintrag in der Krankenakte.
Der Tod kam trotzdem, wenn auch plötzlich und unerwartet.
Man tanzte noch ein paar Monate auf ihrem Grab, die (Traum) Tänzer wurden aber von Monat zu Monat mit jeder platt gemachten Klitsche weniger.
Den Mauerbau hätte man mit der Gründung der DDR angehen müssen, aber die Spur der Steine aus dem Trümmerfeldern des Weltkriegs führte erstmal zu den Wohnbauten, für eine Grenzmauer waren da wohl keine mehr übrig.
Ein dramatischer Stockfehler und fataler Irrtum, die Annahme, daß die Menschheit eine solche Chance nutzen würde.

Viele leben zu sehr in der Vergangenheit.
Aber die Vergangenheit soll ein Sprungbrett sein und kein Sofa.

 Antworten

 Beitrag melden
16.08.2020 22:51 (zuletzt bearbeitet: 16.08.2020 23:17)
avatar  ( gelöscht )
#34
avatar
( gelöscht )

Na immerhin kannst du Senioren-Residenzen hochziehen, also soooo besch...eiden ist es hier nun wohl auch nicht.

Ihr Herz-Sozialisten wollt den Kapitalismus immer ins Siechtum reden, er ist aber, trotz Krisen, putzmunterer als die Alternativlösung je war, die fiel/fällt in der Regel immer ökonomisch wie ein Kartenhaus zusammen beim kleinsten Gegenstrom.
Für mich eine träumerische Sozialromantik von Euphorikern, nicht lebensfähig und noch weniger akzeptiert von der Masse, aber ein netter Traum.
Die Feldversuche bisher nur auf Repression gestützt und ansonsten einfach Kacke mit dem bestimmenden Credo "nix wie weg".
Wie haben die Scherbenkehrer immer resümiert?
"Wir haben es versäumt die Menschen mitzunehmen", sollte man schon wenn man Menschen regiert.


 Antworten

 Beitrag melden
16.08.2020 23:11 (zuletzt bearbeitet: 16.08.2020 23:12)
#35
avatar

Ist etwas weg vom Thema, passiert aber doch öfter....

Ich hatte es schon mal geschrieben.......ich war zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle und traf den
richtigen Menschen.......meinen neuen Chef.
Er hatte einen Stahlbaubetrieb, sie machten Silos und Anlagen für Betonmischwerke.
Er hatte eine neue Werkhalle angebaut und wollte ein zweites Standbein schaffen. Es sollte eine mechanische
Fertigung werden mit gesteuerten Werkzeugmaschinen. Er hatte die Möglichkeit für eine große Firma,
die den Werkzeugbau für eine große Autofirma hier aus der Region machte, langfristige Aufträge zu bekommen.
Ich habe die Maschinen gesetzt und eingerichtet. Das Problem war die geeigneten Facharbeiter zu bekommen.
Das was hier vom Arbeitsamt geschickt wurde konnte man in der Pfeife rauchen.
Wir brauchten Fräswerker, Bohrwerker, Dreher ...alle mit CNC Erfahrung. Um anfangen zu können bin ich
nach Radebeul in meine alte Firma gefahren und habe erst mal 5 Leute geholt, Leute die ich kannte.......einen
aus meiner alten Abteilung.
Diese Leute haben ihre Chance genutzt, sie sind heute noch in der Firma, aber sie gehen in den nächsten Jahren in Rente. Die Firma läuft heute noch ganz gut, obwohl der Juniorchef lieber etwas anderes machen sollte, aber er hat ja seine Leute.
Also es gab nicht nur Luschen, die gekommen sind......aber richtig es waren viele dabei die man nicht gebrauchen konnte, solche die auch früher im VEB durchgefüttert wurden.

________________________________________________________________________________________________________________
Jene, die ihre Schwerter zu Pflugscharen schmiedeten, pflügen heute für diejenigen die ihre Schwerter behielten.


 Antworten

 Beitrag melden
17.08.2020 07:48
avatar  ( gelöscht )
#36
avatar
( gelöscht )

Die Mauer wurde damals gebaut, damit die Leistungsträger nicht rüber gingen. Den Bummlern ging es doch in der DDR besser als im Westen, zumindest wenn sie sich verbal angepasst haben.

Nach dem Fall der Mauer war es schon erstaunlich wer da Wochenlang mit der Sektpulle in der Hand auf den Trümmern getanzt hat.

Die pfiffigen unter den Leistungsträgern haben sich indessen schon neu orientiert.

Einige haben ihre Perspektive in den alten Ländern gesucht und viele auch gefunden.

Andere haben in den neuen Ländern etwas aufgebaut, obwohl ihnen von der Treuhand große Steine in den Weg gerollt wurden.

Wenn ich die Veränderungen im Land und auch den Lebensstandard vieler sehe kommt mir der Gedanke, dass es die Mehrheit doch irgendwie geschafft hat und heute besser lebt.

Verlierer wird es immer geben und die Gründe dafür können vielfältig sein.

Wichtig war es nach dem Wegfall der Gängelleine durch den Staat, sich selber zu kümmern und nicht auf Anweisungen von oben zu warten.

Uli


 Antworten

 Beitrag melden
17.08.2020 08:28
avatar  ( gelöscht )
#37
avatar
( gelöscht )

Das hast Du sehr treffend geschrieben.

Ich sehe das genauso. Der Großteil hat Vorteile. Und genauso wie Du es schreibst, es gibt immer Verlierer.

Danke!

MfG Berlin


 Antworten

 Beitrag melden
17.08.2020 09:11 (zuletzt bearbeitet: 17.08.2020 09:23)
#38
avatar

Zitat von Hanum83 im Beitrag #34
Na immerhin kannst du Senioren-Residenzen hochziehen, also soooo besch...eiden ist es hier nun wohl auch nicht.

Ihr Herz-Sozialisten wollt den Kapitalismus immer ins Siechtum reden, er ist aber, trotz Krisen, putzmunterer als die Alternativlösung je war, die fiel/fällt in der Regel immer ökonomisch wie ein Kartenhaus zusammen beim kleinsten Gegenstrom.
Für mich eine träumerische Sozialromantik von Euphorikern, nicht lebensfähig und noch weniger akzeptiert von der Masse, aber ein netter Traum.
Die Feldversuche bisher nur auf Repression gestützt und ansonsten einfach Kacke mit dem bestimmenden Credo "nix wie weg".
Wie haben die Scherbenkehrer immer resümiert?
"Wir haben es versäumt die Menschen mitzunehmen", sollte man schon wenn man Menschen regiert.


Was heißt hier "Ihr" Herzsozialisten ? Du wirfst alle in einen Topf. Denke bloß nicht, daß sich alle sozialistischen Illusionen hergegeben haben. Wer ein ökonomisches Verständnis hatte und die Ideologie erst mal außen vor ließ, wußte genau, was geändert werden müßte. Das waren vor allem die "Herzsozialisten, die sich in den Niederungen der Industrie mit den alltäglichen Problemen verschiedenster Art herumzuschlagen hatten. An denen sind auch die großen Losungen allerorten meist wirkungslos vorbeigegangen. Leider hatten diese Leute aus der Praxis kaum was zu sagen und wenn sie was sagten, wurden sie schnell abgebügelt und zwar von denen, die nie oder nur vor langer Zeit mal in die Praxis reingerochen hatten. Du hast eine ziemlich realistätsferne Ansicht, was die ganzen Zusammenhhänge der damaligen Zeit betrifft, ist mein Eindruck. Unverhohlen auf allem rumtrampeln, was damals nicht schon "ein dreimal Hoch dem Kapitalismus" gerufen hat. Und was die Akzeptanz durch die Masse betrifft, die hat sich diese mehrheitlich i.d.R. recht komfortabel darin eingerichtet, dabei stets schielend auf das Konsumangebot des Westens, aber eben an der eigenen Arbeitsweise nichts ändern wollen. Beides haben geht eben nicht. Mein Empfinden ist, daß nach den großen Krisen der letzten 30 Jahre mehr als vorher in Kreisen der Bevölkerung, nicht nur der Linken und nicht nur in der BRD, die Frage nach der Zukunftsfähigkeit dieses Systems gefragt wird, ohne gleich eine DDR 2.0 wiederhaben zu wollen. Bestimmte Bereiche des alten Systems werden heute wieder als salonfähig angesehen. Nicht ohne Grund entstand der Begriff "systemrelevant" eben im Zusammenhang mit diesen Krisen. Du brauchst aber keine Angst zu haben. An Deine kleine Firma will keiner ran und sie Dir streitig machen und die Erkenntnis, daß ein kontrolliertes Unternehmertum gut für alle ist, hat sich auch unter den realen Linken durchgesetzt. Ich könnte jetzt noch beim Urschleim anfangen, von der seit Beginn der Existenz der DDR durch die konservative BRD-Regierung verfolgten Absicht, die Macht ihrer Klientel, der (west)deutschen Großunternehmen, auf ganz D auszudehmen und eine möglicherweise funktionierende Alternative im Osten zu verhindern, lasse es aber. Du verstehst diese politischen Zusammenhänge sowieso nicht.


 Antworten

 Beitrag melden
17.08.2020 09:43 (zuletzt bearbeitet: 17.08.2020 09:45)
#39
avatar

Zitat
Na immerhin kannst du Senioren-Residenzen hochziehen, also soooo besch...eiden ist es hier nun wohl auch nicht.



Es geht mir bei diesen Projekten weder um Reichtum, Prestige oder gar Macht sondern um Gestaltung und auch wenn Du Dich, werter Hanum darüber kaputt lachst, die Jugendlok war noch teurer.

Wir waren damals eine Brigade, die im Wettbewerb stand um störungsfreie Laufleistung, „Mios“ (Millionen Bruttotonnenkilometer) Senkung der b– Stunden (möglichst keine außerplanmäßigen Reparaturen), Außenwirkung (Putz– und Pflegeplan) usw. und auch wenn man das heute putzig findet, es war ein Lebensinhalt, eine Form der Mitgestaltung und Selbstverwirklichung so wie es heute die Immobilien für mich sind, die sich ab weniger als 30 Grad Körpertemperatur auch bloß in Fremdeigentum verwandeln, da ich sie nicht mitnehmen kann, wohin auch immer.
Naja und für die 131 007–7 war eben am km 125,5 ( Abzweig Bernterode, Ri Deuna) die Grenze, nach Leinefelde durften wir schon nicht mehr, erst recht nicht weiter nach Heiligenstadt, Arenshausen, aber das hat in kleinster Weise zu Nachdenklichkeit geführt.
Auch die Zugeinfahrten in Niedersachswerfen, da war es noch kürzer (Grenzbahnhof Ellrich) bis in die Freiheit hatten mit Fluchtgedanken, Fernweh oder ähnlichen erdfernen Gedankengut nichts zu tun.
Es geht nicht immer ums Geld, es ist zwar unsere Sprache, die für das Leben (auch) wichtig aber eben nicht alles ist.
Negativ und realitätsnäher betrachtet sind diese Investments aber neben dem Gestaltungswillen auch eine Risikoabsicherung gegenüber den Auswüchsen des Phantomkapitalismus, der schon lange nicht mehr funktioniert und schon Millionen b– Stunden, sprich Reparaturstau angehäuft hat.
Eine Jugendlok würde mit so einer Bilanz schon am Prellbock vor sich hinrosten.
Der Zug mit dem Frachtgut Kapitalismus hat nur noch heiße Luft im Container, Produktion um der Produktion willen ist nur noch Schauspiel, brotlose Kunst, Kapitalverzehr.
Er wäre nicht mehr lebensfähig ohne den staatliche Stützung durch Dauersubventionen, Bilanztricks der Börsenwerte, Enteignung breiter Volksmassen (Stromsteuer, GEZ, Grunderwerbssteuern), feudalistische Honorartabellen, Parlamentarier– Raffgier, Selbstbedienungsmentalität und aufgeblähte Verwaltungen sowie unzählige Vorgänge in der Schattenwirtschaft (Bufdi– Unwesen, Ein– Euro– Jobs, dauerhaft unentgeltliche ehrenamtliche Arbeit, Privatpflege weil gar kein Geld mehr für die Bezahlung solcher wichtigen Tätigkeiten da ist.
Es ist Zeit, neue Grenzen zu ziehen, zwischen dem Traumland machtbekiffter Berufspolitiker mit Automatikeinkommen und denen, die hier noch als aktive Kerne in der Realwirtschaft unterwegs sind.

Viele leben zu sehr in der Vergangenheit.
Aber die Vergangenheit soll ein Sprungbrett sein und kein Sofa.

 Antworten

 Beitrag melden
17.08.2020 09:48
avatar  Ebro
#40
avatar

Zitat von DoreHolm im Beitrag #38
Das waren vor allem die "Herzsozialisten, die sich in den Niederungen der Industrie mit den alltäglichen Problemen verschiedenster Art herumzuschlagen hatten.


Das gilt auch für die Mitarbeiter der "Büttelgarde der Abt. XVIII," die so manches in den Betrieben gesehen haben und daran nichts ändern konnten. Wenn zum Beispiel die Normen immer noch so angesetzt waren wie vor dem Erwerb neuer Maschinen, und die Kollegen damit die Möglichkeit hatten, in der Nachtschicht zu lesen oder Skat zu spielen, weil ihre geforderten Ergebnisse schon seit dem vortag im Schubfach lagen.

ich werde nicht mehr diskutieren mit dummen Menschen, um meine Argumente zu erklären. Hat hier sowieso keinen Sinn. Ich werde lernen, diese Menschen zu meiden. Nichts ist wichtiger, als die persönliche Ausgeglichenheit im Alter


 Antworten

 Beitrag melden
17.08.2020 10:01 (zuletzt bearbeitet: 17.08.2020 10:06)
avatar  ( gelöscht )
#41
avatar
( gelöscht )

Zitat @Hackel 39 Beitrag #33:
Den Mauerbau hätte man mit der Gründung der DDR angehen müssen....
_______________________________________________________________
Eigenartigerweise waren es nur die Staaten der Arbeiterparadiese, die
sich das Wohl des kleinen Mannes auf die Fahnen geschrieben hatten,
die ihre Einwohner am Verlassen des Landes mit Gewalt hindern
mussten und sie wie Leibeigene behandelte.

Die kapitalistischen Länder, in denen die Menschen angeblich so
erbarmungslos ausgebeutet wurden, brauchten ihre Bevölkerung
nicht einzusperren. Da konnte jeder gehen oder kommen wie er wollte.


 Antworten

 Beitrag melden
17.08.2020 10:24
#42
avatar

Zitat
Die kapitalistischen Länder, in denen die Menschen angeblich so
erbarmungslos ausgebeutet wurden, brauchten ihre Bevölkerung
nicht einzusperren. Da konnte jeder gehen oder kommen wie er wollte.
Danke für diesen Beitrag



Wenn man bedenkt, daß Churchill die 14. Runde (Fortsetzung des Weltkriegs) und Morgenthau den Agrarstaat wollte, hätte man ein solches Vorhaben mit der passenden Propaganda angehen können.
Im Gegensatz zum Outlander– Ensemble konnten die russischen Besatzer aber nun mal nicht in der Zeit reisen, sonst hätten sie diese Hoffnung auf ein pazifistischen Einheitsdeutschland schon früher begraben.

Viele leben zu sehr in der Vergangenheit.
Aber die Vergangenheit soll ein Sprungbrett sein und kein Sofa.

 Antworten

 Beitrag melden
17.08.2020 10:41 (zuletzt bearbeitet: 17.08.2020 10:49)
avatar  ( gelöscht )
#43
avatar
( gelöscht )

@Hackel39 #42

......und was hat das alles mit der Freizügigkeit und der persönlichen
Freiheit jedes Einzelnen zu tun, die ihm in den kapitalistischen
Ländern gewährt wurde und in den sogenannten sozialistischen
Staaten eben nicht?

Es interessierte mich zu meiner Zeit in der DDR nicht, was dieser Herr
Morgenthau oder Winston Churchill irgendwann einmal angedacht oder
geplant hatten.

Mir ging es um meine persönliche Freiheit dahin zu gehen wohin ich
wollte oder wie es in der Deklaration der Menschenrechte heißt "mein
Land zu verlassen und auch dahin zurückzukehren" wie es mir beliebt.

Woher nahmen diese DDR-Machthaber die Berechtigung, die Menschen
in ihren Herrschaftsbereich gegen ihren Willen festzuhalten und ihn daran
zu hindern das Land zu verlassen?


 Antworten

 Beitrag melden
17.08.2020 11:17
#44
avatar

Aber als DDR-Bürger mit der Mutter im Westen ließ sich sehr gut leben.
Mir fällt da ein ehemaliger Schulkamerad ein.
Als sein Vater aus der Kriegsgefangenschaft kam, ließ er sich nach dem Westen entlassen.
Er bekam seine alte Stelle als Werksmeister bei Siemens. Die Mutter meines Schulfreundes zog zu
ihrem Mann, mein Schulfreund blieb.
Wenn ich mal bei ihm war, dann war in der Wohnung nichts, was nicht aus dem Westen oder von GENEX war.
Er bekam alle 2 Jahre einen Golf, alle technischen Geräte waren vom Westen oder aus dem Intershop.
Er durfte sogar mit dem Auto seine Mutter besuchen.........er war zufrieden , so wie es war.
Er war kein Genosse, im VEB wollte er nie arbeiten. Er war Elektriker bei einem kleinen Krauter.
1990 starb seine Mutter, die Geldquelle versiegte und jetzt fing er an auf das neue System (was er bisher für gut fand)
zu schimpfen.
Ich erinnere mich noch an einen Satz seiner Frau, sie sagte zu mir:
Jürgen, der Klaus bekommt das Westgeld nicht mehr geschenkt.......er muss jetzt dafür arbeiten, das hat er
noch nicht verkraftet.

________________________________________________________________________________________________________________
Jene, die ihre Schwerter zu Pflugscharen schmiedeten, pflügen heute für diejenigen die ihre Schwerter behielten.


 Antworten

 Beitrag melden
17.08.2020 11:41
#45
avatar

Zitat


......und was hat das alles mit der Freizügigkeit und der persönlichen
Freiheit jedes Einzelnen zu tun, die ihm in den kapitalistischen
Ländern gewährt wurde und in den sogenannten sozialistischen
Staaten eben nicht?



Es war halt wie bei der Kasse des Vertrauens auf dem Erdbeeracker.
Man konnte sich nun mal nicht wie eine Zecke im Hasenfell vollsaugen und dann dort fallen lassen wo es am bequemsten ist, so war das Konzept ursprünglich nicht angelegt.
Wir mußten eben erst mal durch, um zu erleben, daß es nicht funktioniert, ein nationaler Feldversuch am lebenden Objekt.
Auch aus der dritten Dimension betrachtet lehrreich und enttäuschend zugleich.
Eine Konvergenz (begrenzter Devisenzugang für das gemeine Volk, befristete Auslandstätigkeit) wäre vielleicht ein Lösungsansatz gewesen aber dazu waren die Genossen zu traumatisiert angesichts ihrer Erfahrungen mit dem kriegslüsternen Kapitalismus („Krieg und Leichen, die letzte Hoffnung der Reichen“), das kann man denen nicht vorwerfen.
Daß die irgendwann in ihrem Magic Bus eingeschlafen sind und im Graben landeten hatten sie aber ganz allein zu verantworten, das können sie auf niemanden sonst abwälzen.
Nun hat zwar auch der kapitalistische Staat ausgebildet und mußte seine humankapitalistisches Investment hegen und pflegen ohne einzusperren, aber er hatte eben auch ein besseres Startkapital, angesichts der 1948 eingestellten Reparationszahlungen und des Marshallplans.
Aber es lief eben deshalb alles wie am Schnürchen, weil man vorher ein Land in Schutt und Asche legte und es eine flächendeckende Nachfrage– und Aufbausituation gab und das mit den Kriegen und Leichen ist ein Damoklesschwert, das über uns pendelt und in dem Moment an dem das Pendel uns nahe kommt, ist die Kür nebensächlich, die fetten Autos, schicken Fassaden und hochglanzbedruckten Versandhausprospekte.
Unsere bislang kameradschaftliche Auseinandersetzung sollte dieses Gefahrenmoment nicht außer Acht lassen.

Viele leben zu sehr in der Vergangenheit.
Aber die Vergangenheit soll ein Sprungbrett sein und kein Sofa.

 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!