13. August 1961 - War da nicht der Mauerbau in Berlin?

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15.08.2020 20:33
avatar  Gert
#16
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Zitat von Alfred im Beitrag #15
Nur konnte dies Gorbatschow selbst seinen eigenen Mitmenschen nicht vermitteln.

Bevor er der große Chef wurde, war er im Politbüro für die Landwirtschaft verantwortlich. Da ging es seit Jahren nur den Berg runter.

Auch werden sich die Bürger von Russland was gedacht haben, dass Gorbatschow bei den letzten Wahlen nicht mal 1 % bekam.

Und sei versichert, die Lage in der UdSSR kann ich ein wenig einschätzen, ich habe da einige Jahre gelebt.


das glaube ich dir schon, dass du dich dort gut auskennst. Dann frage ich dich, wenn er als Landwirtschaftsminister so schlecht war, warum haben ihn die Genossen dann gewählt ? Für mich war das damals sehr positiv zu sehen, denn zuvor war ja innerhalb kürzester Zeit ein Gerontokratie an der Macht und starb. Ein Mumie war hinfälliger als die nächste und diese Alten hatten den Atomkoffer in der Hand. Eine schreckliche Vorstellung, diese hatten ja nichts mehr zu verlieren, aber Milliarden junger Menschen schon

Stil ist nicht das Ende des Besens.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Umgang mit Idioten!


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15.08.2020 20:53 (zuletzt bearbeitet: 15.08.2020 20:59)
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#17
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( gelöscht )

Die Person Gorbatschow zu zerpflücken ist heute müßig, dass Leute die vom System generierten ihm nachträglich noch die Pest an den Hals wünschen ist verständlich.
Veränderung nervt.
Wenn er stirbt nehm ich paar Bretter und baue für ihn einen Schrain wo ich ihn verehren kann, er hat mir sehr viel gutes getan.


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15.08.2020 23:20
avatar  icke46
#18
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Kleiner Scherz am Rande:
Ende der 70er - Anfang der 80er hat die ZDF-Sendung Kennzeichen D (die ich sehr geschätzt habe) eine Straßenumfrage gemacht, wann es zur Wiedervereinigung kommt (nebenbei finde ich Wiedervereinigung das falsche Wort, weil es das Staatsgebilde, so wie es heute existiert, nie gegeben hat - Wiedervereinigung könnte man höchstens auf Berlin anwenden..).

Aber zur Umfrage - wann kommt es zur Wiedervereinigung. ? Viel desinteressiertes Gelaber dabei, aber einer sagt: „Ist doch bekannt, dass die Wiedervereinigung 2014 kommt“. Der Interviewer guckt recht verdattert, ich vor dem Fernseher auch - dann die Auflösung:

2014 wird die DDR 65 und darf in den Westen....


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16.08.2020 11:58
#19
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Ich glaube ich habe es schon mal an anderer Stelle geschrieben, mein damaliger Brigadier meinte schon Mitte der 70er, "werdet sehen, irgendwann verkauft der Russe uns an den Westen" damals haben wir in ausgelacht ... aber so verkehrt war der Gedanke wohl doch nicht

-------------------------------
Grün ja grün war'n alle meine Streifen
-- Harbker EK-Zappel 79-2 --


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16.08.2020 12:49 (zuletzt bearbeitet: 16.08.2020 13:03)
avatar  Larissa
#20
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Mihail Gorbatschow, der immer wieder erwaehnt wird zum Mauerfall, (nicht wegen des Mauerfalls!) hat laengst seine Fehler im eigenen Land eingesehen, und hat mit seiner Meinung die russischen Buerger, die ihn am hoechsten Galgen sehen wollten damals, wieder Frieden hergestellt. Er war und ist Kommunist, wartete zu lange auf die Brise, die seinen Mantel in die richtige Position bringen sollte nach dem versuchten Putsch. Urlaub auf der Krim in abwartender Haltung. Er wurde haemisch vom ZK behandelt und dann kam Schlimmeres: Jelzin, ein Saufer, den der Westen dankte fuer die begonnenen Ausverkaeufe der SU. Das endete abrupt mit Putin, dem Ungeliebten im Westen! Wundert man sich, bis auf wenige Abstriche, ueber seine %-Zahlen. Er ist der 1. mit Gehirn und hat damals sofort begonnen, seine Ausfuehrenden hart auf die Finger zu klopfen. Perfekt ist nichts in der Welt, nirgendwo was Politik anbelangt. Er hat bemueht sich, und es deutlich gesagt, in dem riesigen Reich, dass die Menschen an erster Stelle stehen. Das gleiche wie Donald Trump sofort sagte. America first!

Wer das alte Russland, die SU, kannte, und die heutige RF und die Veraenderungen gesehen hat, mit eigenen Augen.... weiß es.
Wenn nicht, sage ich denen, die durch die grau-getuenchte Brille des westlichen Propaganda-Apparats nur sehen, dass ich dann jedes Land, sei es England, die USA und das bluehende Germania, auch so sehen koennte.
Larissa

,......


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16.08.2020 13:00
#21
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Vielleicht kann man dem Thema Mauerbau auch einfach nichts Neues mehr abgewinnen.
Die Frage, warum die Mauer gebaut wurde, ist ja inzwischen auch hier aus diskutiert worden.
Außerdem glaube ich, dass der Mauerbau für die weitere Entwicklung der DDR keine so große Rolle spielt. Das betrifft natürlich nicht das Leben der einzelnen Menschen, sondern eben die Geschichte im. Rückblick.


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16.08.2020 13:30 (zuletzt bearbeitet: 18.08.2020 08:26)
#22
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Erichs erstes Jugendobjekt hat mich zwischenzeitlich zur glücklichsten Laborratte Deutschlands gemacht.
Das Experiment war gut vorbereitet, vorher schon, nur sollte es jetzt, 1961von weiteren Störgrößen befreit werden.
Natürlich erlebte ich den Mauerbau nicht als Zeitzeuge, das spielt aber für die Bewertung keine Rolle, mir reichten die Bilder aus den Geschichtsbuch über das gebrandmarkte Vietnam, die spontan ermordeten Pinochetgegner, die angezettelten Kriege in Panama, Kambodscha, Libanon, Grenada, Afghanistan und sonstwo auf der Welt, wo alle 2–3 Jahre die Waffen sprachen, 20:2 (CSSR, Afghanistan) in der Kanadischen Wertung (Vorbereitung zählt) der Kriegsverbrechen allein für die US–Kriegsexporteure.
Auch wenn es eindimensional klingt, es waren unsere Daten, die einliefen und unser Urteil speisten, ob am Grenzzaun, in der Schule, auf dem Acker oder im Führerstand.
Zu den Top Ten der sozialistischen Widrigkeiten zählte dieses periphere Vorkommnis aus meiner Perspektive nicht mehr.
Da war die Mangelwirtschaft, Flickschusterei in den Betrieben, die Schieberei, der Diebstahl, Hamsterei, parlamentarische Pigmentstörung (die Partei, die Partei....), die verweigerten Grundsatzdiskussionen über den sozialistischen Alltag, die Passivität z. B. von Kirchenmitgliedern bei vernünftigen Anliegen (der Partei), die um der Passivität Willen gepflegt wurde, die Frontalopposition und diverse Unverschämtheiten bei der Erfüllung von Arbeitsverträgen (der Lokführer, der keine 30 min länger macht aber 3x hintereinander früher abhaut, das unsägliche Wettrüsten, der verantwortungslose Umgang mit Volkseigentum und tausend andere Dinge höherwertige Probleme als das bißchen Mauer.
Diese, meine wenig repräsentative Nachbewertung wird gespeist durch spätere Einlassungen vermeintlicher Opfer zur Historie ihrer Opferrolle, die eigentlich nur ausnahmsweise mit der Struktur des Staates zu tun hatte, viel mehr fehlte es an Disziplin, Fleiß, Geduld und der Demut, es einzusehen, daß andere Dinge erstmal wichtiger waren und man doch auf seine Chance warten möge ohne gleich hysterisch herumzukreischen und fallweise sogar die eigenen Kinder sitzen ließ, um in den goldenen Westen zu kommen.
Man spricht zwar von kaum 100 bekannten Fällen, aber andere Umfeldgeschichten waren kaum weniger eklig und haben mit verdorbenen Charakteren zu tun, da ein Staat an einer versauten Erziehung und überforderten Eltern überwiegend unschuldig ist.
Die Postum– DDR kommt mir immer häufiger wie eine wilde Müllkippe vor, auf der immer mehr „Opfer“ die Abprodukte ihrer gescheiterten Existenz auf unlautere Art entsorgen wollen.
Es geht hier auch um Deutungshoheit und die kann man keinem Nachrücker mit CDU– Parteibuch mit Landtagsmandat überlassen, weil der auf seinem Sonnendeck seinen Sieg öffentlich feiert während tausende andere im Schatten dieses Hochsitzes nach dreißig Jahren Niedriglohn kaum mehr eine Rede halten werden, die es in die Tagesschau schafft.

Viele leben zu sehr in der Vergangenheit.
Aber die Vergangenheit soll ein Sprungbrett sein und kein Sofa.

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16.08.2020 20:25
avatar  GKUS64
#23
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #22

Diese, meine wenig repräsentative Nachbewertung wird gespeist durch spätere Einlassungen vermeintlicher Opfer zur Historie ihrer Opferrolle, die eigentlich nur ausnahmsweise mit der Struktur des Staates zu tun hatte, viel mehr fehlte es an Disziplin, Fleiß, Geduld und der Demut, es einzusehen, daß andere Dinge erstmal wichtiger waren und man doch auf seine Chance warten möge ohne gleich hysterisch herumzukreischen und fallweise sogar die eigenen Kinder sitzen ließ, um in den goldenen Westen zu kommen.



Sind das nicht Charaktereigenschaften, die in jedem Volk angelegt sind?
Mit dem Warten und dem Versprechen auf bessere Zeiten, wurden weder die Ossis vor 1989 zurückgehalten, noch die heutige Flüchtlingsbewegung.
Der Mensch wird immer nach dem, aus seiner Sicht Besserem streben und den Weg dorthin suchen.
Die DDR wollte das mit einer Mauer verhindern, der Westen erreichte das Bleiben der Menschen mit Wohlstand, auch für die „geknechtete Arbeiterklasse“. Damit wurden auch die einstmals hehren Ziele einer SPD begraben (siehe jetzige Wahlergebnisse!).
Ich habe sowohl den 13.08.1961 erlebt als auch die Öffnung nach dem 09.11.1989.
Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden!


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16.08.2020 21:19 (zuletzt bearbeitet: 16.08.2020 21:25)
#24
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Zitat von GKUS64 im Beitrag #23
Zitat von Hackel39 im Beitrag #22

Diese, meine wenig repräsentative Nachbewertung wird gespeist durch spätere Einlassungen vermeintlicher Opfer zur Historie ihrer Opferrolle, die eigentlich nur ausnahmsweise mit der Struktur des Staates zu tun hatte, [b]viel mehr fehlte es an Disziplin, Fleiß, Geduld und der Demut, es einzusehen, daß andere Dinge erstmal wichtiger waren und man doch auf seine Chance warten möge ohne gleich hysterisch herumzukreischen und fallweise sogar die eigenen Kinder sitzen ließ, um in den goldenen Westen zu kommen.

[/b]

Sind das nicht Charaktereigenschaften, die in jedem Volk angelegt sind?
Mit dem Warten und dem Versprechen auf bessere Zeiten, wurden weder die Ossis vor 1989 zurückgehalten, noch die heutige Flüchtlingsbewegung.
Der Mensch wird immer nach dem, aus seiner Sicht Besserem streben und den Weg dorthin suchen.
Die DDR wollte das mit einer Mauer verhindern, der Westen erreichte das Bleiben der Menschen mit Wohlstand, auch für die „geknechtete Arbeiterklasse“. Damit wurden auch die einstmals hehren Ziele einer SPD begraben (siehe jetzige Wahlergebnisse!).
Ich habe sowohl den 13.08.1961 erlebt als auch die Öffnung nach dem 09.11.1989.
Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden!


Allerdings muß gesagt werden, daß diese Solche, auf die Hackels genannten Eigenschaften zutreffen, auch in dem von ihnen herbeigeischrienen Gesellschaftszustand überproportional häufig keinen Fuß auf den Boden gekriegt haben. Ohne Disziplin, Fleiß, Geduld und Demut passiert nirgendwo auf der Welt etwas.


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16.08.2020 21:19 (zuletzt bearbeitet: 16.08.2020 21:24)
#25
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gelöscht, da doppelt


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16.08.2020 21:26 (zuletzt bearbeitet: 16.08.2020 21:32)
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#26
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( gelöscht )

Die alte Leier, erst haben sie die Marktwirtschaft hergeschrien wie die dummen Kinder und nun sind sie verelendet.
Das haben sie nun davon.
Ja doch, der Sozialismus war schön.
Auf den Gedanken das den Leuten dieses SED-System bis Oberkante Halskrause gestanden haben kann, kommt man natürlich nicht.
Die wollten alle nur die Banane.


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16.08.2020 21:37 (zuletzt bearbeitet: 16.08.2020 21:39)
#27
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Beitrag Hanum83 in #26: Die alte Leier, erst haben sie die Marktwirtschaft hergeschrien und nun sind sie verelendet.
Das haben sie nun davon.
Ja doch, der Sozialismus war schön.

Quatsch mit Soße. Willst Du etwa abstreiten, daß nicht Wenige von den damaligen Demonstranten nach dem Eintreten der Realität sehr schnell in die unteren sozialen Schichten gelangt sind ? Du hast es geschafft, wohl die mehrheit auch, aber eben etlich nicht und das nicht nur, weil sie die falsche Ausbildung/Qualifikation oder Alter hatten, sondern weil sie den damaligen Slogan "Arbeiten wie in der DDR - Leben wie im Westen" verinnerlicht hatten.


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16.08.2020 21:41
avatar  TOMMI
#28
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EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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16.08.2020 21:42 (zuletzt bearbeitet: 16.08.2020 21:52)
#29
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In einer weiterbestehenden SED-DDR wären noch mehr sozial noch weiter gesunken.

Jeder weiß, daß die Sozialpolitik finanziell nicht auf Dauer abgesichert war.

Statisches Denken, d.h. die Vorstellung, daß die "besten Zeiten" ewig gedauert hätten, ist falsch.

Außerhalb der Bundesrepublik, aber in ihrer Abhängigkeit, wären wir erst recht zweitklassige Deutsche geworden und wären es noch heute.

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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16.08.2020 22:11
avatar  Ebro
#30
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #27
Quatsch mit Soße. Willst Du etwa abstreiten, daß nicht Wenige von den damaligen Demonstranten nach dem Eintreten der Realität sehr schnell in die unteren sozialen Schichten gelangt sind


Ich hatte auch welche kennengelernt, die dachten die Geschichte mit den gebratenen Tauben im Westen ist wahr!
Als ich Anfang der 90-er hier als Leiharbeiter unterwegs war, fragte mich doch der damalige Chef einer Aluminiumbude, ob ich denn am nächsten Tag wieder erscheine. War nämlich Lohntag. Alle die vorher da tätig waren und aus der DDR kamen, haben das Geld erstmal flüssig gemacht und waren die kommenden Tage nicht in der Firma zu finden.
Ich war ziemlich erschüttert von dem Bild was dadurch entstanden ist....!

ich werde nicht mehr diskutieren mit dummen Menschen, um meine Argumente zu erklären. Hat hier sowieso keinen Sinn. Ich werde lernen, diese Menschen zu meiden. Nichts ist wichtiger, als die persönliche Ausgeglichenheit im Alter


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