"Großalarm" an der Zonengrenze bei Lübeck-Wesloe

24.07.2020 18:40
avatar  krelle
#1
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Beigefügte Zeitungsartikel habe ich heute zur Kenntnis erhalten. Die "Ereignisse" waren 1958, also weit vor meiner eigenen Grenzdienstzeit. Aber sie trugen sich im jenen Grenzabschnitt zu, den ich später als Angehöriger des Grenzzolldienstes zu überwachen bzw. bestreifen hatte (von 1983-1990).

Der Beamte des Bundesgrenzschutzes, der damals den "Stein ins Rollen" brachte, war gerade im Urlaub und nicht im Dienst befindlich. Sicherlich war er später "not amused" als er erfuhr, um wen es sich bei den vermeintlichen "Vopos" tatsächlich handelte. Hätte er man bloß nicht gleich die "Pferde wild" gemacht und die Zöllner befragt, welche hier im Raum Dienst verrichteten. Ja, die kannten ihre "Pappenheimer" im "Beritt" und hätten "Entwarnung" geben können...

24.07.2020 19:17
#2
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Moin Krelle,

bei der Schwedenschanze war ich damals auch oft. Es war schon ein komisches Gefühl wenn dort dann plötzlich GAKL aufgetaucht sind. Ganz alleine mit denen mitten im Wald.

Gegenüber baute ich mit einem Zöllner aus Schlutup einen kleinen Unterschlupf , das sollte der BGS aber nicht wissen lang ist es her.

Gruß Schlutup


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24.07.2020 19:42
avatar  krelle
#3
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Und so sahen die "Krieger" damals aus.... dieses Bild, bereits 1957 aufgenommen, habe ich just von einem "Beteiligten" erhalten. Wie es aussieht, entstand es bei der Schießbahn Wesloe.


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24.07.2020 23:19 (zuletzt bearbeitet: 24.07.2020 23:27)
avatar  harbec
#4
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... diese Bilder gab es in Lübeck in den Anfangs-60igern öfter zu sehen. Jungens zogen mit Rucksäcken, Tarnjacken, Schwertern
und Holz- und Luftgewehren in die Wälder, die in der Nähe lagen. Wahrscheinlich kam das vom LANDSER-Lesen, der damals
bei den Jungen sehr beliebt war. Was wurde gemacht?. Es wurde z.B. ein großer hohler Baum in diesem Wald besetzt, damit ihn die Jungen
aus der Nachbarstraße nicht bekommen konnten. In der Nähe dieses Baumes wurde dann ein Lagerfeuer entzündet. Holz und
Briketts hatte jeder von zu Hause mitgebracht. In einer großen Bratpfanne wurden Eier gebraten und Brot geschmurgelt.
Zum Dunkelwerden mussten wir dann wieder zu Hause sein. Es war wieder ein schöner Nachmittag gewesen und man stank
nach Qualm, so dass Muttern am Schimpfen war. Dafür waren wir aber den ganzen Nachmittag an der frischen Luft gewesen
und schliefen nachts gut!.

Gruß Hartmut


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25.07.2020 01:43
#5
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@harbec --Ja wie sich doch die Kindheitsjahre in Ost wie in West glichen.Unser Abenteuerspielplatz war die Steilküste,westlich von Warnemünde.Verpflegung und Spirituskocher war immer dabei.


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25.07.2020 13:46 (zuletzt bearbeitet: 25.07.2020 14:24)
avatar  harbec
#6
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Zitat von krelle im Beitrag #3
Und so sahen die "Krieger" damals aus.... dieses Bild, bereits 1957 aufgenommen, habe ich just von einem "Beteiligten" erhalten. Wie es aussieht, entstand es bei der Schießbahn Wesloe.


... meine Kumpels und ich haben 1 x den weiten Weg zu dem alten Schießstand gemacht.
Hintergrund: Der Weg entlang der Bahngleise nach Wesloe war zu unbequem. Mit dem
Fahrrad mussten wir einen Riesenumweg fahren, weil es die heutige Wallbrechtbrücke über
die Wakenitz erst seit 1969 gab. Das ganze war daher eigentlich für uns uninteressant. Die
Fahrräder waren ja auch nicht so der grosse Hit.
Interessant waren für uns nur die Geschoßspitzen, die in großen Mengen dort gefunden
wurden. Denn in diesen steckte meistens noch ein Stahlkern. Das wussten wir von Anderen,
die sich schon die Arbeit gemacht hatten. Unsere "Bewaffnung" war damals das Katapult.
Am Anfang schossen wir mit kleinen Glasern, den Froschaugen. Das wurde aber zu teuer.
Geld hatte damals kaum jemand und daher eigneten sich die Stahlkerne bestens
zum Verschießen mit dem "Katschi". Der Vorrat reichte lange Zeit und dann irgendwann
war das Katapult nicht mehr "in".

Gruß Hartmut


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25.07.2020 14:49 (zuletzt bearbeitet: 25.07.2020 15:01)
avatar  Chris77
#7
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Zitat von harbec im Beitrag #4
... diese Bilder gab es in Lübeck in den Anfangs-60igern öfter zu sehen. Jungens zogen mit Rucksäcken, Tarnjacken, Schwertern
und Holz- und Luftgewehren in die Wälder, die in der Nähe lagen. Wahrscheinlich kam das vom LANDSER-Lesen, der damals
bei den Jungen sehr beliebt war. Was wurde gemacht?. Es wurde z.B. ein großer hohler Baum in diesem Wald besetzt, damit ihn die Jungen
aus der Nachbarstraße nicht bekommen konnten. In der Nähe dieses Baumes wurde dann ein Lagerfeuer entzündet. Holz und
Briketts hatte jeder von zu Hause mitgebracht. In einer großen Bratpfanne wurden Eier gebraten und Brot geschmurgelt.
Zum Dunkelwerden mussten wir dann wieder zu Hause sein. Es war wieder ein schöner Nachmittag gewesen und man stank
nach Qualm, so dass Muttern am Schimpfen war. Dafür waren wir aber den ganzen Nachmittag an der frischen Luft gewesen
und schliefen nachts gut!.


Servus harbec,

Das mit dem nach Qualm stinken kommt mir sehr bekannt vor.
Wir sind früher als Jungs (aber erst Ende 80er Jahre) in unserer Gegend durch die Wälder und Felder gestreift, haben die Gegend "unsicher" gemacht. Haben uns damals mal in unmittelbarer Nähe des Mainufers in einem geschützten Wäldchen eine Holzhütte gebaut, heimlich geraucht und natürlich immer ein Lagerfeuerchen und sonstigen Unfug getrieben. Die etwas älteren von uns haben auch mal ein Bier getrunken. Zur Abendbrotzeit kam man dann verqualmt vom Lagerfeuer nach Hause und es gab von Mutter immer Schimpfe, weil man wieder so gestunken und die Klamotten total nach Lagerfeuer gerochen haben.
Waren geile Zeiten ...

Und sorry für´s OT !

_________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

<< Wenn wir uns als Krönung der Schöpfung sehen, werden wir den Kürzeren ziehen! >>
Reinhold Messner

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25.07.2020 18:00 (zuletzt bearbeitet: 25.07.2020 18:08)
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#8
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( gelöscht )

Wenn ich heimlich gequalmt hatte, so mit 12, hab ich den Rachen und die Hände mit sauren Äpfeln behandelt, hätte mein Väterchen den Tabak gerochen, oje, da hätte es eine Tracht gesetzt.
Als ich 16 war hab ich mir einfach eine angebrannt vor ihm, die Tracht hatte sich gewaschen


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25.07.2020 22:29 (zuletzt bearbeitet: 25.07.2020 22:37)
#9
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Meine Kindheit verbrachte ich auch mehr in der Natur. Einmal auf dem Dorf, in dem ich geboren wurde und dann, nachdem wir in die Stadt gezogen waren, in den Ferien und vor der Schulzeit auch etliche Wochen im Jahr wieder dort beim Onkel, damals noch Einzlbauer. Geackert mit der Kuh, die gleichzeitig auch Milch gab. Wenn ich dabei war, machte ich mein "Knäckerchen" und da war ich die ganze Zeit beschäftigt, so lange mein Onkel arbeitzete. Dr Wald war nicht weit weg, sodaß Holz kein Problem war. Also einer der Wohlhabenderen war er nicht, die ein Pferd im Stall für solche Arbeiten hatten. Außerdem waren dort meine Freunde, mit denen wir im Wald rumstromerten. Es war die Hohe Schrecke (jetzt UNESCO-Weltkulturerbe) und die Schmücke. Außerdem waren dort die Russen und ein alter Kalischacht, auf dessen Halde wir rumturnten. Damals lagen da drauf noch rot-orange K-Salzklumpen rum. In EF wohnten wir in eienr Gemischtkleingarten- und Wohnsiedlung in der Saline-Siedlung (Gert wird sie kennen). Ein Schulkamerad und ein etwas älterer Junge wohnten auch dort, mit dem ich immer zusammen war. Dort gab es die Buddelgrube und diverse Kiesgruben mit Wasser oder auf dem Galgenberg als höher gelegene Abbaugrube. Im Winter sind wir auf den Kiesgruben auf´s Eis gegangen. Man oh man, wenn ich heute noch daran denke. Später, mit 7 Jahren, zogen wir richtig in die Stadt. Aber dort war sehr nah der Flutgraben, ebenfalls ein Abenteuerspielplatz. Es waren insgesamt schöne Jahre und die Probleme der Erwachsenen und innerfamiliäre unschöne Dinge hat man weggesteckt oder erfuhr nichts davon. Meine Mutter war, so kann ich das heute sagen, psychisch krank. Bei Widerspruch oder Nichtbefolgung ihrer Forderungen durch meinen Vater rastete sie richtig aus, stieß unartikulierte Lautem aus, strampelte mit den Beinen und fiel um und röchelte nur noch. Habe ich einmal miterlebt. Hat sich eingbrannt in´s Gedächtnis. Außerdem faselte sie schon mit Anfang zwanzig davon, daß sie sowieso bald sterben würde. Irgendwie krank, in dem Alter. In seinem Memoiren schrieb mein Vater so sinngemäß, daß er sich Anfangs immer darauf verlassen hat, daß das tatsächich einmal eintritt. Zuckerbrot und Peitsche, daß war ihre Art der Erziehung. Meine Schwester, ihre "Lieblingstochter" kann es nicht nachvollziehen, warum mir bei Nennung meiner Mutter zuerst Scheuerlappen und Ausklopfer einfallen. Ich auch nicht aberes ist so. Trotzdem ist mein Vater bis zu ihrem Tod bei ihr geblieben. Er war ein verantwortungsbewußter Familienmensch.
So, das gehörte zwar alles nicht zum Thema, aber es kommt eben ab und zu mal hoch.


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