Woran erkannte man mit Sicherheit einen STASI- Mann ?

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09.07.2020 23:17
#76
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Darf ich mal kurz an das Thema erinnern ?
Danke ..

Siggi

"Das Verlangen, von uns selbst zu sprechen und unsere Fehler ins rechte Licht zu rücken, macht einen großen Teil unserer Aufrichtigkeit aus."
La Rochefoucauld (1613 - 1680)

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09.07.2020 23:53
avatar  polsam
#77
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Mit Sicherheit wage ich zu bezweifeln. Es gab in meinem Leben als Volkspolizist etliche Episoden mit den Jungs mit den großen Ohren.Ende der 70er, Staatsfahrt auf der Autobahn (heute BAB2)Wir als Schutzpolizei mit der "Hinterlandsicherung", also alles was sich ca. 500Meter neben der Autobahn bewegte, zu erfassen. Da sehen wir dich so eine "velotterte" Figur ( Jeans und Parka) mit einem Korb voll Pilze, da wo wir nie Pilze gefunden haben.Kontrolle, blöde Sprüche seinerseits. Nachfrage über Funk beim OdH, Anordnung-Zuführung. Der Kunde hat sich natürlich gesträubt. Beim zwangsweisen Einladen in den Funkwagen fiel dann auch der Pilzkorb runter, darin ein Funkgerät, da war uns alles klar. Der Bube hätte nur sagen müssen ich bin von der Firma.


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10.07.2020 00:03 (zuletzt bearbeitet: 10.07.2020 08:12)
#78
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Wieder gelöscht.

1. Kompanie, MSR 3, Soldat, Gefreiter


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10.07.2020 00:14
avatar  andyman
#79
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Stasi-Mann
Hier muß man kurz einteilen,hauptamtlich-oder IM.
Das ist mMn.ein Riesenunterschied weil Hauptamtliche nicht in jedem Fall die Maskerade weiter produzieren mußten.
Um die Frage zu beantworten:Stasimitarbeiter sind mir durch Fragen Fragen Fragen aufgefallen,sicherlich bedingt durch ihre Aufgabenstelluing die sie zu erfüllen hatten.
Als schlimm habe ich die unerkannten IM empfunden die man erst nach lesen der Stasiakte als Spitzel enttarnen konnte
Lgandyman

Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius


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10.07.2020 06:36
#80
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#64
na ja, denke mal hat nicht viel gebracht. Wir haben uns immer "brav" an die Dienstvorschrift gehalten. ( grins ) Nur in der letzten Woche vorm Heimgang drehte einer von den Langohrigen am Rad. Brachte ihm aber keine Pluspunkte. Im Gegenteil, bis zu seiner Versetzung hatte der Nichts mehr zu lachen.


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10.07.2020 06:39
avatar  Alfred
#81
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Sicher war immer , wenn die Person einen Dienstausweis des MfS hatte.


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10.07.2020 07:54 (zuletzt bearbeitet: 10.07.2020 08:08)
avatar  Fall 80
#82
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@Lutze , wer vom Leben in der späten DDR keinen Schimmer hat sollte solche Kommentare unterlassen. Jeder hat versuch für sich und auch für Andere das beste daraus zu machen ohne bei der Obrigkeit anzuecken. Als BPO-Sekretär hat er nur das gemacht was von ihm verlangt wurde und er hat es so gemacht, dass man ihm nicht an die Karre pissen konnte und die Ausreisewillige keine weiteren Probleme bekommt. Mit ein zwei Federstrichen glaube ich hätte man der Ausreisewilligen viele Probleme bereiten können. Frank als Handlanger zu betiteln ist schon deftig. Du fängst an in den Stil des kleinen beliebten Kommunistenhassers zu verfallen. Hatte bisher einen anderen Eindruck von dir.[/quote]

@Polsam

Das hat doch nichts mit dem Hass auf den Kommunismus zu tun. Solche Ausreden "Ich habe nur gemacht was verlangt wurde" hat es zu allen Zeiten gegeben.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es an der Grenze öfters geknallt hätte wenn die Posten ohne nachzudenken und ohne Gewissen nur das gemacht hätten was bei der Ausbildung gelehrt, bei der Tapi eingetrichtert und bei der Vergatterung befohlen wurde.

Wer immer nur das gemacht was von ihm verlangt wurde war aktiver Teil des Systems und hat auch seinen Anteil an den Folgen.

Man muss auch mal nein sagen können wenn man zu bestimmten Vorgängen eine andere Meinung hat.

Ohne Widerständler zu sein kann man sich in einem System als Bremsklotz mitschleifen lassen, als Schwarmfisch mit schwimmen oder eben auch als Aktivist vorangehen.

Uli


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10.07.2020 08:02 (zuletzt bearbeitet: 10.07.2020 08:04)
avatar  Hanum83
#83
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Wäre schon wieder eine philosophische Betrachtung in einem eigenen Thema wert, als Führungskraft einer Partei oder Organisation, auch als ganz kleine, verkörpere ich da zwangsläufig zu 100% die Ziele und Vorgehensweisen dieser Partei oder Organisation, sonst wäre ich ja keine Führungskraft geworden, oder kann ich mir das individuell doch etwas zurechtbiegen?

----------------------------------------------------------------------------
Wer nichts weiß muss alles glauben.

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10.07.2020 10:02 (zuletzt bearbeitet: 10.07.2020 10:02)
#84
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ich denk mal, beides trifft zu. Manche Führungskräfte hätten auch Schauspieler werden können. Beispiele lassen sich genug finden.


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10.07.2020 19:06
#85
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Ich stelle gerade fest, dass das Thema immer noch läuft, ohne dass ich meinen Senf dazu gegeben habe.
Meine Meinung dazu - einen Angehörigen des MfS erkannte man lediglich dann, wenn er einem seinen "Klappfix" vor die Nase hielt.
Von meinen Schulkameraden landeten damals einige bei der Stasi. Von einigen wusste ich es, von anderen erfuhr ich es später.
Es waren kluge Leute darunter und weniger kluge; anständige Kerle und weniger anständige; ehrliche Leute und unehrliche und von einem kann ich sagen, er war zu nichts zu gebrauchen und zu allem fähig.
Sie gehörten zu den besser Verdienenden - sie hatten also meist auch eine ordentliche Kleidung, waren gewaschen und rasiert.
Erkennen konnte man Stasi-Leute meist, wenn sie in Uniform waren - also bei Kranzniederlegungen, Maidemonstrationen usw. Irgendetwas stimmte meist an der militärischen Anzugsordnung nicht - das Koppel passte nicht zur Anzugsordnung; Chaos bei der Interimspange,
die Stiefeln so neu, dass sie drückten, weil sie erstmalig getragen wurden usw.
Nach der Wende erhielten sie ohne Einzelfallprüfung kollektiv eine Strafrente.
Es macht mir wenig Spaß, diese Menschen heute noch lächerlich zu machen ...

Gruß Klaus

"Setzten wir uns an die Stelle anderer Personen, so würden Eifersucht und Haß wegfallen, die wir so oft gegen sie empfinden."
( Johann Wolfgang von Goethe)


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10.07.2020 20:26
avatar  Ebro
#86
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Zitat von Klauspeter im Beitrag #85
w.
Nach der Wende erhielten sie ohne Einzelfallprüfung kollektiv eine Strafrente.
Es macht mir wenig Spaß, diese Menschen heute noch lächerlich zu machen ..


Ich danke Dir, @Klauspeter, so einen Beitrag habe ich in den ganzen Jahren hier noch nicht lesen können....!

Endlich als geistig primitiv erkannt worden, hat ja lange gedauert......!
Mitglied in einem Forum, indem man nur wegen der Vita regelmäßig dumm angemacht wird von Ahnungslosen und Dünnbrettbohrern

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10.07.2020 21:04
avatar  Mike59
#87
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Starker Beitrag #85 allergrößten Respekt.


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10.07.2020 22:07 (zuletzt bearbeitet: 10.07.2020 22:12)
#88
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Zu Fall 80 in #82: Solche Ausreden "Ich habe nur gemacht was verlangt wurde" hat es zu allen Zeiten gegeben.
Ich habe eben NICHT das gemacht, was von mir verlangt wurde. Sonst hätte ich anders handeln müssen, als dieser Kollegin in fünf Minuten lockerem Gespräch (ja, es war locker) zu sagen daß es ihre Privatangelegenheit ist, auch wenn ich es nicht für gut halte. Meine anderen Kollegen, die Kraft ihrer Dienststellung mit ihr sprechen mußten, werden das vermutlich auch nicht viel anders gehandhabt haben. Warum soll ich so ein Gespräch grundsätzlich verweigern ? Ich habe das draus gemacht, was unter diesen damaligen Umständen am wenigsten belastend für beide Seiten war. Danach war sie wie üblich meine Kollegin, mit der ich zusammenarbeitee und kein Wort darüber verlor. Im Nachhinein ist es leicht, von jedem damals von der grundsätzlichen Richtigkeit dieses Gesellschaftsmodels Überzeugten (was Kritik nicht ausschließt) zu erwarten, daß er den großen Wiederständler miemt. Erst gar nicht von jemanden, der nicht im Geringsten mit dem Innenleben von Partei und Wirtschaft zu tun hatte.

Hanum83 in #83: Wäre schon wieder eine philosophische Betrachtung in einem eigenen Thema wert, als Führungskraft einer Partei oder Organisation, auch als ganz kleine, verkörpere ich da zwangsläufig zu 100% die Ziele und Vorgehensweisen dieser Partei oder Organisation, sonst wäre ich ja keine Führungskraft geworden, oder kann ich mir das individuell doch etwas zurechtbiegen?

Das ist schon richtig gesehen, daß ein Funktionär, auch wenn es einer ganz unten in der Hirarchie ist, ein Repräsentant seiner Partei/Organisation/Glaubensrichtung/Ethnie ist und mitschuldig gesprochen wird, wenn die obere Hirarchie Mist gebaut oder sich skandalös benommen hat. Ich hatte als kleines Rädchen geglaubt, im Kleinen etwas zum Besseren bewegen zu können. Eine Illusion, weiß ich heute. Bekam dann auch von zwei Kollegen in der Wendezeit angekündigt, daß sie "mich auch noch kriegen !" Gerade solche der faulsten Socken im Betrieb, die im Kapitalismus keinen Fuß auf den Boden bekommen hätten mit ihrer Arbeitsmoral. Es wäre eine Ironie der Geschichte, daß ich schon mit dem Gedanken spielte, wenn es ernst wird, mich in der BRD beim "Klassenfeind" Schutz zu suchen.
Das und wie ich in diese Funktion bugsiert wurde, hat weniger etwas 100%igkeit zu tun, sondern mehr damit, weil ein neuer BPO-Sekretär auf Biegen und Brechen gefunden werden mußte. Nachdem sich ein Anderer mit der Androhung der Kündigung erfolgreich geweigert hatte, kam man auf mich. Es sollte nur für ein Jahr sein, so wurde mir versichert. Nach Beratung mit meinem Vater meinte dieser: " Für ein Jahr ? Das kannst Du machen. Du bekommst Einblick in innerbetriebliche Vorgänge und lernst Leute aus den anderen Betrieben im Stadtbezirk kennen.
Ich habe das geschrieben, obwohl ich weiß, daß das nichts an der Voreingenommenheit einiger ändern wird. Sollte mir inzwischen aber egal sein.


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10.07.2020 22:12
avatar  Fall 80
#89
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Zitat von Klauspeter im Beitrag #85
Ich stelle gerade fest, dass das Thema immer noch läuft, ohne dass ich meinen Senf dazu gegeben habe.
Meine Meinung dazu - einen Angehörigen des MfS erkannte man lediglich dann, wenn er einem seinen "Klappfix" vor die Nase hielt.
Von meinen Schulkameraden landeten damals einige bei der Stasi. Von einigen wusste ich es, von anderen erfuhr ich es später.
Es waren kluge Leute darunter und weniger kluge; anständige Kerle und weniger anständige; ehrliche Leute und unehrliche und von einem kann ich sagen, er war zu nichts zu gebrauchen und zu allem fähig.
Sie gehörten zu den besser Verdienenden - sie hatten also meist auch eine ordentliche Kleidung, waren gewaschen und rasiert.
Erkennen konnte man Stasi-Leute meist, wenn sie in Uniform waren - also bei Kranzniederlegungen, Maidemonstrationen usw. Irgendetwas stimmte meist an der militärischen Anzugsordnung nicht - das Koppel passte nicht zur Anzugsordnung; Chaos bei der Interimspange,
die Stiefeln so neu, dass sie drückten, weil sie erstmalig getragen wurden usw.
Nach der Wende erhielten sie ohne Einzelfallprüfung kollektiv eine Strafrente.
Es macht mir wenig Spaß, diese Menschen heute noch lächerlich zu machen ...

Gruß Klaus


@Klauspeter

Jemanden für die Taten anderer in Haftung zu nehmen trifft neben den Verantwortlichen immer auch unbeteiligte und ist durch nichts zu rechtfertigen.

Das ist aber keine Erfindung der Wende sondern das gab es schon immer.

Auch die Angehörigen der Wehrmacht wurden für die vielen Missetaten verantwortlich gemacht und das waren in der Mehrzahl keine Freiwilligen.

Im Gegensatz dazu beruhte die Hauptberufliche Tätigkeit bei der Staatssicherheit auf Freiwilligkeit oder sehe ich das falsch?

Die Mitarbeiter der Staatssicherheit haben sich gegen Andersdenkende nicht gerade fürsorglich verhalten. Da wurden Unbeugsame ganz schnell zu Kriminellen gemacht und dann entsprechend abgeurteilt.

Der Drang nach Freiheit, freier Meinungsäußerung oder gar das Klappern an der Käfigtür machte aus einem unbescholtenen Bürger einen Kriminellen.

Uli


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10.07.2020 22:16
#90
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Zitat von Klauspeter im Beitrag #85
Ich stelle gerade fest, dass das Thema immer noch läuft, ohne dass ich meinen Senf dazu gegeben habe.
Meine Meinung dazu - einen Angehörigen des MfS erkannte man lediglich dann, wenn er einem seinen "Klappfix" vor die Nase hielt.
Von meinen Schulkameraden landeten damals einige bei der Stasi. Von einigen wusste ich es, von anderen erfuhr ich es später.
Es waren kluge Leute darunter und weniger kluge; anständige Kerle und weniger anständige; ehrliche Leute und unehrliche und von einem kann ich sagen, er war zu nichts zu gebrauchen und zu allem fähig.
Sie gehörten zu den besser Verdienenden - sie hatten also meist auch eine ordentliche Kleidung, waren gewaschen und rasiert.
Erkennen konnte man Stasi-Leute meist, wenn sie in Uniform waren - also bei Kranzniederlegungen, Maidemonstrationen usw. Irgendetwas stimmte meist an der militärischen Anzugsordnung nicht - das Koppel passte nicht zur Anzugsordnung; Chaos bei der Interimspange,
die Stiefeln so neu, dass sie drückten, weil sie erstmalig getragen wurden usw.
Nach der Wende erhielten sie ohne Einzelfallprüfung kollektiv eine Strafrente.
Es macht mir wenig Spaß, diese Menschen heute noch lächerlich zu machen ...

Gruß Klaus


Meines Wissens bekamen alle Mitarbeiter der bewaffneten Organe, die gewöhnlich in Zivil auftraten (MfS, Kriminalpolizei u.a.) extra Kleidergeld,w eil es erwartet wurde, daß sie ordentlich auftraten und sich auch mal im Einsatz im guten Anzug ohne ihn zu schonen in Dreckecken rumdrückten. Sie hatten also von Dienstwegen einen höheren Verschleiß ihrer persönlichen Klamotten und das wurde durch das Kleidergeld kompensiert.


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