Woran erkannte man mit Sicherheit einen STASI- Mann ?

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08.07.2020 15:23
avatar  Alfred
#16
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Bei uns wurden die Kennzeichen nur bei Notwendigkeit gewechselt. Wenn wir z.B. im Norden zu schaffen hatten, gab es auch mal ein Kennzeichen vom Bezirk Rostock. Das war aber die absolute Ausnahme. Dies kann aber von Diensteinheit zu Diensteinheit verschieden gewesen sein.


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08.07.2020 15:26
avatar  94
#17
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94

Zitat von GKUS64 im Beitrag #15
... Gehörte das zur Tarnung?
sogenannte Tarnkennzeichen (nicht zu verwechseln mit Wechselkennzeichen) gehören zur Grundausrüstung von Geheimdiensten. Wenn es allerdings jedermann auffällt das die Nummer wechselt, hmm ... ich würde mal sagen fuenef setzen!
Doch so hatten auch die Trabbis der Vnuller (siehe #14) auch ein ziviles Kennzeichen, lag meist im Kofferraum. Doch nun wurden zivile Tafeln vorn und hinten getragen, GT- und VA-Tafeln nur hinten. Insofern konnte man zumindest mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vermuten das wenn ein Kfz (Pkw handelsüblich) welches auch vorn eine GT-Tafel trug vor dem KDL stand, na das dann schon um ein Memphis Einlaß ins Objekt begehrt, hmm?

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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08.07.2020 15:29 (zuletzt bearbeitet: 08.07.2020 15:36)
avatar  Hanum83
#18
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Die normalen 2000er kamen doch vom Battallion oder Regiment ohne viel Geheimniskrämerei in die Kompanie, bin mir fast sicher die hatten GT-2000 ohne vorher groß die Schilder zu wechseln.
Falls nicht, fast 40 Jahre her halt als ich am Kompanietor Wache hatte.

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Wer nichts weiß muss alles glauben.

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08.07.2020 15:36
#19
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Hallo,

Zitat von Hanum83 im Beitrag #6
Wenn ich mich recht entsinne hatten die Offiziellen an der Grenze am Wartburg GT2000 stehen
also der Oltn.G..... aus Eisenach hatte einen Himmelblauen Trabant mit dem Kennzeichen LJ 14-29.(77/78)Warum ich diese Nummer noch weiß,keine Ahnung.

Sonnigen Abend,Gruß C.


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08.07.2020 15:40 (zuletzt bearbeitet: 08.07.2020 15:43)
#20
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Ich habe es erst nach der Wende erfahren, es waren Leute die ich aus dem Betrieb, aus der Nachbarschaft und
aus dem AWG Block, in dem ich 11 Jahre gewohnt hatte, kannte.
Es waren Leute mit denen ich Volleyball allwöchentlich gespielt hatte.
Ich wollte es nicht glauben, das sie Teils Hauptamtlich und Teils IM waren.
Es wunderte mich im nachhinein das ich nie wegen meiner Meinung zur Klärung eines Sachverhalts vorgeladen wurde.....
und meine Meinung zu DDR-Staat hatte sich ab 1979 grundlegend geändert.

Wahrscheinlich waren nicht alle Blockwarte.

Jene, die ihre Schwerter zu Pflugscharen schmiedeten, pflügen heute für diejenigen die ihre Schwerter behielten.

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08.07.2020 16:25
#21
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Zitat von 1941ziger im Beitrag #20
Ich habe es erst nach der Wende erfahren, es waren Leute die ich aus dem Betrieb, aus der Nachbarschaft und
aus dem AWG Block, in dem ich 11 Jahre gewohnt hatte, kannte.
Es waren Leute mit denen ich Volleyball allwöchentlich gespielt hatte.
Ich wollte es nicht glauben, das sie Teils Hauptamtlich und Teils IM waren.
Es wunderte mich im nachhinein das ich nie wegen meiner Meinung zur Klärung eines Sachverhalts vorgeladen wurde.....
und meine Meinung zu DDR-Staat hatte sich ab 1979 grundlegend geändert.

Wahrscheinlich waren nicht alle Blockwarte.
Bei mir waren 2 Genossen im Betrieb, die haben mich nicht vorgeladen sondern ,,gebeten,, mitzugehen.
tho


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08.07.2020 17:45
avatar  sentry
#22
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Zitat von GKUS64 im Beitrag #3
Also so eine Jacke war wahrscheinlich auch ein Erkennungsmerkmal.


So ganz verstehe ich den Sinn des Threads ja nicht.
In der Überschrift heißt es: "Woran erkannte man...einen Stasi-Mann?"
Im Text heißt es dann aber: "Ich weiss es nicht, möchte es aber gern wissen, damit ich im Nachhinein noch einige dieser Leute identifizieren kann."

Geht's nun darum, heute alte Stasi-Leute zu identifizieren oder rauszufinden, wie man die damals erkannte?
Egal, beides dürfte in Einzelfällen möglich sein, aber in der Praxis überwiegend nicht.

Ich bin ja nun ein oller Berlin-Mitte-Bengel, d.h. wir hatten tatsächlich relativ viel Gelegenheit, mit dem Organ in Kontakt zu geraten. In unserem Umfeld wohnten viele von ihnen, es gab reichlich Demos (gar nicht mal nur die "Putscher-Demos" sondern auch die hochoffiziellen) und es gab auch eine Menge Institutionen im weitesten Sinne, die offensichtlich für die Sicherheit des Staates von herausragendem Interesse waren (Grenze, Ständige Vertretung, Palast der Republik, die Partei- und Staatsführung usw. usw.).
Natürlich bilden wir uns ein, mit der Zeit ein Auge für die Kollegen gehabt zu haben und in vielen Fällen stimmte das sicher auch. Kerls, die bei irgendwelchen Ereignissen unauffällig und unbeteiligt rumlungerten obwohl alle anderen mindestens interessiert wirkten, manchmal auch in die Menge gemischt, oft irgendwie betont modische Kleidungselemente, oft auch wirklich den Klischee-Stoffbeutel mit Knirps und so.
Aber mit Sicherheit haben wir viele Typen auch nicht aufgeklärt und mit Sicherheit einigen in Gedanken auch unrecht getan.

Gedankenbeispiel?


Bilder wie dieses gibt es etliche im Netz...Demos in den späten 80ern.
Jetzt kann ja jeder mal mit Blick auf die Fragestellung in diesem Thread überlegen, wer von den Männern auf diesem Bild wohl ein Stasi-Mann war.
Wenn man die üblichen Klischees zu Hilfe nimmt, hätte ich spontan gesagt: Deutlich mehr als die Hälfte. Dass das vermutlich nicht stimmt, dürfte klar sein, aber wenn man das Bild mit diesem Gedanken scannt, kann man zu diesem Ergebnis kommen.

Wer kommt zu anderen Ergebnissen?

Tja, und wie ist das heute?
Keine Ahnung, wie sich die Typen auf dem Bild bis heute verändert haben, also wieder nur eine kleine Anekdote (weil ich schon ein bisschen alt und doof bin, habe ich vergessen, ob ich die hier schon mal gebracht habe).

Vor einiger Zeit war ich mal wieder in Marienborn in meinem alten Abschnitt unterwegs. Dazu gehörte auch ein Zwischenstopp auf der Harbker Brücke, die im ehemaligen Grenzstreckenabschnitt der GÜSt Marienborn die Autobahn überquert.
Als ich das so stand (wie früher) und den Abschnitt beobachtete, kam von hinten ein silbernes Auto aktueller Bauart (Passat oder so). Ich musste kurz zu Seite treten, um ihn durchzulassen. Beim Blick auf das Kennzeichen, dachte ich: "Alles klar, immer noch alles wie früher!" Zu lesen war XX-V 2000.
Das könnte einer gewesen sein. (XX war natürlich ein lokales Kennzeichen.)

Leider nicht so schnell die Kamera griffbereit gehabt.


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08.07.2020 18:11
#23
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... erstmal ein kleines "Zwischen- Danke" für die Beiträge ... vor allem gefällt mir, dass wirklich mit der gebotenen Ernsthaftigkeit diskutiert wird .. also erstmal eine korrekte Analyse der Fragestellung, des Satzbaues, der Zeitformen ... und dass auch kleine Geheimnisse verraten werden (Kennzeichenwechsel und so ..) ... dass man "Hauptamtliche" eher erkannte (aber woran, Uli?) ..

Weiter so ..

Danke ..

Siggi

"Das Verlangen, von uns selbst zu sprechen und unsere Fehler ins rechte Licht zu rücken, macht einen großen Teil unserer Aufrichtigkeit aus."
La Rochefoucauld (1613 - 1680)

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08.07.2020 18:28 (zuletzt bearbeitet: 08.07.2020 18:28)
avatar  Hanum83
#24
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Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #23
... erstmal ein kleines "Zwischen- Danke" für die Beiträge ... vor allem gefällt mir, dass wirklich mit der gebotenen Ernsthaftigkeit diskutiert wird .. also erstmal eine korrekte Analyse der Fragestellung, des Satzbaues, der Zeitformen ... und dass auch kleine Geheimnisse verraten werden (Kennzeichenwechsel und so ..) ... dass man "Hauptamtliche" eher erkannte (aber woran, Uli?) ..

Weiter so ..

Danke ..

Siggi

Irgendwie sind wir wieder von der allgegenwärtigen Seuche zu den ehemaligen zurückgekehrt, macht Spaß, drum hab ich auch die Kämpfer eingeschoben

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Wer nichts weiß muss alles glauben.

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08.07.2020 19:59
#25
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Wen man erkennt, der ist nicht gut in diesem Beruf.

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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08.07.2020 20:13
avatar  Merkur
#26
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Kommt immer darauf an, ob dieses erkennen gewollt war.


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08.07.2020 20:25
#27
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Das Problem hat sich natürlich nicht 89 erledigt. Meist erkennt man die "Leute" daran das sie nicht ins allgemeine Bild zu passen scheinen. Als Beispiel. Eine Horde von 100 Leuten stehen da und lachen. Unter ihnen einer der mies drauf ist. Dieser sticht natürlich aus der Masse heraus.

Eine Anekdote aus den letzten Jahren.
Bei uns in Passau war eine Demo von rechten Pateien. Waren glaube die Republikaner. Ich fahre mit meinem Transporter um 4 Uhr in der früh durch die tote Innenstadt. Und was seh ich da? Etliche Pärchen sehen sich ganz interessiert die Geschäfte an. Als ich nach ner halben Stunde wieder daran vorbei fahre sehen die sich immer noch die gleichen Geschäft an. Das waren natürlich die Damen und Herren der Exekutive...


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08.07.2020 21:02 (zuletzt bearbeitet: 08.07.2020 21:04)
#28
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In unserer Fachgruppe Kateen/Sukkulenten war einer beim MfS. Das war allgemein bekannt, wußte jeder, hat er suicher auch keinen hehl daraus gemacht. Es war einer, der die Freude an Kaktanten nicht nur vorgespielt hat, sondern eben auch dieses Hobby pflegte. In unserer FG Geologie/Mineralogie kam mal ein Neuer. Angeblich arbeitete er im MdI (Ministerium des Innern). Als ihn einer von uns mal bei einer abgesperrten Veranstaltung ganz vorn sah, wußten wir Bescheid. Er ließ sich danach auch nicht mehr bei uns sehen. War also enttarnt. Bin mir aber sicher, daß ein Ersatzmann, vielleicht als IM, nachfolgte. Haben wir aber weniger darauf geachtet, wo wer herkam. War wie in den GK. Unterschwellig wußte man das, machte sich aber deshalb nicht heiß.


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08.07.2020 21:04
avatar  icke46
#29
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Zitat von Merkur im Beitrag #26
Kommt immer darauf an, ob dieses erkennen gewollt war.


Da könnte was dran sein - man schickt beispielsweise 20 uniformierte (also mit Windjacke, Jeans und Handgelenkstäschchen ausgestattete) Mitarbeiter zu einer Demo, jeder belämmert sich, wie doof die Stasi wieder ist - aber die 200 nicht uniformierten übersieht man dabei.


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08.07.2020 21:06
#30
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Zitat von icke46 im Beitrag #29
Zitat von Merkur im Beitrag #26
Kommt immer darauf an, ob dieses erkennen gewollt war.


Da könnte was dran sein - man schickt beispielsweise 20 uniformierte (also mit Windjacke, Jeans und Handgelenkstäschchen ausgestattete) Mitarbeiter zu einer Demo, jeder belämmert sich, wie doof die Stasi wieder ist - aber die 200 nicht uniformierten übersieht man dabei.


Möglicherweise wußten diese 20 und diese 200 nicht einmal voneinander. Wer nichts weiß, kann sich auch nicht verplappern.


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