(mein) Zoll - im Fluss der Zeit

10.06.2020 23:54
avatar  krelle
#1
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Heute kam eine „alte“ Umlaufmappe wieder mal in meine Hände. „Oberfinanzdirektion Kiel“ steht oben drauf geschrieben.
In Erinnerungen schwelgend, wurde mir doch etwas schwer ums Herz. „Mein Gott“, so dachte ich, was waren das „damals“ doch für „Zeiten“ – und wo sind all die Jahre geblieben? Was hatte/hat eigentlich „Bestand“? Was alles gibt es längst nicht mehr, obwohl ich doch so fest davon überzeugt war, dass es für die (zumindest halbe) "Ewigkeit" gemacht worden war?

„Oberfinanzdirektion Kiel“ (OFD Kiel) – dort hatte ich mich im Jahr 1980 um Einstellung in den mittleren Grenzzolldienst (GZD) beworben. Froh war ich, dass ich auf mein Schreiben positive Nachricht erhielt und ich für eine „Bewerberauslese“ vorgesehen wurde. Im Hauptzollamt Lübeck-Ost, in der Curtiusstrasse 19 befindlich, nahm ich zusammen mit anderen Mitbewerbern am entsprechenden „Verfahren“ teil und ich konnte mich glücklich schätzen, hier alle „Hürden“ nehmen zu können; die OFD Kiel teilte mir wenig später mit, dass ich „Erfolg“ hatte (was noch keinen Anspruch auf „Einstellung“ begründete).
Ich dachte nicht im Entferntesten daran, dass es die Oberfinanzdirektion Kiel eines Tages nicht mehr geben könnte!


Weitere „Hindernisse“ meisternd (Gesundheits-Check beim Gesundheitsamt in Eutin) durfte ich Zollschüler werden. Die Zollschule Rupprechtstegen, wo wir Zollanwärter drei „harte“ Monate verbrachten (schön waren sie trotzdem!), war temporär unser "Hauptquartier". Wir jungen „Kerle“ hatten viel zu lernen. Zu bedenken, dass diese Zollschule einige Jahre später nicht mehr existieren würde, gehörte allerdings nicht zu unseren Aufgaben…


Das Hauptzollamt Flensburg, zu dem ein Teil der Zollschüler gehörte (auch ich), bildete sozusagen das „Dach“ der „Nord(zoll)lichter“. Und die im Hause befindliche Grenzaufsichtsstelle A (Ausbildung) war nun unsere Stammdienststelle.
Hätte mir damals jemand zu erzählen versucht, dass weder das Hauptzollamt Flensburg noch die „GASt A Flensburg“ das Zeug dazu haben/hatten, noch viele Jahre zu bestehen ... ich hätte wohl den „Glauben“ verloren!


Es ging schließlich zur Zollschule Bad Gandersheim. Hier fand der Abschlusslehrgang für uns Zollschüler statt. Vier Monate waren zu überstehen – und der Großteil der Anwärter (auch meine „Wenigkeit“) schaffte es. Als wir nach Beendigung der mündlichen Prüfung (die schriftlichen Arbeiten waren zuvor mit „Erfolg“ absolviert worden ) die Ernennungsurkunden zum Zollassistenten zur Anstellung bekamen, fielen uns "Steine" vom Leib. Zweifellos darf auch ich jenen Moment zu einem der schönsten meines Lebens zählen, da unendlich viel „Ballast“ das Zeitliche segnete.
Nun ja, auch die Zollschule Bad Gandersheim gibt es längst nicht mehr. Aber es bleiben unzählige Erinnerungen tausender Zöllner mit diesem Ort verbunden!


Das Zollkommissariat (ZKom) Lübeck-Süd, wo ich Ende Juni 1983 meinen Dienst bei der Grenzaufsichtsstelle (GASt) Eichholz I aufnahm, war sozusagen mein „Heimathafen“ für die nächsten Jahre.
An der innerdeutschen Grenze dienend, hatte ich mein „Ziel“ gefunden; hier wollte ich hin – und hier fühlte ich mich glücklich. Dienstliche und private Interessen gaben sich die Hand. Zollhundführer werdend, wähnte ich mich „angekommen“ in einem erfüllten Berufsleben. Als äußerst spannend empfand ich meine Streifendienste an der deutsch-deutschen Grenze, auch wenn im Nachhinein betrachtet die Masse der Streifengänge „ohne besondere Vorkommnisse“ blieb.


Die „Wende“ und die Öffnung der Mauer bzw. der innerdeutschen Grenze erlebte ich mit stark gemischten Gefühlen. Freude und Traurigkeit wechselten sich ständig ab; mal gab es „gute Nachrichten“, dann machten andere „News“ wieder alles „zunichte“ und ließen mich in Depressionen fallen.
Nun, es dauerte nur noch wenige Monate, dann kam mit der „Währungsunion“ auch die Einstellung des Streifendienstes an der innerdeutschen Grenze (30.06.1990), die es am 3. Oktober 1990 nicht mehr gab.
Es kam nun auch die Zeit, wo die Geschichte meinte, das Hauptzollamt Lübeck-Ost, das Zollkommissariat Lübeck-Süd und die ihr unterstellten Grenzaufsichtsstellen (u.a. die GASt Eichholz) in die Rubrik „Es war einmal“ aufnehmen zu müssen.
Was habe ich „gelitten“ in diesen Monaten!

Abgeordnet (mit dem Ziel der Versetzung) zum Hauptzollamt (HZA) Kehrwieder – Zollkommissariat Freihafen – GASt Nord – begann ein neuer beruflicher Abschnitt für mich. Vieles dort Erlebte war interessant und ich hatte dort erstmals nach Jahren wieder Gelegenheit, wirklich „zöllnerisch“ tätig zu werden und originäre Zollaufgaben wahrzunehmen. Dass mir die grenzpolizeilichen Tätigkeiten an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze so viel besser gefallen hatten, steht auf einem anderen Blatt.
Drei Jahre fuhr ich „zwischen“. Die Wegezeiten zwischen meinem Heimatort Lübeck und dem Dienstort Hamburg „summierten“ sich. Oftmals war ich 13 Stunden fort von daheim; für "Privates" blieb kaum Raum und Zeit. Als eine Stellenausschreibung kam und in Lübeck „Mitarbeiter“ für die Tätigkeit in der dortigen Vollstreckungsstelle gesucht wurden, bewarb ich mich – mit Erfolg.
Als ich „Tschüss Hamburg“ in Gedanken sagte, wusste ich nicht, dass sämtliche dortigen Dienststellen, wo ich mal Dienst verrichtete, den „Status“ des „Gewesenen“ erhalten würden: Das Hauptzollamt Kehrwieder wurde aufgelöst, ebenso das Zollkommissariat Freihafen mit den dazugehörigen Grenzaufsichtsstellen (u.a. GASt Nord). Auch das Hauptzollamt Ericus, zu dem ich abgeordnet und schließlich versetzt wurde, bekam den Stempel der „Geschichte“ aufgedrückt. Die Abfertigungsstelle Brooktor, wo ich noch einige Monate Dienst verrichtete, bevor ich wieder nach Lübeck kam, findet man längst nicht mehr … dort, wo die Dienstgebäude waren, ist Anderes entstanden.

Das Hauptzollamt Lübeck, zu dem ich fortan als Mitarbeiter im Sachgebiet "Vollstreckung" gehörte, bot mir ein „Zuhause“, an das ich auch heute noch in Liebe und Dankbarkeit denke. Als sich die „Gerüchte“ bewahrheiteten, dass man das HZA Lübeck auflösen würde und es in „Zukunft“ in Schleswig-Holstein nur noch die Hauptzollämter Kiel und Itzehoe geben solle, brach wieder mal eine „Welt“ für mich zusammen. Doch noch zu jung war ich, um mich psychisch/seelisch „begraben“ zu lassen – ich musste und wollte auch „klar“ kommen mit dem nun Anstehenden bzw. der Gegenwart.

Es kam der Moment, wo wir Angehörigen des Hauptzollamts Lübeck uns entscheiden mussten, „was“ wir zukünftig dienstlich zu tun gedachten. Relativ „großzügig“ zeigte sich der Dienstherr und es wurde nun oftmals „abseits“ von bestehenden „Regularien“ und zu Gunsten der betroffenen Beamten entschieden.

Ich wollte nochmal die „Uniform“ anziehen. So ganz verabschiedet von den Dienstkleidungsträgern hatte ich mich innerlich wohl doch noch nicht (obwohl ich seit Mai 1993 keiner mehr war). Ich entschied mich, zu der Mobilen Kontrollgruppe (MKG) Lübeck zu gehen. Meinem Wunsch wurde seitens der Zollverwaltung entsprochen und ich bekam das „Okay“. Und so bestellte ich nun neue Dienstkleidung bei der Zollkleiderkasse (die es mittlerweile auch nicht mehr gibt...). Es dauerte nicht lange und ich erhielt drei große Pakete nach Hause geschickt. Einzelheiten siehe
https://www.manfred-krellenberg.de/media...01cfffffff1.pdf

Aber als es dann „konkret“ und entschieden wurde, dass es erforderlich sein würde, nochmals meine Eignung als „Waffenträger“ bei einer entsprechenden Bildungseinrichtung des Zolls (hier: Bildungszentrum Sigmaringen) unter Beweis zu stellen, fragte ich mich, ob ich mir das mehrere Wochen dauernde „Prozedere“ und den damit verbundenen "Stress" noch einmal „antun“ solle. „Nein“, so lautete mein Entschluss.

Das Zollamt Lübeck schien mir die „bessere“ Wahl zu sein. Eine „Uniform“ wurde dort nicht benötigt und auch eine Bewaffnung war dort nicht erforderlich. Die Zollkleiderkasse wollte die gelieferte und unbenutzte Dienstkleidung nicht zurück haben; diese blieb daher (seit 2002) in meinem Besitz (und ist inzwischen "alt" und "überholt", da der Zoll nun blaue Uniform trägt). Die Tätigkeiten, die ich dann beim Zollamt Lübeck (seinerzeit am Nordlandkai in Lübeck befindlich) zu verrichten hatte, entsprachen leider nicht meiner Vorstellung von einem erfüllten Berufsleben. Schon kurze Zeit nach Aufnahme meiner „Abfertigungsaufgaben“ beschloss ich, mich dahingehend zu bemühen, wieder in der „Vollstreckung“ Fuß zu fassen. Ich ging zum Hauptzollamt Hamburg-Stadt (da in Kiel zurzeit nichts „frei“ war an entsprechenden Stellen) und verrichtete einige Monate Dienst in der dortigen Vollstreckungsstelle (damals in Hamburg-Tonndorf befindlich). Ich war nun wieder „drin“ in meinem „Metier“, allerdings war dafür auch ein hoher Preis zu „zahlen“: wieder mal war ich gut 13 Stunden von zu Hause fort. Wie gut, dass mir der Sachgebietsleiter "G" (Vollstreckung) des Hauptzollamts Kiel bald darauf das Angebot unterbreitete, in den Bereich des Hauptzollamts Kiel zurückzukehren und als Vollziehungsbeamter tätig zu werden (eigentlich hätte die Stelle ausgeschrieben werden müssen... und ob ich bei einer Bewerbung zum Zuge gekommen wäre, das wäre fraglich gewesen - also Glück gehabt!).

„Gewonnen“ habe ich in den Jahrzehnten eine Vielzahl von neuen Erfahrungen (und dafür sind wir meiner Meinung doch hier auf dieser „Welt“). „Verloren“ und zurückgelassen habe ich nicht minder viel. So viele Dienststellen, zu denen ich einst gehörte, haben aufgehört zu existieren. Die Oberfinanzdirektionen Kiel und Hamburg gehören dazu.
„Loslassen“ ist manchmal ein Erfordernis in diesem Leben. Sich von etwas zu trennen, fällt gelegentlich sehr schwer. Aber mit dem Blick auf das „neu-hinzu-Gewonnene“ relativiert sich Manches. Ich will versuchen, dass der Optimismus die Oberhand behält.
Im August 2021 feiere ich 40-jähriges Dienstjubiläum. Es ist eine gute Gelegenheit, Vergangenes mit dem noch zu Erwartendem zu verbinden und in Dankbarkeit auf das zu blicken, was „erreicht“ wurde.

11.06.2020 00:03
avatar  Hanum83
#2
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Meine Frau ist auch eine langgediente Beamtin im Finanzwesen, was sagt sie immer, der Staat sorgt gut für mich, aber er stellt mich dahin wo er will.
Die Krönung waren 5 Jahre Casino-Aufsicht, mit Abrechnung bis früh um 4 Uhr, aber hat ihr dann gut gefallen und sie die Besoldungs-Treppe ein ganzes Stück hochpurzeln lassen, nebst nun einem schönen Job oben in der Chefetage, betreut da auch Praktikanten wegen ihrer reichaltigen Erfahrung.


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11.06.2020 09:32
avatar  GKUS64
#3
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Hallo @krelle,


danke für deinen emotionalen und zum Nachdenken anregenden Beitrag.
Ich kann deine Gefühle nachempfinden, denn auch ich war 30 Jahre in einem Traditionsunternehmen, dem Kamerahersteller „Pentacon“ beschäftigt.
Auch bei mir gab es da nach der Wende, ein Auf und Ab der Gefühle zwischen Hoffnung und Traurigkeit.
Ich hatte Glück und fand einen neuen Job.

Tausenden „Ossis“ ging es nun nach der Wende so ähnlich wie dir und viele hatten nicht das Glück wie ich.
Du gehörst nun also zu den „Wessis“, dem ähnliches widerfahren ist, wie Tausenden im Osten.
Mit dieser Erfahrung verstehst du nun bestimmt auch viele Dinge besser, die im Osten laufen, als
dein Nachbar mit gesicherter Tätigkeit, vor und nach der Wende.

Trotz alledem bin ich nach wie vor der Meinung, es ist fast alles richtig gelaufen.
Unsere persönlichen Probleme wird die Nachwelt vergessen!

MfG

GKUS64

P.S. Übrigens, habe ich gestern für August, 10 Tage Urlaub in Boltenhagen gebucht. Da werde ich auch mal die ehemalige Grenze in deinem ehemaligen
Zollgebiet überschreiten und nicht überwinden!


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11.06.2020 10:52
avatar  BRB
#4
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BRB

@Krelle
Möchte mal vielen Dank für Deine Schilderungen sagen.
Du bist ja einer der Wenigen denen der noch das eigentliche Anliegen in diesem Forum vertritt.


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11.06.2020 13:25
avatar  Gert
#5
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danke@Krelle, für den sehr informativen Post. Ja so geht es auf und ab, in einem Zeitraum von 40 - 45 Jahren Arbeitsleben erlebt man so einige Höhen und Tiefen.
Mir ging es einmal so krass, ich war bei einem großen Konzern beschäftigt und dachte so, wenn du hier das goldene Familienbesteck nicht mitnimmst, kannst du bis zur Rente durchhalten. Pustekuchen, ich arbeitete seit 1970 bei diesem AG und Mitte der 90er hatte die auf einmal die Vision, den Konzern zu zerlegen und sich nur noch auf bestimmte Kernprodukte zu konzentrieren ( Pharma - Pillen usw., heute heißt der Laden Sanofi-Aventis) Also wurden alle anderen Aktivitäten verkauft, ich hatte das Pech ,auf einem Produkt zu sitzen, das unter einer technischen Ablösung litt ( durch digital Produkte ) die aber andere Firmen machten. Also unsere Fabrik wurde geschlossen, Sozialplan war angesagt ( sehr großzüge Geldangebote). Durch meine AD Tätigkeit und Kontakte konnte ich im Anschluss direkt einen neuen AG finden, bei dem ich dann bis zur Rente arbeitete. Glück gehabt. Nachdem die Auflösung der Firma und entsprechende Personalfreisetzung bekannt wurde, bekam ich noch 2 Angebote. Also man sollte sich nicht verrückt machen in solchen Situation irgendwie geht es immer weiter habe ich daraus gelernt. Aber zunächst mal ging es schon an die Nerven.
Also auch in der freien Wirtschaft gibt es solche Brüche. Natürlich ist man zunächst mal geschockt wenn solche krassen Veränderungen anstehen. Aber wenn man eine gute berufliche Ausbildung hat und gute Zeugnisse, findet sich immer etwas Neues


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11.06.2020 13:35
avatar  Gert
#6
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Zitat von GKUS64 im Beitrag #3
Hallo @krelle,


danke für deinen emotionalen und zum Nachdenken anregenden Beitrag.
Ich kann deine Gefühle nachempfinden, denn auch ich war 30 Jahre in einem Traditionsunternehmen, dem Kamerahersteller „Pentacon“ beschäftigt.
Auch bei mir gab es da nach der Wende, ein Auf und Ab der Gefühle zwischen Hoffnung und Traurigkeit.
Ich hatte Glück und fand einen neuen Job.

Tausenden „Ossis“ ging es nun nach der Wende so ähnlich wie dir und viele hatten nicht das Glück wie ich.
Du gehörst nun also zu den „Wessis“, dem ähnliches widerfahren ist, wie Tausenden im Osten.
Mit dieser Erfahrung verstehst du nun bestimmt auch viele Dinge besser, die im Osten laufen, als
dein Nachbar mit gesicherter Tätigkeit, vor und nach der Wende.

Trotz alledem bin ich nach wie vor der Meinung, es ist fast alles richtig gelaufen.
Unsere persönlichen Probleme wird die Nachwelt vergessen!

MfG

GKUS64

P.S. Übrigens, habe ich gestern für August, 10 Tage Urlaub in Boltenhagen gebucht. Da werde ich auch mal die ehemalige Grenze in deinem ehemaligen
Zollgebiet überschreiten und nicht überwinden!


@GKUS64 Boltenhagen ist ein schöner Ort. Dorthin sind wir immer im Ausgang gewesen, da bei unserer Kompanie im Sperrgebiet der Hund begraben war.
Habe ich gute Erinnerungen. Mein Standort war Brook, einige km westlich Boltenhagen. Das Kompaniegebäude steht nicht mehr, da ist jetzt ein Parkplatz>(letzte Info vor einigen Jahren)


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11.06.2020 14:18
avatar  GKUS64
#7
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Zitat von Gert im Beitrag #6
Zitat von GKUS64 im Beitrag #3


P.S. Übrigens, habe ich gestern für August, 10 Tage Urlaub in Boltenhagen gebucht. Da werde ich auch mal die ehemalige Grenze in deinem ehemaligen
Zollgebiet überschreiten und nicht überwinden!


@GKUS64 Boltenhagen ist ein schöner Ort. Dorthin sind wir immer im Ausgang gewesen, da bei unserer Kompanie im Sperrgebiet der Hund begraben war.
Habe ich gute Erinnerungen. Mein Standort war Brook, einige km westlich Boltenhagen. Das Kompaniegebäude steht nicht mehr, da ist jetzt ein Parkplatz>(letzte Info vor einigen Jahren)
Hallo @Gert,

1984 und 1985 war ich im Urlaub in Kalkhorst, nur paar km von Brook entfernt. Ich hatte dort ein Privatquartier ausfindig gemacht, in einem ausgebauten Kuhstall!
Von einer dortigen Anhöhe konnte man sogar in die Lübecker Bucht schauen. War damals schon ein Hochgefühl, mal in den Westen zu blicken (Zoll kam keiner, um beim Thema zu bleiben!)!


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11.06.2020 17:44
avatar  RalphT
#8
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Ich war ja nicht beim Zoll, sondern bei der Bundeswehr. Eigentlich hat man immer eine Vorstellung, wie es weiter gehen soll. Mir war schon immer klar, dass ich nach 8 Jahren nicht verlängern werde. Ich wollte in die Wirtschaft und natürlich hier in der Stadt meiner Arbeit nachgehen.

Damals, also Anfang der 90er wurden Bw-Leute in gerne in Firmen die viel für die Bundeswehr machten, angestellt. Leider traf mich dann etwas Unvorhergesehenes: Eine weltweite Rezession.

Noch nicht mal eine Zeitarbeitsfirma wollte einen haben. Die hatten nämlich selber keine Aufträge. Das war eine schwierige Zeit. Dann bin ich irgendwann mehr durch Zufall in einer Firma gelandet, wo ich bis heute noch bin. Auch die Tätigkeit ist nicht die, die ich mal machen wollte.

Durchplanen kann man nichts. Aber ich glaube, es schadet trotzdem nicht, sich mal ein Kopf um seine Zukunft zu machen.
Man muss schon ab und zu mal kämpfen und darf sich nie hängen lassen. Auch wenn man mal kurz davor ist.


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12.06.2020 07:19
avatar  Hanum83
#9
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Als man mir vor 30 Jahren glaubhaft verklickert hat das Marx Murks sei, da hab ich mir gedacht, was macht man am besten im Kapitalismus, richtig, man wird "Kapitalist".
Also Schwimmflossen ran und ab ins Haifischbecken, alles überstanden, Dumping-Preise wo du Geld mitbringen musstest um Aufträge zu bekommen, Steuerprüfungen , Versuche rein politisch meine Existenz zu zerstören (kauft nicht beim AfD-Mann!) , und und und.
Ohne die revolutionäre Umwälzung andersherum 1990, wäre ich vielleicht heute noch in der LPG-Zimmerei, aber wie sprach ein weiser Dachdeckergehilfe, "Die Welt in ihrem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf", oder war es der Lauf des Sozialismus?


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