Grenzer hier Grenzer da

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05.06.2020 18:06
avatar  Sonne
#1
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In den 60ziger Jahren war die Grenze ja noch anders aufgebaut als in den 70/ 80 er Jahren.
Gibt es hier im Forum Grenzer die sich ausgetauscht haben, also als Zoll und Grenzer und die diesen Kontakt beibehalten haben, Briefe ect.
Und besteht der Kontakt bis heute noch ?????
Heute könnte man es ja sagen.

Gruß Sonne

05/66-10/67
18 Monate meiner Jugend
in Glowe, Rothesütte, Elend

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05.06.2020 18:18 (zuletzt bearbeitet: 05.06.2020 18:30)
avatar  Hanum83
#2
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Also Zigaretten haben wir mal getauscht, mit kurzem Plausch gedeckt durch ein dichtes Gebüsch, Adressen getauscht nicht, war ja auch ein Oberfähnrich dabei, der wollte aber auch mal eine HB durchziehen, späterer Befehl an mich "du hältst deine Fresse"

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Wer nichts weiß muss alles glauben.

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05.06.2020 18:23
avatar  der 39.
#3
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Hallo Sonne, eigenartige Frage. Wer in den 60er Jahren an der Grenze war, müsste jetzt 80 sein. Es war ja die Zeit, in der die Sperren bereits entstanden, da gab es keine Kontakte mehr, vielleicht ein Gruß. War aber eigentlich verpönt. In den 50er Jahren war das noch anders. Ich habe in Drösede mt Zöllnern Skat gespielt. Dort war es auch, wo die Zöllner mal an einem kleinen Unterstand die Tür vernagelt hatten, während die beiden Grenzpolizisten schliefen. Gegrüßt wurde schon mal, aber in den 60er und später fiel das weg. Ich kannte ein paar Kameraden, die meinten, daß eine Grußbezeigung eigentlich sein müsste.


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05.06.2020 18:53 (zuletzt bearbeitet: 05.06.2020 18:54)
avatar  Fred.S.
#4
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Zitat von der 39. im Beitrag #3
Hallo Sonne, eigenartige Frage. Wer in den 60er Jahren an der Grenze war, müsste jetzt 80 sein. Es war ja die Zeit, in der die Sperren bereits entstanden, da gab es keine Kontakte mehr, vielleicht ein Gruß. War aber eigentlich verpönt. In den 50er Jahren war das noch anders. Ich habe in Drösede mt Zöllnern Skat gespielt. Dort war es auch, wo die Zöllner mal an einem kleinen Unterstand die Tür vernagelt hatten, während die beiden Grenzpolizisten schliefen. Gegrüßt wurde schon mal, aber in den 60er und später fiel das weg. Ich kannte ein paar Kameraden, die meinten, daß eine Grußbezeigung eigentlich sein müsste.

Hallo der 39,
Da hast Du Recht mit Deinen Kommentar.
Ich bildete auf der Elbgrenze da wohl die einzige Ausnahme, hatte bis 1983 Kontakt zu den GZD Zollbootbesatzungen.
Hier stand ich im engsten Kontakt mit dem Zollboot ' Hitzacker ' was mir die vorzeitige Entlassung einbrachte
und den Dank der Landesregierung von Niedersachsen. Ich hatte viele Kontakte zu den Zollbesatzungen, ärgerte sie auch, was mir dann schweren Ärger bei den dienstlichen Vorgesetzten einbrachte == ABER == die Macht stand hinter mir bis zu 83. Das war ihr dann zu bunt mit mir. Fred


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05.06.2020 19:07 (zuletzt bearbeitet: 05.06.2020 19:08)
avatar  Fred.S.
#5
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Zitat von Hanum83 im Beitrag #2
Also Zigaretten haben wir mal getauscht, mit kurzem Plausch gedeckt durch ein dichtes Gebüsch, Adressen getauscht nicht, war ja auch ein Oberfähnrich dabei, der wollte aber auch mal eine HB durchziehen, späterer Befehl an mich "du hältst deine Fresse"

So etwas brauchte ich nie meiner Besatzung sagen, Hanum,
Die Zöllner legten die ' Sankt Pauli Nachrichten auf dem Buhnenkopf, wenn man wusste ich fahre in der Richtung.
Wir Drei, " studierten " Diese eifrig.
Da ich eine Zeitung abgeben musste, bat ich um 2 die ich auch bekam. Zum Dienstende gab ich der Führungsstelle dann eine Zeitung.
Bei den Hafenbarkassen legte die Zollbesatzung immer paar mehr Bananen auf der Gangbord, weil man ja welche abgeben musste wie die Pornozeitung.
Den Rest verspeisten wir.

Ach Hanum, unvergessene schöne Zeiten, die besten meines Lebens, jetzt kann ich gen Himmel von mir aus fahren. Fred


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05.06.2020 19:19 (zuletzt bearbeitet: 05.06.2020 19:51)
avatar  GKUS64
#6
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Nach der Grundausbildung in Eisenach, kam ich 4/1964 an die Grenze in Untersuhl.
Es bestand bereits die Minensperre. Es gab keinerlei Kontakte mit Zoll und BGS, auch kein Grüßen. In unserem Abschnitt waren aber auch die Entfernungen zur direkten Grenzlinie, ziemlich groß. Es gab mal ein Gerücht, dass man in einer Kompanie enge Kontakte pflegte, nach der Entdeckung wäre die ganze Kompanie versetzt worden. Es gehörte wahrscheinlich zum sog. "Grenzerlatein", denn genauere Angaben waren nicht vorhanden.

GKUS64


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05.06.2020 20:20 (zuletzt bearbeitet: 05.06.2020 20:25)
avatar  Fred.S.
#7
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Zitat von GKUS64 im Beitrag #6
Nach der Grundausbildung in Eisenach, kam ich 4/1964 an die Grenze in Untersuhl.
Es bestand bereits die Minensperre. Es gab keinerlei Kontakte mit Zoll und BGS, auch kein Grüßen. In unserem Abschnitt waren aber auch die Entfernungen zur direkten Grenzlinie, ziemlich groß. Es gab mal ein Gerücht, dass man in einer Kompanie enge Kontakte pflegte, nach der Entdeckung wäre die ganze Kompanie versetzt worden. Es gehörte wahrscheinlich zum sog. "Grenzerlatein", denn genauere Angaben waren nicht vorhanden.

GKUS64

Siehst Du, GKUS64, der Buschfunk, in ein anderen Thread war doch vor einigen Tagen auch so etwas und ich konnte auch etwas zu sagen.
Auch eine Kompanie ausgelöst und ersetzt. Denke das doch daran etwas Wahres sein muss. mfg. Fred


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06.06.2020 22:19
#8
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Hallo Jungs, ich denke mal bzw. gehe davonaus, wenn Kontakt zur gegnerischen Seite bestanden hätte, wäre dieses früher oder später herausgekommen. Ich gehe mal davon aus, dass, viele von Uns wussten, wenn der Genosse von 2000 in der Gk (wöchentlich 1x)kam was er dort machte. MfG Frank


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06.06.2020 22:39
avatar  Ehli
#9
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Zu meiner Zeit 67/68 gab es kaum Kontakte,bis auf einen Gruß.
An der Gartenstr./Ecke Nordbahnhof,gegen über befand sich eine Kneipe mit Musikbox.
Dort stand ein Wächterhaus für den Polizisten,West.Der Polizist verschwand ab und zu mal durch den Eingang in die Kneipe.
Wenn Kontrolle kam, VW Käfer,wurde laut gerufen:Kontrolle. Der Polizist kam aus dem Hintereingang,als wenn er au Streife war.
Es wurde ab und zu mal rüber gerufen,die Musikbox lauter machen,kein Problem.
Ehli

Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt.
Albert Einstein

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06.06.2020 23:08
#10
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Grüß dich Ehli.
Die Kneipe kenne ich auch noch, aber die Eckhäuser am Nordbahnhof, Bernauer Ecke Bergstraße sind inzwischen weg. Das Besucherzentrum der Gedenkstätte müsste ungefähr dort sein wo die Postenbude der Polizei stand.

März 1959 bis Mai 1962 an der Grenze in Berlin vom Norden bis an die Stresemannstraße


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06.06.2020 23:27
#11
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ZU Kontakten zwischen Ost- und Westpolizei an der Berliner Grenze ist mir ein Vorfall in Erinnerung geblieben. Noch zu Zeiten der offenen Grenze haben wir in der Eberswalder Straße mal Nachts einen Fußgäger mit schon leicht onduliertem Gang, der aus Richtung Ostberlin kam, kontrolliert. Nachdem er die Grenze an der Schwedter Straße überschritten hatte ging er rückwärts und brüllte zu uns: Ihr rote SS, Ulbrichts Knüppelgarde und lauter so liebe Sachen. Ein paar Meter weiter war eine Postenbude der Westpolizei. Der Polizist haute dem Schreihals, als er bei ihm war, mit seinem Gummiknüppel ganz kräftig über den Rücken und rief zu uns rüber: ich kann das nun überhaupt nicht leiden, wenn jemand so beleidigt wird, der sich nicht wehren kann. Wir haben uns dafür bedankt und ihm noch einen angenehmen Nachtdienst gewünscht.
Ach ja, an dieser Stelle beginnt jetzt der Mauerpark.
Peter, der Zaunkönig

März 1959 bis Mai 1962 an der Grenze in Berlin vom Norden bis an die Stresemannstraße


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06.06.2020 23:40
avatar  Ehli
#12
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Nach der Güst Chausseestr. ,Richtung Liesenbrücke, stand ein Hochstand,Bude,dort sass immer ein Polizist,er grüßte immer und sagte alles ruhig im Abschnitt.
Haben in auch mal gefragt,auf was er denn aufpassen muss.
Antwort: damit Euch nichts passiert.
Ehli

Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt.
Albert Einstein

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07.06.2020 09:21
#13
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Wir haben sicher viel Sch… gemacht. Aber mit dem Gegenüber zu sprechen haben dann doch nicht riskiert. Außerdem waren wir ja meist mehrere Dutzend Meter auseinander. Da wäre es mit flüstern nicht gegangen. Ich habe selbst zwei versuchte Kontaktaufnahmen erlebt. Wir haben das aber nicht gemeldet, weil das wieder andere Fragen nach sich gezogen hätte. Wir kamen uns dabei aber immer ziemlich blöd vor, und es ärgert mich noch im Nachgang. Ein kleines "Hallo, es tut uns leid, aber wir dürfen nicht mit Euch reden." hätte man vielleicht riskieren sollen.

Sojus


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07.06.2020 09:33 (zuletzt bearbeitet: 07.06.2020 09:35)
#14
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Hatte es schon mal geschrieben. Grenze WB, Exklave Erlengrund/Fichtewiese, dort wo die Landgrenze (unsere 1.GK, GR 38 Hennigsdorf) an die Havelgrenze (Bootskompanie) stößt. Kontakte zu WBer Zöllnern hatten wir, wimre, nie. Wir sahen sie nur ab und zu mal auf ihrem Kontrollweg langfahren. Dafür aber um so mehr zu WBer Zivilisten, die durch ein Holzlattentor durch unser Gebiet mußten, um zu ihrer Datsche zu gelangen. Im Abschnitt, der zum größten Teil aus Wald bestand, auf den Kontrollgängen Pilze gesammelt und mit den WBern gegen Schokolade und Zigaretten getauscht. Einer der Posten an besagtem Tor zeigte mir aber mal ein Foto, auf dem er Arm in Arm mit einem Tommy zu sehen ist. Es war die Stelle, an der das Postenpaar uns (einen Gefreiten als Gruppenkontrolle und ich), deren Kontrollstrecke an diesem Tag genau dorthin führte, uns durchgelassen haben und wir uns schon außer Sichtweite gegenseitig vor dem Schild "End of british sector" fotograpierten. Da auch auf der anderen Seite Wald war, hatten wir ansonsten relativ selten andere Amtspersonen (Zoll, Polizei) oder Zivilisten zu Gesicht bekommen, auch wenn es vom Kontrollweg am 1.KS nur wenige Meter (geschätzt 15 m) waren. Getrennt nur durch einen verrosteten löchrigen Stacheldraht mit jede Menge Wildwechsellöchern.
Das alles war 1967 und ich war 20, jetzt 73 und noch keine 80.


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07.06.2020 10:24
avatar  Fred.S.
#15
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Zitat von 13.08.Sojus im Beitrag #13
Wir haben sicher viel Sch… gemacht. Aber mit dem Gegenüber zu sprechen haben dann doch nicht riskiert. Außerdem waren wir ja meist mehrere Dutzend Meter auseinander. Da wäre es mit flüstern nicht gegangen. Ich habe selbst zwei versuchte Kontaktaufnahmen erlebt. Wir haben das aber nicht gemeldet, weil das wieder andere Fragen nach sich gezogen hätte. Wir kamen uns dabei aber immer ziemlich blöd vor, und es ärgert mich noch im Nachgang. Ein kleines "Hallo, es tut uns leid, aber wir dürfen nicht mit Euch reden." hätte man vielleicht riskieren sollen.

Sojus

Siehst Du, Sojus, uns trennte von den Zollbooten nur Zentimeter und ich wusste ja auch, in welchen Abschnitt die Elbe von einen auf dem Deich befindlichen BT-9 einzusehen war. Und selbst dann konnte ein Postenpaar nichts weiter erkennen. Landzöllner, BGS, oft hunderte Meter entfernt. Nur an Fährstraßen so auf 50 m. Fred


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