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#1

Das Gästebuch der Grenzkompanie- erstaunlich was möglich war!

in DDR Artikel Marktplatz 17.05.2020 23:49
von berndk5 | 1.984 Beiträge | 16491 Punkte
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Hallo verehrte User, Gäste und Leser im Forum.

An anderer Stelle haben wir beim Thema "Traditionszimmer/Traditionskabinett auch schon mal über Gästebücher, Eintragungen und damit verbundene Rituale gesprochen.

Nun kann man so ein Buch ja sehr unterschiedlich beurteilen und in seiner Meinung bewerten- besonders dann, wenn wie hier im Forum die User der unterschiedlichsten regionalen Herkunft und mit den unterschiedlichsten persönlichen Werdegängen zusammen sind.

Dennoch sollte bei egal welcher Sichtweise auch immer, der historische Wert der Eintragungen nicht verhöhnt werden.
Na klar sind da auch Eintragungen drin vom Ortsparteisekretär, oder dem Betriebsparteisekretär des Patenbetriebes der Kompanie- das sollte man aber nicht überbewerten, es gehörte halt auch damals dazu.

Eintragungen vom DDR-Minister für Nationale Verteidigung, Armeegeneral Heinz Hoffmann, aus Mosambik, Nikaragua, vom rumänischen Chef der Grenztruppen oder dem polnischen Generalstaatsanwalt, das sind schon bemerkenswerte Eintragungen.

Den Moderator der DDR- Hit-Sendung "bong" , Jürgen Karney, Schriftsteller, Bildhauer und einige andere habe ich noch entdeckt. Bei vielen erinnere ich mich auch noch an damit verbundene Geschichten.

Wenn es Euch interessiert, kann man ja mal was einstellen- das Buch habe ich heute gefunden, war genau da wo vermutet.
Über einen kurzen Rücklauf würde ich mich freuen.


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bis 1990 GR-1 und GKK-304, danach Bundeswehrkommando -OST- Sitz Erfurt; gedient in: Harbke,Lauchröden,Grossensee,Berka/Werra, Ifta, Schnellmannshausen und Treffurt; Mauerabbau in Berlin und Grenzanlagen-Rückbau in Thüringen;
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#2

RE: Das Gästebuch der Grenzkompanie- erstaunlich was möglich war!

in DDR Artikel Marktplatz 18.05.2020 00:03
von Pitti53 | 10.514 Beiträge | 11127 Punkte
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Na denn mach mal.


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#3

RE: Das Gästebuch der Grenzkompanie- erstaunlich was möglich war!

in DDR Artikel Marktplatz 18.05.2020 00:19
von Ebro | 2.483 Beiträge | 12376 Punkte
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Bin auch gespannt. Der Jürgen Karney gehört zu meinen Facebook-Freunden, mit dem schreibe ich öfter.....!


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#4

RE: Das Gästebuch der Grenzkompanie- erstaunlich was möglich war!

in DDR Artikel Marktplatz 18.05.2020 00:42
von berndk5 | 1.984 Beiträge | 16491 Punkte
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Mein erster Text ist auf wundersame Weise verschwunden, deshalb nochm al neu.

Der erste Eintrag ist vom 29.12.1979 vom damaligen Ortsparteisekretär, der das Buch als Gastgeschenk zu seinem Besuch zum Jahreswechsel mitgebracht hatte. Er hatte noch am eigenen Leib das Leid des Faschismus erfahren- mehr will ich da jetzt gar nicht mehr dazu sagen.

Die sowjetischen Waffenbrüder waren in unterschiedlichen Delegationen öfter mal zu Besuch, mal höhere Dienstgrade, mal auch Soldatenabordnungen aus den Kasernen in Mühlhausen oder Nohra. Vielleicht kann ja @Larissa , @Moskwitschka oder jemand Anderes als Übersetzer hilfreich sein. Ich hatte das zwar auch mal ganz gut gelernt- ist aber schon ein paar Tage her (und deshalb eingerostet).

Und als Wunsch eines einzelnen Herrn, noch ne Zugabe. Allerdings hatte der Gast versäumt das Datum einzutragen. Sein Vorgänger war am 12.9.83 da, der Nachfolger am 05.04.1984 . Vielleicht weiß er es ja selber noch ? @Ebro , da musste ihn mal fragen? -oder auch nicht.


Dateianlage:
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zuletzt bearbeitet 18.05.2020 00:52 | nach oben springen

#5

RE: Das Gästebuch der Grenzkompanie- erstaunlich was möglich war!

in DDR Artikel Marktplatz 18.05.2020 08:07
von kindlep | 100 Beiträge | 796 Punkte
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Das ist ein Stück Geschichte und die muß erhalten werden.
Finde solch kleine Bemerkungen beachtlich, stellen sie doch erlebte Geschichte in den Mittelpunkt.


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#6

RE: Das Gästebuch der Grenzkompanie- erstaunlich was möglich war!

in DDR Artikel Marktplatz 18.05.2020 08:19
von GKUS64 | 3.433 Beiträge | 11329 Punkte
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Interessant! Ja ich betrachte so ein Buch, mit seinen sehr unterschiedlichen Eintragungen, auch als historischen Wert.
Den Eintrag von Jürgen Karney fand ich besonders locker. Erst musste ich überlegen was er mit dem "bong-SCHUR" meint, natürlich "Bonjour", ein guter Gag! Die Bemerkung "in Familie" bezog die sich auf die Grenzkompanie? Odeeer?
In unserem VEB führten wir ja ähnliche Bücher, die Brigadetagebücher! Ein ehemaliger Kollege hat da auch 10 Bücher gerettet. Es ist damit immer sehr amüsant, bei noch heute stattfindenden Treffen, einen Blick hinein zu werfen.

MfG

GKUS64


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#7

RE: Das Gästebuch der Grenzkompanie- erstaunlich was möglich war!

in DDR Artikel Marktplatz 18.05.2020 17:47
von Hanum83 | 11.344 Beiträge | 27511 Punkte
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Interessant das Buch.
Frage mich aber was Jürgen Karney ausgerechnet in eine GK verschlagen hat, irgendwas kulturelles vermutlich.


Das einzige Grün dem ich etwas abgewinnen kann ist das Suppengrün, bei Rot nur dem Abendrot.
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#8

RE: Das Gästebuch der Grenzkompanie- erstaunlich was möglich war!

in DDR Artikel Marktplatz 18.05.2020 18:31
von Thunderhorse | 5.817 Beiträge | 8699 Punkte
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Hej, Hej, Bernd.

Wimre ist da das eine oder andere Exemplar aus Treffurt in andere Hände gelangt.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#9

RE: Das Gästebuch der Grenzkompanie- erstaunlich was möglich war!

in DDR Artikel Marktplatz 18.05.2020 18:39
von Lutze | 10.899 Beiträge | 16688 Punkte
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Waren auch mal Schulklassen oder Brigaden bei euch?
einige davon wurden nach getöteten Grenzsoldaten benannt,zum Beispiel nach Egon Schultz
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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#10

RE: Das Gästebuch der Grenzkompanie- erstaunlich was möglich war!

in DDR Artikel Marktplatz 18.05.2020 18:57
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Zitat von Hanum83 im Beitrag #7
Interessant das Buch.
Frage mich aber was Jürgen Karney ausgerechnet in eine GK verschlagen hat, irgendwas kulturelles vermutlich.



Solche Künstler oder ähnliche wurden immer mal über die Kompanien gejagt, um die Moral etwas aufzulockern. Bei uns war z. B. mal eine Frau vom Meininger Theater und hat einen Vortrag über Adaptionen Klassischer Musik gehalten. Und Treffurt hat eben die Bong-boniere abbekommen.
Aber in solch alten Schriften zu stöbern ist auf alle Fälle immer sehr interessant. Man ahnt manchmal gar nicht, was man da alles liest. Auch viele Sachen, die man oft nicht für möglich gehalten hat.

Sojus


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#11

RE: Das Gästebuch der Grenzkompanie- erstaunlich was möglich war!

in DDR Artikel Marktplatz 18.05.2020 18:59
von Fred.S. | 3.510 Beiträge | 29546 Punkte
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Zitat von Lutze im Beitrag #9
Waren auch mal Schulklassen oder Brigaden bei euch?
einige davon wurden nach getöteten Grenzsoldaten benannt,zum Beispiel nach Egon Schultz
Lutze

Schulklassen Lutze, waren aus Dömitz regelmäßig zu Besuch. Ich hatte die Aufgabe zusammen mit den Parteisekretär
die durch unser Objekt am Hafen zu führen. Besonders die GSB 066 und das MG waren für die Jungen immer das Beste.
Zudem hielt ich in den Schulen des Kreis Ludwigslust Vorträge über die Grenze.
Ein Ehrenbuch hatten wir natürlich nicht in der Bootsgruppe,
dafür für unsere sowjetischen Freunde aus der Garnision Ludwigslust im Panzerschrank des Kommandeur, ein oder mehr Flaschen Wodka zu stehen. Fred
Erwähnen möchte ich noch:
Nach meiner Zeit an der Grenze, führte ich in meinen Betrieb, dem Paketzentrum Nbg. am Bahnhof,ebenfalls Schulklassen durch die Arbeitsstätte.
Bild 01. in der Halle, Fragen über Fragen habe ich den Kindern beantworten müssen und den Blumenstrauß zum Abschied.
Bild 02. auf der Hebebühne, was den Kindern besonders Spaß bereitete.
Im Hintergrund die Waggon mit denen die Pakete aus dem Westen, verplombt, ankamen. Fred

Angefügte Bilder:
Lutze, berndk5, krelle und stabsfunkmeister haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.05.2020 19:30 | nach oben springen

#12

RE: Das Gästebuch der Grenzkompanie- erstaunlich was möglich war!

in DDR Artikel Marktplatz 18.05.2020 19:11
von berndk5 | 1.984 Beiträge | 16491 Punkte
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Zitat von GKUS64 im Beitrag #6
Interessant! Ja ich betrachte so ein Buch, mit seinen sehr unterschiedlichen Eintragungen, auch als historischen Wert.
Den Eintrag von Jürgen Karney fand ich besonders locker. Erst musste ich überlegen was er mit dem "bong-SCHUR" meint, natürlich "Bonjour", ein guter Gag! Die Bemerkung "in Familie" bezog die sich auf die Grenzkompanie? Odeeer?
In unserem VEB führten wir ja ähnliche Bücher, die Brigadetagebücher! Ein ehemaliger Kollege hat da auch 10 Bücher gerettet. Es ist damit immer sehr amüsant, bei noch heute stattfindenden Treffen, einen Blick hinein zu werfen.

MfG

GKUS64
Nee, @GKUS64 , nur wenige werden sich noch schwer erinnern. Es war die Jugendsendung "bong" die der Jürgen Karney damals moderierte. Kein Vergleich zur ZdF-Hitparade, aber das sollte es auch nicht sein.

Es war vielmehr ein Versuch, die Interessen der DDR-Jugend zu ergründen und im rahmen der "sozialistischen Möglichkeiten" zu bedienen. Es war auf jeden fall vom Jürgen Karney sehr professionell gemacht, er hat jedenfalls weitestgehend die "Ader" der jungen Leute in der DDR getroffen. Und das gilt, sofern man dies überhaupt heute einem damaligen Moderator aus der DDR in der damaligen DDR zugetraut hat.

Ich weiß jedenfalls, dass er auch bei meinen Soldaten damals sehr beliebt war- es war ein Mega-Event in der Kaserne. Natürlich ohne die Technik die man heute hat. Da ist heute auf jedem Dorffest mehr los- aber damals da war das schon was.

Am Abend waren wir dann wirklich in Familie- haben da ganz spontan einen Berufssoldatenabend gemacht. Daraus resultiert auch sein Eintrag.
Den letzten Satz möchte ich besonders zutreffend hervorheben.


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bis 1990 GR-1 und GKK-304, danach Bundeswehrkommando -OST- Sitz Erfurt; gedient in: Harbke,Lauchröden,Grossensee,Berka/Werra, Ifta, Schnellmannshausen und Treffurt; Mauerabbau in Berlin und Grenzanlagen-Rückbau in Thüringen;
Fred.S., Ebro, GKUS64, Ehli, prignitzer und stabsfunkmeister haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#13

RE: Das Gästebuch der Grenzkompanie- erstaunlich was möglich war!

in DDR Artikel Marktplatz 18.05.2020 19:31
von DoreHolm | 11.814 Beiträge | 22172 Punkte
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Zitat von 13.08.Sojus im Beitrag #10
Zitat von Hanum83 im Beitrag #7
Interessant das Buch.
Frage mich aber was Jürgen Karney ausgerechnet in eine GK verschlagen hat, irgendwas kulturelles vermutlich.



Solche Künstler oder ähnliche wurden immer mal über die Kompanien gejagt, um die Moral etwas aufzulockern. Bei uns war z. B. mal eine Frau vom Meininger Theater und hat einen Vortrag über Adaptionen Klassischer Musik gehalten. Und Treffurt hat eben die Bong-boniere abbekommen.
Aber in solch alten Schriften zu stöbern ist auf alle Fälle immer sehr interessant. Man ahnt manchmal gar nicht, was man da alles liest. Auch viele Sachen, die man oft nicht für möglich gehalten hat.

Sojus



Mein Hobbyfreund damals vor der Wende, mit dem wir häufig familiär verkehrten, war im NVA-Stab in Erfurt für die Kultur zuständig (Oltn). Er hatte sehr umfangreiche Kontakte zu Managern und Künstlern aller Kulturbereichen. Er organisierte entsprechende Veranstaltungen in den Kasernen, die ja von der Belegung her weitaus größer waren als die GK´s oder Grenzregimenter. Wenige Wochen vor der NVA-Auflösung wurde er noch zum Major befördert.
Also die Kultur stand schon ziemlcih weit oben in ihrer Bedeutung für das oft stinklangweilige/eintönige Soldatendasein.


Fred.S., Ebro und berndk5 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#14

RE: Das Gästebuch der Grenzkompanie- erstaunlich was möglich war!

in DDR Artikel Marktplatz 18.05.2020 19:38
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Zitat von Thunderhorse im Beitrag #8
Hej, Hej, Bernd.

Wimre ist da das eine oder andere Exemplar aus Treffurt in andere Hände gelangt.
Na ja @Thunderhorse , wie soll ich das sagen, damit es nicht als pauschaler Vorwurf in den Raum gestellt erscheit?

Tatsache ist jedenfalls, dass nahezu zeitgleich mit den Befehlen zur Vernichtung von militärischem Schriftgut (gestaffelt nach Dringlichkeit) auch die zuständige Politabteilung (früher das Grenzregiment -1 i n Mühlhausen) seit September 1989 nach der Umstrukturoerung mit den Grenzkreiskommandos, jetzt die Politabteilung des GKK-304 (Eisenach) unter dem Vorwand "historisch Wertvolles" zu sichern (oder zu sortieren), die Grenzkompanien oder jetzt auch Grenzwachen "gefleddert" haben.

Sorry, wenn ich damit irgendeinen ehemaligen Politoffizier verletzen sollte- aber bei uns, ganz konkret in meiner GK war das so. Alles was da nicht niet und nagelfest war wurde,in den Stab nach Eisenach "abgeführt" - was dort tatsächlich angekommen ist, steht auf einem anderen Blatt.

Tatsache ist aber auch, dass (aus meiner Sicht) die gleichen Offiziere dann in Eisenach ihre Plätze verlassen haben "wie die Sau vom Trog" -klingt brutal, ist aber so ! Dinge auf die man irgendwann einmal stolz war, Geschichte von Soldatengenerationen wurden wie verwahrloster, herrenloser Müll dem Objekt in Eisenach überlassen.

Da war es nur normal, dass sich in den "Wende-Wirren" unsere Gäste vom BGS in Bad Hersfeld und von anderswo, nach Herzenslust bedienen konnten. Genau auf diesem Wege, durch die gleiche Person ist auch das Foto mit Generalleutnant Paduch, dem Oberstleutnant R. und mir ins Forum gelangt.

Ich selbst habe (auf Grund von Personalmangel in Eisenach) während meiner Kommandierung dorthin als OPD solche Feststellungen treffen müssen, ohne das Recht einschreiten zu dürfen oder zu müssen- wozu auch. Das diese Dinge ausschließlich zu privatren Zwecken von den neuen Kameraden "erbeutet" wurden, das war nicht einmal im Ansatz zu ahnen.

Andererseits muss man "als Absolution" auch ganz klar sagen: Wären diese Dinge nicht mitgenommen und daurch aufbewahrt worden, wären Sie der Vernichtung oder Verbringung im Müll anheim gefallen.

Das Gästebuch dieses Themas hier, das hast Du richtig erkannt, ist zugehörig den anderen (vollen + verschollenen) Gästebüchern und zugleich zeitlich das letzte in der Reihenfolge bis 1989 . Bei den anderen "abgewanderten Büchern handelte es sich auch um "Klubtagebücher" die in Bild+Schrift von Ereignissen der Freizeit des Soldatenlebens in Treffurt berichteten.


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#15

RE: Das Gästebuch der Grenzkompanie- erstaunlich was möglich war!

in DDR Artikel Marktplatz 18.05.2020 19:42
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Zitat von berndk5 im Beitrag #14
Zitat von Thunderhorse im Beitrag #8
Hej, Hej, Bernd.

Wimre ist da das eine oder andere Exemplar aus Treffurt in andere Hände gelangt.
Na ja @Thunderhorse , wie soll ich das sagen, damit es nicht als pauschaler Vorwurf in den Raum gestellt erscheit?

Tatsache ist jedenfalls, dass nahezu zeitgleich mit den Befehlen zur Vernichtung von militärischem Schriftgut (gestaffelt nach Dringlichkeit) auch die zuständige Politabteilung (früher das Grenzregiment -1 i n Mühlhausen) seit September 1989 nach der Umstrukturoerung mit den Grenzkreiskommandos, jetzt die Politabteilung des GKK-304 (Eisenach) unter dem Vorwand "historisch Wertvolles" zu sichern (oder zu sortieren), die Grenzkompanien oder jetzt auch Grenzwachen "gefleddert" haben.

Sorry, wenn ich damit irgendeinen ehemaligen Politoffizier verletzen sollte- aber bei uns, ganz konkret in meiner GK war das so. Alles was da nicht niet und nagelfest war wurde,in den Stab nach Eisenach "abgeführt" - was dort tatsächlich angekommen ist, steht auf einem anderen Blatt.

Tatsache ist aber auch, dass (aus meiner Sicht) die gleichen Offiziere dann in Eisenach ihre Plätze verlassen haben "wie die Sau vom Trog" -klingt brutal, ist aber so ! Dinge auf die man irgendwann einmal stolz war, Geschichte von Soldatengenerationen wurden wie verwahrloster, herrenloser Müll dem Objekt in Eisenach überlassen.

Da war es nur normal, dass sich in den "Wende-Wirren" unsere Gäste vom BGS in Bad Hersfeld und von anderswo, nach Herzenslust bedienen konnten. Genau auf diesem Wege, durch die gleiche Person ist auch das Foto mit Generalleutnant Paduch, dem Oberstleutnant R. und mir ins Forum gelangt.

Ich selbst habe (auf Grund von Personalmangel in Eisenach) während meiner Kommandierung dorthin als OPD solche Feststellungen treffen müssen, ohne das Recht einschreiten zu dürfen oder zu müssen- wozu auch. Das diese Dinge ausschließlich zu privatren Zwecken von den neuen Kameraden "erbeutet" wurden, das war nicht einmal im Ansatz zu ahnen.

Andererseits muss man "als Absolution" auch ganz klar sagen: Wären diese Dinge nicht mitgenommen und daurch aufbewahrt worden, wären Sie der Vernichtung oder Verbringung im Müll anheim gefallen.

Das Gästebuch dieses Themas hier, das hast Du richtig erkannt, ist zugehörig den anderen (vollen + verschollenen) Gästebüchern und zugleich zeitlich das letzte in der Reihenfolge bis 1989 . Bei den anderen "abgewanderten Büchern handelte es sich auch um "Klubtagebücher" die in Bild+Schrift von Ereignissen der Freizeit des Soldatenlebens in Treffurt berichteten.

Ja, das stimmt, Bernd, man hat sich bereichert. Die Videofilme auf der Elbe mit der AK 8 hat der Offizier für Grenzaufklärung im Stab des Grenzregiment gemacht.
Heute werden sie im net. verkauft, und bunt durcheinander zusammengesetzt. Grausam. Fred


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#16

RE: Das Gästebuch der Grenzkompanie- erstaunlich was möglich war!

in DDR Artikel Marktplatz 18.05.2020 19:51
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Zitat von Lutze im Beitrag #9
Waren auch mal Schulklassen oder Brigaden bei euch?
einige davon wurden nach getöteten Grenzsoldaten benannt,zum Beispiel nach Egon Schultz
Lutze

Ja, @Lutze , es waren regelmäßig Schulklassen und Brigaden bei uns zu Gast.
Wimre gab es in der näheren und weiteren Region jedoch keine, mit den Ehrennamen von getöteten Grenzern. Das hat meiner Meinung nach in erster Linie regionale Ursachen.

In Gerstungen-Untersuhl wäre das mit Bezug auf die Opfer Schmidt und Janello noch denkbar. Bei uns war es eher schwierig. Manfred Portwich ist als Angehöriger des Grenzkommandos Faulungen im Dienst tödlich verletzt worden. Nach dem Standortwechsel nach Katharinenberg erfolgte in den 1960er Jahren der Kasernenneubau in Treffurt und die nächste Verlegung der Einheit nach hier. Der direkte Bezug ist nach Treffurt eher schwer darstellbar.

Andererseits ist aus meiner Sicht zu bedenken, das die Region FAULUNGEN , KATHARINENBERG, DIEDORF, WENDEHAUSEN zum Eichsfeld gehören bzw. gerechnet werden und schon fast immer stark katholisch geprägt sind. Die Bevölkerung, also auch die Brigaden hatten es da eher nicht so mit den Helden der Grenze.

Mit dem Umzug der Kaserne nach Treffurt (vor meiner Zeit) waren die wirtschaftlichen und betrieblichen Strukturen schon weitestgehend ausgeprägt, Brigaden hatten längst ihre Namen geählt- neue kamen fast gar nicht mehr hinzu.

Sicherlich finden wir da nochmal einen Eintrag, anderenfalls komme ich gern auf einzelne , schöne Episoden zurück.


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#17

RE: Das Gästebuch der Grenzkompanie- erstaunlich was möglich war!

in DDR Artikel Marktplatz 18.05.2020 20:22
von Ehli | 5.293 Beiträge | 35308 Punkte
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zu Beitrag:#12
Wer es nicht kennt:
Das Beste aus Bong vol 1
https://www.youtube.com/watch?v=qqrEtOwRzLo


„Der Staatshaushalt muss ausgeglichen sein. Die öffentlichen Schulden müssen verringert werden. Die Arroganz der Behörden muss gemäßigt und kontrolliert werden. Die Zahlungen an ausländische Regierungen müssen reduziert werden, wenn der Staat nicht Bankrott gehen will.“
Marcus Tullius Cicero
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#18

RE: Das Gästebuch der Grenzkompanie- erstaunlich was möglich war!

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Nun ja, um es etwas unterhaltend zu sagen muss man als Betrachter schon bedenken dass die Grenzkompanie Treffurt schon keine gewöhnliche GK war, obwohl ich selbst sehr fest davon überzeugt bin k e i n e außergewöhliche Strebsamkeit an den Tag gelegt zu haben. Also massiven Drill und Frühsport gab es überhaupt nicht bei uns, aber eine gewisse "militärische Grundordnung" war schon gegeben.

Es gibt ja etliche ehemalige Treffurter Grenzer hier im Forum- da brauche ich nichts weiter dazu zu sagen. Was war dann das Besondere, was die Treffurter GK zu etwas Besonderem gemacht hat.

Wer schon mal an einem Forumstreffen in Treffurt teilgenommen hat, oder auch nur mal so hier war- der weiß das. Treffurt ist wirklich bildschön gelegen,
mehr möchte ich dazu gar nicht sagen. In Gegensatz zu Grenzdörfern wo sich Fuchs und Hase "Gute Nacht" sagen, Häuser und Ställe verfallen, hatte Treffurt eine pulsierende Industrie und Landwirtschaft. Mit sehr viel "WEST"-Produktion. (Das soll nicht heißen, dass es überall woanders schlecht war- aber Treffurt konnte eben mehrmals "punkten").
Die ZIFAT (Zigarrenbfabrik Treffurt) produziertze damals schon Zigarillos in Blechschachtel für Dannemann (konnte man auch im Intershop kaufen), der VEB TAKRAF Suhl, BT Treffurt produzierte Scherenwagenheber für den schwedischen VOLVO Konzern- solche Dinger gab es serienmäßig nicht im Wartburg oder Trabant, deshalb begehrte Tauschartikel, wenn man etwas anderes brauchte.

Der VEB Sitzmöbel Körner, BT Treffurt produzierte hochlehnige Polsterstühle aus feinsten Holzsorten und besten Bezugsstoffen ausschließlich für England.
Die Verhehrstechnische Anbindung zur Kreisstadt Mühlhausen oder Eisenach war gut, die Autobahnanbindung auch nur 25 Km entfernt.

Genug der Vorrede.
der heutige erste Eintrag kann im Moment von mir nicht beschrieben werden- ich kann es selbst nicht entziffern und die Erinnerung ist da etwas ungenau.
Es waren Gäste aus Angola, aus Mosambik und wimre aus Äthopien da. Vom wem dieser Eintrag ist, kann ich nur raten. Vielleicht bekommt es ein pfiffiger User heraus.
der zweite Eintrag dürfte ehemaligen Grenzern oder direkt NVA-lern etwas sagen. Da gab es mal was, das hieß "ARMEE-RUNDSCHAU" . Die Frau Karin Jäger und Herr Manfred Uhlenhut gehörten dort zu den TOP-Leuten bezüglich Reportage und Foto. es gibt mMn. nur wenige Ausgaben wo man deren Namen nicht findet.

Nachsatz.
Im Verlaufe des Themas wird garantiert deutlich, dass sich da irgendwo der Name Treffurt schon herumgesprochen hatte.
Soll heißen, wenn dann mal `ne Truppe gesucht wurde wo man im kleine Rahmen etwas "Grenzfeeling" zeigen musste oder wollte, dann hat Treffurt halt den Befehl bekommen.
Nicht immer ist dabei für uns ein Eintrag ins Gästebuch als Lohnabgefallen- manche hohen Besuche waren auch geheim. Da wurden dann nachträglich Seiten entfernt unt Fotos samt Negativ "mitgenommen" in den Regimentsstab.

noch ein Nachsatz für@Fred.S. : Das mit dem Groll auf das Verschwinden von Dokumenten sollte man begraben- es ist dieser wirren Zeit geschuldet. Wie bereits gesagt sind dadurch wenigstens ein paar Dinge erhalten geblieben- dass da auch mal etwas falsch oder ungünstig dargestellt wird- na dann ist es eben so. Der Eine k a n n damit leben, der Andere m u s s damit leben (weil man es nicht ändern kann) .


Dateianlage:
NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bis 1990 GR-1 und GKK-304, danach Bundeswehrkommando -OST- Sitz Erfurt; gedient in: Harbke,Lauchröden,Grossensee,Berka/Werra, Ifta, Schnellmannshausen und Treffurt; Mauerabbau in Berlin und Grenzanlagen-Rückbau in Thüringen;
prignitzer, Früher Beobachter, stabsfunkmeister und polsam haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#19

RE: Das Gästebuch der Grenzkompanie- erstaunlich was möglich war!

in DDR Artikel Marktplatz 18.05.2020 21:03
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Zitat von Fred.S. im Beitrag #11

Nach meiner Zeit an der Grenze, führte ich in meinen Betrieb, dem Paketzentrum Nbg. am Bahnhof,ebenfalls Schulklassen durch die Arbeitsstätte.



der fred im paketzentrum nürnberg!

war wohl das paketzentrum nbb.


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#20

RE: Das Gästebuch der Grenzkompanie- erstaunlich was möglich war!

in DDR Artikel Marktplatz 18.05.2020 22:09
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Zitat von berndk5 im Beitrag #18
"ARMEE-RUNDSCHAU"


Der ehemalige Fussballspieler vom ASK Vorwärts Berlin damals , "Wibbel" Wirth, war dann Chefredakteur. Ich hatte ihn mal als OSL bei einer Reportage über Sport in der NVA kennengelernt. Der Leiter der Armeesportvereinigung Vorwärts, Generalmajor Walter Herkner, wurde dort von mehreren zum Thema befragt. Mit Foto von mir, irgendwo muss diese Ausgabe noch rumliegen.


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