Situation der DDR-Familien von Kundschaftern/Agenten/Romeos usw.

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11.04.2020 15:42
#1
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Heute mal drei Fragen von mir zur Situation der DDR-Familien von Kundschaftern / Agenten / Romeos usw. Über Antworten von sachkundigen Usern würde ich mich freuen.

F 1: Wie haben die Kundschafter ihren DDR-Familien vor ihrer Abreise ihre oft (jahre-)lange Abwesenheit erklärt?

F 2: Gab es DDR-Familien von in der Bundesrepublik festgenommenen / verurteilten Kundschaftern, die erst dadurch von der wahren Tätigkeit ihrer Verwandten erfuhren? Und wie wurden diese Familien dann vom MfS „betreut“?

F 3: Sind nach der Wende Fälle bekannt geworden, in denen ostdeutsche Familien schon länger abwesende Angehörige als vermisst gemeldet und dabei den Verdacht geäußert haben, dass es sich um Kundschafter gehandelt haben könnte?


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11.04.2020 15:47 (zuletzt bearbeitet: 11.04.2020 15:47)
avatar  Fred.S.
#2
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Zitat von Westfale63 im Beitrag #1
Heute mal drei Fragen von mir zur Situation der DDR-Familien von Kundschaftern / Agenten / Romeos usw. Über Antworten von sachkundigen Usern würde ich mich freuen.

F 1: Wie haben die Kundschafter ihren DDR-Familien vor ihrer Abreise ihre oft (jahre-)lange Abwesenheit erklärt?

F 2: Gab es DDR-Familien von in der Bundesrepublik festgenommenen / verurteilten Kundschaftern, die erst dadurch von der wahren Tätigkeit ihrer Verwandten erfuhren? Und wie wurden diese Familien dann vom MfS „betreut“?

F 3: Sind nach der Wende Fälle bekannt geworden, in denen ostdeutsche Familien schon länger abwesende Angehörige als vermisst gemeldet und dabei den Verdacht geäußert haben, dass es sich um Kundschafter gehandelt haben könnte?

Au, Westfale, da hast Du ( denke ich ) aber in ein Wespennest gestochen.
Bin gespannt mit Dir, ob Du dazu überhaupt reale Beiträge erhalten wirst. mfg. Fred


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11.04.2020 16:01
avatar  Alfred
#3
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Zitat von Westfale63 im Beitrag #1
Heute mal drei Fragen von mir zur Situation der DDR-Familien von Kundschaftern / Agenten / Romeos usw. Über Antworten von sachkundigen Usern würde ich mich freuen.

F 1: Wie haben die Kundschafter ihren DDR-Familien vor ihrer Abreise ihre oft (jahre-)lange Abwesenheit erklärt?

F 2: Gab es DDR-Familien von in der Bundesrepublik festgenommenen / verurteilten Kundschaftern, die erst dadurch von der wahren Tätigkeit ihrer Verwandten erfuhren? Und wie wurden diese Familien dann vom MfS „betreut“?

F 3: Sind nach der Wende Fälle bekannt geworden, in denen ostdeutsche Familien schon länger abwesende Angehörige als vermisst gemeldet und dabei den Verdacht geäußert haben, dass es sich um Kundschafter gehandelt haben könnte?
Hallo,

als erstes und nicht böse gemeint. Ich störe mich immer ein wenig an den Begriff "Romeos".
Nur ein Beispiel, vor rund einer Woche ist die ehemalige Sekretärin von Herrn Biedenkopf verstorben und vor einigen Tagen zu Grabe getragen. Eine meiner besten Freundinnen. Dies kann ich so schreiben, da es auch eine entsprechende Traueranzeige in der Zeitung gab. Christel und ihr Mann waren rund 50 Jahre zusammen / bzw. glücklich verheiratet, fielen aber wie einige andere immer unter diesen Begriff.

Hier mal was aus dem Spiegel.

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40350178.html

Zu 1. Zum Beispiel, dass man sich im Ausland , Sowjetunion befand.
Zu 2: Ja, gab es.
Zu 3: Keine Ahnung, damit habe ich bis und nach 1989 nicht beschäftigt. Da müsste ich mal nachfragen.


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11.04.2020 17:45 (zuletzt bearbeitet: 11.04.2020 17:51)
avatar  Merkur
#4
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Einerseits gab es detaillierte Legenden, um den Angehörigen die Abwesenheit entsprechend darzustellen, in begründeten Ausnahmefällen wurde die Kundschaftertätigkeit (ohne Details) aber auch offenbart und die engsten Angehörigen zum Schweigen verpflichtet bzw. einbezogen. Es kam immer auf die konkrete Situation an und darauf, was letztlich Sinn machte und zu vertreten war. Wenn eine Offenbarung vermieden werden konnte, geschah dies natürlich.
Legenden gab es vielerlei, sie mussten aber durchdacht und ausbaufähig sein. Sowjetunion wurde ja schon angesprochen. Hier ging einiges: Studium, Einsatz an der Trasse (BAM), Arbeit im bestimmten Forschungsbereichen usw. Möglich war auch ein Einsatz in der Entwicklungshilfe in jungen Nationalstaaten oder ähnliches. Beim Studium war eine Anschlusslegende oft notwendig, denn die Zeit des Studiums ist bekanntlich begrenzt und danach musste sich etwas anschließen. Damit war es aber nicht getan, denn mit Studenten, Forschern und Arbeitern an der Trasse kann man ja zumindest postalisch kommunizieren. Also mussten Briefe und Karten vom Kundschafter vorgeschrieben werden, um beispielsweise zu Ostern oder Geburtstagen Grüße zu senden. Diese Post wurde meist bei Treffs in der DDR vorgeschrieben und dann von der Zentrale anlassbezogen abgesandt. Schwieriger war es, wenn die Angehörigen an den Kundschafter schrieben und bestimmte Reaktionen darauf erfolgen mussten, beispielsweise bei einem Todesfall in der Familie. Solche Dinge sind vorab nicht planbar, konnten nicht vorgeschrieben werden und erforderten eine bestimmte Reaktion. Aber auch hier gab es entsprechende Lösungen.
Natürlich gab es auch Familienangehörige, die erst durch eine Festnahme von der Kundschaftertätigkeit erfahren haben. In solchen Fällen erfolgte durch das MfS eine i.d.R. großzügige finanzielle und materielle Unterstützung.
Zur dritten Frage ist mir kein Fall bekannt.


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11.04.2020 18:55
avatar  Merkur
#5
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Zitat von Fred.S. im Beitrag #2
Zitat von Westfale63 im Beitrag #1
Heute mal drei Fragen von mir zur Situation der DDR-Familien von Kundschaftern / Agenten / Romeos usw. Über Antworten von sachkundigen Usern würde ich mich freuen.

F 1: Wie haben die Kundschafter ihren DDR-Familien vor ihrer Abreise ihre oft (jahre-)lange Abwesenheit erklärt?

F 2: Gab es DDR-Familien von in der Bundesrepublik festgenommenen / verurteilten Kundschaftern, die erst dadurch von der wahren Tätigkeit ihrer Verwandten erfuhren? Und wie wurden diese Familien dann vom MfS „betreut“?

F 3: Sind nach der Wende Fälle bekannt geworden, in denen ostdeutsche Familien schon länger abwesende Angehörige als vermisst gemeldet und dabei den Verdacht geäußert haben, dass es sich um Kundschafter gehandelt haben könnte?

Au, Westfale, da hast Du ( denke ich ) aber in ein Wespennest gestochen.
Bin gespannt mit Dir, ob Du dazu überhaupt reale Beiträge erhalten wirst. mfg. Fred
Warum soll er in ein Wespennest gestochen haben und keine realen Beiträge erhalten?


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11.04.2020 19:59
avatar  Fred.S.
#6
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Zitat von Merkur im Beitrag #5
Zitat von Fred.S. im Beitrag #2
Zitat von Westfale63 im Beitrag #1
Heute mal drei Fragen von mir zur Situation der DDR-Familien von Kundschaftern / Agenten / Romeos usw. Über Antworten von sachkundigen Usern würde ich mich freuen.

F 1: Wie haben die Kundschafter ihren DDR-Familien vor ihrer Abreise ihre oft (jahre-)lange Abwesenheit erklärt?

F 2: Gab es DDR-Familien von in der Bundesrepublik festgenommenen / verurteilten Kundschaftern, die erst dadurch von der wahren Tätigkeit ihrer Verwandten erfuhren? Und wie wurden diese Familien dann vom MfS „betreut“?

F 3: Sind nach der Wende Fälle bekannt geworden, in denen ostdeutsche Familien schon länger abwesende Angehörige als vermisst gemeldet und dabei den Verdacht geäußert haben, dass es sich um Kundschafter gehandelt haben könnte?

Au, Westfale, da hast Du ( denke ich ) aber in ein Wespennest gestochen.
Bin gespannt mit Dir, ob Du dazu überhaupt reale Beiträge erhalten wirst. mfg. Fred
Warum soll er in ein Wespennest gestochen haben und keine realen Beiträge erhalten?

Ein heikles Thema, denke ich, Merkur. Fred


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11.04.2020 20:04
avatar  Merkur
#7
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Vor 30 oder 40 Jahren war es sicherlich ein heikles Thema. Heute gewiss nicht mehr und wenn die Diskussion sachlich bleibt, kann man sich darüber unterhalten.


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19.04.2020 13:10
avatar  Uleu
#8
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Geht imho nicht nur um Familien, auch um Freundeskreise, Kollegen ... und die Liebe nicht zu vergessen. Teilweise tragische Wege .. hier im Forum ist " Kid " eine Vorstellung, oder auch der " letzte Spezialkader " des Bereiches Aufklärung der NVA. Sie haben viel mehr aufgegeben als ihnen wahrscheinlich selbst bewusst war, und wir hier ermessen können. Um so größer mein Respekt.

" Die geheime Aufklärung ist ein Dienst, der nur Herren vorbehalten ist " ( Oberst Nicolai, Leiter der dt. Militäraufklärung im 1. WK )

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19.04.2020 14:34 (zuletzt bearbeitet: 19.04.2020 15:24)
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#9
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( gelöscht )

Augen auf bei der Berufswahl.
Für mich wäre Agent nix gewesen.


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19.04.2020 23:09
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#10
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( gelöscht )

Zitat von Hanum83 im Beitrag #9
Augen auf bei der Berufswahl.
Für mich wäre Agent nix gewesen.
Nee. Was für einen Kleinkapitalisten gut ist reicht nicht zum 007. Ist nicht bös geneint sber leider wahr.


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19.04.2020 23:11
avatar  Ebro
#11
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Zitat von Hanum83 im Beitrag #9
Für mich wäre Agent nix gewesen.


Ich denke mal, Dich hätte auch niemand deswegen angesprochen!

ich werde nicht mehr diskutieren mit dummen Menschen, um meine Argumente zu erklären. Hat hier sowieso keinen Sinn. Ich werde lernen, diese Menschen zu meiden. Nichts ist wichtiger, als die persönliche Ausgeglichenheit im Alter


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19.04.2020 23:15 (zuletzt bearbeitet: 19.04.2020 23:38)
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#12
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( gelöscht )

Zitat von Ebro im Beitrag #11
Zitat von Hanum83 im Beitrag #9
Für mich wäre Agent nix gewesen.


Ich denke mal, Dich hätte auch niemand deswegen angesprochen!


Und warum dann so erfolgreich dich, warst du so anders als die anderen?
Du kennst mich doch gar nicht, genau so wenig wie ich dich um solche verwegenen Aussagen zu treffen.
Hattest du das in den Genen?
Gibt doch hier den Ahnen-Strang, 25,1% MfS oder so was ähnliches, seit Geburt testfrei in der DNA enthalten.
Ist bestimmt vorgekommen, wobei wohl über 75% besser gewesen wären, wegen Stiller und so.
Ich dachte eher so ein verhinderter Auslanskunschafter aus der Etappe rotzt mir argumentativ vor den Latz ...die haben auch für dich den Frieden gesichert... und dann kommt wieder so ein Gähner vom verrostetem Schwert wo ich meines nicht mal aus dem Schrank holen muss zum leichtem Entrosten


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19.04.2020 23:59
avatar  Ebro
#13
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Warum denn gleich so empfindlich, mich kennst Du doch auch nicht!
Mich brauchte niemand ansprechen, mich hätte es dort gar nicht geben dürfen, war nämlich ein sogenannter Selbstbewerber.

ich werde nicht mehr diskutieren mit dummen Menschen, um meine Argumente zu erklären. Hat hier sowieso keinen Sinn. Ich werde lernen, diese Menschen zu meiden. Nichts ist wichtiger, als die persönliche Ausgeglichenheit im Alter


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20.04.2020 01:19 (zuletzt bearbeitet: 20.04.2020 01:39)
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#14
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( gelöscht )

Zitat von Ebro im Beitrag #13
Warum denn gleich so empfindlich, mich kennst Du doch auch nicht!
Mich brauchte niemand ansprechen, mich hätte es dort gar nicht geben dürfen, war nämlich ein sogenannter Selbstbewerber.

Laut Einschätzung Alfred, von dem ich immer noch annehme er war ein Generalissimus, gab es gar keine Selbstbewerber in eurem Verein die dann in Vollzeit eingestellt wurden, bei dir schliefen wohl in der BV alle den Schlaf der gerechten und wie sprach Wowi?
Das ist/war auch gut so.


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20.04.2020 05:52
avatar  Alfred
#15
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Hallo,


es gab auch Selbstbewerber, IM wie Mitarbeiter. Die hat man sich jedoch genauer angeschaut.

Einer der bekanntesten IM war K. Kuron vom BfV .


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