Wer hat Mitte der 1960èr Jahre in Oschersleben gedient ?

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14.03.2020 16:08
#1
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Guten Tag Zusammen,

ich bin noch neu im Forum und Suche Hilfe von "Alten Hasen". Von Männern, die in ihren jüngeren Jahren so um die 1965`er Jahre im Raum Oschersleben an der Grenze gedient haben- dabei ist nicht unbedingt direkt an der Linie gemeint, es können alle Einheiten und Stabseinheiten im ehemaligen Kommando oder Grenzregiment 25 in Oschersleben gewesen sein. Also von der 1. GK bis zur 12.GK, von der Nachrichtenkompanie , PiK, oder sonst etwas.

Ich bin auf diese Gruppe aufmerksam geworden, weil hier Grenzergenerationen aus fast allen Zeiten und fast allen Regionen, sowohl Ost und West , aber auch Nord und Süd "zu Hause" sind. Wer sollte mir denn überhaupt helfen können, wenn nicht ihr? Soweit meine Bitte, die ich jetzt einmal (mit Hilfestellung) umformuliert habe. Worum es geht ?

Mein Vater, Jahrgang1944 - ist am 14.03.2017 verstorben. Das war eine sehr große Tragödie für mich, die ich nur sehr schwer bewältigen kann. Ich habe sehr an ihm gehangen, er war eine sehr starke Bezugsperson für mich.
Nach der Trauerbewältigung kommt irgendwann der erste, noch gesenkte Blick nach vorn- weil es ja weiter gehen muss, wie die Anderen sagen.
Es kommt das Aufräumen und man merkt, wie wenig man doch manchmal über einen lieben Menschen weiß.
Da konzentriert sich dann der eigene Wille zur Bewältigung der Trauer auf das Ziel, mehr über die unbekannten Dinge zu erfahren. Deshalb ist es mir so wichtig.

Ich weiß, dass er in den 60er Jahren zum Wehrdienst verpflichtet wurde.
Leider fehlen mir hierzu jegliche weitere Informationen. Ich weiß nur, dass er diesen Wehrdienst in Oschersleben (Grenzregiment 25) absolviert hat.

Ich weiß, dass meine Angaben leider sehr, sehr spärlich sind. Ich wünschte selbst, ich würde mehr wissen. Aber genau deswegen bin ich ja jetzt hier. Ich war immer ein Papa-Kind und versuche seit einigen Monaten sein Leben zu rekonstruieren. Was wirklich schwierig ist, weil ich außer ein paar wenigen Briefen nicht viel aus dieser Zeit habe.

Vielleicht gibt es ja den einen oder anderen ehemaligen Grenzer von Ihnen, der auch in dieser Zeit im GR-25 gedient hat.

Mein Vater wurde 1967 verhaftet und zu einer 3-jährigen Haftstrafe verurteilt. Warum ist mir noch nicht genau bekannt. Es war für ihn jedoch eine sehr traumatische Erfahrung. Nach seiner dreijährigen Haftzeit wurde er in die Bundesrepublik ausgewiesen, das könnte also so um 1970 herum gewesen sein.

Einer neuen Liebe im Westen entstamme ich, um so schwerer ist es für mich nun Hilfe zu finden.

Ich bedanke mich bei den Lesern und Usern für das Verständnis, auf Hilfe bzw. ehemalige Mitstreiter meines Vaters zu finden kann ich nur hoffen.

Liebe Grüße,


Kerstin28


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14.03.2020 16:59
#2
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Vielleicht Mal im Nachlass suchen.Wehrdienstausweis,Gesundheitsbuch.Das wäre sehr hilfreich.Natürlich auch hier im Forum suchen.Ich habe auch einige Kameraden über Tante Google gefunden,aber da wäre das Resituch,was jeder Abgänger bekommt sehr hilfreich.Viel Erfolg und gib nicht auf.Gruß aus Preußen


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14.03.2020 17:18
avatar  Hanum83
#3
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Ich wünsche viel Erfolg bei der Suche nach Informationen über ihren Vater.
Der Straftatbestand war beim damaligen behördlichem Sprachgebrauch wohl "öffentliche Herabwürdigung" der DDR.
Ob jemand der solche Begrifflichkeiten zum Zwecke der Strafverfolgung erschafft generell über eine Art von Würde verfügt, ist zumindest nachdenkenswert, ich denke nein.


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14.03.2020 19:19
avatar  Lutze
#4
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Damals regierte noch Spitzbart und Lügenbaron Ulbricht,
dieser "Staatsmann" war alles andere als beliebt,politische Witze gab reichlich,
vielleicht liegt da der Grund eine Verhaftung
Lutze


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18.03.2020 10:15
avatar  Gert
#5
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[quote=Kerstin28|p737758]Guten Tag Zusammen,

mein Name ist Kerstin .

Ich bin auf diese Gruppe aufmerksam geworden, weil mein Vater, Jahrgang 1944 - gestorben am 14.03.2017, in den 60er Jahren zum Wehrdienst verpflichtet wurde.
Ich weiß nur, dass er diesen in Oschersleben (Grenzregiment 25) absolviert hat.

Ich weiß, dass meine Angaben leider sehr, sehr spärlich sind. Ich wünschte selbst, ich würde mehr wissen. Aber genau deswegen bin ich ja jetzt hier. Ich war immer ein Papa-Kind und versuche seit einigen Monaten sein Leben zu rekonstruieren. Was wirklich schwierig ist, weil ich außer ein paar wenigen Briefen nicht viel aus dieser Zeit habe.

Vielleicht gibt es ja einen von Ihnen, der sich doch noch an meinen Vater erinnert.

Liebe Grüße


Kerstin

@Kerstin28 willkommen im Forum. Ich habe deinen Vorstellungstext 3 mal durchgelesen und dabei einige Widersprüche entdeckt.
1) wieso ist er dein Vater wenn du 1982 geboren wurdest und er schon 1970 aus der DDR ausgewiesen wurde?
2) wohin wurde er ausgewiesen, vermutlich in die Bundesrepublik ? Wie sind die Zusammenhänge, bist du in der Bundesrepublik geboren worden ?
3) zwischen 1970 und deinem Geburtsjahr liegt eine große Amnestie der DDR , der auch ich zum"Opfer" fiel(war ein geiles Opfer ). Ich war auch auf den
Fahndungslisten dieser Vereinigung. 1972 im Herbst aber, nach dem Grundlagenvertrag, wurden die Gefängnisse der DDR geöffnet und Tausende entlassen. Die in der Bundesrepublik wurden gleichzeitig aus der DDR Staatsbürgerschaft entlassen und konnten so ohne Strafverfolgung wieder reisen. Warum hat er davon keinen Gebrauch gemacht ?
4) woher weisst du sein genaues Todesdatum, wenn du keinen Kontakt mehr zu ihm hattest ?
Irgendwie wirkt das alles auf mich etwas verworren, nicht schlüssig.


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18.03.2020 10:40
#6
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Ich bin in der zweiten Ehe in der BRD entstanden. Mein Vater war immer bei mir, ist in meinen Armen gestorben.

Bei der Verlobten und meinem Bruder handelt es sich um meinen Halbbruder. Hätte ich dazu schreiben sollen?

Warum er erst wenige Tage nach dem Mauerfall Kontakt zu meinem Halbbruder aufgenommen hat, wissen wir nicht. Können es Haftauflagen gewesen sein? Ich möchte das herausfinden.
Er kam (nach meinem bisherigen Wissen) 1961 aus der BRD nach Magdeburg, wurde dann Bürger der DDR und nach seiner Haftzeit wieder in die BRD ausgewiesen. So stand es in einem seiner Briefe, den er damals an seine Mutter schrieb.

Seine Adresse in Oschersleben lautete damals
Gartenstraße 1 , so stand es auf dem Umschlag.

Kann mir vielleicht dazu jemand was sagen?
Heute ist da ein Gericht.
Diese Sachen sind kein FAKE , wie man das heute so nennt- ich weiß bis jetzt nur einfach nicht viel mehr und kann auch selber dazu kaum Zusammenhänge herstellen.


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18.03.2020 18:51
#7
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Wenn Gartenstr. 1, Oschersleben heute ein Gericht ist, wird es auch früher kein Wohnhaus gewesen sein. Evtl. diente die Anschrift nur dem Postverkehr. Näheres zum Gebäude wird garantiert das heute zuständige Stadt-/Kreisarchiv wissen.

Ansonsten scheint es hier eben nur Überlieferungen zu geben und keine belegbaren Quellen, für das was bekannt ist. Ich meine das nicht abwertend, aber als jemand der auch als Familienforscher unterwegs war, sind mir schon die absurdesten Dinge begegnet, die am Ende real null mit dem Überlieferten zu tun hatten. Dies nur als Hinweis, man verrennt sich schnell.

Halbgeschwister zu ermitteln ist i. d. R. unmöglich, weil Rechtsgrundlagen für solche Nachforschungen bei Ämtern weitgehend fehlen (auch Datenschutz) und oft sehr wenig über die gesuchte Person bekannt ist. Vielleicht kann man über den vermutlichen Geburtsort weiterkommen, falls man zumindest den Name weiß. Melderegisteranfrage könnte man auch versuchen, soweit Daten bekannt sind.

Zusammenfassend kann man nur empfehlen abzuwarten, ob es eine Akte bei der BSTU existiert und ob der Einsicht zugestimmt wird. Für Dritte ist diese Möglichkeit ja sehr begrenzt. Wenn sich dort nichts Klärendes findet, ist Weiteres nur noch durch Zufall zu finden. Leider.

Nachtrag: Falls es eine Nachlaßakte beim Amtsgericht am letzten Wohnort des Verstorbenen gibt, sollte man auch da unbedingt nochmal reinschauen. Akteneinsicht muss dem Kind gewährt werden.


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18.03.2020 18:57
#8
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Ich habe nun Kontakt zu meinem Halbbruder...

Ich hatte einfach gehofft, hier jemanden zu finden, der mit meinem Vater gemeinsam den Wehrdienst absolviert hat.

Danke jedenfalls für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Bemühen.


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18.03.2020 19:14
#9
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Zitat von Lutze im Beitrag #4
Damals regierte noch Spitzbart und Lügenbaron Ulbricht,
dieser "Staatsmann" war alles andere als beliebt,politische Witze gab reichlich,
vielleicht liegt da der Grund eine Verhaftung
Lutze
Hallo, meine Oma hat immer Ziegenbart gesagt, wenn sie Ulbricht meinte.
Gruß Frank


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18.03.2020 20:42
avatar  berndk5
#10
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Es ist schon interessant, welche Schicksale das Leben den unterschiedlichsten Menschen bereitet hat. Ich habe @Kerstin28 den Rat gegeben, die "Flinte nicht so schnell ins Korn zu werfen" und den möglicherweise vielleicht doch noch vorhandenen Ex-kameraden eine Chance zu geben.
Das ist doch nicht mein Geburtsjahrgang 1956, da könnten schon eher User wie @Cambrino oder @der 39. in Frage kommen. Solche Zeitzeugen gibt es aber nun leider einmal nicht mehr so zahlreich.
Ebenso habe ich empfohlen, nicht jedes kritische Hinterfragen "gleich auf die Goldwaage zu legen" und womöglich als Affront zu werten.
Diese Gedanken sende ich nur zur Erklärung in die Runde.
Mein Wunsch an Alle: Bleibt schön gesund !


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18.03.2020 20:43
avatar  mibau83
#11
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dein vater kam 1961 aus den westen in die ddr und war in den 60gern dann im gr-25 oschersleben?


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18.03.2020 21:13
avatar  Ehli
#12
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Ein Bild des Gebäudes, Gartenstraße 1 Amtsgericht Oschersleben

Leider sind keine Angaben,dazu vorhanden
Ehli


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18.03.2020 21:18
avatar  Mike59
#13
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Geiler Tread

Was hab ich eigentlich verpasst ?


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18.03.2020 22:04
#14
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Zitat von Kerstin28 im Beitrag #6

...Seine Adresse in Oschersleben lautete damals
Gartenstraße 1

Kann mir vielleicht dazu jemand was sagen?
Heute ist da ein Gericht.

@Kerstin28, ich habe mich nicht in alle Details bezüglich Deiner Suche hier eingelesen hätte aber ein Tip zu prüfen, ob die damals angegebene Adresse tatsächlich stimmt. Nach dieser Methode habe ich Auskunft erhalten, wo jemand wann und wo gewohnt hat. Betraf allerdings die Zeit um 1970/71.

Ich rief in der jetzt für die Örtlichkeit zuständige Pass- und Meldestelle an und erklärte der zuständigen Mitarbeiterin, dass ich jemanden aus dieser Zeit suche, nannte auch Namen und Grund meiner Suche. Selbstverständlich bekam ich erstmal die Antwort, dass diese Zeit nicht im Computer erfasst sei und auf die Frage, was ich denn sonst noch für eine Chance hätte, etwas aus der damaligen Zeit zu erfahren erhielt ich zur Antwort, dass es im Prinzip noch die Möglichkeit gibt, eine Archivsuche zu beantragen. Dazu der Hinweis, dass dies allerdings etliche Wochen dauern würde und mehr als eine normale Auskunft kostet. Auf die Frage, wie ich nun verfahren müsse bekam ich zur Antwort, eine mail an mich schreiben, darin den Grund, besser mehrere Gründe meiner Suche noch einmal detailliert beschreiben und abwarten. Die Antwort kam umgehend, mir wurde eine Verfahrensnummer mitgeteilt unter der ich einen Betrag so um die 20€ zu überweisen hatte. Das ganze dauerte 4-5 Wochen und ich erhielt schriftlich meine Auskunft und sogar dabei, wann und wohin der Gesuchte verzogen ist. Und dort konnte man dann nach dem gleichen Schema von vorn anfangen.

Eines noch als Hinweis, Archivsuche ist aufwendig und wenn man bei der Frage danach merkt, es wird geblockt, abbrechen, ein paar Tage warten, neu anrufen und hoffen, dass ein anderer Mitarbeiter den Hörer abnimmt.

Bei weiblichen Angestellten habe ich persönlich dabei die besten Erfahrungen gemacht, sind einfach freundlicher…

Grüße


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18.03.2020 22:24
#15
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Danke Ehli für das Foto.

Danke Hohenstücken7072. Das werde ich testen.


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