Gastarbeiter- freiwilliger Abschied?

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09.02.2020 20:15
avatar  peterv
#1
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Hallo, soeben bei " Vermisst" gesehen, daher meine Frage.
Die Gastarbeiter wurden wahrscheinlich zurückgeschickt, da die Arbeitsgrundlage entfallen ist, nach dem schließen der vielen Betriebe.
Aber warum konnten dann doch noch so viele ,nach Gefühl hauptsächlich Vietnamesen, bleiben?
Wie lief das wirklich ab?
Danke PeterV


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09.02.2020 20:59
avatar  Ehli
#2
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Willkommen im Bruderland?
In der DDR kamen Gastarbeiter/innen aus den sozialistischen Bruderländern wie Vietnam, Kuba oder Angola. Wie sah ihr Leben aus? Und warum sind manche von ihnen nach der Wende geblieben?
https://www.fluter.de/willkommen-im-bruderland
Eventuell hilft es deine Frage zu beantworten.
Ehli

Ich habe es mir nicht ausgesucht, ein Ossi zu sein....
Ich hatte einfach Glück!

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09.02.2020 22:39 (zuletzt bearbeitet: 09.02.2020 22:40)
#3
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Die ehemalige Schuhfabrik "Paul Schäfer" in Erfurt mit mehreren tausend Beschäftigten hatte auch etliche Vietnamesinnen. Sie waren sehr fix bei der Arbeit und die Norm war für sie kein Problem. Ein Zusatzbrot verdienten sie sich, indem sie privat Jeans nähten. Woher sie den Stoff hattet, weiß ich nicht, aber Nieten, Zwirn u.a. was dazugehört war kein Problem. Konnte man kaufen. Jedenfalls muß der Umsatz gut gewesen sein. Nach der Wende wurde die Firma umbenannt in Lingel-Schuhfabrik, hielt sich aber nicht lange über Wasser und splittet sich auf. Der ehemalige Absatzdirektor gründete eine spezialisierte Firma für orthopädische Schäfte. Da es mein Kunde war, sah ich auch, daß etliche Näherinnen Vietnamesinnen waren und auch einen männlichen Vietnamesen habe ich dort gesehen. Sie haben also den Anschluss geschafft.
Silvester feierten wir vor etlichen Jahren öfter beim Vietnamesen. Dort sah ich öfter Vietnamesinnen mit deutschem Mann und Kindern. Hir in EF gibt es einen vietnamesischen Großmarkt für asiatische Produkte. Will gelegentlich mal reingehen, und sehen, ob ich eine Packung Tamarinde bekomme. Schmeckt schön süß-säuerlich ud einen Kern hatte ich vor Jahren gezogen. Recht attraktiv von den Blättern her, etwa ähnlich wie Robinie, aber verrägt keine Kälte und keine Trockenheit.


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09.02.2020 22:56
avatar  Ehli
#4
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Vietnamesische "Vertragsarbeiter" in der DDR
Als die DDR Geschichte wurde, waren die Vietnamesen mit rund 60.000 Menschen die größte Gruppe von Ausländern im ehemaligen Arbeiter- und Bauernstaat. Bereits Mitte der 1950er-Jahre nahm die DDR im Rahmen von Solidaritätsprogrammen Vietnamesen auf. Der Höhepunkt wurde allerdings erst mit den so genannten Vertragsarbeitern Ende der 1970er-Jahre erreicht.
https://www.mdr.de/zeitreise/vertragsarb...vietnam100.html

Ich habe es mir nicht ausgesucht, ein Ossi zu sein....
Ich hatte einfach Glück!

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10.02.2020 02:30 (zuletzt bearbeitet: 10.02.2020 02:34)
#5
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Zitat von Ehli im Beitrag #2
Und warum sind manche von ihnen nach der Wende geblieben?

Warum nicht? Die sind doch freundlich, fleißig und strebsam, machen im Gegensatz zu andere Zuwanderern
keine Probleme, ihre Kinder gehören fast immer zu den Besten in der Klasse und mir ist auch nicht bekannt
geworden, dass sie besondere Rücksichten oder Privilegien wegen ihrer Religion einfordern.

Meine Zahnärztin kam als Kleinkind mit ihren Eltern als "Boatpeople" nach Deutschland, hat hier die Schule besucht
und studiert. Ihre Eltern waren in Vietnam arme Bauern. Meine Apothekerin ist bereits hier in Deutschland geboren
und auch ihre Eltern sind vor den Kommunisten in Vietnam geflohen. Auch ihre Geschwister haben alle einen guten
und ordentlichen Beruf.

Ein guter Mensch, in seinem dunklen Drange, ist sich des rechten Weges wohl bewusst.


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10.02.2020 06:41
avatar  schulzi
#6
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Wir hatten bei uns in der Baumwollspinnerei Vertragsarbeiter aus drei Nationen Mosambik,Vietnam und Angola wobei ich sagen muß bei den zwei erstgenannten gab es keine Probleme . Nach der Wende wurden sie fast alle entlassen und nach Hause geschickt bis auf einige die sich entschlossen hatten in Deutschland zu bleiben darunter zwei Mosambikaner einer Fernando machte eine Umschulung als Dachdecker und Martino ist bei den Stadtwerken untergekommen(leider verstorben) .Bei den Vietnamesen gibt es eine Dunkelziffer von 1o Personen die gelieben sind und sich als Kleinhändler für das erste durchgeschlagen haben.


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10.02.2020 13:26 (zuletzt bearbeitet: 10.02.2020 13:26)
#7
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Rückführungsabkommen beruhten auf Freiwilligkeit.
Rund die Hälfte der Vietnamesen ist deshalb hier geblieben.

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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10.02.2020 13:32 (zuletzt bearbeitet: 10.02.2020 13:42)
avatar  Ebro
#8
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Zitat von schulzi im Beitrag #6
Mosambik,Vietnam und Angola


Kann ich noch erweitern, in dem Betrieb, für den ich zuständig war, hab es noch 5 Koreaner. Die Vietnamesen und die Koreaner konnten sich wohl aus historischen Gründen überhaupt nicht verknusen und mussten getrennt untergebracht werden. Generell gab es die Vorgabe, persönliche Kontakte untereinander zu minimieren.

Was aus denen alles so geworden ist, kann ich nicht sagen. Die Ereignisse haben uns ja damals überrollt, konnte mich ja nichtmal von meinen IMs ordentlich verabschieden, und bin kurz nach der Kehre aus meinem damaligen Verantwortungsbereich weggezogen.

Letzter Absatz ergänzt

Selbst Akademiker mit Diplom sind nur marginal intelligent

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10.02.2020 13:39
avatar  schulzi
#9
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Zitat von Ebro im Beitrag #8
Zitat von schulzi im Beitrag #6
Mosambik,Vietnam und Angola


Kann ich noch erweitern, in dem Betrieb, für den ich zuständig war, hab es noch 5 Koreaner. Die Vietnamesen und die Koreaner konnten sich wohl aus historischen Gründen überhaupt nicht verknusen und mussten getrennt untergebracht werden. Generell gab es die Vorgabe, persönliche Kontakte untereinander zu minimieren.


Das selbe traff für die Angolaner und Mosambikaner zu was viele Kollegen nicht verstanden da es doch portugisische Kolonien waren


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10.02.2020 13:49 (zuletzt bearbeitet: 10.02.2020 13:49)
#10
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Zitat von schulzi im Beitrag #9

Das selbe traf für die Angolaner und Mosambikaner zu was viele Kollegen nicht verstanden da es doch portugisische Kolonien waren

Die häufig den Deutschen angedichtete Fremdenfeindlichkeit scheint es anscheinend auch unter anderen
Ethnien und Völkern zu geben? Es ist wohl keine Spezialität oder Eigenheit, die es nur in Deutschland gibt.

Ein guter Mensch, in seinem dunklen Drange, ist sich des rechten Weges wohl bewusst.


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10.02.2020 14:54
#11
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Zitat von Ebro im Beitrag #8
Zitat von schulzi im Beitrag #6
Mosambik,Vietnam und Angola


Kann ich noch erweitern, in dem Betrieb, für den ich zuständig war, hab es noch 5 Koreaner. Die Vietnamesen und die Koreaner konnten sich wohl aus historischen Gründen überhaupt nicht verknusen und mussten getrennt untergebracht werden. Generell gab es die Vorgabe, persönliche Kontakte untereinander zu minimieren.

Was aus denen alles so geworden ist, kann ich nicht sagen. Die Ereignisse haben uns ja damals überrollt, konnte mich ja nichtmal von meinen IMs ordentlich verabschieden, und bin kurz nach der Kehre aus meinem damaligen Verantwortungsbereich weggezogen.

Letzter Absatz ergänzt


Die haben den Genpool bereichert. Eine unserer Lehrerinnen der Fachschule hatte ein Kind mit einem Koreaner, der dann wieder zurück mußte. Dieses Kind traf ich später nach der Wende in unserer Firma in EF als Anwendungstechniker wieder. Am Nachnahmen und seinen Gesichtszügen habe ich ihn erkannt und er bestätigte es mir auch.
Übrigens, die Koreaner sind nicht nur in Vietnam weniger beliebt. Auch die Chinesen sind nicht allzugut auf sie zu sprechen, wie ich bei meinen Tätigkeiten in der Region Shenzen (bei Hongkong) mitbekam.


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10.02.2020 17:23
avatar  polsam
#12
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Hier im Getriebewerk hatten wir Cubaner. Das war eine besondere Spezies. Die Meisten waren "Freiheitskämpfer" die aus Angola nach Cuba zurück mussten. Da sie keine Ausbildung hatten hat sich die DDR bereit erklärt diese Truppe auszubilden. Bei Einsätzen im Wohnheim ist nie nur ein Funkwagen gefahren. Wir wurden im Vorfeld auf die "Besonderheit" dieser Gruppe hingewiesen. Die kannten nur, du oder ich. Wenn es aber zu oft oder zu doll war wurde schon mal einer zurückgeführt. dann war in der Regel eine kurze Zeit ruhe.


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10.02.2020 17:50 (zuletzt bearbeitet: 12.02.2020 19:50)
avatar  Fall 80
#13
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Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #10

Die häufig den Deutschen angedichtete Fremdenfeindlichkeit scheint es anscheinend auch unter anderen
Ethnien und Völkern zu geben? Es ist wohl keine Spezialität oder Eigenheit, die es nur in Deutschland gibt.


Das sieht ja man in den Ländern wo sich dutzende von Stammesfürsten mit ihren Anhängern gegenseitig auszurotten versuchen.

Was bei uns mit als Witzen zwischen Sachsen, Berlinern und Ostfriesen gemacht wird ist bei denen bitterer Ernst und endet oftmals sehr blutig.

Uli

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.

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10.02.2020 18:32
avatar  schulzi
#14
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Zitat von polsam im Beitrag #12
Hier im Getriebewerk hatten wir Cubaner. Das war eine besondere Spezies. Die Meisten waren "Freiheitskämpfer" die aus Angola nach Cuba zurück mussten. Da sie keine Ausbildung hatten hat sich die DDR bereit erklärt diese Truppe auszubilden. Bei Einsätzen im Wohnheim ist nie nur ein Funkwagen gefahren. Wir wurden im Vorfeld auf die "Besonderheit" dieser Gruppe hingewiesen. Die kannten nur, du oder ich. Wenn es aber zu oft oder zu doll war wurde schon mal einer zurückgeführt. dann war in der Regel eine kurze Zeit ruhe.

Das war zum Beispiel ein Grund weshalb sich unser Direktor geweigert hat das Kubaner in unseren Betrieb beschäftigt wurden mit Zähneknirschen gab man nach doch mussten wir als ausgleich dafür nochmal eine Gruppe Mosambikaner nehmen


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12.02.2020 07:14
#15
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Wir hatten bei uns im Zem.und Chemiewerk Vietnamesen,die auch Hosen nähten und auch sonst sehr freundlich,aber auch sehr zurückgezogen hier lebten.Man sprach auch ,das sie fleißig arbeiteten.Dann kamen Algerier,angeblich handverlesen!davon merkte die Bevölkerung nicht viel.Arbeiten war nicht so ihr Ding,aber beten...Abends waren sie in den Kneipen unterwegs,tranken viel und waren immer auf der Suche nach blonden Frauen.Gegenseitig bearbeiteten sie sich mit Messern,so das die Rettungsstelle öfter Arbeit hatte.Wir männlichen Wesen waren nur unliebsame Konkurrenz.Ich hatte auch mal die Nase gebrochen.(grins)Ja,wir haben eben keine Erfahrungen mit solchen Ausländern.Gruß Helmut


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