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#1

Soldat-Sein

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 25.01.2020 00:11
von krelle | 529 Beiträge | 11835 Punkte
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Wie alt ich wohl war, als ich das Wort „Soldat“ zum ersten Male hörte? Wie lange war ich auf der Welt, als ich zu beginnen ahnte, was „Soldat“ bedeutet?
Ich weiß es nicht.
Fest steht, dass ich mich spätestens im Sommer 1969 als „Soldat“ fühlte. Zwar mit Holzgewehr ausgestattet und in ehemaligen Uniformteilen der deutschen Wehrmacht befindlich, aber das tat meinem kindlichen Wohlbefinden keinen Abbruch. Auch der Wehrmachtsadler und das Hakenkreuz „störten“ keineswegs; sie gehörten für mich zum „Soldat-Sein“ dazu.
Was heute „undenkbar“ zu sein scheint, war Ende der 1960er-Jahre Realität in jenem Ort, in dem ich aufwuchs. Und niemand störte sich daran, wenn ich zusammen mit den anderen „Jungs“ aus unserer Wohngegend durch die Straßen zog. Nicht mal die Polizei, die uns „Überbleibsel“ der Wehrmacht ganz bestimmt sah, aber eben nichts unternahm, um uns „Einhalt“ zu gebieten.
Nachzulesen in meinen „Erinnerungen“ unter http://www.manfred-krellenberg.de/media/4d63af49c2a32f1bffff80deffffffef.pdf


Als ich eingeschult und von einer Lehrerin gefragt wurde, was ich mal „werden“ wolle, da sagte ich, dass ich zur „Kriegsmarine“ gehen würde. Die Dame entgegnete, dass es „Bundesmarine“ heißen würde, aber ich war mir sicher, dass ich „Recht“ hatte und die Frauen vom „Militärischen“ nichts verstehen würden. Nein, zur „Kriegsmarine“ wollte ich – wie mein Großvater, der einst auf dem Torpedoboot FALKE diente (und der am 22.10.1943 beim Untergang des Minenschiffes JUMINDA sein Leben verlor, was ich als Kind im Jahr 1970 nicht wusste).


Zu allem „Unglück“ packte ich bei meiner Einschulungsfeier noch einen gusseisernen Panzer aus der Schultüte. „Den“ hatte ich mir gewünscht, und genau „diesen“ hatte ich auch von meinen Eltern bekommen. Ja, ich hatte schon früh das „Talent“, etwas aus dem „Rahmen“ zu fallen…


Es dauerte also einige Zeit, bevor ich begriff, dass es die „Deutsche Wehrmacht“ nicht mehr gab, sondern eine „Bundeswehr“. Nun gut, auch nicht schlecht, dachte ich. Hauptsache „Panzer“, Uniformen, Kanonen…. Und natürlich „Erbsensuppe“, die ich schon damals als sehr „lecker“ empfand.
Die Tage der „offenen Türen“ bei der Bundeswehr wurden natürlich genutzt, um dort hinzugehen. Wir Kinder, wohl gerade um die 10 Jahre alt, durften mit „Panzerfahrzeugen“ wie dem MARDER und dem „MTW 113“ mitfahren. Und wir konnten uns auch mal ans Maschinengewehr legen und mit „Platzpatronen“ einige Serien „herausrotzen“. Man, was hat das für einen Spass bereitet. Heute absolut undenkbar…


Als bei NATO-Manövern scheinbar unendlich viele Kampfpanzer bei meinem Elternhaus in der Pariner Straße vorbeirollten, da war ich als „Junge“ live dabei und ich war so stolz auf unsere Bundeswehr. Welche andere „Macht“ hätte es mit uns aufnehmen können? Überzeugt war ich, dass wir die „Größten“ und „Besten“ waren! (Nachtrag: es waren seinerzeit viele Leopard 1 dabei, siehe angefügtes Bild)


Mit der „Bundeswehr“ hatte ich dann erst wieder in den 1980er-Jahren wirklich zu tun. Erfassung / Musterung. Ich hatte meine Ausbildung beim Grenzzolldienst beendet und stand 1985 „voll“ im Berufsleben, als ich eine Einberufung zur Ableistung des Wehrdienstes erhielt. Das passte natürlich jetzt gerade nicht! Ich verdiente gerade „gutes Geld“, wenn auch nur in der „Tabelle“ A5 mittlerer Dienst befindlich. Und als Grundwehrdienstleistender wäre für mich nur ein Bruchteil des gerade bezogenen Gehalts auf meinem Bankkonto gelandet. Ich wohnte auf dem Papier noch bei meinen Eltern und konnte keine Aufwendungen für einen eigenen Haushalt für „tatsächlich“ deklarieren. Was für ein Mist!


Dem Einberufungsbefehl nach sollte ich zu einem Nachschub-Bat. in Rheine/Westfahlen und nach Ableistung von drei Monaten dortigem Dienst nach Eutin zu den „Panzeraufklärern“. Ich sah mich schon dort mit schwarzem Barett auf dem Kopf… aber es kam dann doch anders. Ich brach mir zuvor das rechte Sprunggelenk, wurde zweifach operiert und wurde von der Bundeswehr zunächst „zurückgestellt“. Als man mich dann „holen“ wollte, war ich inzwischen „verheiratet“. Und als bald darauf werdender Vater wäre es für den „Staat“ wohl teuer geworden und man verzichtete darauf, mich noch zur Bundeswehr einzuziehen.
Glück gehabt? Man kann es betrachten, so oder so…


Ich kann heute also nicht wirklich „mitreden“, wenn es um das wirkliche „Soldat-sein“ geht. Das was ich über „Soldaten“ weiß, ist „begrenzt“.
Aber was „Grenzsoldaten“ betrifft, so kann ich doch Einiges sagen/schreiben. Einige Jahre lang hatte ich diese teilweise direkt vor mir stehen. Ich blickte auf sie, ihre Uniformen. Und ich sah in ihre Gesichter, ihre Augen.
„Sie“ sahen (im Nachhinein betrachtet) nicht wie „Feinde“ aus, auch wenn es hieß, „sie“ wären „Gegner“.


Ich wünschte mir, dass alle „Soldaten“ – bevor sie befehlsgemäß nach „vorne“ schreiten und den vermeintlichen „Feind“ attackieren – zunächst nach „hinten“ blicken. Könnte der wahre „Feind“ doch eben genau aus dieser Richtung auf das „Schlachtfeld“ blicken…? Es darf zumindest nicht ausgeschlossen werden!

Angefügte Bilder:
Leopard-Panzer in der Rettberg-Kaserne Eutin.jpg

zuletzt bearbeitet 27.01.2020 14:49 | nach oben springen

#2

RE: Soldat-Sein

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 25.01.2020 00:29
von Rostocker | 9.628 Beiträge | 11729 Punkte
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Interessante Darstellung zum--Soldat - Sein
Sie ähnelt und zeigt doch ein Bild auf--wie man vieles als Kind, in Ost wie West,wahrgenommen hat.


krelle, Larissa, 13.08.Sojus, Hauptmann, LO-Fahrer und Ehli haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#3

RE: Soldat-Sein

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 25.01.2020 07:19
von 13.08.Sojus | 517 Beiträge | 5444 Punkte
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Noch einmal Danke für den Beitrag @krelle. Es ist eine wunderbare Selbstreflektion, zu der leider viele Menschen nicht in der Lage sind. Außerdem ist das Thema zu jeder Zeit aktuell. Auch heutzutage werden immer neue Feinbilder aufgebaut und möglichst nicht denkende "Soldaten" konditioniert. Dabei können diese "Soldaten" aus allen Bevölkerungsschichten kommen und sind auch nicht gleich als solche zu erkennen.

Sojus


Hauptmann, krelle, Ebro, Rostocker, LO-Fahrer, Chris77, Ehli und Larissa haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#4

RE: Soldat-Sein

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 25.01.2020 13:03
von Klauspeter | 1.373 Beiträge | 2765 Punkte
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Mit Einschränkungen gefällt mir der Eingangsbeitrag.
Mit der Schlußbemerkung komme ich nicht so ganz klar.

User Krelle schrieb:
"Ich wünschte mir, dass alle „Soldaten“ – bevor sie befehlsgemäß nach „vorne“ schreiten und den vermeintlichen „Feind“ attackieren – zunächst nach „hinten“ blicken. Könnte der wahre „Feind“ doch eben genau aus dieser Richtung auf das „Schlachtfeld“ blicken…? Es darf zumindest nicht ausgeschlossen werden!"

Ich weiss nicht, wie ich diese Aussage des Mitdiskutierers Krelle interpretieren soll.
Steht der "wahre Feind" im eigenen Land und könnte den nach vorne schreitenden Soldaten in den Rücken fallen - sozusagen den "Dolchstoß" versetzen? Das würde sehr
an Aussagen erinnern, die es zur Niederlage im ersten Weltkrieg gab, etwa in der Richtung, "der Feind steht im eigenen Land!", oder "unsere tapferen Soldaten wurden nicht auf dem Schlachtfeld besiegt, sondern durch den Dolchstoß in den Rücken!"

Ich hoffe sehr, dass ich die Ausage des Users @Krelle völlig falsch verstanden habe und er mir erklärt, wie seine Aussage gemeint war.

Gruß Klaus


"Setzten wir uns an die Stelle anderer Personen, so würden Eifersucht und Haß wegfallen, die wir so oft gegen sie empfinden."
( Johann Wolfgang von Goethe)
zuletzt bearbeitet 25.01.2020 13:04 | nach oben springen

#5

RE: Soldat-Sein

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 25.01.2020 13:58
von LO-Fahrer | 1.247 Beiträge | 4158 Punkte
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Ich glaube, Du hast @Krelle hier missverstanden. Ich würde den Satz so interpretieren, dass der wahre Feind des Soldaten nicht im gegenüberliegenden Graben zu finden ist, sondern sich unter den Leuten befindet, die ihn mit Parolen und falschen Feinbildern füttern um ihn zum willfährigen Werkzeug ihrer Politik zu machen. Die ihn dazu bringen, auf den zu schießen, der eigentlich nicht sein Feind ist, aber von dem ihm von eben jenen Leuten eingeredet wird, daß er es wäre. Falls diese Annahme richtig ist, kann ich dem nur voll und aus ganzem Herzen zustimmen.

Im übrigen, auch bei uns wurde mit "Tagen der offenen Tür" , gewöhnlich am 1. März, dem Tag der NVA ,das Interesse von uns Kindern am Militär geweckt, um uns so früh wie möglich auf unseren bevorstehenden Wehrdienst, möglicherweise sogar auf einen militärischen Beruf eizustimmen. An dieser Stelle waren Ost- und Westpolitik gar nicht so weit voneinander entfernt.


krelle, marc, PF75, Ehli, Klauspeter, Fall 80, 13.08.Sojus, Rostocker, Larissa, DoreHolm und Hauptmann haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#6

RE: Soldat-Sein

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 25.01.2020 13:59
von der 39. | 1.417 Beiträge | 7751 Punkte
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Hallo Krelle, habe Deinen Eingangsbeitrag mit großem Interesse gelesen und bin beeindruckt. Diese Schreibart, im Monolog mit anderen Personen, ist wirklich gut gelungen. Du hast Deine Gedanken zu den Lebensschritten gut dargestellt und auch nichts "schön" gemacht. Da würde ich schon auch mal mehr lesen. Im Allgemeinen schreiben viel zu wenige Forenteilnehmer , jeder hat doch seine Geschichte, aus der andere etwas mitnehmen können. Und über die wirklichen stillen Gedanken, die letztlich zu Entscheidungen führen, wer spricht schon darüber.
Bzgl. der Bemerkung von Klauspeter möchte ich sagen: Begeisterung macht blind, wie viele Soldaten zu allen Zeiten sind mit wehenden Fahnen auf die Schlachtfelder gezogen und immer im Glauben es ist notwendig und wie oft wurden sie für niedrige Absichten " verheizt". Das Umsehen ist schon ok. Leider bringt Begeisterung auch Blindheit in dieser Sache mit sich und so sehe ich eigentlich nur dann keine Notwendigkeit auch mal nach hinten zu schauen, wenn es sich um Legionäre, Landsknechte handelt.


krelle, marc, Ehli, Larissa, Klauspeter, 13.08.Sojus, Rostocker, Fred.S., thomas 48, Hauptmann und matzelmonier79-2 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#7

RE: Soldat-Sein

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 25.01.2020 18:12
von Zappel-EK-79-2 | 1.319 Beiträge | 6138 Punkte
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Das erinnert mich am ehesten an die hiesigen Antikriegsdemos (Irakkrieg), als ich mir ein Plakat gemacht hatte auf welchem stand "Komm GI und flieg nach Haus, Dein Feind der sitzt im Weißen Haus" welches von Pfarrer Führer mit einem dankbarem Kommentar zur Kenntnis nahm


-------------------------------
Grün ja grün war'n alle meine Streifen
-- Harbker EK-Zappel 79-2 --


13.08.Sojus, Rostocker, Ehli, Hauptmann, Klauspeter und matzelmonier79-2 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.01.2020 18:12 | nach oben springen

#8

RE: Soldat-Sein

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 25.01.2020 18:55
von Hanum83 | 11.344 Beiträge | 27511 Punkte
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Danke für den schönen Beitrag, vor allem für das Verlinkte, habe diese Erinnerungen noch nicht gekannt.
Mit dem nach hinten schauen das habe ich mir auch manchmal gedacht, also Soldaten sollten sich nicht immer nach vorne treiben lassen sondern eher den Typen der hinter ihnen rumbrüllt in den Lauf schauen lassen.
Aber leider, in der Regel geht es wohl nach vorn auf den "Feind".


Das einzige Grün dem ich etwas abgewinnen kann ist das Suppengrün, bei Rot nur dem Abendrot.
krelle hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.01.2020 18:56 | nach oben springen

#9

RE: Soldat-Sein

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 25.01.2020 19:35
von Ehli | 5.293 Beiträge | 35308 Punkte
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zu Beitrag #1,Krelle,für das Einstellen deines "Links" bedanke ich mich ganz herzlich.
Auch weil Dein Hund und mein Hund,die selben Namen hatten.
Danke Ehli


„Der Staatshaushalt muss ausgeglichen sein. Die öffentlichen Schulden müssen verringert werden. Die Arroganz der Behörden muss gemäßigt und kontrolliert werden. Die Zahlungen an ausländische Regierungen müssen reduziert werden, wenn der Staat nicht Bankrott gehen will.“
Marcus Tullius Cicero
krelle hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.01.2020 19:38 | nach oben springen

#10

RE: Soldat-Sein

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 25.01.2020 19:45
von krelle | 529 Beiträge | 11835 Punkte
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Zitat von Klauspeter im Beitrag #4
Mit Einschränkungen gefällt mir der Eingangsbeitrag.
Mit der Schlußbemerkung komme ich nicht so ganz klar.

User Krelle schrieb:
"Ich wünschte mir, dass alle „Soldaten“ – bevor sie befehlsgemäß nach „vorne“ schreiten und den vermeintlichen „Feind“ attackieren – zunächst nach „hinten“ blicken. Könnte der wahre „Feind“ doch eben genau aus dieser Richtung auf das „Schlachtfeld“ blicken…? Es darf zumindest nicht ausgeschlossen werden!"

Ich weiss nicht, wie ich diese Aussage des Mitdiskutierers Krelle interpretieren soll.
Steht der "wahre Feind" im eigenen Land und könnte den nach vorne schreitenden Soldaten in den Rücken fallen - sozusagen den "Dolchstoß" versetzen? Das würde sehr
an Aussagen erinnern, die es zur Niederlage im ersten Weltkrieg gab, etwa in der Richtung, "der Feind steht im eigenen Land!", oder "unsere tapferen Soldaten wurden nicht auf dem Schlachtfeld besiegt, sondern durch den Dolchstoß in den Rücken!"

Ich hoffe sehr, dass ich die Ausage des Users @Krelle völlig falsch verstanden habe und er mir erklärt, wie seine Aussage gemeint war.

Gruß Klaus

Hallo Klaus!
Das was der LO-Fahrer in Beitrag #5 geschrieben hat, entspricht in etwa dessen, was ich ausdrücken wollte. Sorry, dass ich mich da vielleicht missverständlich geäußert habe.


Klauspeter hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.01.2020 19:46 | nach oben springen

#11

RE: Soldat-Sein

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 25.01.2020 22:09
von Ehli | 5.293 Beiträge | 35308 Punkte
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Krelle,ich komme noch mal auf deinen Beitrag 1 zurück.
Wie war es in unser Kinderzeit?
Mein Vater hat kaum darüber gesprochen.Er lebte in Sudetenland mit seinen Eltern und Geschwistern .Sie hatten dort ein Haus.Sein Vater war Schuster,er war Steuermann auf einer Elbzille und fuhr von Lobesitz bis nach Hamburg.Im Krieg hatte er es bis zum Obergefreiten geschafft,5 mal verwundet.
Nach 1945 aus den Land geprügelt und enteignet.Was man zum Teil mit den deutschen Nachbarn zum Teil gemacht hat,möchte ich hier nicht schreiben.
So nun zurück zu meiner Kindheit.
Wie war es damals 1958.Wir Kinder trafen uns auf der Strasse und dann ging es auf den Heller,Dresden.
Holzgewehre gab es natürlich auch.Suche nach Stahlhelmen und anderen Ausrüstungsgegenständen waren damals doch kein Problem.
Es wurde doch vieles noch entsorgt.Wenn ich heute sehe,was für Summen heute gezahlt werden,dann wäre ich heute reich.
So das wars erst mal,eventuell mal später mehr.
Ehli


„Der Staatshaushalt muss ausgeglichen sein. Die öffentlichen Schulden müssen verringert werden. Die Arroganz der Behörden muss gemäßigt und kontrolliert werden. Die Zahlungen an ausländische Regierungen müssen reduziert werden, wenn der Staat nicht Bankrott gehen will.“
Marcus Tullius Cicero
krelle, Hauptmann und Klauspeter haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#12

RE: Soldat-Sein

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 25.01.2020 22:29
von Hanum83 | 11.344 Beiträge | 27511 Punkte
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Ich glaub mein Vater fand die ganze Kacke die er durchmachen musste noch irgendwie geil, auch 10 Jahre Sibirien haben da nicht so recht geheilt.
Wenn wir auf unserem Hof mit dem Holzgewehr rumgerannt sind, hat er mir keine runtergehauen sondern moniert das wir uns besch...eiden bewegen würden.
Ich denke mal den Unterschied wie man etwas sieht in Sachen Krieg, macht ob man dazu einen Einberufungsbefehl bekommen, oder sich schon vor Kriegsbeginn elitären Männerorden angeschlossen hat.
So auf alten Bildern macht er rein optisch schon was her der junge Papa mit seiner schwarzen Uniform.


Das einzige Grün dem ich etwas abgewinnen kann ist das Suppengrün, bei Rot nur dem Abendrot.
krelle, Hauptmann, Ebro, der alte Grenzgänger und LO-Fahrer haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.01.2020 07:29 | nach oben springen

#13

RE: Soldat-Sein

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 26.01.2020 11:31
von DoreHolm | 11.814 Beiträge | 22172 Punkte
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Mein alter Herr hatte das Glück, in einer Transporteinheit gelandet zu sein. nach seinen Erzählungen und Memoieren hat er in den ganzen sechs Jahren (39 - 45) nicht mehr als wenige Schuss bei der Ausbildung abgegeben. Es war eine kleine Einheit von 17 Leute, dav. ein Uffz und ein Hauptmann. Transport von allem, was anfiel. Bomben, Muni, Ersatzteile, Verpflegung, medizinisches Material, Kleidung u.v.m. Feindberührung hatten sie wenige. Tieffliegerangriff beim Transport und beim Übersetzen von Sizilien nach Libyen (eines der Schiffe wurde versenkt) und später zurück.
Seine Einheit war ein "liberaler Haufen" wie er sich mal ausdrückte. Nichts mit Nazis am Hut, darauf bedacht, wieder gesund nach Hause zu kommen. Kam mal ein Neuer hinzu, der da stramme hitlersche Ansichten einführen wollte, wurde der ganz schnell an die Ostfront "weggelobt". Befreundet mit einer Einheimischen (1943 -Ende in Norwegen), deren Brüder im norwegischen Widerstand aktiv waren. Sie wollten ihn dafür werben. Dankend abgelehnt, er war kein Held. Ihm wurde sogar angeboten, ihn zusammen mit Freundin nach Schweden zu schleusen. Aber er war bereits in D erheiratet und befüchtete Repressionen für seine Frau und Angehörige. Dafür aber mannigfaltig mit lebenswichtigen Dingen aus dem Versorgungslager unterstützt. So wie er meinte, waren sie dadurch vor Partisanenüberfällen geschützt. Seine Freundin hatte er sogar nach als Kriegsgefangener und durfte als Fahrer des britischen Lagerkommandanten die erste Zeit sogar seine Pistole bei sich tragen. Sein Kamerad hatte seine Freundin nach der Entlassung mit nach D genommen. Die Ehe wurde aber nach knapp zehn Jahren geschieden und sie ging zurück nach Norwegen.
Er war immer stolz darauf, niemals auf einen anderen Menschen schießen zu müssen. Verboten hatte er aber den Umgang mit selbstgebauter Holzpistole aber nie.

Ergänzung: Mein Vater hatte vom Elternhaus eine sozialdemokratische Gesinnung mitbekommen. Beide Eltern hatten Funktionen in der Ortsorganisation (Guben).


krelle und Hauptmann haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.01.2020 17:05 | nach oben springen



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