Verlorene Kulturgüter im Eichsfeld 1945 bis 1989

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13.09.2019 10:02
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#31
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Nur mal ein kleiner Hinweis am Rande (hat nichts direkt mit dem Thema zu tun):

Die Überschrift des Threads ist, soweit es das Verb "geschliffen" anbelangt falsch.

Zur Erläuterung:

Das Verb schleifen im Sinne von "glatt oder scharf machen" wird unregelmäßig gebeugt: schleifen, schliff, geschliffen; er schliff die Sense; das Messer wurde geschliffen; ein geschliffener Diamant.

Das Verb schleifen in der Bedeutung "einebnen" wird hingegen regelmäßig gebeugt: schleifen, schleifte, geschleift; die Römer schleiften die Befestigungsanlage; die Mauern der Stadt wurden geschleift.

Auch "schleifen" im Sinne von "hinter sich herziehen" wird regelmäßig gebeugt: Der Mörder schleifte sein Opfer bis zur Brücke; ich habe den Koffer die ganze Strecke hinter mir her geschleift.


Es wundert mich, dass der Sprachpapst Grenzläufer nicht darüber gestolpert ist - schliesslich geriert er sich hier zunehmend als Zwerg Allwissend.

Hat wie gesagt nichts mit dem Thema zu tun, aber zumindest sollten Deutsche deutsch können...


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13.09.2019 11:13 (zuletzt bearbeitet: 13.09.2019 11:26)
#32
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Hallo Grenzläufer,

bringen wir mal das Thema "Dörna" zu Ende.
Ich verwies in meiner Kommentar-Nr. 26 auf den Mitverschwörer GEORGE ATZERODT, was jedoch noch nicht alles von Dörna bezüglich des Attentats auf Präsident Lincoln war. So liest man weiter in dem Dörnaer-Gemeinde-Chroniktext:


"...Einem anderen Auswanderer, dessen familiäre Wurzeln ebenfalls in Dörna liegen, war es beschieden den guten Ruf Dörnas wiederherzustellen. Der Leichnam des durch J. W. Booth ermordeten Präsidenten Lincoln sollte nach Springfield überführt werden. Lincolns Witwe beauftragte den Präsidenten der damals größten Musikgesellschaft der USA, Professor Charles Balmer aus Saint Louis, dafür die Trauermusik zu komponieren. Professor Balmer galt zu der Zeit in allen US-Staaten als Künstler von höchstem Rang. Durch Auftritte mit seinen Philharmonikern finanzierte er während des Bürgerkrieges die medizinische Behandlung kranker und verwundeter Soldaten. Ein USA-Lexikon nennt ihn eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der amerikanischen Musikgeschichte. Er war bekannt als Virtuose, Komponist, Chor- und Orchesterleiter, Musikverleger und Präsident der Philharmonischen Gesellschaft der USA. Das Licht der Welt erblickte er aber in Mühlhausen, am 21. September 1817...

In Dörna ist die Familie Balmer in ununterbrochener Folge seit 1504 nachweisbar - jedoch entsprechend der Zeit in verschiedenen Schreibweisen (Baldemar, Balemar, Palmer, Balmar und Balmer). Der Zweig, aus dem Musikprofessor Charles Balmer stammt, wurde durch den am 20. April 1739 in Dörna getauften Johann Nicolaus Palmar gegründet, der später nach Mühlhausen verzog."

Und dazu als letztes von mir: Im Sommer vorigen Jahres nahm eine Familie Balmer aus den Staaten bezüglich einer Geschichtsrecherche in dieser Sache Kontakt zu dieser benannten Familie Balmer in Dörna auf. Man vereinbarte einen Besuchstermin und traf sich für einen Abend zum ausgiebigen Plausch.

Woher ich dies weiß, na weil ich mit meiner Frau zugegen war, sie ist eine gebürtige Balmer von dort...aber ab jetzt wird es privat.
(Quelle des Screenshot: https://www.doerna.de/)

1. Kompanie, MSR 3, Soldat, Gefreiter


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09.02.2021 16:36 (zuletzt bearbeitet: 09.02.2021 17:17)
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#33
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Will das Thema mal aus dem Winterschlaf wecken, da diese Sauereien auch in anderen Regionen durchgeführt wurden.
Für jemanden, dessen Familie nie über Generationen hinweg einen solchen Familienbesitz bewirtschaftet und erwirtschaftet hat ist es bestimmt etwas schwerer sich in die Lage der Opfer hinein zu versetzen.

Vor einigen Monaten kam mal ein Bericht über die Zeit und da sagte einer der beteiligten "Umzugshelfer" sinngemäß, dass die Aktionen doch alle rechtmäßig und richtig gewesen wären.

Ja wenn man seine Jugendsünden nicht erkennen will, dann behauptet man eben, dass es keine gab.

Uli


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09.02.2021 16:45
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#34
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Hier eine weitere" Liste der Schande" die zu Denken gibt.

Folgende Dörfer, Ortschaften und Siedlungen wurden zu DDR-Zeiten zerstört und abgetragen, nachdem ihre Einwohner vertrieben worden waren. Es handelt sich hierbei nur um eine Auflistung ohne Anspruch auf Vollständigkeit
Darin nicht enthalten sind einzelne bewohnte Häuser und Bauerngehöfte z. B. Gereuthshof oder die Birxer Mühle und viele andere Einzelobjekte:

Bardowieck, Kreis Grevesmühlen
Billmuthausen, Kreis Hildburghausen
Broda, Kreis Ludwigslust
Dornholz, Kreis Schleiz
Erlebach, Kreis Hildburghausen
Grabenstedt, Kreis Salzwedel
Hammerleithen, Kreis Plauen
Heiligenroda, Kreis Bad Salzungen
Jahrsau, Kreis Salzwedel
Kaulsroth, Kreis Sonneberg
Korberoth, Kreis Sonneberg
Lankow, Kreis Schönberg
Leitenhausen, Kreis Hildburghausen
Lenschow, Kreis Grevesmühlen
Liebau, Kreis Sonneberg
Lieps, Kreis Hagenow
Neuhof, Kreis Gadebusch
Neu Gallin, Kreis Hagenow
Niederndorf, Kreis Bad Salzungen
Ruppers, Kreis Meiningen
Schmerbach, Kreis Meiningen
Schwenge, Kreis Bad Salzungen
Stöckigt (nur Ortsteil), Kreis Plauen
Stresow, Kreis Salzwedel
Vockfey bei Neuhaus, Kreis Hagenow
Wehningen (nur Ortsteil), Kreis Ludwigslust
Zarrentin-Strangen, Kreis Hagenow

Allein bei dieser unvollständigen Liste kommt man auf mindestens ca. 7000 betroffene zwangsumgesiedelte und vertriebene Menschen aus dem Grenzgebiet ohne Hinzurechnung der Vertriebenen aus dem Grenzgebiet im Rahmen der Aktionen „Ungeziefer“ und „Kornblume“.


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11.02.2021 21:45 (zuletzt bearbeitet: 12.02.2021 12:49)
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14.02.2021 14:39
#36
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Davon hat man aber erst Na h dem Fall der Mauer erfahren


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14.02.2021 16:45 (zuletzt bearbeitet: 14.02.2021 17:13)
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#37
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Zitat von Jens-uwe Husse im Beitrag #36
Davon hat man aber erst Na h dem Fall der Mauer erfahren


@Jens-uwe Husse

Viele haben die Details erst nach der Wende erfahren, aber ganz so unbekannt waren die Aktionen nicht. Ich kannte drei ausgewiesene Familien schon in den 60 iger Jahren.

Die Reste einiger Objekte habe ich während meines GWD kennen gelernt und auch Gespräche mit Zeitzeugen geführt.

Einige streiten die Tatsachen heute noch ab, weil sie nicht ins Denkschema passen.

Uli


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14.02.2021 17:19 (zuletzt bearbeitet: 14.02.2021 21:53)
#38
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Nu die Aussiedlungsaktionen (Schwerpunkte 1952 und 1961) aus dem Grenzgebiet waren im Westen bekannt. Es kamen ja einige noch im Vorfeld, da gewarnt, in den Westen.
Und auch danach gab es entsprechenden Informationen.
Die Massnahmen zogen sich vereinzelt bis in die 80er Jahre hin.

Im Laufe der Zeit verlor das Thema in der großen Öffentlichkeit seine Aktualität.
In den Grenzinformationsstellen der Bundesrepublik war es bis Ende 1989 immer ein Thema. Zumal ja manche Aktionen auf Film und Foto festgehalten waren und damit auch den Weg in die entsprechenden Filme der Grenzinformationsstellen fand.

"Mobility, Vigilance, Justice"


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22.11.2021 22:56 (zuletzt bearbeitet: 20.12.2021 05:34)
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23.11.2021 08:33
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#40
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Diese Kapelle steht unmittelbar am Kolonnenweg oberhalb von Kella und durfte jahrelang nicht benutzt werden. Sie wurde aber 1990 sorgfältig saniert.

Uli


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23.11.2021 17:35 (zuletzt bearbeitet: 23.11.2021 22:23)
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23.11.2021 17:38 (zuletzt bearbeitet: 20.12.2021 05:35)
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23.11.2021 17:40 (zuletzt bearbeitet: 23.11.2021 18:31)
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@Fall 80 , gut das es Menschen wie wir gibt die nicht alles Essen was sie vorgesetzt bekommen Wo kämen wir dahin anderen das Feld zu überlassen Freue mich sehr über die eingestellten Gemälde eine echte Bereicherung.


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23.11.2021 17:40 (zuletzt bearbeitet: 23.11.2021 17:44)
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#44
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geht nicht


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23.11.2021 17:51
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#45
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@Fall 80 versuch es mal nach meinen Hinweis 800 oder 900.


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