Achtung Freund hört mit ... und sei es den "Feindsender"

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31.08.2019 23:14
avatar  Gert
#76
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Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #71
Zitat von passport im Beitrag #67

Wurden bei der Zollkontrolle Zeitschriften oder Literatur die auf dem Index standen gefunden wurden diese dem Reisenden abgenommen
und ein Protokoll angefertigt.

Welche Druckschriften standen denn nicht auf dem Index? Gab es solche denn überhaupt? Möglicherweise die Zeitung der KPD oder der
SEW, wie dieser Verein sich in West-Berlin nannte. Einen DDR-Bekannten konfiszierten die DDR-Grenzorgane an der CSSR-Grenze sogar
den Autoatlas aus westlicher Produktion, den ich ihm geschenkt hatte

Das Protokoll bekam aber der Reisende nicht zu sehen. Als man mir einen Autokatalog abgenommen hatte, geschah das ziemlich formlos.
Der wanderte auch nicht in diese Blechkiste, sondern die konfiszierende Zollmitarbeiterin begab sich damit spornstreichs in das Gebäude.
Da diese Beschlagnahme mitten in der Nacht stattfand, ich war der einzige Gast am Übergang, konnte ich die Freudenrufe ihrer Kollegen
nicht überhören. Sie galten aber wohl nicht mir, sondern eher der Beute ihrer Kollegin.

Die Ausfuhr von Büchern aus der DDR war aber erlaubt. Als mich ein DDR-Zöllner bei der Ausreise fragte, ob ich mich für DDR-Politiker
interessiere, weil er bei de PKW-Kontrolle die Honecker Biografie im Kofferraum entdeckte, antwortete ich ihm: "Eigentlich nicht, aber ich
bekämpfe damit mein Heimweh nach meiner Geburtsstadt Dresden!"


Ich fuhr verwandtschaftsbedingt oft in die CSSR, am Grenzübergang Waidhaus/Rozvadov im bayr. Wald lernte ich sehr schnell welche Tricks
die Zollkontrolle sehr beschleunigten. Versandhauskataloge aus neuester Produktion hat die tschechischen Zöllner fast blind gemacht.
Wir sagten dann auf tschechisch : my mame darky ( wir haben Geschenke), denn er fragte nach "darky" zu deutsch Geschenke
und das war das Zauberwort . Unsere Antwort "ano" (ja) und ein Versandhauskatalog wechselte den Besitzer. Sie waren empfänglich für
solche Dinge, auch waren die tschechischen Grenzer nicht solche preußischen , verkrampften Figuren wiePKE und Zoll an der DDR Grenze.
Es ging wesentlich etspannter dort zu.

Stil ist nicht das Ende des Besens.

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31.08.2019 23:27
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#77
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Zitat von Gert im Beitrag #76

Sie waren empfänglich für solche Dinge, auch waren die tschechischen Grenzer nicht solche preußischen , verkrampften Figuren wie
PKE und Zoll an der DDR Grenze. Es ging wesentlich etspannter dort zu.

Ebenso wie die Grenzbediensteten in Polen, in Ungarn und den anderen Bruderländern..


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31.08.2019 23:37
avatar  vs1400
#78
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hmm @Gert und @Sperrbrecher , sind dass nicht eher aninimositäten?

gruß vs

04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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01.09.2019 01:57
#79
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preußischen , verkrampften Figuren wiePKE und Zoll an der DDR Grenze.

Ja @Gert , besonders preussisch in Thüringen und Sachsen Kenne ja noch Deine Behauptung das auf der Güst Wartha sächsisch gesprochen wurde. Als Erfurter kann man vermutlich Thüringisch und sächsisch nicht unterscheiden. Gelle Gert

Vielleicht liegt es an Wiki : Der Thüringische Dialekt oder Thüringisch ist ein Teil der thüringisch-obersächsischen Dialektgruppe, die zum Ostmitteldeutschen gehört.

Und wenn es mal wieder gegen DDR-Organe geht wird das übliche Klischee abgelassen. Wie der bekannte Film : Im Westen nichts Neues.

Auch der MDR hat in einer Doku (Von West nach West durch die DDR) behauptet das :

Abstecher zu Verwandten in der Nähe der Transitkorridore oder Treffen in der Nähe der Autobahnen waren dennoch nicht ungewöhnlich. Da wurde dem kontrollierenden Vertreter der DDR-Sicherheitsorgane schon mal ein DM-Schein in die Hand gedrückt. Für Transitreisende hatten diese kleinen Besuche den Vorteil, dass sie nicht dem Zwangsumtausch von 25 DM pro Tag zum Kurs 1:1 unterlagen.


Blöder geht,s nimmer

Einen habe ich noch aus dieser MDR-Doku





Eine weitere Erleichterung für Transitreisende von und nach Westberlin bestand darin, dass sie am Grenzübergang nicht mehr aussteigen mussten. An der Kontrollstelle Marienborn wurden die Pässe zur Kontrolle in diese Luke gegeben und sozusagen hinter den Kulissen ausgiebig geprüft



Diese Luke befanden sich im IK-Häusschen (sh. eigene Bilder). Diese diente dem Informationsaustausch oder bei Beanstandungen Person / Dokument die Rückgabe der Papiere in den Visaraum. Mehr nicht ! Das dort in der Abfertigungsspur noch ein PA-Häusschen mit Förderband befindet ist dem MDR-Team überhaupt nicht aufgefallen


passport


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01.09.2019 03:40
#80
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Es ging durch und durch preußisch zu und dein Einwand mit Thüringen passt nicht so ganz. Der Regierungsbezirk Erfurt war z.b. ein preußischer Regierungsbezirk. Erfurt, Suhl, Sömmerda, Mühlhausen oder Nordhausen gehörte genauso zu Preußen wie Magdeburg, Halle und auch die Weltstadt Marienborn.
So weit mir bekannt ist, wird in den ehemals preußischen Städten wie Delitzsch oder Torgau sächisch gesprochen. Der Dialekt ist definitiv kein Erkennungsmerkmal von Preußen. Du solltest dich geschichtlich etwas breit gefächerter informieren. @passport

Fakt ist, nirgendwo in Mitteleuropa waren die Grenzkontrollen so übertrieben und regelrecht irre wie an der innerdeutschen Grenze. So fanatisch benamen sich weder die Tschechen/Slowaken, Ungarn und schon gar nicht die Polen.
Preußisch verkrampft, ich stimme dem Gert selten zu aber hier hat er vollkommen recht.
In Wartha hatte man immer das Gefühl, es kontrollieren die orthodox-gläubigen Genossen nicht 100%ig sondern immer 110%ig.


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01.09.2019 04:42 (zuletzt bearbeitet: 01.09.2019 16:18)
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#81
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Zitat von vs1400 im Beitrag #78
hmm @Gert und @Sperrbrecher , sind dass nicht eher aninimositäten?

Was ist das?

oder meintest Du Animositäten , Das schreibt man, als Substantiv, übrigens groß.

Diese Animositäten erfuhr man als Reisender doch von vornherein von den Grenzbediensteten der DDR.
Das war jedenfalls ein Alleinstellungsmerkmal der DDR Grenzkontrolleure. In dieser Form erlebte man es
an keiner anderen Grenze .Zudem betraf es nicht nur die Reisenden aus der Bundesrepublik. Auch die
Besucher aus den sozialistischen Bruderländern beklagten sich häufig darüber.


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01.09.2019 09:09
avatar  Ebro
#82
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Woher weißt Du das, haben sich die Besucher aus den Bruderländern bei Dir beklagt?

ich werde nicht mehr diskutieren mit dummen Menschen, um meine Argumente zu erklären. Hat hier sowieso keinen Sinn. Ich werde lernen, diese Menschen zu meiden. Nichts ist wichtiger, als die persönliche Ausgeglichenheit im Alter


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01.09.2019 09:26
avatar  Gert
#83
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Zitat von Ebro im Beitrag #82
Woher weißt Du das, haben sich die Besucher aus den Bruderländern bei Dir beklagt?


@Ebro, die Reisenden aus soz. Ländern haben sich öfters in diesem Forum über die ungewöhnliche Grenzabfertigung Deiner Kollegen und der Zöllner z.B an den DDR-deutschen / tschechischen Grenzübergängen beklagt. Ich habe in den 9 Jahren einige Posts darüber gelesen. Die konnten nicht nur westlichen Reisenden schlechte Laune machen , sie praktizierten das auch an östlichen Reisenden.

Stil ist nicht das Ende des Besens.

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01.09.2019 09:27
avatar  B Man
#84
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Text im Museum Marienborn ( Sinngemäß )


Zitat
Die Grenzer waren geschult darin, den Reisenden egal ob aus Ost oder West den Aufenthalt dort so unangenehm wie möglich zu machen.



Was einem jeder bestätigt der mal da durch musste.

Und ja, die Schlesischen Spätaussiedler berichten das die Grenzkontrollen Anfang bis Mitte der 80er Jahre durch die DDR schlimmer waren wie alles was sie vorher bei ihren Ausreisebemühungen in Polen erlebt haben.

Gruss Andreas


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01.09.2019 13:15 (zuletzt bearbeitet: 01.09.2019 13:34)
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#85
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( gelöscht )

Zitat von Ebro im Beitrag #82
Woher weißt Du das, haben sich die Besucher aus den Bruderländern bei Dir beklagt?

Durch enge familiäre Beziehungen mit polnischen Staatsangehörigen und deren Erlebnissen mit den Grenzern und
Zöllnern der DDR, sowie meinen eigenen Erfahrungen war das immer wieder mal ein Thema in den Gesprächen.

Besonders ältere Personen, welche die deutsche Besetzung Polens zwischen 1939 und 1945 selbst erlebt hatten, fühlten
sich von den DDR-Grenzbediensteten, durch die Uniformierung und den gleichen rüden Umgangston, immer wieder an
diese Zeiten zurück erinnert.

Zumindest leistete das Auftreten der DDR-Grenzorgane und ihr Verhalten gegenüber den Reisenden keinen wesentlichen
Beitrag zur Aussöhnung zwischen Polen und Deutschen.


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01.09.2019 14:02 (zuletzt bearbeitet: 01.09.2019 19:43)
#86
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Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #81
Zitat von vs1400 im Beitrag #78
hmm @Gert und @Sperrbrecher , sind dass nicht eher aninimositäten?

Was ist das?

oder meintest Du Animositäten , Das schreibt man, als Substantiv, übrigens groß.

Diese Animositäten erfuhr man als Reisender doch von vornherein von den Grenzbediensteten der DDR.
Das war jedenfalls ein Alleinstellungsmerkmal der DDR Grenzkontrolleure. In dieser Form erfuhr man es
an keiner anderen Grenze .Zudem betraf es nicht nur die Reisenden aus der Bundesrepublik. Auch die
Besucher aus den sozialistischen Bruderländern beklagten sich häufig darüber.


Seit Ende der 1970iger Jahre, unterbrochen während des Kriegsrecht 1982/1983, gab es für die Polen eine zunehmend größere Reisefreiheit. Viele Polen kamen als Saisonarbeiter u.a. zur Spargelernte oder zur Weinlese in die Bundesrepublik. Ich (wir) hatte(n) einige kennen gelernt, teilweise sogar Akademiker.
Sie berichteten ständig von den Gehässigkeiten an der DDR-Grenze bei der Durchreise.


Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #85
Zitat von Ebro im Beitrag #82
Woher weißt Du das, haben sich die Besucher aus den Bruderländern bei Dir beklagt?

Durch enge familiäre Beziehungen mit polnischen Staatsangehörigen und deren Erlebnissen mit den Grenzern und
Zöllnern der DDR, sowie meinen eigenen Erfahrungen war das immer wieder mal ein Thema in den Gesprächen.

Besonders ältere Personen, welche die deutsche Besetzung Polens zwischen 1939 und 1945 selbst erlebt hatten, fühlten
sich von den DDR-Grenzbediensteten, durch die Uniformierung und den gleichen rüden Umgangston, immer wieder an
diese Zeiten zurück erinnert.

Zumindest leistete das Auftreten der DDR-Grenzorgane und ihr Verhalten gegenüber den Reisenden keinen wesentlichen
Beitrag zur Aussöhnung zwischen Polen und Deutschen.


Die Polen wussten es damals schon zu unterscheiden, zwischen Normaldeutschen und selbstherrlichen SED-Grenzkontrolleuren die in ihrer feudalen Machtvollkommenheit nach Gutsherrenart für Kontroll-Schikanen sorgten.


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01.09.2019 14:15 (zuletzt bearbeitet: 01.09.2019 14:39)
#87
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Zitat von Ebro im Beitrag #82
Woher weißt Du das, haben sich die Besucher aus den Bruderländern bei Dir beklagt?


Wer nie regelmäßig Grenzkontrollen an der innerdeutschen Grenze erlebt hat, sollte den Ball etwas flacher halten.
Eine Vielzahl von Polen kam natürlich mit unserer Bevölkerung in Kontakt, nicht wenige Heimatvertriebene hatten zudem durch die Reisen in ihre alte Heimat Bekanntschaften aufgebaut. So übernachteten in den 1980iger Jahren bei unseren Nachbarn, die ursprünglich aus Schlesien kamen, regelmäßig Polen.
Die Berichte von den Grenzschikanen deckten sich mit unseren Erlebnissen, waren aber teilweise noch drastischer.


Auszug, Spiegelartikel aus dem Jahr 1980:
>>>(...) Die Reichen fahren jedoch lieber individuell in den Westen, und die Nichtreichen genauso: 1979 waren es, nach amtlichen Angaben, 635 000; in diesem Jahr sollte ihre Zahl die Millionenmarke überschreiten. An erster Stelle der Beliebtheitsskala steht seit Jahren die Bundesrepublik. S.101
Die 31 Mitarbeiter in der Visa-Abteilung der bundesrepublikanischen Botschaft in Warschau müssen harte Arbeit leisten, um Tag für Tag bis zu 2000 Anfragen zu bearbeiten. 1979 gastierten im Wunderland am Rhein knapp 224 000 Bürger der Volksrepublik Polen, dieses Jahr sollten es über 300 000 sein. Wo nehmen sie das Reisegeld her?
Ein Teil kann auf die Spendierfreudigkeit reicher Onkel im Westen hoffen. Statistisch betrachtet könnte sich etwa jeder dritte Staatsbürger der Volksrepublik eines West-Onkels rühmen: Über 32 Länder verstreut, leben im Ausland rund zehn Millionen Polen, davon sechs bis sieben Millionen allein in den USA. Und viele von ihnen schicken regelmäßig Dollar-Beträge an ihre in der sozialistischen Mangelwirtschaft lebenden Verwandten. (...)<<<
https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14324169.html


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01.09.2019 20:14 (zuletzt bearbeitet: 01.09.2019 20:25)
#88
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Die Grenzer waren geschult darin, den Reisenden egal ob aus Ost oder West den Aufenthalt dort so unangenehm wie möglich zu machen.

@B Man ,

Habe im Zeitraum von 1975 bis 1990 viele Schulungen auf der Güst Marirnborn / A. mitgemacht. Aber so ein Unsinn wie der o.g. Text ist niemals auch nur ansatzweise erwähnt wurden. Ganz im Gegenteil. Es wurde Wert auf Höflichkeit und Korrektheit bei der Abfertigung des grenzüberschreitenden Verkehrs gelegt. Das war in der PKO Teil 1.1. genau festgelegt. Auch beim DDR-Zoll werden die selben Richtlinien gegolten haben.
Habe nach der Kehre mit einigen Berufskraftfahrer über die Abfertigung gesprochen. Keiner hatte etwas zu Beanstanden. Einhellig war die Meinung dieser Personen über die Abfertigung. Wer seine Reisedokumente, Reiseunterlagen, Frachtbriefe und Ladung ordnungsgemäß entsprechend seiner Abfertigungskategorie vorlegen konnte bekam auch keine Probleme.


@Sperrbrecher


Als man mir einen Autokatalog abgenommen hatte, geschah das ziemlich formlos.
Der wanderte auch nicht in diese Blechkiste, sondern die konfiszierende Zollmitarbeiterin begab sich damit spornstreichs in das Gebäude. Da diese Beschlagnahme mitten in der Nacht stattfand, ich war der einzige Gast am Übergang, konnte ich die Freudenrufe ihrer Kollegen nicht überhören. Sie galten aber wohl nicht mir, sondern eher der Beute ihrer Kollegin
.


Habe lange überlegt warum der Atlas eingezogen wurde. Diese standen nicht auf dem Index. Es kann vermutlich nur einen Grund gegeben haben. Dort war Europa noch in den Grenzen von 1937 eingezeichnet. Das galt in der DDR als konsequent antifaschistischer Staat als Revanchismus. Das wäre die einzigste Begründung über die Einziehung des Atlas. Und die "Beute" wird irgendwo im Schredder gelandet sein.



passport


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01.09.2019 20:50
avatar  icke46
#89
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Äh - irgendwie bin ich ja der Meinung, dass ein Autokatalog was anderes ist wie ein Autoatlas!?

Bringst Du da vielleicht was durcheinander?


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01.09.2019 20:53 (zuletzt bearbeitet: 01.09.2019 21:00)
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#90
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( gelöscht )

Zitat von passport im Beitrag #88

Habe lange überlegt warum der Atlas eingezogen wurde. Diese standen nicht auf dem Index. Es kann vermutlich nur einen Grund gegeben haben.
Dort war Europa noch in den Grenzen von 1937 eingezeichnet. Das galt in der DDR als konsequent antifaschistischer Staat als Revanchismus.

Diesen Gedanken hatte ich zunächst auch, aber das kann definitiv nicht der Grund gewesen sein, denn es war eine aktuelle Ausgabe von Anfang
oder Mitte der 80er Jahre, da waren die Grenzen korrekt eingezeichnet.

Möglicherweise hatte der Kontrolleur ein privates Interesse an dem Ding und hat es deshalb konfisziert. Das waren doch auch nur Menschen mit
Wünschen und Begehren. Welcher normale DDR-Bürger hätte es denn gewagt, sich über einen Grenzkontrolleur zu beschweren.

In meiner DDR Zeit habe ich mal gewagt, mich bei der Zollverwaltung über einen ihrer Mitarbeiter an der polnischen Grenze zu beschweren,
der mich zur Sau gemacht hatte, weil ich es gewagt hatte, mich nach irgendwelchen Zollgebühren zu erkundigen. Dafür wäre wohl im
DDR-Sprachgebrauch ein anderer Begriff nötig gewesen, der mir allerdings nicht geläufig war, deshalb hat der sich daran hochgezogen, mich
angeschrien und ist herumgetobt wie das HB-Männchen. Bis schließlich sein Kollege zu ihm sagte: "Nun krieg Dich mal wieder ein!"

Diese Beschwerde über das Benehmen des Kontrolleurs ging natürlich aus wie das Hornberger Schießen. Eine Antwort darauf habe ich nie
bekommen, dafür landete eine Kopie meiner Beschwerde in meiner Stasi-Akte.
Was allerdings erst nach der Wende bei der Akteneinsicht offenbar wurde.

Mein Bruder wurde bei einem geplanten Besuch in Polen von den DDR- Kontrolleuren zurück gewiesen, weil sein Geburtsort im Pass mit
dem deutschen Namen benannt war. In Polen hat das überhaupt niemanden interessiert. Die DDR-Grenzbediensteten waren päpstlicher
als der Papst. Das unterschied sie nach meiner Erfahrung von allen anderen Grenzkontrolleuren mit denen ich jemals zu tun hatte und das
waren, schon allein berufsbedingt im grenzüberschreitenden Speisewagenverkehr, eine ganze Menge.


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