Achtung Freund hört mit ... und sei es den "Feindsender"

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29.08.2019 16:27 (zuletzt bearbeitet: 29.08.2019 16:28)
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#46
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( gelöscht )

zum #44:
... aus Höflichkeit antworte ich nochmal ... ach, ja, die Gürtellinie und das Niveau .. eins ist hoch, das andere tief ... nur welches ?
Schönen Feierabend ...

Siggi

Edith hat den Bezug ergänzt ..


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29.08.2019 18:09 (zuletzt bearbeitet: 29.08.2019 18:16)
#47
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Grenzläufer #54:
Das Einführen von Druckerzeugnissen (wie den Spiegel) aus dem westlichen Ausland wurde ja auch nie untersagt.....zumindestens deiner Mutter nicht.
So warst du als BPO immer bestens informiert.
Sicherlich hast du auf den Parteiversammlungen zwischen 1977-1988 aktiv auf Spiegelartikel hingewiesen zumal der Spiegel auch öfters über die DDR berichtete. @DoreHolm

So waren die Parteiversammlungen grundsätzlich lebhafte politische Diskussionsveranstaltungen und bestimmt gab es noch den einen oder anderen Genossen der mit Artikeln aus dem stern, der faz oder der süddeutschen anstatt dem ND argumentierte.


So oft ist meine Mutter ja nun auch nicht gefahren. Wie eben bei rentnern üblich, 3 oder 4 x Jahr, maximal. Waren also nur Fragmente, die ich in die Hand bekam. An ein Titelbild kann ich mich noch in Einzelheiten erinnern "Atomminen an der Zonengrenze". Die Titelseite zeigte eine riesige Explosion mit viel Dreck und Rauch. Manchmal hatten auch unsere Bekannten aus Kassel (Betriebsratsvorsitzender in einem größeren Unternehmen und DKP-Mitglied), die uns so ein Mal/Jahr besuchten, den Spiegel u.a. (meist linke) Broschüren mit. Und dann gab es ja auch noch die TV-Sender und in EF gab es kein Problem, die sauber zu empfangen. Bei den abendlichen politischen Diskussionen bei deren Besuch zwischen ihnenn und meinem Vater (und später auch mir) ging es oft kontrovers zu. Er, der Theoretiker, was die angestrebte Gesellschaft betrifft, wir mehr die Praktiker, die sahen, welche Probleme damit verbunden waren.
Also was die Einfuhr betrifft, kenne ich das so, daß diese konfisziert wurden, wenn sie erwischt wurden, auch bei meiner Mutter. Aber so gründlich wurde da wohl bei einem Om´chen nicht nachgeschaut. Es ging immer gut.

Was die BPO-Versammlungen betrifft, lag meine Linie eher darin, keine theoretischen Phrasen zu dreschen, sondern die große Politik mit dem aktuellen Geschehen in unserer Firma und dem Alltag jedes Einzelnen zu verbinden. Ich weiß, daß auch die anderen Mitglieder Westsender schauten, so wie ich, und ich fand dabei nichts Verwerfliches. Daß diese nennenswert mit anderen Presseerzeugnisse argumentierten, ist mir nicht erinnerlich. Wird wohl so gewesen sein, daß ihre Elter oder Westverwandte mehr andere Dinge als "Propagandmaterial" mitbrachten. Meine Ansicht war damals ebenfalls, daß allseitige Informationen und andere Standpunkte den Verstand und Weitblick schärfen. Zweifel an der grundsätzlichen Richtigkeit der sozialistischen Gesellschaftsordnung hatte ich damals allerding nicht. Über die Art und Weise, ihre Praktizierung, klar, da gab es damals schon Meinungsunterschiede. Meist betraf das das ganze Gebiet der Ökonomie, dem m.E. wichtigsten Faktor, damit eine Gesellschaft dauerhaft funktioniert. UInsere BPO-Arbeit kann man wohl nicht ganz vergleichen mit der in Großbetrieben, in denen es einen Hauptamtlichen gab, der also dafür bezahlt wird und dann spielt auch noch eine Rolle, ist es ein Dogmatiker oder mehr Realist.


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29.08.2019 19:15
avatar  B Man
#48
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #5
was Du in den einschlägigen Links zu den Stickworten "psychologische Kriegführung, Zersetzung der Kampfmoral, Feindpropaganda u.s.w." findest.


Was hat den der NVA Soldat da gewöhnlich für Sender gehört ?

Hat ihm da der Thomas Gottschalk bei Bayern 3 erzählt er soll die Knarre nieder legen und nachhause gehen ?

Popmusik und Werbung.
Das lief im "Feindsender"

Gruss Andreas


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29.08.2019 19:21
avatar  R-363
#49
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Zitat von B Man im Beitrag #48
Zitat von DoreHolm im Beitrag #5
was Du in den einschlägigen Links zu den Stickworten "psychologische Kriegführung, Zersetzung der Kampfmoral, Feindpropaganda u.s.w." findest.


Was hat den der NVA Soldat da gewöhnlich für Sender gehört ?

Hat ihm da der Thomas Gottschalk bei Bayern 3 erzählt er soll die Knarre nieder legen und nachhause gehen ?

Popmusik und Werbung.
Das lief im "Feindsender"




Das war aber unseren Großkopfeten entweder nicht bekannt (was ich nicht so recht glaube) oder schlicht scheißegal. Da ging es um's Prinzip. Die waren ja der Meinung, dass es auf ideologischem Gebiet keine friedliche Koexistenz mit dem Imperialismus geben könne. Und Westmedien waren der Inbegriff für ideologische Diversion. Natürlich machten selbsternannten"sozialistischen" Staaten sowas nicht ...

Soldat vom 01.11.1971 bis 30.06.2006 StOFä (NVA) a.D.; StFw a.D.

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29.08.2019 20:02
#50
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Zitat von B Man im Beitrag #48
Zitat von DoreHolm im Beitrag #5
was Du in den einschlägigen Links zu den Stickworten "psychologische Kriegführung, Zersetzung der Kampfmoral, Feindpropaganda u.s.w." findest.


Was hat den der NVA Soldat da gewöhnlich für Sender gehört ?

Hat ihm da der Thomas Gottschalk bei Bayern 3 erzählt er soll die Knarre nieder legen und nachhause gehen ?
Popmusik und Werbung.
Das lief im "Feindsender"



Ich geb´s auf. Denk was Du willst, bleib bei deinem liebgewordenen Bild über die NVA, Westsender und sonstnochwas. Irgendwie fehlt bei manchem der Draht dafür, sich in für ihn unmögliche Situatione hineinzuversetzen.


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29.08.2019 20:28
avatar  B Man
#51
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #50
Irgendwie fehlt bei manchem der Draht dafür, sich in für ihn unmögliche Situatione hineinzuversetzen


äh
welche Situation ?

Das Alte Starköpfige Männer jungen Leuten verbieten Radio zu hören ?


Das man es trotzdem gemacht hat ist ja nun bekannt.

Gruss Andreas


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29.08.2019 21:04
avatar  mibau83
#52
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Zitat von B Man im Beitrag #48

Was hat den der NVA Soldat da gewöhnlich für Sender gehört ?

Hat ihm da der Thomas Gottschalk bei Bayern 3 erzählt er soll die Knarre nieder legen und nachhause gehen ?

Popmusik und Werbung.
Das lief im "Feindsender"



also beim grenzsoldaten zu bayern war das schon bayern 3, gottschalk am nachmittag im wechsel mit jauch und sabine sauer, so ist mir das noch in erinnerung.

man darf aber nicht vergessen, der user aus dem erfurter norden war mitte/ende der 60er an der grenze zu berlin.
das waren einfach andere zeiten! mitte/ende der 60er und anfang/mitte der 80er!

die führung in berlin (ost) war sowieso noch im klassenkampf der 20er und 30er jahre stehen geblieben.


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29.08.2019 21:20
#53
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Zitat von B Man im Beitrag #51
Zitat von DoreHolm im Beitrag #50
Irgendwie fehlt bei manchem der Draht dafür, sich in für ihn unmögliche Situatione hineinzuversetzen


äh
welche Situation ?

Das Alte Starköpfige Männer jungen Leuten verbieten Radio zu hören ?

Das man es trotzdem gemacht hat ist ja nun bekannt.


Ja, genau das ! Unvorstellbar


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29.08.2019 22:34
avatar  Gert
#54
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Zitat
. das hat ja schon fast Gert´sche Dimensionen .. geh mal davon aus, dass ich schon einiges verstehe




was erlaubst du dir ? Pinkel dich selbst ans Bein aber lass mich aus dem Spiel!

Stil ist nicht das Ende des Besens.

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30.08.2019 06:59
#55
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #20
habe ich gern auf die Berichte des Westfernsehens und der gelegentlichen Lektüre des "Spiegel" (brachte meine Mutter ab und zu mit) zurückgegriffen.


Wie hat deine Mutter denn den SPIEGEL über die Grenze gekriegt? Meine Rentner-Oma erzählte immer bei Rückkehr aus Westreisen, das (vorallem) die Frauen vom Zoll ziemlich "penibel" waren , um es mal vorsichtig auszudrücken.

Démerde-toi !


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30.08.2019 09:48 (zuletzt bearbeitet: 30.08.2019 09:52)
#56
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So gründlich gelöchert, wie sie es angestellt hatte, habe ich sie natürlich nicht. So wie ich mich erinnere, hat sie die Broschüren einfach im Koffer zwischen anderen Sachen deponiert. Mehr als weggenommen wäre auch nicht passiert. Mir war wichtig, daß ich sie lesen konnte. Damals war der "Spiegel" noch eine seriöse Zeitschrift mit viel Pro und Kontra auch zur Bundespolitik, SPD-nah würde ich fast sagen. Seit etlichen Jahren ist sie leider mehr in´s konservative Lager abgedriftet, so mein gefühlter Eindruck. Da unterscheidet sie sich kaum noch von "Focus" und "Stern".
Übrigens, Frauen beim Zoll habe ich auch in übelster Erinnerung, als ich mal zum Mineralientauschtag nach Prag fuhr. Aber da vermute ich nach der ganzen Prozedur, in der Art wie sie mich rausgefischt haben, daß wir in unserer Hobbyfachgruppe einen Zuträger hatten, der bestimmten Organen mitgeteilt hat, daß der Sammler XYZ dann und dann und mit dem Zug mit Mineralien nach Prag fährt.


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30.08.2019 09:50
avatar  Udo
#57
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Udo

Meine Oma hat solch Zeug, allerdings mehr Gala und Bunte, immer am Körper geschmuggelt.


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30.08.2019 09:57
#58
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Ich glaube weniger, daß meine Mutter das auf diese Weise versteckt hat. Leider kann ich sie nicht mehr dazu befragen. Wie so viele Fragen, die man später noch an seinen verstorbenen Eltern hätte, die aber erst danach so allmählich auftauchen. Leider. Aber unseren Kindern geht es ähnlich. Die wollen solche kleinen, jetzt als nebensächlich erscheinenden Ereignisse, gar nicht wissen. Das nervt nur. Ich versuche deshalb, daß in meinen Memoiren festzuhalten, auch wenn es unvollständig sein wird. Das liest sonst niemand mehr.


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30.08.2019 10:10
avatar  Gert
#59
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ich habe am Grenzübergang Wartha Autobahn mal selbst ein Filzaktion durch den Zoll erlebt. Hatte auch Zeitschriften an Bord, und ich habe sie im Kofferraum an der Seite zwischen dem Außenblech und einer innen angebrachten Verkleidung "eingebaut " , d.h. man konnte die Verkleidung(Formteil aus Kunststoff) etwas abziehen und die Zeitschriften dazwischen klemmen.
Ich muss mich wohl irgendwie verraten haben ( Nervosität oder unsichere Körpersprache ) er, der Zöllner hat mir den ganzen Wagen ausgeräumt auf eine Bank neben der Fahrspur abgelegt, und dann rannte er wie Rumpelstilzchen von vorne nach hinten und zurück- und fand nix. Diese ganze Prozedur spielte sich bei etwa - 13 C ab.
Danach habe ich nichts mehr geschmuggelt, es war mir die Sache nicht wert

Stil ist nicht das Ende des Besens.

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30.08.2019 13:52
avatar  GKUS64
#60
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Weil wir gerade bei Zeitschriften sind: (hatte das schon mal geschrieben, finde es aber nicht) , in Untersuhl, oberhalb der Bahnlinie (Gerstungen-Bebra) befand sich ein Beobachtungsbunker den wir tagsüber zu besetzen hatten. In der Nacht liefen wir dann an der Bahnlinie entlang und liefen auch manchmal (trotz Verbot) auf den Schienen entlang. Der Sinn dieser etwas leichtsinnigen Übung bestand darin, westliche Zeitschriften, die ängstliche Reisende vor ihrer Kontrolle in Gerstungen aus den Zugfenstern warfen, einzusammeln. Wir wurden da natürlich nicht immer fündig, beim Fund hatten wir aber, wie beim Pilze sammeln, ein kleines Glücksgefühl.
Für die Zeitschriften hatten wir in Bunkernähe ein Versteck angelegt, das dann auch nur, der von uns als zuverlässig eingestuften Wachablösung, verraten wurde.
Im Bunker wurde dann das "Literaturstudium" durchgeführt. Wachsamkeit war da natürlich geboten, nicht zur Grenze hin, sondern zur rückwärtigen Tür, die eventuell von einer sich angeschlichenen Kontrolle aufgerissen werden konnte.

Ja so war´s, die alten Grenzerleut...

MfG

GKUS64


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