Deutschland 949,5 hPa (Doku)

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27.07.2019 20:05
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#1
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Kennt schon jemand von euch diese Doku ?
Finde das sie gut gemacht ist.

Beschreibung:

Als im Oktober 1989 alle Augen auf die Großdemonstrationen in der DDR gerichtet waren, machte sich ein junges österreichisches Filmteam auf den Weg an die Innerdeutsche Grenze. Während überall der Sturm der Veränderung aufzog, war hier – an der Schnittstelle der beiden deutschen Staaten und der beiden ideologischen Blöcke – eine geradezu gespenstische Ruhe zu verspüren.

Das Team hat mit den dort lebenden und arbeitenden Menschen gesprochen, war mit bundesdeutschen Zöllnern auf der Elbe unterwegs, hat besondere Orte der Teilung besucht und wurde immer wieder von der Nationalen Volksarmee der DDR beobachtet und fotografiert.

Der Film, der ursprünglich den ganzen Verlauf der innerdeutschen Grenze ins Auge fasste und einen jahreszeitlichen Ablauf verfolgte, wurde so zu einem der letzten zeitgeschichtlichen Dokumente über ein Stück deutsch-deutscher Nachkriegsrealität am Vorabend des Mauerfalls.

Teil 1



Teil 2


Teil 3


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28.07.2019 12:36
avatar  Jörg
#2
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Super! Danke!
Fred , Teil zwei ist was für dich, vor allem am Ende.


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28.07.2019 17:26
avatar  PF75
#3
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sicherlich von Angehörigen der GT,NVA kam nicht an den Zaun.


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28.07.2019 17:45
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#4
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Interessant Teil 3 am Anfang bis 4:00. "Straße ED" mit Blick auf Ecklingerode, den Kutschenberg und Sandhügel. Eines Nachts, ich war am Postenpunkt direkt an der ehemaligen Straße,eingesetzt ein großen Wildwechsel von Wildschweinen. Wo die rüber sind weiß ich nicht mehr. 501 gab es schon keine mehr (die ersten 501 wurde bei Gerblingerode am Kindergarteneck kurz vor meinem HG abgebaut,


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29.07.2019 10:08
#5
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Vergleichsweise das Beste, was an Dokumentationen über diese unselige Grenze existiert.

Besonderes Wesensmerkmal ist der historische Orientierungsrahmen, der Betrachter wird nicht nur über die Grenzanlagen informiert,
was seinerzeit im Innern der DDR passierte, wird als historische Brisanz wie scheinbar nebensächlich wiedergegeben.

Am Ende steht der Offenbarungseid mit dem Debakel des Regimes.

Aussagekräftig zum Teil 2 der Kommentar bei Position 6:41

Zitat
Das Schürer Papier wird in Ost-Berlin veröffentlicht.

"Die Verschuldung im nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet ist seit 1971 gegenwärtig auf eine Höhe gestiegen, die die Zahlungsfähigkeit der DDR in Frage stellt."


Die Krisenanalyse des DDR-Chefplaners vom 30. Oktober 1989 besagt, dass die DDR so gut wie pleite ist.

Seit 13 Tagen ist Egon Krenz der neue SED-Generalsekretär, seit einer Woche auch Staatsratsvorsitzender.

Nun erhält er von Gerhard Schürer und vier anderen Ökonomen eine schonungslose Analyse der finanziellen und wirtschaftlichen Lage in der DDR.

Zitat von "DDR-Chefplaner Gerhard Schürer, >>Geheime Verschlusssache b5 – 1158/89"<<
Die "Geheime Verschlusssache b5 – 1158/89" zeigt detailliert auf, warum und wie stark die DDR überschuldet ist."

"Allein ein Stoppen der Verschuldung", so heißt es, "würde im Jahre 1990 eine Senkung des Lebensstandards um 25-30 Prozent erfordern
und die DDR unregierbar machen."

Zu den Ursachen der mangelhaften wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zählt für die Autoren der katastrophale Zustand der Produktionsanlagen.
Im Jargon des Papiers
:

"In bestimmten Bereichen der Volkswirtschaft sind die Ausrüstungen stark verschlissen, woraus sich ein überhöhter und
ökonomisch uneffektiver Instandhaltungs- und Reparaturbedarf ergibt.

Darin liegt auch eine Ursache, dass der Anteil der Beschäftigten mit manueller Tätigkeit in der Industrie seit 1980 nicht gesunken ist,
sondern mit 40 Prozent etwa gleichblieb."

Ernüchternd auch diese Feststellung:

"Die Leistungsentwicklung blieb hinter den Planzielstellungen zurück. Demgegenüber wurden die Ziele auf den Gebieten der Konsumtion,
des Wohnungsbaus und der Sozialpolitik übererfüllt."

Forderung nach Reformen

Um die DDR vor dem Untergang zu bewahren, fordern die fünf Fachleute
"eine grundsätzliche Änderung der Wirtschaftspolitik", verbunden
mit einer Wirtschaftsreform.

Dazu gehört auch "eine Umstrukturierung des Arbeitskräftepotentials", um "das Missverhältnis zwischen produktiven und unproduktiven Kräften
in der gesamten Wirtschaft und im Überbau zu beseitigen".

Im Klartext: Es gibt in der DDR viel zu viele Arbeitskräfte, die nicht zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen.

Deshalb fordern Schürer und seine vier Genossen einen "drastischen Abbau von Verwaltungs- und Bürokräften sowie hauptamtlich Tätiger
in gesellschaftlichen Organisationen und Einrichtungen".

Quelle : BPA (Presse und Informationsamt der Bundesregierung)

Die Dokumentationen sollte man gesehen haben:

Zugleich Pflichtlektüre für Bildungseinrichtungen, Schüler(rinnen) und Schüler, um sich mit deutscher Geschichte vertraut zu machen!

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"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner!
Erst Rentnerlehrling dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”
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29.07.2019 13:50
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#6
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Meiner Meinung nach ist diese Dokumentation mit eine der Besten, die ich bis jetzt über die innerdeutsche Grenze gesehen habe.


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29.07.2019 23:36
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#7
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( gelöscht )

Es ist nur sehr bedauerlich, daß der Filmemacher sein Projekt nicht einige Monate früher gestartet hat. Somit sind Aufnahmen aus dem südlichen Abschnitt leider nicht entstanden.
Gelungenes Projekt.

Hubsi


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30.07.2019 21:21 (zuletzt bearbeitet: 30.07.2019 21:34)
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#8
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( gelöscht )

sicherlich von Angehörigen der GT,NVA kam nicht an den Zaun.

Kamen auch bis an den Zaun. Z.B.: Pioniereinsätze.

Zu Teil 3. Geschmuggelt wurde schon ab 1945. Dazu brauchte es keine Währungsreform.


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31.07.2019 19:34 (zuletzt bearbeitet: 31.07.2019 19:34)
avatar  Gert
#9
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Zu den Ursachen der mangelhaften wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zählt für die Autoren der katastrophale Zustand der Produktionsanlagen.
Im Jargon des Papiers:

"In bestimmten Bereichen der Volkswirtschaft sind die Ausrüstungen stark verschlissen, woraus sich ein überhöhter und
ökonomisch uneffektiver Instandhaltungs- und Reparaturbedarf ergibt.



@IM Kressin
bist du da sicher ? als ich mal so etwas behauptete, wurde mir entgegnet: Neieieiein, der Hauptschuldige ist die Treuhand, die die hochmodernen Betriebe für einen Appel und ein Ei an die westdeutsche Konkurrenz verscherbelten. Was ist denn nun richtig, ha tSchürer recht oder die "Genossen "

Stil ist nicht das Ende des Besens.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Umgang mit Idioten!


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31.07.2019 19:38 (zuletzt bearbeitet: 31.07.2019 20:52)
avatar  Gert
#10
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Zitat von Thunderhorse im Beitrag #8
sicherlich von Angehörigen der GT,NVA kam nicht an den Zaun.

Kamen auch bis an den Zaun. Z.B.: Pioniereinsätze.

Zu Teil 3. Geschmuggelt wurde schon ab 1945. Dazu brauchte es keine Währungsreform.



stimmt, mein Vater war mit dabei, er berichtete am Anfang waren nur Russen als Kontrolle, die waren aber zufrieden, wenn die Schmuggler etwas mitbrachten z.B.ein Schnäpschen, ließ man alle wieder laufen. Da war noch kein GT , keine BGS und Zoll vorhanden. Er ging stets über Ellrich im Harz von Thr. nach Niedersachsen

Stil ist nicht das Ende des Besens.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Umgang mit Idioten!


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01.08.2019 08:21
#11
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Zitat von Gert im Beitrag #9
bist du da sicher ? als ich mal so etwas behauptete, wurde mir entgegnet: Neieieiein, der Hauptschuldige ist die Treuhand, die die hochmodernen Betriebe für einen Appel und ein Ei an die westdeutsche Konkurrenz verscherbelten. Was ist denn nun richtig, ha tSchürer recht oder die "Genossen "
Dein Betrachtungsansatz ist deckungsgleich mit der

Zitat
"Analyse der ökonomischen Lage der DDR mit Schlussfolgerungen"

umgangssprachlich auch als

Zitat
„Schürer-Papier“

bezeichnet.

Es besteht kein Widerspruch, es waren sogar richtige Genossen, die diese Auftragsarbeit für die neue Staats- und Parteiführung unter
dem Staatsratsvorsitzenden Egon Krenz mit Realitätssinn unverfälscht in ihrer Analyse aufs Papier brachten.

Gerhard Schürer, Chef der Zentralen Plankommission der DDR,

Edgar Most, stellvertretender Direktor der DDR-Staatsbank,

Gerhard Beil, Außenhandelsminister,

Alexander Schalck-Golodkowski, Devisenbeschaffer

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"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner!
Erst Rentnerlehrling dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”
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01.08.2019 11:29
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#12
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( gelöscht )

Zu #9

Es gab hochmodern, sogar mit westlichem know how,
und es gab Schrott.
Die Treuhand machte da keinen Unterschied, es galt die Devise : "Schnell muß es gehen, billig muß es sein, unliebsame Konkurrenz
muß weg". Es gab im Verlaufe des Treuhand - Unwesens dann sogar Massevorgaben was die Anzahl der Abwicklungen täglich betraf.
Sozusagen Konkurs nach Zeittakt.
Aber das alles kann man alles nachlesen, wenn man nur will.
Auch und sogar eine Frau Breuel, ihres Zeichens damals Cheffin dieser Abwicklungsanstalt, räumt heute Fehler der Treuhand ein.

Das glaubt man dann aber auch nur wenn man bereit ist, den alten Hass auf die böse "Zone" zeitweise hintenan zustellen.


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01.08.2019 12:06
avatar  Ebro
#13
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Stimmt, als Beispiel fällt mir der Betrieb MBZ in Zehdenick ein. (Mikroelektronik Bruno Baum Zehdenick).
Ich hatte während meiner Dienstzeit dort häufig zu tun. Neben normalen Isolierstoffen und Rohren aus Plastegranulat wurden dort Trägerstreifen für die computerindustrie gefertigt. (Chiphalter).
Dieser Betrieb wurde 1985 eröffnet unter Nutzung diverser Anlagen aus dem NSW für die Photosynthetische Herstellung dieser Trägerstreifen. Er gehörte zum Kombinat Mikroelektronik Erfurt.
Um dann später keine eventuelle Konkurrenz zu entsprechenden Betrieben in der BRD aufkommen zu lassen, war die Entwicklung immer im Blickfeld "neugieriger Augen".
Alle zwei Wochen kamen Monteure aus der BRD und Österreich, die auch Verbindungen zu den Geheimdiensten hatten, um sich ein Bild über den Fortgang der Entwicklung zu machen.(alles sicher genauer nachzulesen in der BSTU unter "OV Ungar".)
Aber bevor der äußerst korrupte Betriebsdirektor zur Verantwortung gezogen werden konnte, kam die Kehre...!
Er hat nämlich in die eigene Tasche gewirtschaftet, sich beim Besuch der Hannovermesse bestechen lassen für den Erwerb gewisser Anlagen und der DDR einen wirtschaftlichen Schaden von zig Millionen beschert.
Auch damit hat sich die böse Stasi rumgeschlagen.

ich werde nicht mehr diskutieren mit dummen Menschen, um meine Argumente zu erklären. Hat hier sowieso keinen Sinn. Ich werde lernen, diese Menschen zu meiden. Nichts ist wichtiger, als die persönliche Ausgeglichenheit im Alter


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01.08.2019 15:05
avatar  Gert
#14
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Zitat von Ebro im Beitrag #13
Er hat nämlich in die eigene Tasche gewirtschaftet, sich beim Besuch der Hannovermesse bestechen lassen für den Erwerb gewisser Anlagen und der DDR einen wirtschaftlichen Schaden von zig Millionen beschert.

Tja Pech gehabt, er hatte nicht den nötigen Klassenstandpunkt. Mit solchen Leuten wäret ihr niemals zur höchstentwickelten Gesellschaftsform, dem Kommunismus , gekommen. Dumm nur, davon liefen zu viele herum.lol

Stil ist nicht das Ende des Besens.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Umgang mit Idioten!


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01.08.2019 15:15
avatar  Gert
#15
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Zitat von Ebro im Beitrag #13
Stimmt, als Beispiel fällt mir der Betrieb MBZ in Zehdenick ein. (Mikroelektronik Bruno Baum Zehdenick).
Ich hatte während meiner Dienstzeit dort häufig zu tun. Neben normalen Isolierstoffen und Rohren aus Plastegranulat wurden dort Trägerstreifen für die computerindustrie gefertigt. (Chiphalter).
Dieser Betrieb wurde 1985 eröffnet unter Nutzung diverser Anlagen aus dem NSW für die Photosynthetische Herstellung dieser Trägerstreifen. Er gehörte zum Kombinat Mikroelektronik Erfurt.
Um dann später keine eventuelle Konkurrenz zu entsprechenden Betrieben in der BRD aufkommen zu lassen, war die Entwicklung immer im Blickfeld "neugieriger Augen".
Alle zwei Wochen kamen Monteure aus der BRD und Österreich, die auch Verbindungen zu den Geheimdiensten hatten, um sich ein Bild über den Fortgang der Entwicklung zu machen.(alles sicher genauer nachzulesen in der BSTU unter "OV Ungar".)
Aber bevor der äußerst korrupte Betriebsdirektor zur Verantwortung gezogen werden konnte, kam die Kehre...!
Er hat nämlich in die eigene Tasche gewirtschaftet, sich beim Besuch der Hannovermesse bestechen lassen für den Erwerb gewisser Anlagen und der DDR einen wirtschaftlichen Schaden von zig Millionen beschert.
Auch damit hat sich die böse Stasi rumgeschlagen.



@Ebro , ja solche Investments gab es. Mein eh. AG , die Hoechst AG, hatte in Leuna auch eine komplette PVC Fabrik hingestellt, mit Know how wie man gutes PVC Granulat herstellt.Bezahlung mit Ware, klappte wohl sehr gut wie ich hörte. Das PVC wurde dann von meinem AG vermarktet.
Aber die Anzahl solcher moderenen Betriebe war sehr begrenzt, allein darauf zurückzuführen, dass die DDR immer finanziell klamm war. Siehe Bezahlungsmodus PVC Fabrik, nicht unbedingt der gerade Weg. Viele Industrieen waren Schrott, abgenudelte Anlage aus den 30er und 40er Jahren, die nur noch mühsam in Betrieb gehalten wurden. Meine Ingenieurkollegen, erzählten mir wie altertümlich die Leunawerke doch arbeiteten, verfahrenstechnisch, auf dem Stand der eh.. IG Farben stehen geblieben ( Hoechst und Leuna waren ja mal eine Firma vor dem Krieg )

Stil ist nicht das Ende des Besens.
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