Unterm Strick

24.07.2019 13:07 (zuletzt bearbeitet: 24.07.2019 15:00)
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#1
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94

Unterm Strick! Diesen Begriff kennt wohl jeder wo's sich etwas mit der Sachsenmetropole auskennen mag. Gemeint ist die Kuppelhalle des Dresdner Hauptbahnhofs. Im Netz findet man einige Darstellungen wie dieser Begriff enstand. Eine Variante meint der Strick wäre bei Ausbesserungsarbeiten Anfang der 50iger Jahre 'vergessen' worden, andere meinen mit diesem Strick wäre bis in die sechziger Jahre eine Gaslampe bedient worden.
Hier nun meine Fragen an die Dresdner (und Dresden-Kenner) hier im Forum:

1. Gabs diesen Strick wirklich, ich konnte bis jetzt keine einziges Bilddokument auffinden.
2. Spätestens in den 70igern ist dieser Strick verschwunden wenn es ihn zuvor jemals gegeben haben sollte, die Frage ... warum?
3. Irgendeine Funktion muß der Strick ja mal gehabt haben, die Frage ... welche?

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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24.07.2019 14:26 (zuletzt bearbeitet: 24.07.2019 15:08)
avatar  chantre
#2
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Der Strick war ein Kabel, das in der Kuppelhalle hing. Mit diesem Kabel wurde eine Gaslaterne aus- bzw. eingeschaltet. Wann der der Strick abgebaut wurde, kann ich nicht mehr sagen, weil man ihn auch nicht mehr wahrnahm. Ich habe auf dem Hauptbahnhof gelernt und war von 1970 bis 1980 dort auch als Transportpolizist tätig.
Hier noch ein historisches Bild, gefunden bei www.sachsenschiene.de

[img][img]


Wenn man genau hinschaut oder anständig vergrößert kann man "den Strick" und die Gaslaterne unter der Kuppel erkennen.

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. Kurt Tucholsky
Weisheit hat Grenzen, Dummheit nicht. Stefan Rogal


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24.07.2019 14:56
avatar  GKUS64
#3
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Hallo @94 ,

Das Thema regte schon meine erotische Phantasie an und dann die Enttäuschung: es ging nur um einen banalen Strick. Ich wohne nun schon 75 Jahre in DD, habe den Strick aber nie gesehen. Meine Oma hat mir von dem Strick (vom Strich hätte die mir nie etwas erzählt!) erzählt und wenn ich mich recht erinnere , ist die Version vom @chantre somit die richtige.


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24.07.2019 15:04
avatar  94
#4
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94

Verdamm'ich, jetzt hab'ch mich doch tatsächlich beim Threadtitel vertan *verlegengrins*
Danke @GKUS, habs auch gleich mal berichtigt. Hoffentlich wird mir das nicht wieder als bösartiges Rumgepoppel an Themenüberschriften ausgelegt, na auch egal. Als Strich würde ja wohl eher der Russeneingang am Neustädter Baahnhof passen, aber ich komm vom Thema ab.

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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24.07.2019 18:20
avatar  andyman
#5
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Zitat von chantre im Beitrag #2
Der Strick war ein Kabel, das in der Kuppelhalle hing. Mit diesem Kabel wurde eine Gaslaterne aus- bzw. eingeschaltet. Wann der der Strick abgebaut wurde, kann ich nicht mehr sagen, weil man ihn auch nicht mehr wahrnahm. Ich habe auf dem Hauptbahnhof gelernt und war von 1970 bis 1980 dort auch als Transportpolizist tätig.
Hier noch ein historisches Bild, gefunden bei www.sachsenschiene.de

[img][img]


Wenn man genau hinschaut oder anständig vergrößert kann man "den Strick" und die Gaslaterne unter der Kuppel erkennen.




Auf dem Bild von @chantre sieht man die Gaslampe unter dem Durchgangsbogen linke Seite hängen.In der SZ https://www.saechsische.de/geheimnisse-i...of-3586637.html wird die Kuppel als der Ort der Gaslampe beschrieben,vielleicht gab es noch eine Lampe.Auszug von der Website der SZ.
Lgandyman

Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius


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24.07.2019 19:37
avatar  chantre
#6
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Also ich würde mal sagen, da handelt es sich nur um eine Täuschung aufgrund der Perspektive des Fotografen. Wenn Du an der feinen schwarzen Linie ein Lineal anlegst, triffst Du die Mitte der Kuppel.

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24.07.2019 19:43
avatar  andyman
#7
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Du hast völlig recht,ich habe nur die Lampe am Durchgangsbogen gesehen.Jetzt nach näherer Betrachtung hab ich die von der Kuppel erst entdeckt.Tschuldigung
Lgandyman

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20.08.2019 20:03
avatar  94
#8
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94

Ich stell die Frage mal hier, geht ja um Dresden. Bisher war ich der Meinung der Mordgrund wurde nach Kügelgen so benannt. Jetzt habe ich mal in die transkribierten Prozeßakten einen Blick werfen können und war erstaunt, das Toponym bestand seinerzeit schon. Weiß jemand der (Ex-)Dresdner hier im Forum wie der Mordgrund zu seinem Namen kam. Aber bitte keinen Verweis aufs Stadtwiki, die dort erwähnte Sage läßt sich erstmalig ein Jahr nach Kügelgens Ableben nachweisen.

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20.08.2019 21:00 (zuletzt bearbeitet: 20.08.2019 21:13)
avatar  Ehli
#9
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Thema;" Untern Strick",nun"Untern Strich".
Kenne ich nicht.
Eigentlich verweisen alle Eintragungen auf die Sage hin.
Noch ein Rat,einfach mal das Stadtmuseum Dresden anschreiben.

Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt.
Albert Einstein

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21.08.2019 07:43 (zuletzt bearbeitet: 21.08.2019 07:51)
avatar  chantre
#10
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@94 Vielleicht kann ich Dir wieder mal auf die Sprünge helfen. Kügelgen war einer von denen, neben Grässe u. a. die sich mit der Sage bzw Geschichte von Elsbeth von Clohmen und Benno von Birken befassten. Die Bezeichnung Mordgrund soll etwa 700 Jahre alt sein. Die früheste Erwähnung in der Literatur fand ich in einem Buch von 1821:
Katersprung von Berlin über Leipzig nach Dresden
Adolph von Schaden
https://books.google.de/books?id=VcFTAAA...clohmen&f=false

Wenn Du nicht alles lesen willst, dann schau bitte ab Seite 127. Aber der gesamte Inhalt ist auch interessant

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21.08.2019 13:02 (zuletzt bearbeitet: 21.08.2019 13:05)
avatar  94
#11
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94

Naja, das meine ich ja. Kügelgen wurde am 27.3.1820 vom Unterkanonier Fischer erschlagen. Und die Sage des Adolph von Schaden (in Katersprung ...) erschien erst über ein Jahr, im Mai 1821, später. Aber ich habe inzwischen eine triviale und damit auch weniger romantische Erklärung gefunden. Der Mordgrund hieß ursprünglich Markgrund, also Grenze oder auch Grenztal. 'Schuld' an der Umbennung ist die hochdeutsche Lautverschiebung. Die Sage wurde dann nach der Ermordung Kügelgens im anfangenden 19. Jhd., dem romantischen Zeitalter, nachgeliefert.

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23.08.2019 22:30
avatar  coff
#12
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Zitat von 94 im Beitrag #11
Naja, das meine ich ja. Kügelgen wurde am 27.3.1820 vom Unterkanonier Fischer erschlagen.


nö - von Kaltofen

http://eblox.bplaced.net/gerhard-von-kugelgens-ermordung/

"Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muß die Gegend verlassen, wo sie gelten." ( Johann Wolfgang von Goethe )


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23.08.2019 22:39 (zuletzt bearbeitet: 23.08.2019 22:47)
avatar  Ehli
#13
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27.08.2019 13:48
avatar  94
#14
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94

Stimmt, der Kaltofen wars ... zumindest laut Urteil. Auf den Fischer fiel 'nur' der Anfangsverdacht, wurde aber später entkräftet.
Da hatte ich wohl was verwechselt *verlegenes_grins*

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