Stintenburg im Schaalsee

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28.08.2019 17:12 (zuletzt bearbeitet: 28.08.2019 17:30)
#91
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Moin, es ist vielleicht mal nicht ganz uninteressant zu erfahren, wem das Areal der späteren "Aufklärerschule Stintenburg" vor 1945 gehörte, und welche Prominenten dort so verkehrten.

Hierzu ein Zeitungsartikel des "Nordkurier" vom 26.08.2019



gruß h.


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26.09.2019 18:55
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#92
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Nach einigem Zögern habe ich mir jetzt auch das „Stintenburg-Büchlein“ von Wolf Karge besorgt, gelesen und habe auch die eine oder andere Anmerkung, die mglw. gerade für die handelnden Kräfte auf WB’er Seite bzw. an der „grünen Grenze“ interessant sind.

Auf S. 62 schreibt der Autor von vom MfS geführten Grenzaufklärern, die ggü. den strukturmäßigen GAK der GT vermeintlich weiterführende Rechte hatten und über eine weitaus umfassendere und qualitativ hochwertigere Ausrüstung verfügten. Sie sollen unangemeldet im Handlungsraum erschienen sein und konnten die Türen im Grenzzaun bzw. der Grenzmauer aufschließen.

Ich kann natürlich wieder nur für den Bereich und die Zeit sprechen, in der ich selbst dabei war (Berliner Grenze, 1983-1990), allerdings waren nach meinem Kenntnisstand die Strukturen des MfS/HA I an der Berliner und der Westgrenze gleich.

Es hat sie nicht gegeben, die Grenzaufklärer des MfS und mich würde echt interessieren wie der BGS damals in der Lage war, diese als solche zu identifizieren,
Es gab allerdings in jedem Grenzregiment eine UA Aufklärung in deren Zuständigkeitsbereich auch das dem jeweiligen Grenzabschnitt gegenüberliegende Territorium der BRD/WB fiel. Die MA der UA Aufklärung begingen regelmäßig das Grenzvorfeld, wobei wir uns wie jeder andere auch über den OpD des GR im entsprechenden Abschnitt anzumelden hatten. Genauso anzumelden war das Passieren des letzten Sperrelements wobei wimre die Schlüssel für die Türen in der Mauer und den Grenzzäune bei den GT lagen. Wenn wir an die Grenze gingen, hatten wir stets Fototechnik, auch mit Tele-Technik dabei und wir machten uns auch häufiger einen Spass daraus, irgendwelche kleine Kisten mit Lederriemen mitzuführen, die aber reine Attrappen waren. An diesen Kisten war je nach betriebenen Aufwand das eine oder andere was man ausziehen konnte, all das galt aber ausschließlich der Verwirrung der Gegenseite. Für diese Kisten war in der Regel der Kraftfahrer zuständig und der hatte oft viel Zeit und eine blühende Phantasie.

Der letzte Satz des Autors, dass die GAK nicht zwingend in Stintenburg gewesen sein müssen stimmt dann aber wieder. Die MA der UA’en Aufklärung waren fast alle Absolventen der OHS der GT. An der Berliner Grenze kannte ich nur 2 MA, die den Weg über Stintenburg gingen.


andy


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26.09.2019 19:43
avatar  Ratze
#93
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Wenn es Dich beruhigt, wir im Norden hätten sicher keinen GAK in Zivil erkannt, wenn der durch Ratzeburg gegangen wäre. Leider! Wäre sicher interessant gewesen, aber wäre ja keine Straftat gewesen, wenn der bei Aldi eingekauft hätte.


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26.09.2019 21:09 (zuletzt bearbeitet: 26.09.2019 21:13)
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#94
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Zitat von andy im Beitrag #92
Nach einigem Zögern habe ich mir jetzt auch das „Stintenburg-Büchlein“ von Wolf Karge besorgt, gelesen und habe auch die eine oder andere Anmerkung, die mglw. gerade für die handelnden Kräfte auf WB’er Seite bzw. an der „grünen Grenze“ interessant sind.

Auf S. 62 schreibt der Autor von vom MfS geführten Grenzaufklärern, die ggü. den strukturmäßigen GAK der GT vermeintlich weiterführende Rechte hatten und über eine weitaus umfassendere und qualitativ hochwertigere Ausrüstung verfügten. Sie sollen unangemeldet im Handlungsraum erschienen sein und konnten die Türen im Grenzzaun bzw. der Grenzmauer aufschließen.

Ich kann natürlich wieder nur für den Bereich und die Zeit sprechen, in der ich selbst dabei war (Berliner Grenze, 1983-1990), allerdings waren nach meinem Kenntnisstand die Strukturen des MfS/HA I an der Berliner und der Westgrenze gleich.

Es hat sie nicht gegeben, die Grenzaufklärer des MfS und mich würde echt interessieren wie der BGS damals in der Lage war, diese als solche zu identifizieren,
Es gab allerdings in jedem Grenzregiment eine UA Aufklärung in deren Zuständigkeitsbereich auch das dem jeweiligen Grenzabschnitt gegenüberliegende Territorium der BRD/WB fiel. Die MA der UA Aufklärung begingen regelmäßig das Grenzvorfeld, wobei wir uns wie jeder andere auch über den OpD des GR im entsprechenden Abschnitt anzumelden hatten. Genauso anzumelden war das Passieren des letzten Sperrelements wobei wimre die Schlüssel für die Türen in der Mauer und den Grenzzäune bei den GT lagen. Wenn wir an die Grenze gingen, hatten wir stets Fototechnik, auch mit Tele-Technik dabei und wir machten uns auch häufiger einen Spass daraus, irgendwelche kleine Kisten mit Lederriemen mitzuführen, die aber reine Attrappen waren. An diesen Kisten war je nach betriebenen Aufwand das eine oder andere was man ausziehen konnte, all das galt aber ausschließlich der Verwirrung der Gegenseite. Für diese Kisten war in der Regel der Kraftfahrer zuständig und der hatte oft viel Zeit und eine blühende Phantasie.

Der letzte Satz des Autors, dass die GAK nicht zwingend in Stintenburg gewesen sein müssen stimmt dann aber wieder. Die MA der UA’en Aufklärung waren fast alle Absolventen der OHS der GT. An der Berliner Grenze kannte ich nur 2 MA, die den Weg über Stintenburg gingen.


andy


Schau mal auf die Fußzeile, 189.
Der Autor hat sich Fotos angeschaut und mit anderen Infos aus dem Ihm zur Verfügung stehenden Unterlagen, anscheinend seine Schlüsse gezogen.

P.S.: Richtmikrofone kamen an der Westgrenze ab und an zum Einsatz. Ebenso neben der Fototechnik, aber eher selten vorne am Grenzverlauf, Filmkameras.
Gab auch mal Filmaufnahmen von meist älteren Personen, in GT-Uniform, begleitet von ANgehörigen der GT, etc.. Diese fertigten Aufnahmen die dann in den Filmen der NVA
verwendet wurden.


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26.09.2019 21:29
avatar  Lutze
#95
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Zitat von Ratze im Beitrag #93
Wenn es Dich beruhigt, wir im Norden hätten sicher keinen GAK in Zivil erkannt, wenn der durch Ratzeburg gegangen wäre. Leider! Wäre sicher interessant gewesen, aber wäre ja keine Straftat gewesen, wenn der bei Aldi eingekauft hätte.


Vielleicht doch,einfach nach der Uhrzeit fragen
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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26.09.2019 22:23 (zuletzt bearbeitet: 26.09.2019 22:34)
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#96
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@Ratze

Wenn es Dich beruhigt, wir im Norden hätten sicher keinen GAK in Zivil erkannt, wenn der durch Ratzeburg gegangen wäre. Leider! Wäre sicher interessant gewesen, aber wäre ja keine Straftat gewesen, wenn der bei Aldi eingekauft hätte.


Irgendwie haben wir uns mißverstanden. Ein GAK der durch Ratzeburg zum Aldi gelaufen wäre, hätte vorher als fahnenflchtiger DDR-Grenzer in einer Eurer Dienststellen gesessen.

In meinem Beitrag ging es um die Aussage des Buchautoren, dass es MfS-geführte Grenzaufklärer gegeben haben soll - und diese gab es eben nicht.

Nichts anderes wollte ich sagen.


andy


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26.09.2019 22:26
avatar  Ratze
#97
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Sorry Missverständnis


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26.09.2019 22:33 (zuletzt bearbeitet: 30.09.2019 12:04)
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@Thunderhorse

Schau mal auf die Fußzeile, 189.
Der Autor hat sich Fotos angeschaut und mit anderen Infos aus dem Ihm zur Verfügung stehenden Unterlagen, anscheinend seine Schlüsse gezogen.


Ich habe die Fußzeile schon zur Kenntnis genommen und für meine Begriffe hätte der Autor seine Schlussfolgerungen auch als solche kennzeichnen müssen. Das hat er aber nicht sondern der Text liest sich für Aussenstehende so, als wenn er durch die angegebene Quelle belegt wäre.


P.S.: Richtmikrofone kamen an der Westgrenze ab und an zum Einsatz. Ebenso neben der Fototechnik, aber eher selten vorne am Grenzverlauf, Filmkameras.
Gab auch mal Filmaufnahmen von meist älteren Personen, in GT-Uniform, begleitet von ANgehörigen der GT, etc.. Diese fertigten Aufnahmen die dann in den Filmen der NVA
verwendet wurden.

Ach ja die Richtmikrofone. Der Autor erweckt auch diesbezglich den Eindruck, dass diese Technik bei uns zum Standart gehörte - da kann ich wirklich nur müde lächeln. Ich habe bis 1990 nie ein Richtmikrofon im Einsatz zu Gesicht bekommen was nicht bedeutet, dass es sie nicht gegeben hat. Einzelfälle mag es gegeben haben, die dürften sich aber im marginalen Bereich befinden. Funkgeräte hatten wir, das waren aber auch keine anderen als die durch Polizei usw. genutzten Geräte.
Aber eine Videokamera von Sony - die habe ich ca. 1987/88 tatsächlich in Aktion erleben dürfen, allerdings kam die auf Befehl des Kdr. GKM mit 90minütiger Verzögerung in Potsdam-Babelsberg zum Einsatz, hatte also nix mit dem MfS zu tun.




andy


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27.09.2019 00:24
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#99
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Ich bin der Überzeugung, dass die Öffentlichkeit aus einem durch Steuermittel im Jahre 2016 finanziertem Buch über das MfS schon eine gut recherchierte Wiedergabe der damaligen Realität erwarten kann.
Das konnte ich in dem vorliegendem Buch von Wolf Karge, zumindest was die Nutzung der Stintenburg durch das MfS angeht nicht feststellen. Das erinnert mich u.a. an die Publikation von Prof. Schroeder und Jochen Staadt zur geheimdienstlichen Bearbeitung der WB'er Polizei durch die HA I des MfS in den 70'er bis Ende der 80'er Jahre: schlecht bis offensichtlich oft gar nicht (nach)recherchiert.

Schnell verdientes Steuergeld?

In der vorliegenden Publikation des Herrn Karge wurde ich mit meinen Äusserungen hier im Forum als Zeitzeuge 6x zitiert. Mal abgesehen davon, dass mich niemals jemand nach meinem Einverständnis für diese Zitate gefragt hat, wurden diese Zitate offensichtlich ohne weitere Prüfung übernommen.
Ich stelle hier nicht einmal die Frage nach der Rechtmäßigkeit der Verwendung meiner Zitate - auf den Seiten 43 - 64 immerhin fast 70 Buchzeilen - nach meinem Verständnis sieht wissenschaftliche Tätigkeit/Recherche aber anders aus.

Streng genommen hätte ich im Forum ja auch absolute Unwahrheiten verbreiten können.

Den Autoren lagen bzw. liegen alle Archive des MfS zur Verfügung, das gab es in dieser Form noch nie und in absehbarer Zeit ist sicher nicht damit zu rechnen, dass Wissenschaftler (oder die, die sich dafür halten) nochmals auf eine solche historische Situation treffen.

Angesichts der bisherigen Publikationen habe ich allerdings den Eindruck, dass von diesen Möglichkeiten, vorsichtig formuliert nur sehr wenige genutzt werden.

Eine Ausnahme will ich dabei aber gerne machen: Das Handbuch des MfS erschien mir in dem durch mich nachvollziehbaren Bereich der HA I gut recherchiert.

Leider ist es im Netz, zumindest für mich nicht mehr auffindbar - ich bin aber auch kein Such-Profi.


andy


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