Vorstellung und Anliegen

16.06.2019 13:10
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#1
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Hallo zusammen!im Rahmen meines Forschungsprojekts am Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde der Universität Augsburg erforsche ich derzeit die Rezeption der DDR-Familienserie „Die Lindstedts“ (1976). Dabei wäre es für mich von Interesse, ob jemand in diesem Forum in der damaligen DDR die Serie gesehen hat oder sonst etwas über sie sagen kann.Falls ja, wäre ich euch sehr verbunden einen von mir erstellte Umfrage zu bearbeiten:)


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16.06.2019 13:30
#2
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Sei gegrüßt aber helfen kann ich dir nicht zu der Zeit war ich an der Grenze.
Nur das kann ich beisteuern. 🙋‍♂️
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Lindstedts?wprov=sfla1

=========================================
Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.
Konfuzius


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16.06.2019 14:37 (zuletzt bearbeitet: 17.06.2019 06:02)
#3
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Zitat von viz94 im Beitrag #1
Hallo zusammen!im Rahmen meines Forschungsprojekts am Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde der Universität Augsburg erforsche ich derzeit die Rezeption der DDR-Familienserie „Die Lindstedts“ (1976). Dabei wäre es für mich von Interesse, ob jemand in diesem Forum in der damaligen DDR die Serie gesehen hat oder sonst etwas über sie sagen kann.Falls ja, wäre ich euch sehr verbunden einen von mir erstellte Umfrage zu bearbeiten:)


Die waren hier schon mal Thema, Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ? (8)
Landwirtschaftsthemen spielten auch in anderen Serien der DDR eine Rolle, z. B. die Agrarflieger der „ Flugstaffel Meinicke“ oder der polnischen Produktion „ Die Bauern“, die als Serie im DDR – Fernsehen lief.
„Die Lindstedts“ habe ich als DVD gekauft,
In der Serie wurde das Alltagsleben der Bauernfamilie aus der Perspektive jedes einzelnen Familienmitglieds wieder gegeben, wobei jedem Mitglied eine Folge gewidmet war, das ging vom Opa (A. P. Hoffmann) der sich selbst einen Tag in die Schule eingeladen hatte um am Unterricht teilzunehmen, über die Zwänge der Bäuerin im neuen Kuhstall bis hin zu den Sorgen und Nöten der kleinen Pitti.
Alles in schwarz–weiß, das tat der schauspielerischen Qualität und Schlüssigkeit der Handlungen aber keinen Abbruch, eine schöne Erinnerung.
Vielleicht lege ich sie nochmal auf, um den Kindern diesen Alltag mal näher zu bringen, keine Angst....ohne anschließendes Parteilehrjahr...

Viele leben zu sehr in der Vergangenheit.
Aber die Vergangenheit soll ein Sprungbrett sein und kein Sofa.

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17.06.2019 13:32 (zuletzt bearbeitet: 17.06.2019 15:07)
#4
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Es gab noch einen weiteren prägenden Filmstoff zum Thema Landwirtschaft.
https://youtu.be/njG8LmfMb6s
Das Puppenheim von Pinnow thematisierte den Alltag junger Landwirte in ihrer Lehrzeit und wurde auch in der „Jungen Welt“ als Fortsetzungsroman publiziert.
Auch Bücher wie z. B. „ Daniel und Dagmar“ haben die Landwirtschaft im Hintergrund.
Filme wie „ Wege übers Land“ handelten die Gründung der Genossenschaften (LPG) ab, das spielte bei den Lindstedts nicht mehr die ganz große Rolle, wenngleich es im Hintergrund mit waberte, z. B. bei der Inbetriebnahme der neuen Schweinezuchtanlage mit der Familienmutter Lindstedt ( Helga Rauner) als Chefin im Stall.
Manchmal kommt einem der Gedanke, daß es selbst für solche einfachen Erwerbsbiografien die heutige, sozial kastrierte Gesellschaftsordnung gar keine Möglichkeit mehr geben würde, mangels notwendiger Netzwerke um Kinderbetreuung, Großfamilien, Busverkehre über Land u.v.a.m. mithin ein Überlegenheitskriterium des Sozialismus, zumindest aus meiner Sicht.
Bitte teile doch mal konkret mit, @viz94 , was genau zu erforschen ist....ein halbes Jahrhundert später.
Immerhin ist der Stoff Landwirtschaft auch in der Nachwendezeit immer mal die Vorlage für tiefgründige Reportagen gewesen, z. B. „Untergepflügt“ eine regionale Reportage über sogenannte Wiedereinrichter in der Nachbargemeinde Alberstedt.

Viele leben zu sehr in der Vergangenheit.
Aber die Vergangenheit soll ein Sprungbrett sein und kein Sofa.

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17.06.2019 15:49 (zuletzt bearbeitet: 17.06.2019 15:51)
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#5
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Also vordergründig wäre für mich von Interesse, wie bekannt die Serie "Die Lindstedts" in der DDR war. Außerdem die damalige Rezeption: warum hat man die Serie geschaut, war sie lediglich für Vertreter des landwirtschaftliche Milieus interessant? Wie wurde die schauspielerische Qualität bewertet und wurde sie als "Propaganda"-Sendung wahrgenommen? En Detail würde mich insbesondere der Blick auf Folge 7 ("Die Bauernhochzeit") interessieren: Ist der Ablauf einer ländlichen Hochzeit realistisch dargestellt oder war das ganze doch sehr fiktional ausgestaltet?

Zu guter Letzt: würden Sie sich die im heutigen TV-Programm wünschen und wenn ja, warum?


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05.07.2019 03:11
#6
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Zitat von viz94 im Beitrag #5
Also vordergründig wäre für mich von Interesse, wie bekannt die Serie "Die Lindstedts" in der DDR war. Außerdem die damalige Rezeption: warum hat man die Serie geschaut, war sie lediglich für Vertreter des landwirtschaftliche Milieus interessant? Wie wurde die schauspielerische Qualität bewertet und wurde sie als "Propaganda"-Sendung wahrgenommen? En Detail würde mich insbesondere der Blick auf Folge 7 ("Die Bauernhochzeit") interessieren: Ist der Ablauf einer ländlichen Hochzeit realistisch dargestellt oder war das ganze doch sehr fiktional ausgestaltet?

Zu guter Letzt: würden Sie sich die im heutigen TV-Programm wünschen und wenn ja, warum?


„Das halbe Dorf kommt“, so die Antwort der Mutter Lindstedt auf die Frage wer denn einzuladen sei– nun ja, allein schon festzulegen, welche Hälfte dann nicht gewünscht ist, wirft schon Fragen auf nach den Gründen pro und kontra.
Die Folge 7 hatte ich nunmehr in meinem Heimaturlaub angesehen und mußte mehr als einmal mit dem Kopf schütteln, u.a. auch als der Bräutigam den Postboten abfing um zu verhindern, daß so viele Leute mitfeiern sollten.
Einfach mal so ein Packen Briefe zu schnappen und so viele Missverständnisse und Anfeindungen mit der Nachbarschaft loszutreten halte ich für schlichtweg unrealistisch und übertrieben, da war die Freiheit der Regie wohl grenzenlos.
Was schon eher an der Realität heran kam waren die Schlachtefeste, die man am Tag der Hochzeit abhielt, wobei geschulte Helfer kein Problem wären und auch die Organisation war trotz Mangelwirtschaft eigentlich lösbar.
Meine Eltern heirateten übrigens auch an einem solchen Tag, wobei niemand von den zukünftigen Eheleuten Blut rühren oder Borsten abkratzen mußte, so zumindest die Überlieferung von der Warte einer nicht– landwirtschaftlich verorteten Familie (Vater: Bergmann, Mutter: Köchin), typische Bauernhochzeiten habe ich selbst jedoch nie beigewohnt.
Daß die Eheleute Lindstedt sich dann auch noch während der Feier in die Flitterwochen mit dem geborgten Oberklassewagen davon stahlen und die Feier trotzdem weiter ging fand ich schon recht bemerkenswert, es war wohl eine Art Ausbruchsversuch des jungen Paares vor der Knebelung (?) des traditionellen Landlebens und seiner Sitten, so hab ich es zumindest gedeutet.
Im Gegensatz zur motorisierten Hochzeitskutsche und anderen Erfolgsserien war die kurze Serie aber eher etwas grau, wenngleich es wohltuend war, daß die Propaganda recht kurz kam, ich weiß gar nicht, ob das Wort „Genosse“ überhaupt mal irgendwo gefallen war.
Im Booklet war nachzulesen, daß die Entstehungszeit dieser Folgen bereits in die Phase des Tauwetters fiel, in dem die Filmschaffenden der DDR eine etwas längere Leine am Hals hatten..
Für alle, die bei einem Serienstart informiert werden möchten, dieser Tipp https://www.wunschliste.de/benachrichtig...s=3262&nd=1&u=f

Viele leben zu sehr in der Vergangenheit.
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