Kleines Haus mit Mast, was issn das ?

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26.04.2019 18:01
avatar  B Man
#1
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Moin

Bei meinem Grenzgeradel habe ich in der Rhön in Grenznähe 2 Häuschen mit einem Mast gefunden.

Das eine steht hier bei Birx:
https://goo.gl/maps/JtJ2n4mHpqcM2xfK9

das zweite bei Melpers am Waldrand



Sieht für mich aus wie eine Fernsehantenne ???

Gruss Andreas


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26.04.2019 19:11
avatar  mibau83
#2
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ddr-gemeinschaftantennenanlage aus den 80er jahren.


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26.04.2019 19:42
avatar  RalphT
#3
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Ich denke mal, dass diese Anlagen ausgedient haben. Nach der Umstellung auf DVB-T wurden ja auch viele Umsetzer abgeschaltet. Und wahrscheinlich haben jetzt viele Haushalte ihren Empfang über SAT, Kabelfernsehen direkt ins Haus und via Telefonkabel.

Wurden die Dinger eigentlich noch vor der Wende hochgezogen?


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26.04.2019 20:04
avatar  ( gelöscht )
#4
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( gelöscht )

In Tagewerben existiert die Antennegemeinschaft fort. Verkabelt waren sie schon, also reichte eine Schüssel. Die produzieren sogar eigenen Sendungen.


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26.04.2019 20:39
#5
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Antennengemeinschaft Flöha e.V.
Die Antennengemeinschaft Flöha e.V. besteht seit 1983 und versorgt in der ehemaligen Kreisstadt Flöha ihre Mitglieder mit Hörfunk- und TV-Signalen. Mit 5 Fernsehsendern haben wir begonnen. Die Empfangsanlagen und die Kabelverteileranlagen wurden immer auf den neuesten technischen Stand gehalten. Dadurch sind wir Heute in der Lage bis 862 MHz zu übertragen.
http://www.flo-ant.de/geschichte.htm

Es gibt einige der Antennengemeinschaften hier in der Gegend die aus DDR Zeiten stammen und bis heute aktiv sind...

Mein Erzgebirge,
hoch über dunklen Schächten lauscht deiner Halden wilde Einsamkeit.
Still raunen sie von guten Himmelsmächten,
von Berggeschrei aus längst vergangener Zeit.
(Edwin Bauersachs)


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26.04.2019 21:23
avatar  ( gelöscht )
#6
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( gelöscht )

Zitat von B Man im Beitrag #1
Moin

Bei meinem Grenzgeradel habe ich in der Rhön in Grenznähe 2 Häuschen mit einem Mast gefunden.

Das eine steht hier bei Birx:
https://goo.gl/maps/JtJ2n4mHpqcM2xfK9

das zweite bei Melpers am Waldrand



Sieht für mich aus wie eine Fernsehantenne ???


oh man da bist du ja fast an meiner Fluchtstelle vorbei gekommen, einige Hundert Meter nördlich Melpers. Erste Ortschaft in Bayern Oberfladungen ( bayr. Grenzpolizei)


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26.04.2019 22:15
avatar  B Man
#7
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Zitat von Gert im Beitrag #6
oh man da bist du ja fast an meiner Fluchtstelle vorbei gekommen, einige Hundert Meter nördlich Melpers

Das Böse ist immer und überall

Eigentlich habe ich da die Russen im Wald gesucht und auch gefunden.

Die Gemeinschaftsantenne befindet sich direkt oberhalb der Sowjetischen Stellung.

Gruss Andreas


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27.04.2019 06:39
avatar  RalphT
#8
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Zitat von buschgespenst im Beitrag #5
Die Antennengemeinschaft Flöha e.V. besteht seit 1983 und versorgt in der ehemaligen Kreisstadt Flöha ihre Mitglieder mit Hörfunk- und TV-Signalen. Mit 5 Fernsehsendern haben wir begonnen. Die Empfangsanlagen und die Kabelverteileranlagen wurden immer auf den neuesten technischen Stand gehalten.
Das hätte ich jetzt nicht gedacht, dass so manche Anlage weiterentwickelt wurde.

Aber das macht schon Sinn. Ich hatte vor kurzem gelesen, dass ein Bürgermeister für seine Gemeide ein neues Projekt aus dem Boden stampfen will. Hier geht es allerdings nur um das Internet. Wie ja viele von euch wissen, klappt das in Deutschland nicht überall mit dem schnellen Internet. Versprochen wurde viel, umgesetzt recht wenig. Angeblich hat Deutschland zuviel Wald!

Ein Bürgermeister einer Gemeinde hat vor das schnelle Internet per Glasfaser direkt in seinen Ort legen zu lassen. Das geschieht in einer Privatinitative. Dazu muss das Kabel durch ein paar Wiesen gelegt werden. Bauern werden um Erlaubnis gebeten. Dafür bekommt jeder Bauer einen Anschluss umsonst. Alle anderen werden wie die o.g. Privatanlage normal abgerechnet. Und das Ganze kostet westentlich weniger, als wenn der rosarote Riese das übernehmen würde.

Eigentlich keine schlechte die Idee.


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27.04.2019 07:28
#9
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Zitat von B Man im Beitrag #7
Zitat von Gert im Beitrag #6
oh man da bist du ja fast an meiner Fluchtstelle vorbei gekommen, einige Hundert Meter nördlich Melpers

Das Böse ist immer und überall

Eigentlich habe ich da die Russen im Wald gesucht und auch gefunden.

Die Gemeinschaftsantenne befindet sich direkt oberhalb der Sowjetischen Stellung.


Hatte damit jedoch nichts zu tun.
Die Melpers wollten schon damals einen guten Fernsehempfang, genau wie die Birxer.

"Mobility, Vigilance, Justice"

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27.04.2019 08:30 (zuletzt bearbeitet: 27.04.2019 08:38)
avatar  josy95
#10
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Diese Gemeinschaftsantennenanlagen schossen ab etwa Mitte der 80-er überall dort wie Pilze aus dem Boden, wo der Empfang speziell von Westfernsehen schlecht war. Man begründete den behördlichen Antrag aber eher mit schlechtem Empfang von DDR- TV. Obwohl einige objekiv denkendere SED- Größen längst erkannt hatten, das man den Konsum von Westsendern nicht unterbinden konnte und auch eine gewisse Duldung auf diesem Sektor eingetreten war, gab es besonders unter den Hardlinern mancher SED-Provinzfürsten immer noch (offiziell nach Außen zumindest) strikte Gegener. Also musste schlechter Empfang von DDR- TV als schlagkräftige Begründung herhalten.

Der Empfang terristischer Atennensignale hängt ja bekanntlich von vielen Faktoren und Störquellen ab. Selbst das Wetter hat erheblichen Einfluß auf die Qualität des Signals. Oft wurden auch nur s. g. Spiegel- oder Reflektionsbilder empfangen, wo Berge, Gebäude, Bewuchs den direkten "Blick" zum Sender oder Verstärkungssender mehr oder weniger "im Wege" waren". Diese waren qualitativ besonders schlecht und um so störanfälliger. War besonders in Gebirgsregionen wie auch hier im Harz in Tallagen sehr ausgeprägt. Während das flache Land fast ausnahmslos guten Empfang von Ost- wie Westfernsehen hatte - es sei denn, man wohnte vom nächsten Sender oder Verstärker zu weit weg. So war es das Kuriosum z. Bsp.auf Rügen oder Usedom, das man eher dänische, schwedische oder polnische Sender empfangen konnte statt Westfernsehen Made in Deutschland. Der nächstgelegende Sender oder Verstärker für Rügen wäre m. Ea. wohl Westberlin gewesen.

Jedenfalls bekamen wir hier in den ungünstigen Lagen von Ilsenburg, aber auch Wernigerode und andere Orte im Harz besonders schlecht das DDR zweite Programm. Obwohl der Brocken als Verstärkersender fast vor der Haustür. Daher kam wohl auch der oft scherzhaft gemeinte Ausdruck "der/ die wohnen hinter dem Berg"... oder im "Tal der Ahnungslosen"..., "ARD = außer Raum Dresden".

ARD und DDR-1 waren hier auch nicht so von besonderer Qualität. Lediglich das ZDF und NDR waren von relativ guter Qualität. Änderte sich das Wetter, speziell im Winter, gab es Schnee oder verschwand dieser, ging das große und ziemlich nervige Atennenverstellen los. Auch wurden fast schon abenteuerliche Atenneneigenbauten verwendet oder tausend Tricks wie Alufolie um das Atennenkabel wickeln, um dann per Verschieben der Folie das Signal im Kabel zu beeinflussen... oooh weiha. Darf man gar nicht mehr dran denken!
Oder bei ganz klaren Hochdruckwetterlagen speziell im Winter, wenn es zu den s. g. Überreichweiten kam..., und plötzlich Sender in teils sehr guter Qualität zu empfangen waren, die man gar nicht kannte...

Kurioser Weise empfingen wir hier die Signale für ZDF und NDR 3 vom Verstärker Ülzen, zu dem über das Harzvorland keine natürlichen Hindernisse mehr den Empfang versperrten im Gegensatz zum Sender Torfhaus, genau so nah wie der Brocken. Vermutlich hat der Sender Ülzen auch ein sehr starkes Signal gesendet. Einzige Störquelle waren hier die Radaranlagen der Russen im Harzvorland, u. a. bei Heudeber. Deren schräg über den Bildschirm flimmernden Streifen, die man fast ständig auf dem Bildschirm hatte und viele noch in Erinnerung haben werden.

Jedenfalls Mitte der 80-er bildete sich hier auch eine Interessengemeinschaft für eine Gemeinschaftsantennenanlage. Der Eifer aller war so groß, das binnen weniger Monate von Genehmigungen bis über Aufbau des Atennenmastes und Erdkabelverlegung alles fertig war. Selbst die ortsansässigen VEB- Betriebe halfen mit Technik usw..
Was für das Westfernsehen, den pösen Feindsender nicht so alles gemacht wurde. Selbst von tapferen SED- (Vorteils-) Genossen!

Insider berichteten zu dem, das z.Bsp. fehlende elektrotechnische Bauteile wie Kabelverbinder, Klemmdosen vielfach nach der DDR- typischen Methode "SKET" beschafft wurden und es in vielen Betrieben zu Engpässen kam...



Ihr wißt nicht was SKET hieß, bedeutete?

Im Klartext die Abkürzung für: "Schwermaschinenbaukombinat Ernst Thälmann". Dieses DDR-Kombinat hatte seinen Hauptsitz in Magdeburg.

Der Volksmund sprach von:
S = sichten
K = klauen
E = einlagern
T = tauschen

Ein Schelm, wer Arges dabei denkt, hätte der alte Komödian Heinz Erhardt gesagt. Aber der kam ja bekanntlich aus dem Westen.

Und Erich Honnecker, der einst auch aus dem Westen kam, dann aber den Osten wie so einige seiner späteren Nachfolger platt machte, ausplünderte, ruinierte..., der sagte doch einst:
"Aus den volkseigenen DDR- Betrieben ist noch vielmehr herauszuholen...!"

In diesem Sinne, euch allen ein schönes Wochenende bei Kabel- oder Sateliten- TV!

josy95

Sorry, so ein paar kleine Schreibfehler ausgemerzt!

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...

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27.04.2019 08:49
#11
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In den Ort wo ich 5 Jahre im Harz gewohnt habe,gab es zwei solcher Antennenanlagen. Einmal für das Unterdorf und einmal für das Oberdorf. Entstanden sind sie durch viel Eigenregie, natürlich musste man sich auch an den Kosten beteildigen.


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27.04.2019 15:26 (zuletzt bearbeitet: 27.04.2019 15:27)
#12
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Diese Gemeinschaftsantennenanlagen wurden von den Empfängerhaushalten finanziert, zusätzlich waren Pflichstunden für das Verlegen der Kabel abzuleisten, die genau registriert wurden.
Da ging es durch Gärten und unter Straßen hindurch und kaum einer kannte später noch den Verlauf der Infrastruktur.
Unmittelbar nach der Wende gab es Querelen um die Betreiber, die im 1–2 Jahrestakt wechselten bis alles im Sande verlief.
Das Häuschen am Röblinger Goldfischteich steht heute noch inclusive Antennenmast, umstellt von ökologisch aufwachsenden Rindern eines Bauern aus dem Nachbardorf.


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27.04.2019 18:29
avatar  andyman
#13
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Einfach super dein Beitrag #10 @josy95 .
Hab ich nie gedacht das im Harz der Westempfang tw.problematisch war.
Lgandyman

Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius


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27.04.2019 19:34
avatar  RalphT
#14
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Ja @andyman das stimmte. Auch wenn man meint, dass Ilsenburg im Harz doch so nahe am Westsender Torfhaus liegt, muss der Sender doch mit einem "nassen Finger" zu empfangen sein. Leider liegt der Ort am Rande vom Harz recht weit unten und man hat einen riesen Berg vor sich zum Sender Torfhaus. Besser war es für die Bewohner die in der Magdeburger Börde wohnten. Da war praktisch eine Sichtverbindung zum Harz vorhanden.

Dazu muss man auch wissen, dass die Fernsehfrequenz vom ARD-Sender auf Kanal 10 war. Die Antennen dafür waren in der Breite noch realtiv handlich. Dafür war allerdings eine Sichtverbindung zum Sender erforderlich.

Anders war es damals in Bayern/Thüringen: Dort lief der ARD-Programm über den Sender Ochsenkopf, der auf Kanal 4 sendete. Hier war der Vorteil, dass die Frequenz wesentlich tiefer war, als die Sendefrequenz vom Harzer Sender.
Hier der Vorteil: Die Antenne konnte man auch notfalls in der Wohnung verbauen. Der Nachteil: Die benötigte Antenne dafür war wesentlich breiter und somit unhandlicher.
Zum Sender Ochsenkopf wurde auch eine kleine Zusatzschaltung notwendig: Der Russentod.

Hier eine kleine Geschichte dazu:
https://www.spiegel.de/einestages/kalter-krieg-ums-tv-a-949675.html


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27.04.2019 19:56
avatar  mibau83
#15
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am rennsteig auf über 800 m nn (nördlicher landkreis sonneberg) war der ard empfang vom sender kreuzberg in der rhön besser.
hier oben bekam man n3 aus dem harz, hr3 aus der rhön und br3 aus der nachbarschaft rein. bei überreichweiten sogar südwest3.


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