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#1

Ein Lübecker (Eichholzer) "Original"

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.04.2019 22:39
von krelle | 510 Beiträge | 11313 Punkte
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Angefügter Zeitungsbericht der Lübecker Nachrichten vom 23.09.1987 möchte an Herrn Friedrich Karl Sawatzki erinnern.
Auch ich als im Dienst befindlicher Angehöriger des Zolls habe das „Eichholzer Original“ kennengelernt und habe „Fritzchen“ mal gen „Heimat“ gebracht, als ich ihn – etwas „orientierungslos“ auffindend - mal am Wegesrand aufgabelte.


Friedrich Karl Sawatzki war zu jener Zeit ein „fester“ Bestandteil des Lübecker Stadtteils Eichholz. Gewissermaßen war er ein „Unikum“ und es gelang ihm, trotz zeitweiser gewisser „Einschränkungen“ seinem Gesprächspartner ein paar „Döntjes“ aus längst vergangenen Zeiten zu übermitteln.
Dort, wo er seine Unterkunft hatte, am Gut Brandenbaum in Lübeck-Eichholz, war eigentlich kein „Postierungspunkt“ für die Streifen der bundesdeutschen Grenzüberwachungsorgane. Zwar war der Ort wohl nur rund 200 Meter von der Abschrankung Lübeck-Eichholz entfernt, doch war das Anwesen für Zoll und BGS nicht dafür vorgesehen, hier länger zu verweilen.
Zumindest „offiziell“… Der Gutsbesitzer Freymann hatte zum Zollgrenzdienst/Grenzzolldienst ein sehr gutes Verhältnis. Auf dem Hof gab es ein nettes „Häuschen“, das er den Zollstreifen gern zur Verfügung stellte. Das Grundstück war nun auch nachts „bewacht“ und vor „dunklen Gestalten“ geschützt – und die Zollbeamten freuten sich, nicht nur an der nahen Abschrankung am Ende der Brandenbaumer Abschrankung eine „Hütte“ zu haben, sondern auch ein paar Meter davon entfernt. Sie waren „schlau“ genug, „das“ für sich zu behalten. Mancher Vorgesetzte lief bei seinen Versuchen, die Zollstreifen zu kontrollieren / erwischen ins „Leere“. Wenn der amtierende Zollkommissar/sein Vertreter oder der BzbV (Beamte zur besonderen Verendung) geahnt hätte, dass es wenige Meter nördlich des Schlagbaum Eichholz eine „Stelle“ gab wo es sich die Streifen des Zolls gelegentlich „gut“ gehen ließen… aber nein, sie wussten es nicht und schlugen dort, wo manche Flasche „Hochprozentiges“ geleert wurde, zum Glück der Zollstreifen nicht auf..
http://www.exicose.de/f4.gif

Angefügte Bilder:
IMG_0002.jpg

harbec, Pitti53, berndk5, Kimble, Rostocker und schuri haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 17.04.2019 10:44 | nach oben springen

#2

RE: Ein Lübecker (Eichholzer) "Original"

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.04.2019 23:45
von berndk5 | 1.884 Beiträge | 15410 Punkte
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Also @Krelle , ein ganz herzliches und persönliches Danke für Deine Beiträge, mit denen Du das Forum bereicherst.

Es sind ja wirklich diese kleinen Begebenheiten, die die Prise Salz in der Suppe des täglichen Einerlei des Dienstes waren. Das gilt nicht nur in WEST , nein, das war in OST ganz genau so- zumindest in einigen Bereichen- und nur die wirklich "Alten Grenzer" im Osten können davon noch erzählen.

Über die Bitterkeit und die Härten ist schon vieles geschrieben und zerschrieben worden- um so mehr sollten auch solche Geschichten, das wirklich erlebte "KULTURGUT" in Ehren und in der Erinnerung bleiben.

Deshalb Krelle, ganz besonders deshalb schreibe ich diesen Beitrag und drücke nicht nur da unten den Button.... (und das als "OST-Grenzer")


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bis 1990 GR-1 und GKK-304, danach Bundeswehrkommando -OST- Sitz Erfurt; gedient in: Harbke,Lauchröden,Grossensee,Berka/Werra, Ifta, Schnellmannshausen und Treffurt; Mauerabbau in Berlin und Grenzanlagen-Rückbau in Thüringen;
krelle und harbec haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.04.2019 23:46 | nach oben springen

#3

RE: Ein Lübecker (Eichholzer) "Original"

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 17.04.2019 09:09
von Rostocker | 9.304 Beiträge | 9721 Punkte
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Ich kann mich nur dran erinnern ,das war 1981. Da kam bei Eichholz,fast jeden Morgen,so ein älterer Herr an die Absperrung. Grüßte uns zum Turm hoch und setzte sich auf die Bank dort.Er blieb meistens den ganzen Vormittag und unterhielte sich mit Besuchern.Zwischendurch war er mal kurz verschwunden und kam mit einer Tüte wieder, da muss er wohl ne Flasche Schluck drin gehabt haben. Als er dann entgültig verschwand,grüßte er noch vorher militärisch.
Hätte gerne gewusst, ob es sich um die gleiche Person handelte, die der User krelle in seinen Ausführungen hier beschrieb.


krelle hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#4

RE: Ein Lübecker (Eichholzer) "Original"

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 17.04.2019 09:51
von krelle | 510 Beiträge | 11313 Punkte
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1981 war ich noch nicht an der Grenze in Lübeck-Eichholz, erst ab Ende Juni 1983. Insofern kann ich leider nicht sagen, ob es "Fritzchen" war. Ich vermute jedoch, dass es der Herr war, der von uns Zöllnern nur der "Grenzreferent" genannt wurde. Der erzählte den Grenzbesuchern gern einige "Grenzgeschichten" und bat anschließend um "Spenden" für seine "Dienste". Und mit diesen "Spendengeldern" ging es dann zum nächsten Laden, wo er die nächsten Bierflaschen kaufte...


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zuletzt bearbeitet 17.04.2019 12:01 | nach oben springen



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