Grenzkohlepfeiler Harbke

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10.04.2019 14:05
#1
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Hier mal der Link zu der gestrigen Sendung "Der Osten entdecke wo Du lebst" zu meinem ehemaligen Grenzabschnitt ( 13. GK) Tagebau Harbke (Grenzkohlepfeiler) ... UNBEDINGT sehenswert.

https://www.mdr.de/entdecke/der-osten-operation-grenzkohle100.html

Sehr intessanter Einblick, ich schreibe aber hier zu noch was, weil ich einiges zum Film zu ergänzen habe.

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10.04.2019 15:33 (zuletzt bearbeitet: 10.04.2019 15:37)
#2
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Ich hatte es mir gestern aufgenommen und habe micht jetzt noch mal auf die schnelle durchgeklickt und bin skeptisch und teils auch verärgert.
Es wurde unter anderem dargestellt das die einfahrenden Züge vom Werkschutz mit Kameras kontrolliert wurden .. diese Aussage ist richtig aber nicht vollständig, den das Lokführerhaus musste auch persönlich durch Einblick des Werkschutzes in Augenschein genommen werden.
Es heißt das wenn der Zug durch gefahren wäre ... hätte der Werkschutz eine Gleissperre ziehen hätte können um den Zug zum entgleisen zu bringen (weiß ich nicht) ... was so zu deuten wäre das der Werkschutz die letzte Kontrolle gewesen wäre.
War sie aber nicht ... WIR waren der letzt Kontrollierende vor der Einfahrt in die "A Zone" wodurch auch deutlich wird das WIR im Tagebau waren was im Film verneint wird, wir durften ABER nicht in die A Zone, das dufte der Unbewaffnete Werkschutz.
Wir mussten an der Sicherungslinie zur A - Zone auch die Sonderausweise zum betreten der A - Zone kontrollieren was aber nur sehr selten geschah, bis an die Sicherungslinie waren wir berechtig unsere Waffen im Falle eines Falles zu nutzen.
Auch wird gesprochen das die Grenze hin und her geschoben wurde ... das ist falsch, verschoben wurden nur Sicherungslinie oder Betriebszaun die Grenze blieb bestehen auch Staatsrechtlich , wurde z.B. gesprengt durfte nur der Sprengstoff verwendet werden auf dessen Gebiet gesprengt wurde, also wenn BRD auf DDR Gebiet sprengte nur DDR Sprengstoff.
Im Film ärgert mich das viele falsche Bilder eingespielt wurden u.A. von Lippendorf, man hätte den Film mit viel mehr Fakten füllen können dazu braucht es keine bunten Fakebilder ... schade wenn man das macht.
So dies nur mal fix in Kürze .. ggf mehr .... ach ja mal noch ne Frage in die Runde, wer hat Landkarten aus den Jahren 1976 bis 1989? ich kann mir nicht vorstellen das man Harbke dort wie im Film berichtet nicht dargestellt hätte ... auf DDR Karten die ich habe ist es mit drauf.

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10.04.2019 15:49 (zuletzt bearbeitet: 10.04.2019 15:59)
#3
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PS. Auch dass es nur den Betriebszaun gegeben habe ist nicht ganz richtig ... vor dem Betriebszaun war die Sicherungslinie zur Zone A war zum großteil mit einer mehrfachen Stacheldrahtrolle/Stacheldrahtverhau gesichert nur am Glüsig Richtung Helmstedt war Betriebszaun und Grenze fast identisch (Zumindest 1979, danach wurde das Geände ja vollkommen umgepflügt)
Der BT 11 (im Film bei Minute 32.16) war der Postenpunkt 114 - hier sind bei genauer Betrachtung die Stacheldrahthindernisse zu erkennen - und Endpunkt des Tagebaugeländes und unseres Abschnittes wenig weiter begann wieder die Minensperre.
Links unterhalb des Turmes waren Stolperdrähte mit Auslösung von Platzpatronen um akustisch aufmerksam zu machen wenn ein Gnu (unsere Bezeichnug für Grenzverletzer) ein Fuchs oder ein gelangweilter Postenführer sich darin verfing ... weil Leuchtraketen im Tagebau verboten waren.

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10.04.2019 18:36 (zuletzt bearbeitet: 10.04.2019 18:37)
#4
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Zitat von Zappel-EK-79-2 im Beitrag #2
wer hat Landkarten aus den Jahren 1976 bis 1989
Hier ein Ausschnitt aus der Bezirkskarte 4. Auflage 1976. Da hat die Filmemacherin nicht richtig recherchiert.


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10.04.2019 19:12
#5
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Ja erstellt scheint die Karte 1975? ... könnte also vor Abschluss des Vertrages sein,aber mir ist es auch nicht bewusst das Harbke aus Karen getilgt wurde, muss mal mein Kartenlager sichten.

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10.04.2019 20:52
#6
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Auf meinem Atlas für Motortouristik von 1974, 2. Auflage im Maßstab 1: 200.000 ist Harpke ebenfalls drauf. Sogar die Höhenzüge sind angedeutet.


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10.04.2019 21:28 (zuletzt bearbeitet: 10.04.2019 21:31)
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#7
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( gelöscht )

1975 habe ich in der damaligen 3.GK/I.GB/GR-25 meine ersten Schritte als Grenzsoldat an der Linie erlernt. Noch so völlig ohne Vreantwortung für Andere hatte ich das Glück mit sehr guten Postenführern den Dienst "zu erlernen" . In der damaligen Bataillonssicherung wa r es schon ein gewaltiges Ausmaß, was es in wenigen Wochen an neuem Gelände zu erlernen und kennenzulernen hatte. Auch die wenigen Ausgänge sind mir in guter kameradschaftlicher Erinnerung (soweit ich mich am nächsten Morgen überhaupt an irgend etwas erinnern konnte) . In der Kaserne war das Doppelkopfspiel (wimre) absolut beliebt. Der damalige KC und ein GAK hatten mich mal in einer Nachtrunde "hoch + runter" gespielt- das ging bis kurz vor die Frühschicht.
Es sind halt nur noch Erinnerungsfetzen....... (aber nicht die Schlechtesten..)
Nachsatz: Wenn ich mich recht erinnere, waren die Nachbarkompanien:
1.GK Morsleben
2.GK Marienborn + Stab + GÜSt-SiK
3.GK Harbke und
4.GK Sommersdorf


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10.04.2019 21:51
#8
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Karte vom Touristverlag "Reise und Verkehrskarte" Blatt 4, Maßstab 1:200000, aus dem Jahr 1979, also mitten im regerchiertem Zeitraum ist auch der Ort Harbke aufgeführt, angedeutet sogar das Tagebaugelände, so wie die unterbroche Fernstraße 245a und ich frage mich wie hat Historikerin Frau Christiane Rudolph recherchiert? und was soll man solch Sendungen, was dem MDR glauben wenn solch einfach nach zu prüfende Sachen nicht stimmen, was ist dann mit dem was man nicht nachprüfen kann, was mit dem was man nicht selbst erlebt hat

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10.04.2019 23:10
#9
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Nun merkst Du mal selber @Zappel-EK-79-2 wie in diesen "Aufarbeitungs-Dokus" Sachen verschwiegen oder verdreht werden. Unsere Liga muss sich seit fast 3 Jahrzehnten damit auseinandersetzen.



passport


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11.04.2019 06:21
avatar  Alfred
#10
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Zappel,

schreib doch mal den Filmemachern, mal schauen ob reagiert wird.


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11.04.2019 06:40
#11
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Moin @Alfred, das werde ich tun, dazu brauch ich aber Ruhe und klare Gedanken, habe aber derzeit hinter den Kulissen sehr viel Stress.

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11.04.2019 13:32
avatar  Arthur
#12
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auch ich habe mir den Beitrag angesehen und bin sehr enttäuscht vom Film. Da ich von 1979 bis ca. 1983 in dem Großraum Marienborn, dazu gehörte ja Harbke, war, denke ich, daß ich auch einiges "vor Ort" gesehen habe. Der Film war mir zu flach und wie auch andere schon schrieben nicht bis zum Ende recherchiert.
#7 berndk5; zu meiner Zeit:
1.GK-Schwanefeld
2.GK-Morsleben
3.GK-Marienborn + Stab I.GB+ Sik GÜST
4.GK-Sommersdorf
13.GK-Harbke
Im ges. GB wurde die Bttl.-Sicherung durchgeführt. Einzig die 13.GK (Harbke), die für die Sicherung des Tagebaues zuständig war, führte diese als Komaniesicherung aus.

Arthur


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11.04.2019 20:37
#13
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Zitat von Gast 2016 im Beitrag #4
Zitat von Zappel-EK-79-2 im Beitrag #2wer hat Landkarten aus den Jahren 1976 bis 1989
Da ist auf deiner Karte sogar noch im Westen was drauf. Das gab es später nicht mehr.
Hier eine Verwaltungskarte vom Bezirk Magdeburg von 1983 (schnelle Handykopie)

Gruß vom Bergmensch, ganz oben aus dem Harzwald.


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11.04.2019 20:58
#14
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Was auffällt ist das nicht einer von den ehemaligen GT zu Wort kam und nur jene (also wir) hatten zu diesem Thema eine Innenansicht, andere bekamen von uns wenig und nur ansatzweise mit.
Unter uns Diensttuenden ist es in meiner Erinnrung so das der Eine dem Anderen nicht traute, also ich meine Werkschutz und Grenzer.
Stimmig ist im dem Film wohl nur Herr Reiner Orlowski welcher mir aus anderen Beiträgen zu Harbke schon bekannt ist und es ist nicht ausgeschlossen das wir uns damals sogar über den Weg liefen.
Um so länger ich über den Beitrag nachdenke um so ärgerlicher werde ich.
Man muss ich mal vorstellen, wir die darin gedient haben wissen doch wie es war, aber weit über 99% der Deutschen können das nicht wissen weil es ein geschlossener Raum war und glauben dieses Teil- oder gar Falschwissen.

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11.04.2019 22:03
avatar  sentry
#15
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Zitat von Zappel-EK-79-2 im Beitrag #2
... WIR waren der letzt Kontrollierende vor der Einfahrt in die "A Zone" wodurch auch deutlich wird das WIR im Tagebau waren was im Film verneint wird, wir durften ABER nicht in die A Zone, das dufte der Unbewaffnete Werkschutz.
Wir mussten an der Sicherungslinie zur A - Zone auch die Sonderausweise zum betreten der A - Zone kontrollieren was aber nur sehr selten geschah, bis an die Sicherungslinie waren wir berechtig unsere Waffen im Falle eines Falles zu nutzen.



Kannst Du das mal näher erklären?
Wie habt Ihr Grenzer die einfahrenden Züge genau kontrolliert? Hattet Ihr eine Beschauerbrücke oder die Züge gar betreten oder habt Ihr sie sozusagen nur bei der Vorbeifahrt beobachtet?

Und in welchem Fall habt Ihr die Ausweise kontrolliert? Da Du schreibst, dass das nur selten geschah, war das offensichtlich ja nicht die reguläre Kontrolle aller Arbeiter in Zone A.


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