Schleusungsstelle

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06.03.2019 19:58 (zuletzt bearbeitet: 06.03.2019 20:27)
avatar  Kalubke
#16
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Die OGS "Nord" war eine Notschleuse für die HIME-Gruppen der HA I/AEA und dürfte diejenige sein, die von @Waldersee mal überwacht wurde. Unter Punkt 5 der OGS-Beschreibung sind die Fälle aufgelistet, in denen die OGS zu benutzen ist. (Sperrung der Grenze oder Unterbrechung des Reiseverkehrs, keine Ausweichmöglichkeit über Drittländer, Dekonspiration im OG), Im Grenzmuseum Schnackenburg hängt der screenshot des Monitors der Überwachungskamera, die den Notübertritt W/O einer dreiköpfigen HIME-Gruppe am 22.11.1987 um 16:18 Uhr zeigt.

Vorher musste von den HIME ein Telegramm an eine Deckardesse in der DDR (Ostberlin, betreut von einem OibE der HAI/AEA) mit dem Telegrammcode "Norbert" aufgegeben werden (siehe Punkt 5 der OGS-Beschreibung).





Gruß Kalubke


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06.03.2019 21:12
avatar  Ratze
#17
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Danke, das ist eine super Ergänzung


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06.03.2019 21:47
#18
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Zitat von Kalubke im Beitrag #16
Die OGS "Nord" war eine Notschleuse für die HIME-Gruppen der HA I/AEA und dürfte diejenige sein, die von @Waldersee mal überwacht wurde. Unter Punkt 5 der OGS-Beschreibung sind die Fälle aufgelistet, in denen die OGS zu benutzen ist. (Sperrung der Grenze oder Unterbrechung des Reiseverkehrs, keine Ausweichmöglichkeit über Drittländer, Dekonspiration im OG), Im Grenzmuseum Schnackenburg hängt der screenshot des Monitors der Überwachungskamera, die den Notübertritt W/O einer dreiköpfigen HIME-Gruppe am 22.11.1987 um 16:18 Uhr zeigt.

Vorher musste von den HIME ein Telegramm an eine Deckardesse in der DDR (Ostberlin, betreut von einem OibE der HAI/AEA) mit dem Telegrammcode "Norbert" aufgegeben werden (siehe Punkt 5 der OGS-Beschreibung).





Gruß Kalubke


Mal wieder Birnen mit Äpfel vertauscht.

"Mobility, Vigilance, Justice"

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06.03.2019 21:54
avatar  Merkur
#19
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Warum sollte ein OibE eine Deckadresse betreuen?


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06.03.2019 22:10
avatar  Ratze
#20
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#18, @Thunderhorse, Deinen Text verstehe ich nicht!


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06.03.2019 22:50
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#21
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( gelöscht )

Vielleicht bei diesen Räuber und Schandispielen waren sie clever, einen Staat zu führen, aufzubauen, den Bürgern eine Lebensperspektive zu geben, allen gleiche Chancen einzuräumen dazu waren sie ( die SED und ihre Prätorianergarde ) total unfähig. Das Reifezeugnis dieser Unfähigkeit bekamen sie am 9.November 1989 vom Konkursrichter dem " Volk der DDR " überreicht. Im Nachhinein erkennt man die damals im Geheimen geführten Aktionen als das, was sie waren, einfach Nonsens.


@Gert


Ich will doch stark hoffen, dass Dich Dein Hass auf die DDR noch nicht zerfressen hat.




@all zu den eingestellten Dokumenten


Die Unterlagen machen auf mich einen authentischen Eindruck. Was ich aber total vermisse, ist ein Hinweis auf den Ersteller dieser Dokumente.
Aus meiner aktiven Zeit kenne ich das so, dass jedes Dokument mit der erstellenden DE beginnt und der Unterschrift des erstellenden Mitarbeiters endet.

Habe ich hier was übersehen?


andy


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06.03.2019 23:24 (zuletzt bearbeitet: 06.03.2019 23:27)
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#22
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( gelöscht )

Vorher musste von den HIME ein Telegramm an eine Deckardesse in der DDR (Ostberlin, betreut von einem OibE der HAI/AEA) mit dem Telegrammcode "Norbert" aufgegeben werden (siehe Punkt 5 der OGS-Beschreibung).


@Kalubke

Ich halte in meiner ehemaligen Firma ja eigentlich fast nix mehr für ausgeschlossen. Dass aber ein OibE der Äusseren Abwehr für eine Deckadresse zuständig war, kann ich mir echt nicht vorstellen.
Die Deckadresse (IMK/DA) oder auch KW (konspirative Wohnung) oder DT (Decktelefon) war eine eigenständige IM-Kategorie und die Mehrfacherfassung einer Person war eigentlich nicht möglich, zumindest habe ich sie nie erlebt...

Wimre gab es innerhalb der HA I auch nur ganze 2 (zwei) OibE - Planstellen.

andy


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07.03.2019 05:20 (zuletzt bearbeitet: 07.03.2019 05:24)
avatar  Kalubke
#23
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Zitat von Merkur im Beitrag #19
Warum sollte ein OibE eine Deckadresse betreuen?


Zitat von andy im Beitrag #22
Vorher musste von den HIME ein Telegramm an eine Deckardesse in der DDR (Ostberlin, betreut von einem OibE der HAI/AEA) mit dem Telegrammcode "Norbert" aufgegeben werden (siehe Punkt 5 der OGS-Beschreibung).


@Kalubke

Ich halte in meiner ehemaligen Firma ja eigentlich fast nix mehr für ausgeschlossen. Dass aber ein OibE der Äusseren Abwehr für eine Deckadresse zuständig war, kann ich mir echt nicht vorstellen.
Die Deckadresse (IMK/DA) oder auch KW (konspirative Wohnung) oder DT (Decktelefon) war eine eigenständige IM-Kategorie und die Mehrfacherfassung einer Person war eigentlich nicht möglich, zumindest habe ich sie nie erlebt...

Wimre gab es innerhalb der HA I auch nur ganze 2 (zwei) OibE - Planstellen.

andy


Da ich kein Insider bin, kann ich nur die Veröffentlichungen der BSTU zitieren, da war von einem OibE Manfred oder Jürgen Stephan die Rede, der diese DA in Berlin betreute. Da das eine Notschleuse war und die im OG in Bedrängnis geratenen HIME per Blitztelegramm schnellstmöglich ihre Rückschleusung organisieren mussten, halte ich das schon für wahrscheinlich, dass da ein Hauptamtlicher agierte.

Er war wahscheinlch nicht nur in die Notschleusungen über die OGS "Nord" involviert, sondern war auch für die OGS "Nordwest", die OGS "Mitte" (Kaiserwinkel bei Zicherie) die OGS "Süd" (bei Ullitz) und die OGS "B" (Berlin Spandau/Falkensee) zuständig. Die BLITZ-Telegrammcodes waren die Namen, mit denen das Telegramm unterzeichnet war: OGS Nord: "Norbert", OGS Nordwest: "Schlutmann", OGS Mitte: "Kai", OGS Süd "Ulli" und OGS "B", "Rudi" (T-Code wahrscheinlich wg. der angenzenden Spandauer Radelandstraße gewählt).

Gruß Kalubke


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07.03.2019 06:45
avatar  Merkur
#24
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Gib doch mal eine Quelle an, welche Veröffentlichung Du zitierst.


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07.03.2019 07:32 (zuletzt bearbeitet: 07.03.2019 07:33)
avatar  Ratze
#25
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#21 Die Seite mit der Unterschrift habe ich nicht so gestellt


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07.03.2019 09:27 (zuletzt bearbeitet: 07.03.2019 09:28)
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#26
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( gelöscht )

Zitat von andy im Beitrag #21
Vielleicht bei diesen Räuber und Schandispielen waren sie clever, einen Staat zu führen, aufzubauen, den Bürgern eine Lebensperspektive zu geben, allen gleiche Chancen einzuräumen dazu waren sie ( die SED und ihre Prätorianergarde ) total unfähig. Das Reifezeugnis dieser Unfähigkeit bekamen sie am 9.November 1989 vom Konkursrichter dem " Volk der DDR " überreicht. Im Nachhinein erkennt man die damals im Geheimen geführten Aktionen als das, was sie waren, einfach Nonsens.


@Gert


Ich will doch stark hoffen, dass Dich Dein Hass auf die DDR noch nicht zerfressen hat.




@all zu den eingestellten Dokumenten


Die Unterlagen machen auf mich einen authentischen Eindruck. Was ich aber total vermisse, ist ein Hinweis auf den Ersteller dieser Dokumente.
Aus meiner aktiven Zeit kenne ich das so, dass jedes Dokument mit der erstellenden DE beginnt und der Unterschrift des erstellenden Mitarbeiters endet.

Habe ich hier was übersehen?


andy


hallo @andy , ich kann deine Hoffnung 100 pro bestätigen, nein Hass ist es nicht was mich motiviert.. Weisst du , in der DDR der Nachkriegszeit sagten unsere Altvorderen immer den Satz " nie wieder Faschismus ", unterschreibe ich heute als Erwachsener ebenso, aber genauso sage ich " nie wieder Kommunismus " oder wie sich dieses Staatsgebilde DDR auch immer bezeichnete. Auf Unrecht muss man immer wieder hinweisen. Am 30. März feiere ich meinen 54 . Jahrestag der Befreiung.
und ich bin heute so glücklich darüber wie in jener Nacht vor 54 Jahren. Ich habe keinen Grund zu hassen, ich habe mir ein sehr gutes Leben in jeder Beziehung aufgebaut. Das ist es, nicht mehr und nicht weniger.


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07.03.2019 11:21
avatar  Ratze
#27
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Ich muss noch mal einige Fragen stellen. Mit den Abkürzungen bin ich nicht so vertraut
#16 @Kalubke HAI / AEA also Hauptabteilung I aber was heißt AEA, sicher ganz einfach, aber habe ich glaube noch nicht gelesen
#22 @Andy IMK/DA Deckadresse aber was heißt noch IMK?
#21 Die Unterschrift des Mitarbeiters war auf dem Vorschlag zu der einen Schleuse. Das füge ich mal an. Die Bestätigung durch einen Oberstleutnant auf Seite 1, der Schreiber ein H auf Seite 4 und dann ohne Unterschrift, nur mit Namensnennung ein M als Leiter der Unterabteilung. Die beiden Sodneroffiziere der UA Aufklärung Schönberg die beiden Hauptleute dann auf Seite 3
Dies gilt alles für die Schleuse Taube. Für die Schleuse Nord habe ich solche Unterlagen mit Namenszügen nicht.

[[File:Antrag_1.pdf]][[File:Antrag_2.pdf]][[File:Antrag_3.pdf]][[File:Antrag_4.pdf]]


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07.03.2019 14:28 (zuletzt bearbeitet: 07.03.2019 14:32)
avatar  Kalubke
#28
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AEA war die Abteilung Äußere Abwehr der HA I, die mit ihren IM und HIME im grenznahen Raum der BRD operierte.

@Merkur, die Quelle ist BStU AP 7656/86 Teil II Bd. I – III. Die Unterlagen wurden vom FOCUS in dem Artikel "STASI-SPIONE GEHEIMCODE KARLA" vom 24.03.1997 (Autor Eberhard Vogt) verwendet.

Darin steht:

"[...]
Laut MfS-Anweisung sollten Spione, denen Enttarnung und damit Verhaftung im Westen drohte, ein Telegramm an eine Deckadresse IMK/DA absetzen. Inhalt:

„Karla trifft am . . . um . . . Uhr bei Euch ein. Holt sie bitte vom Bahnhof ab.“

Der Hilferuf erreichte Oberleutnant Stephan Schleusungsexperte in Mielkes Berliner Hauptquartier. Sonderoffizier Stephan veranlaßte, daß über die im Raum Zicherie zuständige [1. GK Jahrstedt des GR-23 Kalbe Milde] der „bezeichnete Grenzabschnitt von Grenzposten frei“ gemacht wurde. Höchstpersönlich führte er den Heimkehrer durch die „konspirative Minengasse“.
[...]"




Gruß Kalubke


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07.03.2019 15:47 (zuletzt bearbeitet: 07.03.2019 15:48)
avatar  Merkur
#29
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Zitierst Du jetzt von dort abgebildeten Originalunterlagen aus dem Text des Journalisten? Letzteres halte ich für fragwürdig, würde aber einiges erklären, z.B. die Art des Einsatzes des OibE.


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07.03.2019 18:01 (zuletzt bearbeitet: 07.03.2019 18:16)
avatar  Kalubke
#30
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Ich zitiere aus FOCUS, die von einem Sonderoffizier der HA I aus Berlin schreiben, der nach deren Darstellung persönlich für die Notschleusungen verantwortlich war (sowohl für den Empfang der Blitztelegramme als auch für die Durchführung der Schleusung vor Ort). Da es mehrere schleusende MfS-DE gab, kann deren jeweilige spezifische Vorgehensweise durchaus unterschiedlich gehandhabt worden sein.

Eine weitere Quelle ist:

Angela Schmole: Grenzschleusen und »Grenz-IM« des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in ZdF (Zeitschrift des Forschungsverbundes SED-Staat) (2014)

Gruß Kalubke


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