Unangenehme Orte beim Dienen damals

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06.02.2019 18:33 (zuletzt bearbeitet: 06.02.2019 18:34)
avatar  Hanum83
#1
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Hatten heute Mittag unter Kollegen mal wieder das Thema Arbeiter- u. Bauernstreitmacht.
Es ging nicht um die Romantik sondern um den besch...eidenen Teil.
Ich hab da mal nachgedacht über halt so richtig besch... ihr wisst schon, Örtlichkeiten wo ich den Sozialismus verteidigen durfte.
Meine Hitliste führt da dieses Regiments-Munitionslager in Halberstadt an.
Wenn wir von Mönchhai nach Halberstadt zur Wache abkommandiert wurden, durftest du auch dieses wunderschöne RML bewachen, besonders nachts war das einfach super.
Der gemeine Soldat wurde da mit einem anderen Genossen für zwei Stunden in diesen Rundumlaufgang gesperrt und durfte dort zwischen den zwei Zäunen seine Runden drehen mit richtig viel Zeit zum Entfalten des Tagedrückens an diesem gruseligen Ort.
Besonders schön war es wenn es noch ein wenig Wasser von oben auf den Regenumhang gab.
Feine Sache, werde ich nie vergessen.
Habt ihr auch solche Höhepunkte der Beschissenheit?


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06.02.2019 19:11
avatar  GKUS64
#2
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Ja eigentlich waren die gesamten 1,5 Jahre unangenehm. Einige Erlebnisse habe ich ja schon geschildert, deshalb hier auch nur ein paar unangenehme Erlebnisse, die man behalten hat.
Es begann ja in der Grundausbildung in Eisenach, ehe man sich an das sinnlose Gepfeife und Geschreie wie „raustreten“, „wegtreten“ usw. gewöhnt hatte vergingen schon 2 bis 3 Wochen.
Dann war ich ja noch zu allem Unglück im Zug „Nichtstrukturmäßige chemische Einheit“ gelandet.
Entgiften von Schrottkarossen , Kampfstoffe ermitteln und Schutz vor Atomschlägen unter
Plastikfolie waren einige Höhepunkte.
Auch die 3000 m-Läufe in voller Montur sind mir noch in schlechter Erinnerung.
Beim zweiten Lauf hatten wir natürlich unsere Ehrfurcht vor den Möchtegern-Uffz. abgelegt,
wir (mein Kumpel und ich) versteckten uns hinter einem Busch und ließen einige Runden aus,
ja das Tricksen lernte man bald.
An der Grenze ging dann alles ziemlich locker zu. Die Uffz. hatten nichts zu sagen, wir waren fast Kumpel auf Augenhöhe.
Unangenehm war natürlich der Dienst besonders bei -10°C. Angehost wie eine Zwiebel, auf dem Fuldaer Berg angekommen (natürlich zu Fuß!) geschwitzt wie Sau. Wir habens überlebt!
Auch in den stockdunklen Sommernächten mit Suchmeldung nach 2 Russen mit je 60 Schuss Munition, im Kopf, erschrak man schon mal, als ein Igel durchs Laub schlich.
Ja so wars, die alten Rit.. Grenzerzeiten!


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06.02.2019 19:39
#3
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Mhmm, unangenehme Orte beim dienen ?
Also ... einer war die Kaserne, ein anderer der Taktik- Acker, weitere die Truppenübungsplätze, die Postenbereiche bei der Wache, der Schießplatz, der Sportplatz, der Ex- Platz, die Sturmbahn, der Kompanieflur, der Club- Raum beim Polit, der Gefechtspark, der Eisenbahnwaggon auf der Rückfahrt aus dem Urlaub ...
... habe ich was vergessen ?

Siggi


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06.02.2019 19:40
#4
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Da ich ja mit den Hunden zutun hatte, so gab es auch tote Hunde, einer hatte sich stranguliert, einer war am Zaun gestorben und es gab auch 1 oder 2 Hunde, die krank waren und eingeschläfert werden mussten.
Der Gang zum Tierarzt war natürlich schwer, man wusste was dem Tier blüht.
Ganz unangenehm jedoch, war die anschliessende Fahrt zum Abdecker.
Ich glaube ich hatte es schonmal irgendwo aufgeschrieben, wir mussten die toten Hunde dann in für tote Tiere vorgesehenen Tonnen werfen, wegwerfen wie Müll, allein das war schon nicht einfach.
Drin schwamm die Suppe anderer toter Tiere, vermischt mit Würmern und es spritzte beim reinwerfen der Hunde heraus, einmal mitten in mein Gesicht, was hab ich mich geekelt.
Der Weg von draussen nach drinnen war übersäht mit Würmern, es knackte beim Laufen unter den Stiefeln.
Überall lagen tote Tiere rund um den grossen Kochkessel, Schweine vorallem, GelbGrünBlau waren sie schon und es stank erbärmlich.
Wenn ich heute davon schreibe, spüre ich noch, wie die Suppe in mein Gesicht spritzte.
Das war das "Highlight" meiner Grenzerzeit, alles andere war erträglich, auch die Ausblidung samt Unterordnung, war für mich kein Problem.

Aber ich denke ich habe Euch genug ekelhaftes erzählt und will auch gleich essen. :-D


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06.02.2019 19:49 (zuletzt bearbeitet: 06.02.2019 19:50)
avatar  Fred.S.
#5
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1. das kenne ich auch, Hanum83, von den Grenzkompanien, also auch von uns,
war ein Zug immer zur Bewachung des Objektes Regimentsstab in Graboww abgestellt.
Nur das man alleine auf Posten seine Runden um das Munilager drehte.
Und wie Du, zwischen den Außenzaun und den Zaun des Muni-Lager.
Der zweite Posten wanderte um die Holzbaracken des Stabes umher. Fred


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06.02.2019 19:56 (zuletzt bearbeitet: 06.02.2019 19:57)
avatar  Fred.S.
#6
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3.+4. Sturmbahn, Sportplatz, alter Grenzgänger, die häßlichsten unangenehmen Plätze für mich.

LO-Wahnsinn, das ist ja das furchtbarste was ich hier im Forum je gelesen habe.
Das mussDir doch noch heute durch den Kopf gehen, dieser Anblick. Man mag es kaum glauben, sowas hat es auch gegeben ??? Fred


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06.02.2019 20:16
avatar  Ehli
#7
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zu Beitrag:#4
Unangenehm war die Futterbeschaffung für die Hunde in der Abdeckerei Beeskow.
Bei der Annährung durfte man schon einen herrlichen Duft einatmen,dann rückwärts in die Schleuse.
Überall lagen Pferde,Kühe und andere Tiere herum.Farbe: blau ,grün und aufgeblasen,ob sie bald weg fliegen wollten.
Dann wurde beladen,mit den Kran wurde das Fleisch von oben herab gelassen und musste in den Thermo gezogen werden.
Als erstes kam von oben etliche niedliche fette Maden geflogen,nun wurden die Fleischstücke in den LKW gezogen,es war auf den Aluboden alles glitschig.
Nun fehlte nur noch das man ausrutschte.
Beende lieber hier die Beschreibung.


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06.02.2019 20:18 (zuletzt bearbeitet: 06.02.2019 20:21)
avatar  Hanum83
#8
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In Hanum war dann die Objektwache eine mehr als entspannte Sache, tagsüber konntest du am KDP auf einem Hocker im Sommer schön in der Sonne vor dich hindösen und nachts hast du dich gemütlich in den Fahrradschuppen verpisst.
Nur wenn Klumpenalarm war, also wenn vom Battallion oder Regiment einer vorbeikam, musste der Wachhocker verschwinden.


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06.02.2019 20:49 (zuletzt bearbeitet: 06.02.2019 20:50)
avatar  Jörg
#9
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Auf der Bootskompanie in Potsdam war für mich der Schlafraum für die Alarmbootbesatzung ein schreckl. Ort ! Nur Betten mit Matratzen ohne Bettzeug. Schlafen in den Klammotten ,in den man vorher im Dienst war . Ein Geruch da drinn , Pfui deiwel... . Wenn ein guter Kumpel MvD (UvD hatte ) haben wir dann auch schon mal auf unseren eigenen Buden gepennt .
Achso , MvD Dienst mochte ich auch nicht !


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06.02.2019 21:22
#10
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Das schlafen im Alarmgruppenbunker in den Dienstklamotten, Decken die wohl nie gewaschen wurden und versifften Matratzen.
Eine Änderung gab es erst als ich die Krätze bekommen hatte und ich eine Woche in Oschersleben verbringen musste und mein Bettzeug und teile der Klamotten verbrannt wurden.


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06.02.2019 21:25
avatar  Fred.S.
#11
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9. nichts dem hinzuzufügen, Jörg, wie in Potsdam, so auch in Dömitz an der Elbe. Fred


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06.02.2019 22:29
avatar  mibau83
#12
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Zitat von Zappel-EK-79-2 im Beitrag #10
Das schlafen im Alarmgruppenbunker in den Dienstklamotten, Decken die wohl nie gewaschen wurden und versifften Matratzen.
.


zu meiner zeit gab es zwar bei uns im abschnitt diese fb-3 bunker mit führungsstelle bt-11 schon nicht mehr, wir waren als alarmgruppe in einen viereckigen bt-6 untergebracht. der geruch dort war aber sicher der gleiche!

zu hanum83 eingangsbeitrag, wir waren in der ausbildung im gar-12 für vierzehn tage in dittrichshütte zur wache abkommandiert, oben auf der saalfelder höhe,. dort gab es ein komplexlager am waldesrand, außerhalb des eigentlichen gt-objektes.
in den 14 tagen natürlich 2 gssd-angehörige unten in saalfeld-beulwitz abgängig, fluchtrichtung unterwirbach->dittrichshütte.

da ging uns dachsen schon die muffe des nachts als wachposten im komplexlager!!


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06.02.2019 22:40
#13
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Unangenehm waren Wachdienste im Regment, für die wir ab und zu aus unserer abgelegenen baracke abgesandt wurden, wenn die mal zu einem Manöver draußen waren. 24 h-Dienst. Alle zwei Stunden Wechsel offziell. D.h. zwe Stunden Wache schieben, zwei Stunden schlafen, zwei Stunden Bereitschaft. Alles in Klamotten und auf einer harten Pritsche. Damt wir überhaupt zu enegremaßen Schalf kamen, haben wr de Zeiten selbst geregelt. Dann ging es jewels um vier oder auch sechs Stunden. Da war eher mal was mt Schlafen drin. Muni-Bunker bewachen. Abgelegen, hinter den Stacheldraht gleich der Wald. Lichtblick war nur der Koch im Regiment. Der war auch wie ich aus Erfurt. Wenn der Nachtschicht hatte, hat er mal was Leckeres aus dem Fenster gereicht. Einmal hat er mir eine ganze ordentliche Schüssel voll heiße Heidelbeersuppe rausgereicht, weil er Hefeklöße machen mußte.


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06.02.2019 23:12
#14
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Halberstadt war doch der unangenehmste Ort zum Dienen. Das ganze erste halbe Jahr war einfach nur Schit. Das Munilager mußte ich aber nie bewachen. Im Vergleich zu HBS war es in Wahlhausen wie Urlaub.
Wahlhausener


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06.02.2019 23:43
avatar  vs1400
#15
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ich war mir damals schon dessen bewusst, dass alles danach nur besser werden kann, @Hanum83 .

gruß vs ... jammern bringt nichts.


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