Erfolgreichen Fluchten

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03.02.2019 00:06 (zuletzt bearbeitet: 03.02.2019 00:08)
avatar  josy95
#16
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@Gert , (Spaß!!!)

ich bin entsetzt!

Du warst ein (roter) Thälmannpionier?

Dazu noch im Pionierlager?

Mehr als supekt...

Anscheißen tu ich ja nicht, aber das muß ich gleich Montag den Schlapphüten melden!

Hast Du zufällig eine Telefonnummer oder eine Emailadresse?

Aber Spaß bei Seite.

Orts- & Ablaufkenntnisse, so weiß ich es auch von einigen Grenzgängern oder ihren Angehörigen, die ich persönlich kennengelernt habe, waren Gold wert. Dazu die Kenntnisse und Fähigkeiten, wie Gert beschrieb, mit Karte und Kompass umgehen zu können, sich nach natürlicher Navigation wie Sonnenstand, Windrichtung o. ä. richten zu können und Insiderwissen sowieso.

Hier im Harz weiß ich aus Erzählungen der "Alten", als Kind hat man auch schon Einiges mitbekommen, war bis schätzungsweise Mitte/ Ende der 60-er ein ziemlich aktive Grenzgängerei noch im Gange. Mehrheitlich sind diese Grenzgänger aber auch wieder zurückgekommen. Ihr "Ausflug" in den Westen galt hauptsächlich, um Geschäfte abzuwickeln, Dinge, die auf offiziellem Wege nicht zu klären waren, abzuklären und/ oder Familienangehörige im Westen zu besuchen. Wie auch immer...

Es klingt ein wenig abenteuerlich, es war aber so.

Geendet hat das auch mit Festnahmen.1 Fall ist mir konkret bekannt, der erwischt wurde, als er zurückkam. Anderseits wurde es mit fortschreitendem Ausbau der Grenzsicherung auch immer gefährlicher, so das selbst hart gesottene zunehmend davon Abstand nahmen.

josy95

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...


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03.02.2019 11:10
avatar  Lutze
#17
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Das Erlernen im Pionierlager schon mit Kompass und Karte?
so schlecht kann die Kinder-und Jugendpolitik in der ehemaligen DDR doch nicht gewesen sein,
mönsch @Gert,dann hast du genau die richtigen Schlüsse daraus gezogen
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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03.02.2019 11:39
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#18
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Die Karten, die man frei im Handel kaufen konnte (VEB Touristverlag), waren für Fluchten absolut ungeeignet. Daneben gab es topographische Karten für die Volkswirtschaft (AV), die vertrauliche Dienstsache waren, aber die man noch irgendwie auftreiben konnte. Hier fehlte alles, was mit der staatlichen Sicherheit zu tun, wie militärische Objekte. Nur die geheimen topographischen Karten, die man nach der Wende mit der Bezeichnung (AS= Ausgabe Staat) bezeichnete, erhielten alles.


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03.02.2019 13:00 (zuletzt bearbeitet: 03.02.2019 13:01)
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#19
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #18
Die Karten, die man frei im Handel kaufen konnte (VEB Touristverlag), waren für Fluchten absolut ungeeignet. Daneben gab es topographische Karten für die Volkswirtschaft (AV), die vertrauliche Dienstsache waren, aber die man noch irgendwie auftreiben konnte. Hier fehlte alles, was mit der staatlichen Sicherheit zu tun, wie militärische Objekte. Nur die geheimen topographischen Karten, die man nach der Wende mit der Bezeichnung (AS= Ausgabe Staat) bezeichnete, erhielten alles.


Hallo @eisenringtheo , wir nutzten keine Karten. Wir brauchten sie einfach nicht. Unser "Tourguide", ausgestattet mit den Ortskenntnissen hat uns sicher geführt. Er war 1961 als einer der letzten "Freiwilligen" vor Einführung der Wehrpflicht für 3 Jahre an die Grenze versetzt worden und lernte dort nicht nur den Pfad am " Strich " kennen sondern natürlich auch das gesamte Hinterland. Ihm war ich zu großem Dank verpflichtet, dass unsere Flucht so reibungslos ablief.


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03.02.2019 13:19
avatar  Sonne
#20
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Hier im Harz weiß ich aus Erzählungen der "Alten", als Kind hat man auch schon Einiges mitbekommen, war bis schätzungsweise Mitte/ Ende der 60-er ein ziemlich aktive Grenzgängerei noch im Gange. Mehrheitlich sind diese Grenzgänger aber auch wieder zurückgekommen. Ihr "Ausflug" in den Westen galt hauptsächlich, um Geschäfte abzuwickeln, Dinge, die auf offiziellem Wege nicht zu klären waren, abzuklären und/ oder Familienangehörige im Westen zu besuchen. Wie auch immer...Es klingt ein wenig abenteuerlich, es war aber so.

Glaube ich nicht das es so einfach war,aus eigner Erfahrung heraus-Grenzerlatein.

Gruß Sonne

05/66-10/67
18 Monate meiner Jugend
in Glowe, Rothesütte, Elend

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03.02.2019 13:48
avatar  mibau83
#21
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Zitat von josy95 im Beitrag #16

Hier im Harz weiß ich aus Erzählungen der "Alten", als Kind hat man auch schon Einiges mitbekommen, war bis schätzungsweise Mitte/ Ende der 60-er ein ziemlich aktive Grenzgängerei noch im Gange. Mehrheitlich sind diese Grenzgänger aber auch wieder zurückgekommen. Ihr "Ausflug" in den Westen galt hauptsächlich, um Geschäfte abzuwickeln, Dinge, die auf offiziellem Wege nicht zu klären waren, abzuklären und/ oder Familienangehörige im Westen zu besuchen. Wie auch immer...

Es klingt ein wenig abenteuerlich, es war aber so.

Geendet hat das auch mit Festnahmen.1 Fall ist mir konkret bekannt, der erwischt wurde, als er zurückkam. Anderseits wurde es mit fortschreitendem Ausbau der Grenzsicherung auch immer gefährlicher, so das selbst hart gesottene zunehmend davon Abstand nahmen.





kann ich so für den bereich des thüringer waldes, speziell der bereich um neuenbau-hasenthal und spechtsbrunn, auch bestätigen. waren damals meist junge kerle die öfters hin und wieder zurück sind, bis sie dann irgendwann mal festgenommen wurden.


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03.02.2019 19:38
avatar  josy95
#22
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Zitat von Sonne im Beitrag #20
Hier im Harz weiß ich aus Erzählungen der "Alten", als Kind hat man auch schon Einiges mitbekommen, war bis schätzungsweise Mitte/ Ende der 60-er ein ziemlich aktive Grenzgängerei noch im Gange. Mehrheitlich sind diese Grenzgänger aber auch wieder zurückgekommen. Ihr "Ausflug" in den Westen galt hauptsächlich, um Geschäfte abzuwickeln, Dinge, die auf offiziellem Wege nicht zu klären waren, abzuklären und/ oder Familienangehörige im Westen zu besuchen. Wie auch immer...Es klingt ein wenig abenteuerlich, es war aber so.

Glaube ich nicht das es so einfach war,aus eigner Erfahrung heraus-Grenzerlatein.



Mein Vater selbst war bis etwa Ende der 50-er ein aktiver Grenzgänger wie viele andere aus Ilsenburg und Umgebung auch. Auch von ehemaligen Kollegen aus dem Oberharz sind diese glaubhaft Aktionen überliefert.
Zum Ende der 50-er ist es auch ihm und den meißten Anderen zu gefährlich geworden, zumal er zu der Zeit für 3 Kinder zu sorgen hatte.
Hartgesottene haben weitergemacht... sind dann abe meißt auch irgendwann im Westen geblieben.

Ich habe nicht die geringsten Zweifel, seinen und den Schilderungen mehrheitlich Anderer glaubhafter Zeitzeugen zu glauben!!!

Sonst würde ich mit hoher Sicherheit hier sowas nicht von mir geben, okay?

Also: Immer ganz entspannt bleiben!

Aus diesen Schilderungen weiß ich auch, das gewisse Kontakte, sprich das immer funktionierende Vitamin B dabei sehr hilfreich waren. Nicht wenige Grenzer waren für Westprodukte sehr empfänglich - da tat auch das SED- Parteiabzeichen keinen Abbruch. Kooperative Grenzer dealten halt mit... ein für mich total nachvollziebares Ding..
Grenzübertritte waren natürlich abgesprochen. Hier in der Region Eckertal waren keine Minen verlegt, erst hinter Stapelburg Richtung Norden, also das Risiko bestand auch nicht. Pech konnte derjenige nur haben, wenn Absprachen nicht funktionierten oder Posten getauscht wurden, weil man an höherer Stelle vielleicht was mitbekommen hatte oder jemand erwischt wurde und "gesungen" hatte...

Mag mit Sicherheit auch sein, das es regional sehr unterschiedlich war. Schon der erwähnte Umstand, wo lagen Minen und wo nicht...

josy95

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...


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03.02.2019 19:48
avatar  josy95
#23
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #18
Die Karten, die man frei im Handel kaufen konnte (VEB Touristverlag), waren für Fluchten absolut ungeeignet. Daneben gab es topographische Karten für die Volkswirtschaft (AV), die vertrauliche Dienstsache waren, aber die man noch irgendwie auftreiben konnte. Hier fehlte alles, was mit der staatlichen Sicherheit zu tun, wie militärische Objekte. Nur die geheimen topographischen Karten, die man nach der Wende mit der Bezeichnung (AS= Ausgabe Staat) bezeichnete, erhielten alles.


Theo, ich kann Dir so viel dazu sagen, wenn man damals jemanden im Fokus hatte wegen des Verdachtes auf Republikflucht, was durch ein unüberlegtes Wort, einen übereifrigen Spitzel, durch primitive Denunzation oder was auch immer sehr schnell passieren konnte und man machte bei der Person Hausdurchsuchung (was auch sehr schnell ging!) und man fand z. Bsp. eine alte regionale (Wander-) Karte... Das konnte schon ausreichen, den "hinreichenden Verdacht der Vorbereitung zur Republikflucht" als erwiesen anzusehen.

So, wie Du schilderst war das Händling bis 1989 mit dem Kartenmaterial.

In anderen Threads ist auch schon geschildert, das bei damals frei verkäuflichen Kartenmaterial Entfernungsangaben und Maßstäbe verfälscht waren, insbesondere je näher es auf die Westgrenze zuging...

josy95

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...


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05.02.2019 22:18 (zuletzt bearbeitet: 05.02.2019 22:18)
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#24
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Ja es wurde erwähnt @Ratze , ich habe noch zahlreiche originale Protokollbücher, die ich nicht vernichten konnte. Kann aber im Moment nicht darauf eingehen.
Ebenso gibt es für einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren (vor bis 1989)noch originale Analyse-Dokumente einschließlich einer Pergamentrolle dazu passend im Maßstab 1:10.000 für die damalige Entschlußkarte des KC der 4./I./GR-1 . Mehr nur per PN.
War zeitlich bedingt nicht im Forum, es ist im Moment wieder sehr eng.


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06.02.2019 19:23
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#25
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Zitat von berndk5 im Beitrag #24
...ich habe noch zahlreiche originale Protokollbücher, die ich nicht vernichten konnte. ...
Ebenso gibt es für einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren (vor bis 1989)noch originale Analyse-Dokumente einschließlich einer Pergamentrolle dazu passend im Maßstab 1:10.000 ...


So ein Pech aber auch, dass Du damals leider nicht genügend Zeit hattest, das alles "ordnungsgemäß" zu vernichten ... bitte illustriere weiter den Irrsinn dieser Zeit .. danke

Siggi


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