Bunker

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18.01.2019 14:32 (zuletzt bearbeitet: 19.01.2019 14:10)
avatar  krelle
#1
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Zur Zeit meiner Kindheit und Jugend kam es regelmäßig vor, dass die in der Stadt (hier: Bad Schwartau) befindlichen Sirenen zu „Probe-Zwecken“ ausgelöst wurden. Und wenn die Töne dann „Luftalarm“ signalisierten, ging mir (und sicherlich nicht nur mir) das sehr „unter die Haut“. Nun, den Zweiten Weltkrieg habe ich glücklicherweise nicht miterlebt (ich kam erst 1964 zur Welt), doch hatte ich bereits in Kindheitsjahren aus „Erzählungen“ mitbekommen, was es bedeutete, wenn die Sirenen solche Töne von sich gaben – und dass nun damit gerechnet werden musste, dass „Amis“ oder "Tommies" ihre todbringende Fracht über dem eigenen Zuhause abluden.

Im Garten unseres Hauses der Pariner Straße war damals ein kleiner „Bunker“ gebaut worden, in dem mein Vater, seine Mutter und ggf. auch sein Vater (sofern gerade auf Heimaturlaub und nicht an der Front bzw. im Kriegsdienst befindlich) „Schutz“ suchten.
Glücklicherweise fielen die wenigen über Bad Schwartau abgeworfenen Bomben etwas weiter fort (in der Berliner Straße) und gefährdeten unser/mein späteres Zuhause nicht.

Im nahen Lübeck gab es zu Kriegszeiten diverse Bunker und laut Zeitungsbericht der Lübecker Nachrichten existierten im Jahr 1959 noch zwanzig Bunker (siehe Anlagen). Vielleicht ist dieser Bericht für manche „User“ von Interesse, darum stelle ich diesen hier mal ein.
Den Bunker in der Schwartauer Allee (in Lübeck) habe ich vor vielen Jahren mal besichtigen und fotografieren können. Sicherlich, ein paar Stunden / Tage hätte es man dort im „Notfall“ aushalten können – aber Wochen oder gar Monate ???
Der Bunker in der Schwartauer Allee (und nicht nur dieser) wurde verkauft und ich meine mich daran zu erinnern, dass eine islamische „Glaubens-/Interessengemeinschaft“ diesen übernommen hat und für religiöse Zwecke umbauen wollte. Wie weit der „Umbau“ gediehen ist, entzieht sich meiner Kenntnis.
Lübeck – und sicherlich nicht nur diese Stadt – ist meines Wissens heute größtenteils ohne funktionierende/schützende Bunker. Nun, im Zeitalter der Atomwaffen vielleicht auch verständlich. Oder doch nicht? Ist es gar „verwerflich“, diese Stätten nicht mehr zu „pflegen/instandzuhalten“, abzureißen oder zu veräußern? Was meint Ihr dazu?

18.01.2019 16:19
#2
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In den 80ern wurde ich als Soldat mal unter dem HBF einer westfälischen Großstadt in die Existenz und Beschaffenheit einer weitverzweigten Bunker/Luftschutzkeller-Anlage eingeweiht und eingewiesen. Auf meine Frage, wozu man so etwas im Atomwaffenzeitalter noch braucht, gab es von dem Einweiser (irgendein Katastrophenschutzamt) nur ein Schulterzucken und von meinem Kompaniechef einen bösen Blick. Also fragte ich ihn, ob er mir denn meine Frage beantworten könnte. Auch er blieb eine Antwort schuldig und lotste uns schnell in den nächsten Raum. Und guckte mich weiterhin böse an. LOL


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18.01.2019 17:09
#3
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Ich meine, zwischen Garnichts und einem umfassenden globalen Kernwaffenschlag gibt es viel dazwischen. Bei Letzterem ist wohl klar, daß Deutschland mittel- bis längerfristig nicht mehr besiedelbar sein wird bis auf wenige Regionen, in denen man mangels anderer Alternativen auch eine mehrfache als die z.Z. zugelassene Strahlendosis inkauf nimmt. Manche werden schon überleben und durchkommen. Für die Zwischenstufen siehe Tschernobyl. Dort leben auch Tiere, Säugetiere, und Wissenschaftler fast aller Bereiche untersuchen die längerfristigen Auswirkungen auf Pflanzen und die komplette Tierwelt. Da kann man sicher sein, daß auch hinsichtlich eines atomaren militärischen Supergaus hier Erfahrungen gewonnen werden, so makaber das auch klingt. Ebenso wie die Ergebnisse der Giftexperimente eines Dr. Mengele im KZ nicht komplett geschreddert wurden. Aus dieser Sicht halte ich es auch für nicht sinnlos, die Bunker so zu erhalten, daß sie zumindest mit wenig Aufwand wieder einsatzbereit sein können, auch bei konventionellen kriegerischen Ereignissen. Da braucht sich nur in oder in der Nähe der Stadt irgendein militärisches Objekt oder eine Firma befinden, die halbwegs wichtige militärische Güter herstellt bzw. herstellen kann und schon ist die Stadt ein Ziel. Wenn dabei ein Teil der Fachkräfte getötet wird, ist eines der Ziele des Angreifers schon erfüllt.


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18.01.2019 20:53
avatar  Ehli
#4
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Es lange her,aber es gab schon Bunker oder es wurden welche zu DDR Zeiten angelegt.
Ich weiß natürlich nicht mehr,ob es so eine Weisung gab,das Betriebe,ab einer bestimmten Größe,Schutzräume einrichten mussten.
Jedenfalls gab es Rettungs bzw. Sanitätszüge in den großen Firmen.
Im EKO Dresden Reick befand sich ein Bunker,unten in der Riesenesse,mit Betten,Trinkwassertank,Belüftung usw.
ES sollten auch einige Fußgängertunnel ruck zuck zu Luftschutzbunkern gemacht werden.

Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt.
Albert Einstein

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18.01.2019 21:00
avatar  Ehli
#5
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Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt.
Albert Einstein

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20.01.2019 14:13 (zuletzt bearbeitet: 20.01.2019 15:39)
avatar  krelle
#6
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Was den Lübecker Bunker in der Schwartauer Allee betrifft
- siehe u.a. hier: http://www.ln-online.de/Thema/S/St.-Lore...eltkriegsbunker
und hier: https://www.geschichtsspuren.de/datenban...r-Allee-28.html

so hatte ich am heutigen Vormittag die Gelegenheit, ihn mir von innen anzusehen. Ein paar Fotos habe ich "geknipst" und vielleicht sind diese für den einen und anderen von Interesse. Dank an Herrn Ahmet Kaya für die Erlaubnis, den Bunker zu betreten und Fotoaufnahmen zu fertigen.

21.01.2019 10:10
avatar  ( gelöscht )
#7
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( gelöscht )

#4
Ja stimmt.
Aber da gabs noch Mehrere.
Keine Angst wir müssten uns kennen, war da Lange in der Schäfertruppe bis ich als Meister nach DD-Nord ging.
MfG
Übrigens in der Dresdner Südvorstadt. hinter Hauptbahnhof gabs ein Gebäude da war ein sogenanntes Sonderprojektierungsbürau drin.
Die haben fast alle Bunkeranlagen für die DDR entworfen.
Wieso ich das weiß.
Nunja ich hatte als Junger Mensch da eine Beziehung hin.( Bau Ingenieurin :9 )
So schnell konntest du nicht mal einen Brief Lesen wie meine damalige Dienststelle informiert wurde.


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21.01.2019 18:05
avatar  RalphT
#8
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Als kleines Kind wurde mir immer erzählt, wenn Oma und Opa mal wieder Fliegeralarm hatten und in den Bunker mussten/durften. Irgendwie hatte ich damals immer etwas Angst auch mal dort hinein zu müssen.

Hier in Bremen gibt es auch noch viele Bunker aus dem Weltkrieg. Nur wurde davon einer leicht missbraucht:

https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-hemelingen-10000-cannabispflanzen-in-weltkriegsbunker-_arid,1782408.html


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21.01.2019 18:10
avatar  Mike59
#9
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Zitat von RalphT im Beitrag #8
Als kleines Kind wurde mir immer erzählt, wenn Oma und Opa mal wieder Fliegeralarm hatten und in den Bunker mussten/durften. Irgendwie hatte ich damals immer etwas Angst auch mal dort hinein zu müssen.

Hier in Bremen gibt es auch noch viele Bunker aus dem Weltkrieg. Nur wurde davon einer leicht missbraucht:

https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-hemelingen-10000-cannabispflanzen-in-weltkriegsbunker-_arid,1782408.html

So etwas nennt sich doch Konversion ? Oder? *lol*


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21.01.2019 18:12
avatar  RalphT
#10
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Bei der letzten Reservistenübung hatten wir bei Bremen den Bunker Valentin besucht. Auch wurde uns das Loch in der Decke gezeigt. Hier wurde jedem klar: Hier wurde richtig geklotzt. Richtig dicke Wände und es wurde versucht U-Boote, wie am Fließband zu produzieren.

Was hätte eigentlich son normaler Bunker ausgehalten? Ich glaube die normalen Fliegerbomben vielleicht. Aber die Bombe, die für den Bunker Valentin verwendet wurde, war schon eine Besondere.

https://www.denkort-bunker-valentin.de/startseite.html


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21.01.2019 18:15 (zuletzt bearbeitet: 21.01.2019 18:16)
avatar  RalphT
#11
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Hier noch ein Video vom Bunker:

https://www.youtube.com/watch?v=eR755qEBJmE


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21.01.2019 18:17
avatar  ( gelöscht )
#12
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( gelöscht )

Wer von Euch vor hat in der nächsten zeit nach Weimar zu fahren, es gibt in der Nähe des Ilm-Park einen Bunker aus der Zeit des 3. Reiches. Man sieht dort noch die Räume für die "Kriegsführung" und die Räume für die ziviele Bevölkerung.
Am meisten haben mich die Berichte der Menschen beeindruckt, welche in dem Bunker Schutz gesucht haben.

Der Bunker ist für die Besichtigung geöffnet, jedenfalls war er es als ich vor ca. 4 Jahren mir das angesehen habe.


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21.01.2019 18:26
avatar  Mike59
#13
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Das Thema Bunker haben wir ja immer mal wieder - für interessierte

Stasibunker als Ausflugsziel
Bunkerevent-Frauenwald
Die streng geheimen Bunker der DDR


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21.01.2019 18:48
avatar  Ehli
#14
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# 7
Klasse,ich war aber nur ab und zu bei euch als Aushilfe als Rangierer.
VG.Ehli

Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt.
Albert Einstein

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06.07.2020 10:53 (zuletzt bearbeitet: 06.07.2020 17:47)
avatar  spider
#15
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Zitat von Ehli im Beitrag #5
Habe noch was bei Wiki gefunden:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Bunkeranlagen
Naajaaa ... Die "Liste" hat zwar etwas für sich, scheint aber mit heißer Nadel gestrickt zu sein.

Begründung: Unter "Bundesland Brandenburg" fehlt der Bunker Hennickendorf bei Luckenwalde (Schutzbau 16/017). Das war nicht so ein unterirdisches Materiallager oder so, er besaß die Schutzklasse A. Von den 61 größeren Bunkern der DDR hatten ganze 4 (in Worten: vier!) diese höchste Schutzklasse. Da hätte man die 16/017 (zunächst Führungsstelle des Ministers f. Nat. Verteidigung, später Res.-FüST der obersten Führung) ruhig mit aufnehmen können.

Das meine zumindest ich.

Nachsatz im Sinne der Themenüberschrift: Bunker Hennickendorf 1990 von Bundeswehr übernommen, die konnten aber nicht wirklich etwas mit diesem "Rest des Kalten Krieges" anfangen. Inzwischen abgesoffen und sicher verplombt. Oberiridische Kasernenanlage schon viele Jahre umfunktioniert zu "Gemüsehof" (Spargelbauern).


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