Einsatz der Kampftruppen im August 1961

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15.12.2018 00:33von ( gelöscht )
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Einsatz der Kampftruppen im August 1961

Hallo,

ich suche nun schon den ganzen Abend, gibt es einen guten Bericht zum Einsatz der Kampftruppen bei der Schließung der Berliner Grenze im August '63?
Also aus Sicht der Männer, wie diese das erlebt haben:
- Wann wurden sie informiert?
- Wie wurden diese überwiegend eingesetzt (also nicht nur die an exponierten Stellen wie dem Brandenburg, sondern sagen wir mal Hennigsdorf, Falkensee oder Babelsberg)
- Wie war das Klima: aufgeheizt, ruhig?
- Wie viele Männer waren eingesetzt?
- Wie lange dauerte der Einsatz?

Viele Grüße,
Alexander

16.12.2018 18:24von exgakl
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Zitat von Freienhagener im Beitrag #14
Zitat von DoreHolm im Beitrag #12
................Sonst wäre es für die Westberliner allzu offensichtlich gewesen, daß sie keinen dritten Weltkrieg wert sind.

Die waren 1948/9 betroffen - jedoch nicht vom Mauerbau 1961.
Der richtete sich gegen die DDR-Bevölkerung, die vom "Abhauen" abgehalten wurde.
Für die Westberliner war die Grenze kein Hindernis
. Sie nutzten ganz selbstverständlich legale Wege sonstwohin.

Wem muß man das erklären?

1949 konnten die USA die Blockade Westberlins friedlich überwinden.
Dieser Sieg verhinderte ganz sicher 1961 eine Neuauflage der Blockade.


Überhaupt:
Wer generell gegen US-Aggressionen ist, der sollte eigentlich begrüßen, daß 1961 kein neuer WK provoziert wurde - schon im eigenen Interesse.


Also wenn ich mich recht erinnere war doch Westerberlin eingemauert bzw. eingezäunt... raus aus der Stadt war also schon mit einem gewissen Aufwand verbunden... so mal auf die Schnelle ins Brandenburgische war da auch nicht drin... aber wem erzähl ich das....

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16.12.2018 20:09von andyman
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Um ihren Käfig konnte man die Westberliner schon beneiden,deshalb wurde er auch gut bewacht.
Lgandyman

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16.12.2018 20:36von DoreHolm
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Zitat Gert # 13:Zwischen uns lagen entwicklungsbedingt Welten. Und mit einem hast du Recht, mein Elternhaus verordnete mir keine Infrarot Bestrahlung, ich konnte frei denken und mir meine eigene Meinung bilden. P.S.Das ist keine Rechtfertigung, keiner kann etwas für den Zeitpunkt seiner Geburt aber dein Gedankengespinst musste mal an die Realität angepasst werden wie sie wirklich zu der Zeit war und nicht wie das Parteilehrjahr sie "verkaufte ". Das Parteilehrjahr war ja eure Bildzeitung, jedenfalls die Wirkung ist heute noch spürbar.

Auch, und Du meinst allen Ernstes, daß nur antikommunistisch eingestellte Elternhäuser ihre Kinder zu selbständigem Denken erziehen können ? Auch wenn ich ein paar Jahre jünger war als Du, war mein Elternhaus vermutlich mehr in die Hintergründe politischer Entwicklungen eingebunden als Deine Eltern. Kann mich zwar irren, aber ich vermute es.

16.12.2018 21:04von ( gelöscht )
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #18
Zitat Gert # 13:Zwischen uns lagen entwicklungsbedingt Welten. Und mit einem hast du Recht, mein Elternhaus verordnete mir keine Infrarot Bestrahlung, ich konnte frei denken und mir meine eigene Meinung bilden. P.S.Das ist keine Rechtfertigung, keiner kann etwas für den Zeitpunkt seiner Geburt aber dein Gedankengespinst musste mal an die Realität angepasst werden wie sie wirklich zu der Zeit war und nicht wie das Parteilehrjahr sie "verkaufte ". Das Parteilehrjahr war ja eure Bildzeitung, jedenfalls die Wirkung ist heute noch spürbar.

Auch, und Du meinst allen Ernstes, daß nur antikommunistisch eingestellte Elternhäuser ihre Kinder zu selbständigem Denken erziehen können ? Auch wenn ich ein paar Jahre jünger war als Du, war mein Elternhaus vermutlich mehr in die Hintergründe politischer Entwicklungen eingebunden als Deine Eltern. Kann mich zwar irren, aber ich vermute es.

@DoreHolm
da ist er wieder der Zupackreflex, "wer nicht für uns ist gegen uns", ihr habt gut aufgepasst bei euren politischen Vorturnern. Warum ich das etwas bissig formuliere ?
Mit keinem Wort habe ich gesagt, dass mein Elternhaus antikommunistisch war. Nein, sie waren es nicht, aber sie waren kluge Leute und konnten die Wahrheit auf der Straße liegen sehen, und sie waren lernfähig denn Ulbricht und Konsorten haben die kleinen Handwerksbetriebe nicht gut behandelt.
Wenn dein Vater Kampfgruppenkommandeur oder ähnliches war, hast du Recht mit der Behauptung, dass er einen Informationsvorsprung hatte, das ist ganz klar. Denn mein Vater musste währenddessen arbeiten um die Básis für die Versorgung der Familie zu sichern. War nicht ganz einfach in einem Staat der den " privaten " Broterwerb verteufelte.

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16.12.2018 21:10von ( gelöscht )
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[quote="exgakl"|p695512][quote]

haste Recht, Karsten, aber mit etwa 2 Stunden Autofahrt ( oder dauerte der Transit noch länger ? ) durch das gelobte Land stand ihnen die Welt offen.
Mit dem Flieger 50 min nach Düsseldorf, ich glaube damals flog British Airways diese Strecke durch den Berlin Luftkorridor.
Aber Brandenburg war verschlossen, denn das Berliner Umland ist sehr schön, vor allem für Wasserratten und andere Wassersportler.

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16.12.2018 21:24von DoreHolm
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Wenn dein Vater Kampfgruppenkommandeur oder ähnliches war, hast du Recht mit der Behauptung, dass er einen Informationsvorsprung hatte, das ist ganz klar. Denn mein Gert # 19: Vater musste währenddessen arbeiten um die Básis für die Versorgung der Familie zu sichern. War nicht ganz einfach in einem Staat der den " privaten " Broterwerb verteufelte.

Ich hatte gedacht, Du kennst meine Vita bezüglich meines Elternhauses aus zahlreichen Beiträgen, aber scheinbar gibt es da eine Denksperre. Mein Vater war NIE Mitglied der Kampfgruppen, sondern angefangen als Produktionsarbeiter, dann BGL-Leitungsmitgleid, BGL-Vorsitzender, Abteilungsleiter, Stadtverordneter nebenbei, dann bis zum stellv. Kombinatsdirektor und Reisekader. Die haben natürlich alle nicht gearbeitet, stimmts ? Haben ihr Gehalt ja nur für´s Sesselpfurzen bekommen ?
Daß es Dein Vater als Selbständiger gerade zur damaligen Zeit schwer hatte, glaube ich nicht nur sondern weiß es (auch Handwerksmeister in der Verwandtschaft).

Kenne das aus unserem Betrieb auch. Da gab es auch welche, die fest der Meinung waren, daß nur sie arbeiten und die Kittelträger nichts als Schmarotzer sind, ohne denen es ihnen besser ginge. Allen Ernstes, die gab es.
So, aber ich denke, wir nerven die anderen User hier langsam mit unserem Meinungsgefecht. Soll jeder seine Ansicht behalten.

16.12.2018 21:28von DoreHolm
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Zitat von Gert im Beitrag #20
[quote="exgakl"|p695512][quote]

haste Recht, Karsten, aber mit etwa 2 Stunden Autofahrt ( oder dauerte der Transit noch länger ? ) durch das gelobte Land stand ihnen die Welt offen.
Mit dem Flieger 50 min nach Düsseldorf, ich glaube damals flog British Airways diese Strecke durch den Berlin Luftkorridor.
Aber Brandenburg war verschlossen, denn das Berliner Umland ist sehr schön, vor allem für Wasserratten und andere Wassersportler.


Kann ich nachvollziehen. Ein Kunde von mir in WB schwärmte geradezu davon, wie ungehindert und frei er nun seine Radtouren in´s Umland unternehmen kann.

16.12.2018 21:42von ( gelöscht )
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #21
Wenn dein Vater Kampfgruppenkommandeur oder ähnliches war, hast du Recht mit der Behauptung, dass er einen Informationsvorsprung hatte, das ist ganz klar. Denn mein Gert # 19: Vater musste währenddessen arbeiten um die Básis für die Versorgung der Familie zu sichern. War nicht ganz einfach in einem Staat der den " privaten " Broterwerb verteufelte.

Ich hatte gedacht, Du kennst meine Vita bezüglich meines Elternhauses aus zahlreichen Beiträgen, aber scheinbar gibt es da eine Denksperre. Mein Vater war NIE Mitglied der Kampfgruppen, sondern angefangen als Produktionsarbeiter, dann BGL-Leitungsmitgleid, BGL-Vorsitzender, Abteilungsleiter, Stadtverordneter nebenbei, dann bis zum stellv. Kombinatsdirektor und Reisekader. Die haben natürlich alle nicht gearbeitet, stimmts ? Haben ihr Gehalt ja nur für´s Sesselpfurzen bekommen ?
Daß es Dein Vater als Selbständiger gerade zur damaligen Zeit schwer hatte, glaube ich nicht nur sondern weiß es (auch Handwerksmeister in der Verwandtschaft).

Kenne das aus unserem Betrieb auch. Da gab es auch welche, die fest der Meinung waren, daß nur sie arbeiten und die Kittelträger nichts als Schmarotzer sind, ohne denen es ihnen besser ginge. Allen Ernstes, die gab es.
So, aber ich denke, wir nerven die anderen User hier langsam mit unserem Meinungsgefecht. Soll jeder seine Ansicht behalten.




ich will das auch nicht weiter vertiefen aber nach meiner Kenntnis war Kampfgruppenkommandeur eine Freizeitbeschäftigung und kein Beruf gegen Bezahlung, oder liege ich da falsch?

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16.12.2018 21:55von DoreHolm
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Gert # 23:
ich will das auch nicht weiter vertiefen aber nach meiner Kenntnis war Kampfgruppenkommandeur eine Freizeitbeschäftigung und kein Beruf gegen Bezahlung, oder liege ich da falsch?

Da liegst Du richtig. Hauptamtlich wohl nur ab einer Größenordnung, die wohl Batailionsgröße entspricht, nehme ich an. Die Eintagesübungen fanden, so meine Kenntnis, immer an einem Sonnabend statt. Unsere Zweitagesübungen begannen Freitag und gingen bis Sonnabend Spätnachmittag, aber wegen der Zusammenlegung waren es da eben nur zwei oder drei Übungen pro Jahr. Zusätzlich dann de obligatorsiche Schießübung ein Mal jährlich und das war dann das Gruppengefechtsschießen auf Papp-Klappscheiben.

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17.12.2018 10:34von ✝thomas 48
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Was geschah mit den Ostberliner die in Westberlin gearbeitet haben?

17.12.2018 10:45von ( gelöscht )
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Zitat von thomas 48 im Beitrag #25
Was geschah mit den Ostberliner die in Westberlin gearbeitet haben?

Ganz einfach.
Die arbeiteten dann eben nicht mehr dort, weil die Grenze dicht war, sondern zukünftig
in ihrer sozialistischen Heimat.
Oder blieben vereinzelt auch drüben, falls sie gerade dort waren .
Ausnahmen gab es z.B. bei der Bahn.

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17.12.2018 12:13von Freienhagener
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Zitat von andyman im Beitrag #17
Um ihren Käfig konnte man die Westberliner schon beneiden,deshalb wurde er auch gut bewacht.
Lgandyman


Westberlin wurde staatlich gefördert und hatte eine überragende Kulturszene.
Die Alten schwärmen noch heute von der Zeit.
Schon damals zog es viele westdeutsche "Landeier" dort hin, auch auf der Flucht vor dem Wehrdienst.

(Das habe ich nur aus den Medien. Aber ich bin mir sicher, daß es stimmt.)

Randgebiete in der DDR waren nach der Trennung von der Stadt jedenfalls am A. der Welt.

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17.12.2018 12:47von ( gelöscht )
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Zitat von Freienhagener im Beitrag #27
Zitat von andyman im Beitrag #17
Um ihren Käfig konnte man die Westberliner schon beneiden,deshalb wurde er auch gut bewacht.
Lgandyman


Westberlin wurde staatlich gefördert und hatte eine überragende Kulturszene.
Die Alten schwärmen noch heute von der Zeit.
Schon damals zog es viele westdeutsche "Landeier" dort hin, auch auf der Flucht vor dem Wehrdienst.


(Das habe ich nur aus den Medien. Aber ich bin mir sicher, daß es stimmt.)

Randgebiete in der DDR waren nach der Trennung von der Stadt jedenfalls am A. der Welt.


dies wäre mein Plan B gewesen, wenn man mich zur BW eingezogen hätte. Ich dachte mich tritt ein Pferd, asl ich einige Monate nach meiner Flucht eine Aufforderung zur Musterung bekam. Zum Glück hatte ich meinen DDR Wehrpass mit genommen , in dem ja dokumentiert war, dass ich "jedient" hatte. Ich wurde gemustert und bekam einen 2. deutschen Wehrpass. Gleichzeitig sagte der Offizier in der Musterungskommission, ich müßte nicht mit einer Einberufung rechnen, da ich bereits militärisch ausgebildet war. So war es , habe nie wieder etwas von der BW gehört.heute bin ich 7.Ersatzreserve oder so ähnlich

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17.12.2018 13:06von Freienhagener
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Eine absurdes Beispiel deutscher Bürokratie.

Nur die Einberufung des gefaßten und verurteilten DDR-Flüchtlings Hebestreit zum Dienst an der Berliner Mauer war noch verrückter....

17.12.2018 14:07von eisenringtheo
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Zitat von Freienhagener im Beitrag #27
(...)
Schon damals zog es viele westdeutsche "Landeier" dort hin, auch auf der Flucht vor dem Wehrdienst.

(Das habe ich nur aus den Medien. Aber ich bin mir sicher, daß es stimmt.)

Randgebiete in der DDR waren nach der Trennung von der Stadt jedenfalls am A. der Welt.

Das Berliner Besatzungsrecht der Alliierten untersagte--gestützt auf das Potsdamer Abkommen -- allen Berlinern den Dienst an der Waffe; Waffenbesitz war verboten. Wer schon vor der Einberufung zur Musterung in Westberlin wohnte, war aus dem Schneider. Wer aber schon wehrpflichtig war, blieb auch nach dem Umzug nach WB wehrpflichtig, wenn er keine Bewilligung des Kreiswehrersatzamtes hatte. Die bekam man nicht, weshalb man von Reisen in die BRD absehen sollte, wenn man bald wieder nach WB zurück wollte.
Wie auch immer, Wehrpflichtige mussten sich bewusst sein, dass sie immer mit einer Änderung der aktuellen Praxis rechnen mussten, das heißt einem Verstoss gegen das alliierte Besatzungsrecht. Mit großen Protesten der Alliierten hätten man nicht rechnen müssen, schon gar nicht durch Sowjets, denn diese hatten auch nichts dagegen, dass Ostberliner in die NVA mussten.

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