Welche bundesdeutschen Unternehmen profitierten von dieser menschenverachtenden DDR-Grenze?

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03.12.2018 23:24von Westfale63
Frage
Welche bundesdeutschen Unternehmen profitierten von dieser menschenverachtenden DDR-Grenze?

Ich selbst sah in den 80ern Fahrzeuge der westdeutschen Baufirma Heitkamp bei Bauarbeiten an der Grenze, also auf DDR-Seite.
Und hier https://www.youtube.com/watch?v=6uBT7cXWibw&list=RDQMcGj9Y0F4sdk&index=13 ist von der westdeutschen Firma Krupp die Rede.
Gab es neben Heitkamp und Krupp weitere bundesdeutsche Unternehmen, die als Dienstleister für die DDR tätig waren und an dieser menschenverachtenden Grenze Geld verdienten?

01.11.2019 12:46von Hohenstücken7072
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Zitat von Gert im Beitrag #193
...@Hohenstücken7072 ist in Post # 189 genau beschrieben, die Vermarktung managte die DEMAG Baumaschinen Düsseldorf, vermutlich nicht nur D sondern gesamte EU


Klar aber "DEMAG Baumaschinen Düsseldorf" mit der Vermarktung ist schon die 2. Instanz der Verteilung. Was mit guten weltmarktfähigen Produkten geschah, entschied zuallererst, ich vermute die Bezeichnung ist richtig, die staatliche 'Plankommission'. Nämlich nach dem Aspekt, harte Währung ist lebensnotwendig fur die Republik. Als nächstes war es die Hilfe für bestimmte Länder, die man 'im Kampf' unterstützt hat(auch ohne harte Währung, eventuell im Tausch gegen Rohstoffe) und der klägliche Rest verblieb dann im Inland für die eigene Bauwirtschaft. Beispiele sind u.a. auch die Bedarfsabdeckung der eigenen Volkswirtschaft mit neuen W50, L60...
Dafür führten wir dann solche Produkte ein wie Krass-Kipper mit derem enormen Treibstoffverbrauch bei konstant jährlich reduzierter Sprit- und auch Dieselkontigentierung.

Ansonsten herrschte doch prinzipiell Mangel an neuer moderneren Technik in der Bauindustrie, Bauwirtschaft.
Thema Betonmischer. Vernünftige Mischer begannen ab 250 Liter Zwangsmischern. So etwas gab es überhaupt nicht in der DDR im unteren Bausektor. Es wurden Mischanlagen errichtet mit 250 oder 500 Liter Freifallmischer. Im Mörtelsektor versandte man einzelne Waggons oder auch ganze Züge mit Sand, so wie er aus dem Boden geholt wurde, transportierte ihn zu Zwischenlagern, später zu den Baustellen und Bauarbeiter hatten dann als ewige Tagesaufgaben nur eines zu tun, Sand sieben...und mindest ein Fünftel der Gesamttonnage in später wieder zu verfüllende Bauwerksarbeitsräume zu verbringen.

Hätte unsere damalige Baufirma, eine ZBO mit knapp 250 Leuten(beginnend bei eigener Projektierung inkl. Statiker und Baugrundsachverständigem, einer Hoch- und Tiefbauabteilung, einer Abteilung für die technische Gebäudeausrüstung, eigenem Baumaschinen- und Fuhrpark) auch nur einen dieser 20(25) Tonnen Mobilkrane von Gottwald besessen, wir wären die Größten gewesen.

Ich möchte zum Verständnis erwähnen, dass wir z.B. in immer mehr in staatliche Bauvorhaben wie den Wohnungsbau, den Gesellschaftsbau, sogar den Industriebau(wir bauten so z.B. auch an den Piesteritzer Harnstoffwerken-lange her-mit) einbilanziert wurden...die Technik blieb die Alte.

Und dies nicht genug, jeden Winter hatten wir zeitweise unsere Mobilkrane an die größeren Heizhäuser der örtlichen Industrie wie z.B. die der "Möve" in Mühlhausen abzustellen. Für was denn wohl...als Notstromlieferanten...nach der Lehre aus der Winterkatastrophe 1979. Noch nicht mal genügend Notstromaggregate standen zur Verfügung. Unser Honecker aber ließ sich währenddessen weiter fleißig feiern, in Berlin, wo auch ab und zu vernünftiges Hebezeug zu sehen war...

Dies alles schreibe ich nicht, weil ich die DDR hasse, nein, dies tue ich ganz gewiss nicht, garantiert!

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04.12.2018 01:10von passport
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Etwas zur Überschrift.

Was soll menschenverachtend an der Grenze gewesen sein ? 40 Jahre hat sie den Frieden in Europa gesichert. Nach dem "Fall der Mauer" fingen die Konflikte und Kriege in Europa erst an. Jetzt gab es keinen politischen/militärischen Gegenpol mehr. Es hat danach mehr Tote und Verletzte gegeben als jemals an der DDR Grenze. Alleine der Yugoslawienkrieg kostete ca. 100 000 Opfer. Bei den NATO-Angriffen wurden rund 5000 Personen getötet.
Und wie würdest Du die Grenze zwischen Türkei und Griechenland bezeichnen? Bis 2011 lagen dort Panzer und Personenminen. Zwischen 1990 und 2005 waren dort 74 Todesopfer zu beklagen. Und das zwischen Natopartnern. Hast Du einen Aufschrei von Politiker, Presse, Rundfunk usw. gehört ?

https://www.landmine.de/archiv/oeffentli...nland-kein.html

Achso, was Deine Frage betrifft. Fast alle großen Konzerne Europas haben Geschäfte mit der DDR getätigt. Zum beiderseitigen Nutzen.

Dazu ein politisch-satirischer Beitrag von V. Pispers ab Min. 06.25. Aber der Rest ist auch gut.

https://www.youtube.com/watch?v=xwsPyMNucDI



passport

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04.12.2018 02:13von Kalubke
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Was haben denn die Westfirmen auf der Osteite genau gebaut? Gings da konkret um Grenzsperranlagen, oder um irgedwelche grenzüberschreitende Infrastruktur (Gräben, Wasserdurchlässe etc.)?

04.12.2018 07:20von ( gelöscht )
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Jetzt kam es natürlich wieder "40 Jahre hat die Grenze den Frieden gesichert", wurde uns ja bei diversen politischen Seminaren so eingetrichtert, ich würde meinen diesen Frieden hat die beiderseitige Anhäufung von Atomwaffen gesichert, die Grenze sicherte eher ab das unser Politbüro in Berlin jemanden mit seiner segensreichen Politik beglücken durfte, ohne wäre wohl fast keiner mehr da gewesen zur Beglückung.
Die zur Friedenssicherung benötigten Streckmetall-Zaunelemente und teilweise Elektronik soll wohl damals der Klassenfeind beigesteuert haben, liest man jedenfalls hier und da.
Bei den angesprochenen direkten Bautätigkeiten am Schutzwall durch Westfirmen bin ich mal eher skeptisch.

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04.12.2018 09:29von ( gelöscht )
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Die Brücke zu der neuen GÜST Wartha wurde von Firmen aus der BRD gebaut.

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04.12.2018 10:02von Mike59
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Zitat von Westfale63 im Beitrag #1
Ich selbst sah in den 80ern Fahrzeuge der westdeutschen Baufirma Heitkamp bei Bauarbeiten an der Grenze, also auf DDR-Seite.
Und hier https://www.youtube.com/watch?v=6uBT7cXWibw&list=RDQMcGj9Y0F4sdk&index=13 ist von der westdeutschen Firma Krupp die Rede.
Gab es neben Heitkamp und Krupp weitere bundesdeutsche Unternehmen, die als Dienstleister für die DDR tätig waren und an dieser menschenverachtenden Grenze Geld verdienten?

Wunderbar - das ist ein sehr dankbares Thema.
Vermutlich auch einer der Gründe das es wie Ebbe und Flut immer wieder hier (und in anderen Foren) auftaucht.
Ich persönlich liebe es.
Wir hatten (oder haben eventuell auch noch) einen User, der einen glaubwürdigen Augenzeugen zitierte, welcher Stein und Bein schwor, das W50 mit Anhänger in milit. grün den Streckmetall in Kassel bei einer dort ansässigen Firma direkt abgeholt haben.
Ich bin schon jetzt erfreut über die neuen Erkenntnisse welche mit diesem Tread zu Tage gefördert werden.

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04.12.2018 10:28von Sperrbrecher
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Zitat von passport im Beitrag #2

Was soll menschenverachtend an der Grenze gewesen sein ? 40 Jahre hat sie den Frieden in Europa gesichert.

Inwiefern hat diese Grenze den Frieden gesichert?
Wieso wäre es denn zum Krieg gekommen, wenn die DDR infolge von Bevölkerungsmangel, einfach aufgehört hätte zu existieren?

Diese Grenze wurde doch lediglich dazu gebaut, um die Bewohner Mitteldeutschlands am Weggehen zu hindern. Wenn man diese
Mauer nicht gebaut hätte, dann wäre die DDR doch schon bald menschenleer gewesen. Im Sommer 61 kamen tagtäglich mehr als
3.000 Menschen nach West-Berlin. Rechne Dir doch mal aus, wie lange das noch gedauert hätte, bis die DDR aufgehört hätte zu
bestehen.

Dieser Unsinn der da immer verbreitet wurde, dass die Mauer als "antifaschistischer Schutzwall" nur dazu gedient hätte einen Angriff
abzuwehren, ist eine Beleidung der Intelligenz eines jeden halbwegs normal denkenden Menschen. Auch den strammsten Kommunisten
war doch klar, dass dieses Bauwerk keinesfalls in der Lage gewesen wäre, einer militärischen Attacke standzuhalten. Am Aufbau der
Sicherungsanlagen war doch auch für den Dümmsten offensichtlich erkennbar, dass sie nur dazu dienten, ein illegales passieren dieser
Grenze in Richtung Westen weitgehend unmöglich zu machen

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04.12.2018 10:30von ( gelöscht )
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Zitat von bürger der ddr im Beitrag #5
Die Brücke zu der neuen GÜST Wartha wurde von Firmen aus der BRD gebaut.



das ist richtig, ich meine es war Hochtief AG, bin während der Bauarbeiten 1 oder 2x unter der Baustelle hindurchgefahren. Die Straße kam vom alten Grenzübergang Wartha.

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04.12.2018 11:53von Freienhagener
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Der Frieden war gesichert, als die SU das Atomwaffenmonopol der USA brach.
Jeder kennt den Begriff "Gleichgewicht des Schreckens".

Der besondere Ausbau der Grenze erfolgte aus anderen Gründen, die jeder kennt, ausgerichtet Richtung eigenes Land, so wie vorrangig unser Dienst. "Grenzverletzer" waren nach dem offiziellem Verständnis vor allem Flüchtlinge.

Das wissen auch Diejenigen, die andere Aspekte vorschieben. Wer führende Verantwortung trug, muß wissen, was jeder Soldat am Kanten täglich als primär erkennen konnte, bereits bei der Vergatterung.

Diese bundesdeutschen Unternehmen haben jedenfalls kein Material zur Friedenssicherung geliefert.

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04.12.2018 15:51von berlin3321
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Gab es da nicht auch eine Firma aus dem Westen die eine ganze chemische Fabrik gebaut haben? Die Bauarbeiter wohnten da im Block, Kontakt zu der Bevölkerung war nicht gern gesehen.

Der Bauleiter durfte dann antreten, die Leute wurden dann nach Hause geschickt.

Wimre gab's da auch Schleusungen, die Freundin wurde in einem Schrank ausgeschleust.

Am Sonntag den Schrank für Eigenbedarf eingeführt, am Fr wieder ausgeführt. Auf Nachfrage der Grenzer warum, wieso hieß es, passt nicht.

Gibt dazu, glaube ich, ein Youtube Video.

Edit: Das Video



MfG Berlin

04.12.2018 16:23von ( gelöscht )
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Zitat von berlin3321 im Beitrag #10
Gab es da nicht auch eine Firma aus dem Westen die eine ganze chemische Fabrik gebaut haben? Die Bauarbeiter wohnten da im Block, Kontakt zu der Bevölkerung war nicht gern gesehen.

Der Bauleiter durfte dann antreten, die Leute wurden dann nach Hause geschickt.

Wimre gab's da auch Schleusungen, die Freundin wurde in einem Schrank ausgeschleust.

Am Sonntag den Schrank für Eigenbedarf eingeführt, am Fr wieder ausgeführt. Auf Nachfrage der Grenzer warum, wieso hieß es, passt nicht.

Gibt dazu, glaube ich, ein Youtube Video.

Edit: Das Video



MfG Berlin


ja das war mein damaliger AG , nämlich die Farbwerke Hoechst AG, die der DDR eine schlüsselfertgie PVC Fabrik bauten. In Schkopau war das glaube ich, bin nicht sicher wg des Standortes. Bezahlt wurde die Fabrik aus der laufenden Produktion in der DDR durch die Lieferung von PVC Granulaten. Projektand war die Firma Uhde GmbH In Dortmund, ein Ingenieurbüro das komplette Chemieanlagen projektierte. Das Büro gehörte der Hoecht AG.

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04.12.2018 17:37von berlin3321
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Westfale, kannst Du mal den Link in #1 reparieren?

MfG Berlin

04.12.2018 18:52von 94
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Was gefällt nicht an dem Link, schonemal mit anklicken probiert?

Zum Thema würde vielleicht noch das Stichwort EA111 gehören. Der B1000-1 mit BM880 kam ja noch kurz vor ultimo in die Truppe. Den richtigen Profit für diesen kapitalistischen Ausbeuterstaatskonzern VW gabs dann allerdings erst von der Treuhand.

P.S. Achso, die Überschrift finde ich bissel reißerisch, nicht gerade Ansporn für sachliche Diskussionen. Da kann ich #6 nur zustimmen.

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94
04.12.2018 19:22von berlin3321
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Hmm, jetzt geht's.....komisch.

MfG Berlin

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