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#41

RE: Oststurm - als Polen die " Berliner Mauer " zum Wanken brachten

in Mythos DDR und Grenze 27.11.2018 14:47
von DoreHolm | 10.446 Beiträge | 15312 Punkte
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Zitat von Hanum83 im Beitrag #39
Also ist das eine Legende das bei uns so gut wie niemand in den Westen durfte, weil das die Russen dem Politbüro befohlen hätten?
Die Pfefferköpfe um Ulbricht und Honecker haben das also wie vermutet alles selber ausgeheckt.

Obwohl, die anderen Vasallen der Sowjetunion hatten vielleicht doch ein wenig noch eigene Entscheidungsfreiheit.
Wir hatten zwar einen Namen verpasst bekommen und waren so eine Art von eigener Staat für die Galerie, aber im Grunde genommen waren wir ja doch bis 1990 die sowjetisch besetzte Zone in Deutschland als Folge des WK wo so gut wie nichts ging, bis Gorbatschow, was nicht in Moskau abgesegnet wurde.
Musste nicht Honecker erst mal bei den Chefs vorsichtig nachfragen ob er Ulbricht absägen durfte?
Ich glaube auch nicht das der Ulbricht 73 an Altersschwäche gestorben ist, Honecker traue ich zu das der dem was ins Essen rühren ließ.


Das wäre mir, aus allen Erlebnissen und bekanntgewordenen Fakten, daß die SU, was die Reiseerlaubnisse in das NSW für Bürger betraf, hier irgendwie die Entscheidung hatten, neu. Weder bei Bekannten noch Kollegen, die aus privaten Gründen fuhren, gab es dafür irgendein Zeichen, auch nicht bei einer Ablehnung. Hatte aus persönlichem Erleben über die mir bekannt gewordenen Hintergründe der Nicht-Genehmigung einer Cuba-Reise geschrieben. Mein Vater war Reisekader, war wegen böser Zuträgerei eines IM zeitweise davon entbunden, aber später wieder eingesetzt aus fachlichen Gründen. Stets hatten die Entscheidungen bei Dienstfahrten beim MfS gelegen. Wäre auch nicht logisch nachvollziehbar, daß sich die Genossen vom Politbüro der KPdSU oder des KGB noch mit solchen Banalitäten befassten.
Daß Reisetätigkeit privater Natur versucht wurde, so weit wie möglich klein zu halten, hatte vor allem auch handfeste ökonomische Gründe. Es war einfach nicht möglich, einem Vielfachen der DDR-Bürger genug Devisen zur Verfügung zu stellen, um sie nicht dauernd als arme Bettelstudenten im Westen vor ihrer Verwandschaft erscheinen zu lassen. So auch die Aussagen meines Vaters damals, mit dem ich mal über diese Frage sprach. Ich glaube ihm das unbesehen, hatte er doch auf Grund seiner gesellschaftlichen Position in der Wirtschaft einiges Insiderwissen.


berndk5 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.11.2018 14:54 | nach oben springen

#42

RE: Oststurm - als Polen die " Berliner Mauer " zum Wanken brachten

in Mythos DDR und Grenze 27.11.2018 14:53
von DoreHolm | 10.446 Beiträge | 15312 Punkte
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Hallo berndk5, hatte nach Deinem Bedankenknopf noch einen Zusatz reingegeben.


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#43

RE: Oststurm - als Polen die " Berliner Mauer " zum Wanken brachten

in Mythos DDR und Grenze 27.11.2018 15:27
von berndk5 | 1.853 Beiträge | 14969 Punkte
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #41
Das wäre mir, aus allen Erlebnissen und bekanntgewordenen Fakten, daß die SU, was die Reiseerlaubnisse in das NSW für Bürger betraf, hier irgendwie die Entscheidung hatten, neu.
Bezug nehmend auf Deinen Beitrag #41 muss ich sagen @DoreHolm , dass nicht alles das was Du nicht wusstest oder nicht bemerkt hast auch nicht vorhanden war.
Wenn da in der Abteilung PM =Pass- und Meldewesen des VPKA=VolksPolizeiKreisAmtes nun nicht gerade ein sowjetischer Uniformierter saß, so heißt es doch nicht, dass kein Einfluss genommen wurde.
Es gibt auch in den letzten Wochen in anderen Themen im Forum recht umfangreiche Hinweise dazu, wie das da so mit dem Einfluß auf viele Entscheidungen der DDR-Regierung aus Moskau tatsächlich war.
Es gab wohl kaum eine sowjetische Einzelfall-Prüfung, gundsätzliche Regelungsvorgaben wohl schon.
Bitte dazu mal im Forum stöbern. Auch bei Anordnungen zum Grenzregime und Zeugenaussagen in Verfahren gegen die Grenzsicherung nach der Wende müsste man fündig werden.
Clevere User können sich auch noch mit Tipp`s und Verlinkungen helfen.
Vielen Dank schon jetzt dafür.

Den Beitrag #42 hab ich ja wohl jetzt mit erledigt @DoreHolm ?


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bis 1990 GR-1 und GKK-304, danach Bundeswehrkommando -OST- Sitz Erfurt; gedient in: Harbke,Lauchröden,Grossensee,Berka/Werra, Ifta, Schnellmannshausen und Treffurt; Mauerabbau in Berlin und Grenzanlagen-Rückbau in Thüringen;
02_24 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.11.2018 15:29 | nach oben springen

#44

RE: Oststurm - als Polen die " Berliner Mauer " zum Wanken brachten

in Mythos DDR und Grenze 27.11.2018 16:27
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Zitat von berndk5 im Beitrag #43
[quote="DoreHolm"|p693144]Das wäre mir, aus allen Erlebnissen und bekanntgewordenen Fakten, daß die SU, was die Reiseerlaubnisse in das NSW für Bürger betraf, hier irgendwie die Entscheidung hatten, neu.


Es gab wohl kaum eine sowjetische Einzelfall-Prüfung, gundsätzliche Regelungsvorgaben wohl schon.



Wie sahen denn die grundsätzlichen Regelungsvorgaben aus ? Ich habe von entsprechenden Vorgaben bis heute nichts gehört.


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#45

RE: Oststurm - als Polen die " Berliner Mauer " zum Wanken brachten

in Mythos DDR und Grenze 27.11.2018 17:55
von B Man | 420 Beiträge | 1518 Punkte
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der alte Schlesier

Zitat
die Ossis waren schlimmere Kommunisten wie die Russen


Etwas in der Art habe ich schon öfter von Osteuropäern gehört.

Wenn die Deutschen etwas machen, dann machen sie es gründlich.

Das was von vielen hier beklagt wird, das heute EU Vorgaben sofort mit Punkt und Komma durchgesetzt werden, war in der DDR nicht anders.Man wollte immer Klassenbester sein, während andere sagten
jaaa
hmmm
jaa wir machen da mal was

bei dem es dann oft geblieben ist.


Gruss Andreas


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#46

RE: Oststurm - als Polen die " Berliner Mauer " zum Wanken brachten

in Mythos DDR und Grenze 27.11.2018 18:42
von Sperrbrecher | 3.785 Beiträge | 14128 Punkte
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Zitat von B Man im Beitrag #45
die Ossis waren schlimmere Kommunisten wie die Russen

Nein, schlimmere Kommunisten als die Russen.

Genau so wie, aber anders als.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie bewegte sich in engen Grenzen !
IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.11.2018 18:47 | nach oben springen

#47

RE: Oststurm - als Polen die " Berliner Mauer " zum Wanken brachten

in Mythos DDR und Grenze 27.11.2018 20:00
von Zkom IV | 455 Beiträge | 898 Punkte
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@eisenringtheo

tolles Bild, wo du das nur immer so findest ?

Genau das war unser Problem. Das Bild zeigte es sehr deutlich.
Weil:
Das wichtigste in Dreilinden war immer : Der Transit Verkehr MUSS rollen. Daher war es nicht gern gesehen z.B. direkt in der Spur
Kontrollen durchzuführen. Das sollte grundsätzlich in einer besonderen Spur erfolgen.
Bei dem Andrang wurde das schwierig. Es musste Personal her, was so nicht vorgesehen war.
Daher mussten wir aus dem Zkom bei der GKSt oft aushelfen.

Es hat uns jungen "Hüpfern" damals viel Spass gemacht, mal richtig zöllnersich tätig zu werden, so wie an einer "richtigen" Grenze.
Es war schwierig die bundesdeutschen Vorgaben bei der Kontrolle zu erfüllen, denn es gab und gibt ja ein sog. Steuergeheimnis.
Soll heißen: Nicht jeder sollte sehen dürfen, was wir da aus den Koffern alles so auspacken.
Darauf war die GKSt Dreilinden in keinster Weise vorbereitet.
Hatten wir früher mal vereinzelt solche Fälle wurden die, genau wie in Drewitz oder Marienborn, in eine Durchsungshalle gebracht,
wo dann ausgiebig kontrolliert werden konnte.
Das war bei diesem Ansturm natürlich nicht möglich.
Es wurde z.T. versucht mit provisorischen Stellwänden einen Einblick der anderen Reisenden zu verhindern, war aber nur Makulatur.

Ich kann mich erinnern, dass die PKE versucht hat, den Rückstau aufzulösen, indem sie aus der linken Fahrspur zwei gemacht haben, indem die Fahrzeuge dicht nebeneinandergedrängt bis an den Strich unter der Königswegbrücke geleitet wurden.
Tolle Idee, aber damit konnten wir nun gar nicht arbeiten, weil die entsprechenden Abfertigungsspuren incl. das dazu benötigte Personal nicht vorhanden waren.
Ende vom Lied:
Diese zweite "erzwungene Spur" wurde von uns mittels "Lübecker Hütchen " am Strich gestoppt und wieder auf eine Spur reduziert.
Folge:
Der Rückstau in das Gebiet zwischen GÜSt Drewitz und GKSt Dreilinden blieb weiterhin bestehen.
Ich denke mal, dass dieser Rückstau den Verantwortlichen der GÜSt natürlich nicht genehm war, zumal dass mit Sicherheit auch Auswirkungen auf die Abfertigung auf der Ostseite gab.
Leider gab es damals nicht die Möglichkeit dies zwischen den beiden Übergangsstellen mal irgendwie sachlich zu besprechen.

Gruß Frank


Rudi66 und eisenringtheo haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#48

RE: Oststurm - als Polen die " Berliner Mauer " zum Wanken brachten

in Mythos DDR und Grenze 27.11.2018 20:27
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #36
Zitat von Zkom IV im Beitrag #32
Auch uns stellten diese neuen verkehrsströme vor ungeahnte Probleme.
Alle polnischen Fahrzeuge die in Berlin (West) eintrafen mussten hier in zweierlei Hinsicht kontrolliert werden.
Als erstes die Zollkontrolle, welche ja je nach Ermessen, länger, kürzer oder auch gar nicht stattfinden musste.
(...)
Gruß Frank


Es gibt Bildaufnahmen des MfS aus dem Jahre 1988 oder 1989, in denen man einen großen Rückstau bei Dreilinden sieht, der weit bis in die DDR zurückreicht. Könnten das die Polen sein ?
https://www.stasi-mediathek.de/medien/lu...inden/blatt/74/



Auch noch Filmaufnahmen,ohne Stasi:


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#49

RE: Oststurm - als Polen die " Berliner Mauer " zum Wanken brachten

in Mythos DDR und Grenze 27.11.2018 22:19
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#40

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #40
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #36

Es gibt Bildaufnahmen des MfS aus dem Jahre 1988 oder 1989, in denen man einen großen Rückstau bei Dreilinden sieht, der weit bis in die DDR zurückreicht. Könnten das die Polen sein ?
https://www.stasi-mediathek.de/medien/lu...inden/blatt/74/

In Dreilinden wie auch an anderen Güst der Transitstrecken stauten sich die Fahrzeuge der "Wessis", und das ganz besonders zu Feiertagen
und zur Urlaubszeit.


Ja, aber im "normalen" Transit- und Einreiseverkehr war der stauverursachende Engpass die DDR-Abfertigung, auch wenn die Schlange dann rückwärts bis zur westlichen Abfertigungsstelle reichte. Also Fahrtrichtung genau entgegengesetzt zu dem - sehr interessanten - Foto.

Gruss Wolfgang


Sperrbrecher hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#50

RE: Oststurm - als Polen die " Berliner Mauer " zum Wanken brachten

in Mythos DDR und Grenze 27.11.2018 23:01
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Ja, aber im "normalen" Transit- und Einreiseverkehr war der stauverursachende Engpass die DDR-Abfertigung,

Kann hier nur für die Güst Marienborn/A. schreiben. Im normalen (was auch immer das heissen soll)Reise oder Transitverkehr gab es in Abfertigung entsprechend der vorgegebenen Norm keine Staus. Dafür gab es entsprechend Normen bei der Abfertigung des Reiseverkehrs. Diese Normen waren Grundlage für die Öffnung / Besetzung der Abfertigungstrakte. Die Abfertigungsdurchläufe wurden überwacht durch den TV, GF, TÜ, Zgf. und bei Sonderlagen durch die PKE-Leitung /Abteilungsleitung. Alles musste dokumentiert und im Lageplan festgehalten werden. Diese mussten aussagekräftig auch gegenüber der Transitkommission sein. Entsprechend der Grundlagen des Transitabkommens hatte diese Verkehrsart Vorrang in der Abfertigung. Bei Großlagen im vertragsgebundenen Transit, wie der Kirchentag 1989 in WB, wurden durch die PKE-Leitung z.B. entsprechende Einsatzpläne angefertigt. Die entsprechenden eingeleiteten Maßnahmen wurden durch die Abteilungsleitung im Vorfeld und nach Aktionsende ausgewertet. Natürlich hat jede Güst Kapazitätsgrenzen. Wer nun meinte Ostermontagnachmittag nach WB fahren zu müssen kam um diese Zeit natürlich in einen Stau. Aber das waren Ausnahmen und die meisten Reisenden waren ja WBerliner die sich im Transitverkehr auskannten. Und wenn die PKW,s in den Abfertigungsspuren ständig in Bewegung waren murrte auch keiner.



passport


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#51

RE: Oststurm - als Polen die " Berliner Mauer " zum Wanken brachten

in Mythos DDR und Grenze 28.11.2018 02:40
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zu #50
@passport, was hast Du denn an meiner Formulierung auszusetzen?

In #40 hat doch Heckenhaus das Szenario eingegrenzt „…und das ganz besonders zu Feiertagen und zur Urlaubszeit.“

„Normaler“ Reiseverkehr bezieht sich auf das Thread-Thema Polen, also Reiseverkehr ohne besondere polnische Komponente.

Und ich habe mich über die Abfertigung auch nicht beschwert. Westberliner, die am Ende eines langen Wochenendes zurückgefahren sind, haben gewusst was sie erwartet. Dann kam es eben am Grenzübergang Helmstedt zu Wartezeiten von ein oder zwei Stunden. An anderen Grenzübergängen ebenso.

Der Auslöser war doch nur das Foto aus #36 von eisenringtheo, das eben nicht den – ich nenne es jetzt Feiertagsstau – in Richtung der DDR Abfertigung zeigt, wie Heckenhaus meinte, sondern eine unübliche Staurichtung in Richtung der Westberliner Abfertigung.

Gruss Wolfgang


passport hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#52

RE: Oststurm - als Polen die " Berliner Mauer " zum Wanken brachten

in Mythos DDR und Grenze 28.11.2018 05:51
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Staus gab es in meiner Erinnerung zu den Feiertagen Ostern und Weihnachten, ohne das die Passkontrolle die Arbeit eingestellt hätte.


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#53

RE: Oststurm - als Polen die " Berliner Mauer " zum Wanken brachten

in Mythos DDR und Grenze 28.11.2018 12:18
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Zitat von diefenbaker im Beitrag #49
Ja, aber im "normalen" Transit- und Einreiseverkehr war der stauverursachende Engpass die DDR-Abfertigung, auch wenn die Schlange dann rückwärts bis zur westlichen Abfertigungsstelle reichte.

Warum denn sonst? Soweit ich mich erinnern kann, wurde doch von westlicher Seite überhaupt niemand kontrolliert. Ich kann mich jedenfalls
nicht daran erinnern, vom BGS, dem westlichen Zoll oder der West-Berliner Polizei an der jeweiligen Grenze jemals angehalten, geschweige
denn kontrolliert worden zu sein. Dafür aber auf der DDR-Seite umso intensiver.

Das Tempo der Abfertigung hing letztlich immer von der politischen Großwetterlage ab. Wenn der Bundestag in Berlin tagte, dauerte es etwas
länger, beim Besuch von F.J.Strauß und dem Milliardenkredit, sowie dem anstehenden Besuch Honeckers in der Bundesrepublik erfolgte die
Abfertigung etwas flotter.

Ich habe schon zu nächtlicher Stunde, als kaum Verkehr herrschte, mehr als 30 Minuten vor dem verschlossenen Gittertor am Grenzübergang
Wartha warten müssen (wahrscheinlich weil die Ortschaft so benannt war), bis ein Grenzer sich bemüßigt fühlte das Tor zu öffnen um mit der
Kontrolle zu beginnen. Mit weniger als einer Stunde Warte- und Kontrollzeit habe ich die GÜSTen der DDR nie verlassen.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie bewegte sich in engen Grenzen !
Grenzläufer und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.11.2018 14:59 | nach oben springen

#54

RE: Oststurm - als Polen die " Berliner Mauer " zum Wanken brachten

in Mythos DDR und Grenze 28.11.2018 13:32
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Zitat von berndk5 im Beitrag #14
...
In einem Fall, wimre auch 1980 wurden sogar Linieneinheiten aus der Grenzsicherung herausgelöst, um an die DDR-Grenze zu Polen verlegt zu werden.
Ich erinnere mich, das wir zu dieser Zeit Bataillonssicherung hatten. Eine Kompanie wurde aus dem GB definitiv abgezogen und verlegt, die anderen 3 Kompanieen mussten im so genannten Drittel-Dienst den Bataillons-Abschnitt sichern. ... So weit wimre, dauerte der ganze Stress auch nur ca. 1 Woche oder 10 Tage- ist jemand im Forum, der sich noch besser erinnern kann ? ...


Es war am 13.12.1981 in aller Herrgottsfrühe so wie Du beschrieben hast. Ich hatte im Forum bereits darüber berichtet, wie meine Kompanie herausgelöst wurde (12. GK/GR 25, Wülperode). Ich hatte bis dahin nicht vermutet, dass so etwas derart gut funktionieren würde.

friedliche Grüße Andreas


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#55

RE: Oststurm - als Polen die " Berliner Mauer " zum Wanken brachten

in Mythos DDR und Grenze 28.11.2018 17:21
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Zitat von Zkom IV im Beitrag #32
. Es sind halt entgegen der weitläufigen
Meinung keine faulen, arbeitsscheuen Menschen-im Gegenteil.
Gruß Frank



Ich habe nach der Wende, mal längere Zeit, mit polnischen Arbeitnehmern ( weiblich und männlich ) zusammen gearbeitet und muss aus meiner Erfahrung heraus sagen, sie waren sehr fleißig, kameradschaftlich, wendig und hilfsbereit, besonders untereinander. In der Beziehung können wir Deutschen noch was lernen.

Wie deutsche Arbeitnehmer heute oft miteinander umgehen, das möchte ich kurz an einem kleinen Beispiel erläutern:

Die Ehefrau eines befreundeten Fleischers, beide arbeiteten im selben Unternehmen ( Schlacht und Zerlegebetrieb ) wurde in eine andere Abteilung versetzt, weil ihre geschlossen wurde. Als sie in ihre neue Abteilung kam, wurde sie von den Frauen gleich herzlichst begrüßt: " Bilde Dir nicht ein, das wir Dir hier was zeigen"

Das ist kein Einzelfall und läuft genauso in vielen Firmen ab, Schikane, Mobbing, Kriechen, Schleimen, jeder wartet auf Fehler des anderen und Angst um seinen Arbeitsplatz. Am schlimmsten sind Frauen untereinander
Männer untereinander sind aber oft auch nicht besser.

Ich freue mich für jeden, der seine Rente pünktlich auf das Konto bekommt. Sie müssen sich nicht mehr mit diesem Kruppzeug rumärgern.


"Durch Anerkennung und
Aufmunterung kann man in einem
Menschen die besten Kräfte mobiliesieren"

(Charles M. Schwab, amerikanischer Industrieller 1862-1939)
Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#56

RE: Oststurm - als Polen die " Berliner Mauer " zum Wanken brachten

in Mythos DDR und Grenze 28.11.2018 17:44
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Warum denn sonst? Soweit ich mich erinnern kann, wurde doch von westlicher Seite überhaupt niemand kontrolliert

Die Bilder von Theo zeigen aber das der Stau in Dreilinden produziert wurden ist. Ausserdem hat das nichts zu sagen wenn Du nicht kontrolliert wurdest. Kenne noch Zeiten als an der Gkst Helmstedt intensiv kontrolliert wurde. PKW,s kamen in kleinen Kolonnen (10-12 Fzg.) angefahren weil die dortigen Kontrolleure vermutlich Fahndungsmaßnahmen durchführten.

Das Tempo der Abfertigung hing letztlich immer von der politischen Großwetterlage ab. Wenn der Bundestag in Berlin tagte, dauerte es etwas
länger, beim Besuch von F.J.Strauß und dem Milliardenkredit, sowie dem anstehenden Besuch Honeckers in der Bundesrepublik erfolgte die
Abfertigung etwas flotter.

Da muss man schon den zeitlichen Abstand betrachten. Die Sitzung des Bundestages war 1965. Da gab es noch kein Transitabkommen. MP Strauß kam 1983 in die DDR. Da funktionierte das Transitabkommen schon gut 11 Jahre. Das beeinflusste die Abfertigung an den Güsten überhaupt nicht. Für uns Grenzkontrollkräfte war nicht MP Strauß und der Kredit zuständig sondern die PKO und OTA.

passport


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#57

RE: Oststurm - als Polen die " Berliner Mauer " zum Wanken brachten

in Mythos DDR und Grenze 28.11.2018 18:29
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Ist hier OT, passt aber zur Transitgrenzabfertigung bei Feiertagsstau.

In den 70er Jahren bin ich an Wochenenden, besonders an langen, von Berlin aus viel mit dem Motorrad ins Bundesgebiet gefahren.
Kleine Gruppen, zwei bis vier Leute, abseits der Autobahnen schöne Straßen genießen.

Wenn bei der Rückfahrt normaler Verkehr war, haben wir und eingereit.
Bei Stau, und das waren locker mal zwei Kilometer und mehr, sind wir üblicherweise an der PKW-Schlange vorbeigefahren. Die Westabfertigung
hat eh nur auf die Zähluhr gedrückt und wir sind vorgefahren bis zum ersten DDR-Posten am Fließband und haben neben der Autoschlange angehalten. Helm ab, der Posten hat uns die Ausweise abgenommen und aufs Fließband gelegt, irgendwann kam eine Hand aus dem Fenster in der Kontrollbaracke und hat uns herangewunken. Ich kann mich nicht erinnern, dass dieses Vordrängeln mit dem Motorrad jemals beanstandet wurde, werder im Westen noch im Osten.

Gruss Wolfgang


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#58

RE: Oststurm - als Polen die " Berliner Mauer " zum Wanken brachten

in Mythos DDR und Grenze 28.11.2018 19:15
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Guckst Du hier:
https://www.youtube.com/watch?v=UzVBwwYE1eY

Zitat von passport im Beitrag #56
Da muss man schon den zeitlichen Abstand betrachten. Die Sitzung des Bundestages war 1965. Da gab es noch kein Transitabkommen. MP Strauß kam 1983 in die DDR. Da funktionierte das Transitabkommen schon gut 11 Jahre. Das beeinflusste die Abfertigung an den Güsten überhaupt nicht. Für uns Grenzkontrollkräfte war nicht MP Strauß und der Kredit zuständig sondern die PKO und OTA.

Wovon hingen die unterschiedlichen Wartezeiten und der Umfang der Schikanen denn sonst ab?
Vielleicht von der Laune des jeweiligen Kommandanten, die dann täglich oder vielleicht sogar stündlich den diensthabenden Chargen
vorgegeben wurde oder war das jeden Kontrolleur selbst überlassen?

Ich bin unzählige male in die DDR eingereist oder im Transit nach West-Berlin und sehr oft auch nach Polen oder in die CSSR
gefahren, aber nur bei den DDR Kontrolleuren waren die Kontrollen so unterschiedlich, bei den Polen und Tschechien waren sie
immer gleich, zwar manchmal etwas distanziert aber nie unfreundlich.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie bewegte sich in engen Grenzen !
Grenzläufer und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.11.2018 19:33 | nach oben springen

#59

RE: Oststurm - als Polen die " Berliner Mauer " zum Wanken brachten

in Mythos DDR und Grenze 28.11.2018 20:04
von Grenzläufer | 4.627 Beiträge | 19049 Punkte
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Natürlich änderten sich die Grenzabfertigungen nach den Verhandlungen mit Strauß, auf einmal wurde alles etwas "geschmeidiger".
Man stocherte bei der Ausreise aus der DDR nicht mehr mit Metallstangen im Tank herum und Rücksitze ausbauen wurde auch nicht mehr verlangt.
An den DDR-Grenzübergangsstellen saßen die preußischen Kommunisten. Es waren größtenteils die strammmsten der strammen Genossen, fanatisiert, indoktriniert und ideologiert. Nirgendwo wurde so übertrieben kontrolliert.
Die Polen und Ungarn waren schon immer lockerer, bei den Tschechen dauerte es an den Grenzen länger, trotzdem kein Vergleich zu den DDR-Grenzschikanen.


Das ist der Jammer dieser Welt,
Dass all die Dummheit der Millionen
Den wenigen, deren Geist erhellt,
Den Weisen wird zu Dornenkronen;
Dass sich der Massen Unverstand
Frech an des Genius Schwingen heftet,
Ihr zerrt aus seinem hohen Land,
Bis er zu Boden sinkt entkräftet.
Kurt Eisner
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#60

RE: Oststurm - als Polen die " Berliner Mauer " zum Wanken brachten

in Mythos DDR und Grenze 28.11.2018 20:10
von passport | 3.425 Beiträge | 3418 Punkte
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Wovon hingen die unterschiedlichen Wartezeiten und der Umfang der Schikanen denn sonst ab?
Vielleicht von der Laune des jeweiligen Kommandanten, die dann täglich oder vielleicht sogar stündlich den diensthabenden Chargen
vorgegeben wurde oder war das jeden Kontrolleur selbst überlassen?


Ich muss immer noch nach 7 Jahren in diesen Forum staunen über den fundamentalen Unsinn den hier bestimmte User über die DDR-Grenzabfertigung schreiben !
Bekanntlich gab es verschiedene Reisekategorien und damit waren auch unterschiedliche Abfertigungsmodis vorgegeben. Die Arbeitsweise der Kontrolleure erfolgte auf Grundlage der PKO und OTA (hier im Forum mehrmals beschrieben). Diese Arbeitsvorgaben waren für die DDR-Grenzabfertigung einheitlich für ALLE Güsten vorgegeben. Natürlich unter Berücksichtigung der verschiedenen Reisekategorien und Grenzlage. Dabei war es uninteressant ob der Passkontrolleur Zahnschmerzen oder der Zugführer schlechte Laune hatte. Das beeinflusste die Grenzabfertigung überhaupt nicht.
Auch nicht mit dem Besuch des MP Strauss Herr @Grenzläufer




passport


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