Wer glaubte an die Parolen in der DDR?

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25.11.2018 21:01
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#76
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Wer an diese schwachsinnigen Parolen glaubte war in meinen Augen selber schuld, richtig schlimm muss dieser Unfug in den 60zigern an der Berliner Mauer zugegangen sein,da reichten keine SED-Tranzparente mehr,da mussten noch Lautsprecher-Fahrzeuge diesen Quatsch aus allen Röhren verkünden
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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25.11.2018 21:18 (zuletzt bearbeitet: 25.11.2018 22:08)
avatar  Ehli
#77
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Lautsprecherwagen
hüben wie drüben
Sage nur mal : Studio am Stacheldraht,drüben
Plakate ,drüben, mit Sprüchen"Auf den zweiten Mann kommt es an"
Nachrichtenzeile am Springerhochhaus.
meines Wissen nach wurde damals versucht die Konzerte zu übertönen,aber es wurde keine Propaganda verbreitet.
so kenne ich 1967/68
Plakate auf der DDR Seite nicht gesehen
Sollte es anders gewesen sein,so lasse ich mich gerne aufklären.Lutze,es wäre schön,wenn Du mal die Quelle nennst,aus der Du dein Wissen schöpft.
Danke

Ehli
Ich habe es mir nicht ausgesucht, ein Ossi zu sein....
Ich hatte einfach Glück!

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26.11.2018 08:04 (zuletzt bearbeitet: 26.11.2018 08:20)
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#78
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( gelöscht )

Man muss sich ja auch fragen warum man sich überhaupt den Aufwand angetan hat um diese Stofflappen überall hinzuhängen.
Ich fand schon damals für mich nicht so recht eine Antwort für den tieferen Sinn solcher Aktionen.
Eventuell ist das eine Eigenart von Systemen die genau wissen das sie nicht viel Gegenständliches zu bieten haben und da hängt man halt wenigstens irgendwelche Sprüche auf, bis hin zu "Heraus zum 1. Mai!" an der Friedhofsmauer.
Diese schon fanatisch zelebrierte Surrealität war wohl auch ein Grund das sich die Arbeiterklasse 1989 freudig erregt dem Kapitalismus zugewandt hat, was ja, nach Spruchbandlogik, ein Ding der Unmöglichkeit darstellte.


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26.11.2018 08:14
avatar  icke46
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Zitat von Ehli im Beitrag #77
Lautsprecherwagen
hüben wie drüben
Sage nur mal : Studio am Stacheldraht,drüben
Plakate ,drüben, mit Sprüchen"Auf den zweiten Mann kommt es an"
Nachrichtenzeile am Springerhochhaus.
meines Wissen nach wurde damals versucht die Konzerte zu übertönen,aber es wurde keine Propaganda verbreitet.
so kenne ich 1967/68
Plakate auf der DDR Seite nicht gesehen
Sollte es anders gewesen sein,so lasse ich mich gerne aufklären.Lutze,es wäre schön,wenn Du mal die Quelle nennst,aus der Du dein Wissen schöpft.
Danke


Ich bin mir nicht ganz sicher, was Du eigentlich mit Deinem Beitrag sagen willst, bzw. welche Aussage von @lutze Du für falsch hältst. Vielleicht kannst Du das ja ein bisschen verdeutlichen.

Einen interessanten Artikel zum "Berliner Lautsprecherkrieg" findet man hier: https://www.morgenpost.de/berlin-aktuell...aerm-wurde.html


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26.11.2018 10:23
#80
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Zitat von Hanum83 im Beitrag #78
Man muss sich ja auch fragen warum man sich überhaupt den Aufwand angetan hat um diese Stofflappen überall hinzuhängen.
Ich fand schon damals für mich nicht so recht eine Antwort für den tieferen Sinn solcher Aktionen.
Eventuell ist das eine Eigenart von Systemen die genau wissen das sie nicht viel Gegenständliches zu bieten haben und da hängt man halt wenigstens irgendwelche Sprüche auf, bis hin zu "Heraus zum 1. Mai!" an der Friedhofsmauer.
Diese schon fanatisch zelebrierte Surrealität war wohl auch ein Grund das sich die Arbeiterklasse 1989 freudig erregt dem Kapitalismus zugewandt hat, was ja, nach Spruchbandlogik, ein Ding der Unmöglichkeit darstellte.


Es war wohl auch als Deko gedacht.
Irgendwo in den Betrieben mußte irgendein Bekenntnis zum Staat auffindbar und vorzeigbar sein, erst recht, wenn der Leiter nicht so recht mit schwamm wenn die Partei wieder mal was vorgab, was ihm nicht paßte.
„Eigentlich bin ich für den Sozialismus, aber.....“
So blieb es wenigstens vom Ansatz her unverdächtig, wenn jemand von Stab dem Staat schon innerlich gekündigt hat.
Wir hatten damals im Bahnbetriebswerk eine Schaukastenanlage (FDJ, FDGB, BPO, Dienststelle allgemein) , in der Versammlungen, Erfolge, die bestten Eisenbahner und was auch immer bekannt gegeben wurden und einer war immer für die aktuelle Parole, ob bahnintern („Kampfaktion Güterwagen“) oder zentrall („unser Arbeitsplatz– unser Kampfplatz für den Frieden“) reserviert und wenn einer mal was Neues anschleppte, kam das eben rein.
Auf unserer Kreisleitung in Eisleben konnte man immer mal schöne neue Plakate von der Dewag https://de.m.wikipedia.org/wiki/Deutsche...gengesellschaft erstehen, so kam wenigstens auch ein bißchen neue Farbe und ein paar neue Gesichter, z. B. beim Aufruf zu Höchstleistungsschichten zum Weltfriedenstag in die öffentliche Wahrnehmung.
Peinlich war es dann immer, wenn ein altes Gesicht ratlos aus der Wäsche guckte, wenn der FDJler den Parteisekretär fragte ob er denn schon die neue Deko im Schaukasten bewundert hätte, die eigentlich schon seit Wochen dort hing....

Viele leben zu sehr in der Vergangenheit.
Aber die Vergangenheit soll ein Sprungbrett sein aber kein Sofa.


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26.11.2018 10:39
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#81
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Die Friedensparolen wurden durchaus geglaubt und verinnerlicht!


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26.11.2018 10:39 (zuletzt bearbeitet: 26.11.2018 10:40)
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #80
Zitat von Hanum83 im Beitrag #78
Man muss sich ja auch fragen warum man sich überhaupt den Aufwand angetan hat um diese Stofflappen überall hinzuhängen.
Ich fand schon damals für mich nicht so recht eine Antwort für den tieferen Sinn solcher Aktionen.
Eventuell ist das eine Eigenart von Systemen die genau wissen das sie nicht viel Gegenständliches zu bieten haben und da hängt man halt wenigstens irgendwelche Sprüche auf, bis hin zu "Heraus zum 1. Mai!" an der Friedhofsmauer.
Diese schon fanatisch zelebrierte Surrealität war wohl auch ein Grund das sich die Arbeiterklasse 1989 freudig erregt dem Kapitalismus zugewandt hat, was ja, nach Spruchbandlogik, ein Ding der Unmöglichkeit darstellte.


Es war wohl auch als Deko gedacht.
Irgendwo in den Betrieben mußte irgendein Bekenntnis zum Staat auffindbar und vorzeigbar sein, erst recht, wenn der Leiter nicht so recht mit schwamm wenn die Partei wieder mal was vorgab, was ihm nicht paßte.
„Eigentlich bin ich für den Sozialismus, aber.....“
So blieb es wenigstens vom Ansatz her unverdächtig, wenn jemand von Stab dem Staat schon innerlich gekündigt hat.
Wir hatten damals im Bahnbetriebswerk eine Schaukastenanlage (FDJ, FDGB, BPO, Dienststelle allgemein) , in der Versammlungen, Erfolge, die bestten Eisenbahner und was auch immer bekannt gegeben wurden und einer war immer für die aktuelle Parole, ob bahnintern („Kampfaktion Güterwagen“) oder zentrall („unser Arbeitsplatz– unser Kampfplatz für den Frieden“) reserviert und wenn einer mal was Neues anschleppte, kam das eben rein.
Auf unserer Kreisleitung in Eisleben konnte man immer mal schöne neue Plakate von der Dewag https://de.m.wikipedia.org/wiki/Deutsche...gengesellschaft erstehen, so kam wenigstens auch ein bißchen neue Farbe und ein paar neue Gesichter, z. B. beim Aufruf zu Höchstleistungsschichten zum Weltfriedenstag in die öffentliche Wahrnehmung.
Peinlich war es dann immer, wenn ein altes Gesicht ratlos aus der Wäsche guckte, wenn der FDJler den Parteisekretär fragte ob er denn schon die neue Deko im Schaukasten bewundert hätte, die eigentlich schon seit Wochen dort hing....


Da wart ihr ja agitproptechnisch schon auf einem hohen Niveau, in unserem kleinen VEB wurde so eine "Straße der Besten" gebastelt, Foto auf Sperrholzplatte und da kam turnusmäßig jeder mal mit ran der nun nicht gerade eine größere Kratze gebaut hatte.
Völliger Unfug, aber irgendwie waren durch solchen Quatsch paar Leute beschäftigt und es kam keine Langeweile auf, nebst Spaß und Neckerei in der Abteilung wenn mal ein Kollege zum "Bester" erklärt wurde.


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26.11.2018 11:22
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#83
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Zitat von EX DM im Beitrag #81
Die Friedensparolen wurden durchaus geglaubt und verinnerlicht!


Sagen wir besser, man las es, weil es an exponierter Stelle plaziert war, und schon war es wieder aus dem Sinn.

Oder hat sich jemand damit wirklich inhaltlich auseinandergesetzt ?

Und hier der Irrglaube, Wochen später war Feierabend, trotz Erfolgen.
https://www.gewerkschaftsgeschichte.de/r...aehige-ddr.html


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26.11.2018 11:22
#84
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Das war immer mit Geldzuwendungen verbunden und vor allem dieser Fakt trug wesentlich dazu bei, daß Wandzeitungsgestaltung, Brigadetagebücher führen, Mitgliedschaften in diversen Vereinen und ehrenamtlichen Funktionen, Aktivistentitel u.s.w doch vielfach mit einer gewissen Ernsthaftigkeit betrieben wurden. So meine Empfindungen zumindest in unserer Firma. Wobei, kulturelle Veranstaltungen der Brigade und Brigadetagebuch, das waren für viele auch Spaß und Freude und Erinnerungen, wenn mal die alten Fotos rumgereicht wurden. Als FDJ-Sekretär habe ich den obligatorischen Lehrjahren als Pflichtübung deutlich weniger Raum eingeräumt und Zeit geopfert als der Organisation von Veranstaltungen (Wanderungen, Radtouren, Kinobesuchen, Wochenendfahrten mit Zelt u.a.). Über diese Erlebnisse, vor allem die zwei Wochenendfahrten, wurde noch Jahre danach geschwärmt. Das freut einem als Organisator natürlich, daß das angekommen war. Nebenbei, die zweit Fahrt war fast Anlass, daß sich meine Ex damals von mir scheiden lassen wollte. Grundlose blinde Eifersucht. Hätte sie mal tun sollen, dann wäre mir die folgenden acht Jahre vieles erspart geblieben.


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26.11.2018 11:26 (zuletzt bearbeitet: 26.11.2018 11:26)
#85
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Zitat von Heckenhaus im Beitrag #83
Zitat von EX DM im Beitrag #81
Die Friedensparolen wurden durchaus geglaubt und verinnerlicht!


Sagen wir besser, man las es, weil es an exponierter Stelle plaziert war, und schon war es wieder aus dem Sinn.
Oder hat sich jemand damit wirklich inhaltlich auseinandergesetzt ?
Und hier der Irrglaube, Wochen später war Feierabend, trotz Erfolgen.
https://www.gewerkschaftsgeschichte.de/r...aehige-ddr.html


Widerspruch ! Ich denke schon, auch wenn man es als bloße Parolen sah, aber daß diese Paroleninhalte zur Friedenssicherung ernst gemeint waren, davon dürfte die Masse überzeugt gewesen sein, zumal es auch ihre eigenen Wünsche und Ansichten waren. Wer wünschte sich schon einen Krieg ?


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26.11.2018 11:41
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#86
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #85


Widerspruch ! Ich denke schon, auch wenn man es als bloße Parolen sah, aber daß diese Paroleninhalte zur Friedenssicherung ernst gemeint waren, davon dürfte die Masse überzeugt gewesen sein, zumal es auch ihre eigenen Wünsche und Ansichten waren. Wer wünschte sich schon einen Krieg ?

Ich habe nicht den Sinn der Parolen in Frage gestellt, es ging nur darum, daß man sie eben schon quasi übersah, weil sie überall
und an den unmöglichsten Stellen platziert waren.
Natürlich wird sich jeder Frieden und Wohlstand gewünscht haben, völlig normal. Aber die Masse der je nach Ära variierenden
Transparente und Riesenplakate nervte irgendwann.
Vorwärts hierhin, vorwärts dorthin, unverbrüchliche Freundschaft, Waffenbrüder, Solidarität mit XYZ usw, .
Und das besonders, da bekanntlich die Zeitungen auf der gleichen Welle schrieben, und wer las damals keine Tageszeitung ?


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26.11.2018 11:50
#87
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Der gleichgültige oder gar fragwürdige Umgang damit zeigt sich an eigentlich unmöglichen Plazierungen.
Das "Heraus zum 1. Mai" an einer Friedhofsmauer mag ein Fake sein. Aber es zeigt genau diesen Umgang damit.
Diverse Fotos von Schaufenstern usw. mit ähnlich unmöglichen Arrangements dürften bekannt sein.

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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26.11.2018 14:06 (zuletzt bearbeitet: 05.12.2018 16:12)
#88
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #85
Zitat von Heckenhaus im Beitrag #83
Zitat von EX DM im Beitrag #81
Die Friedensparolen wurden durchaus geglaubt und verinnerlicht!


Sagen wir besser, man las es, weil es an exponierter Stelle plaziert war, und schon war es wieder aus dem Sinn.
Oder hat sich jemand damit wirklich inhaltlich auseinandergesetzt ?
Und hier der Irrglaube, Wochen später war Feierabend, trotz Erfolgen.
https://www.gewerkschaftsgeschichte.de/r...aehige-ddr.html


Widerspruch ! Ich denke schon, auch wenn man es als bloße Parolen sah, aber daß diese Paroleninhalte zur Friedenssicherung ernst gemeint waren, davon dürfte die Masse überzeugt gewesen sein, zumal es auch ihre eigenen Wünsche und Ansichten waren. Wer wünschte sich schon einen Krieg ?


Viel stärker als die Werbebotschaften der Friedenslosungen war der beeindruckende zweistelligen Milliardenbetrag für Ausgaben der nationalen Verteidigung, dem zweitgrößten Posten des DDR–Staashaushaltes hinter den sozialpolitischen Maßnahmen.
Auch die Ressourcenbindung für Militärtransporte der DR einschließlich regelmäßiger aufwendiger Rangiermanöver, für uns war das immer der Bahnhof Angersdorf, waren ein echtes Ärgernis das mittels der Friedenslosungen immer wieder mal in die ansonsten unbeschwerte Gedankenwelt der Werktätigen eingetrichtert wurde.
Nötig waren die Parolen nicht aber im Gegensatz zur Abgaswerbung neuer VW– Modelle wenigstens ehrlich.

Viele leben zu sehr in der Vergangenheit.
Aber die Vergangenheit soll ein Sprungbrett sein aber kein Sofa.


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26.11.2018 14:35
#89
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An die kommerzielle Werbung gewöhnter Westler hat mich die politische Werbung oft ratlos gemacht. Einiges schien mir total banal, anderes eher blödsinnig. Was sollte der Tourist hier mitbekommen ??


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26.11.2018 16:58 (zuletzt bearbeitet: 26.11.2018 16:59)
#90
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Eine Bastion richtet sich gegen Angreifer. Also wird suggeriert, daß im Westen die Kriegstreiber sitzen und im Osten die Friedensengel. Der anreisende Bundesbürger sollte an der Politik seiner Regierung zweifeln.
Sicherlich ein vergebliches Ansinnen. Aber eine andere Erklärung habe ich nicht.

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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